Ich finde nicht, dass man Einschränkungen der Sinneswahrnehmungen in Kauf nehmen sollte, nur weil Hunde sie kompensieren können. Und wie gesagt, dass Vibrissen bei Hunden im Gegensatz zu ihren nächsten Verwandten nicht funktional sind - ihr Fehlen oder "so züchten, dass sie genau so gut fehlen könnten" also keine Einschränkung der Sinneswahrnehmungen darstellt - ist nicht bewiesen.
Die derzeitigen Maßnahmen zielen aber nicht darauf ab, dass nur noch Hunde mit nachweislich funktionalen Vibrissen gezüchtet werden. Sondern es gibt schlicht ein Schneideverbot der Vibrissen, völlig unabhängig davon ob diese funktional sind oder nicht. Sofern man also von der Notwendigkeit funktionaler Vibrissen überzeugt ist und deren Fehlen als Qualzuchtmerkmal einstuft, hat diese Vorgehensweise m.A.n. wenig Sinnhaftigkeit sondern in erster Linie Alibifunktion.
Naja, ist grad Symptombekämpfung. Genau wie das aktuell mit den Brachycephalen gemacht wird. Da gibts ja auch noch kein komplettes Verbot, sondern halt einzelne Hunde, die entsprechende Merkmale aufweisen, die dann ausgeschlossen werden (können).
EDIT: und falls das so rüberkommt, nein, ich bin kein radikaler Vibrissen-Verfechter - aber ich denke, man muss auch einfach mal überlegen, auf welcher Argumentationsgrundlage die Ämter das aktuell durchsetzen und welche Entscheidungen es diesbezüglich eben auch schon bei Katzen und Pferden gegeben hat.