Wenn es um die "Einzigartigkeit" des Wesens geht, frage ich mich ja immer nur, was es dem "einzelnen" Hund bringt, wenn er nett und brav ist, aber trotzdem mit seiner deformierten Anatomie und seinen gesundheitlichen Defizite leben muss. Diese Aussagen sind für mich einfach ... genau aus dem egoistischem Hintergrund entwachsen, mit dem man auch einfach hinnimmt, dass ein Hund unter seiner Optik eben stark leidet.
Da wird seitenweise diskutiert, ob man jetzt nen Mops mit Terrier oder Pudel kreuzen darf ... unglaublich. Und aus der Angst heraus, dass man irgendwas auslösen könnte, was die Rasse nachhaltig verändern könnte ... ja, vielleicht sehe ich das einfach zu hart, zu wenig emotional, zu wenig mit der rosa Brille ... aber ganz ehrlich, was will man denn beim Mops bitte noch kaputt machen?
Medizinisch betrachtet ist der Durchschnittsmops einfach eine Vollkatastrophe. Und das ist kein Bashing, das ist einfach Fakt! Atmung, Bewegungsapparat, Haut, Fell, Immunsystem, Augen, ZNS .... sagt mir was er nicht hat.
Als wäre es für das INDIVIDUUM Hund/Mops/Mopsmix wirklich wichtig, ob der jetzt nur brav auf der Couch sitzt, oder vielleicht noch etwas mehr go hat ... sollte das nicht ein Preis sein, den man bereit ist zu zahlen für mehr Gesundheut und Lebensqualität? Wer damit nicht klar kommt, der kauft sich besser ein Stofftier. Und mir kann wirklich keiner erzählen, dass es neben dem Mops nicht noch andere gemäßigte Begleithunde gibt. Ich wollte nie einen Hund mit viel Fell, jetzt habe ich Shelties. Weil sie perfekt zu mir und meinen Ansprüchen passen. Ja, manchmal muss man dann eben Abstriche in der Optik machen.
Keiner sagt, dass die Mopsmixe alle gesund sind und frei von Defekten. Das wäre ja auch Irrsinn. Aber es ist schon mal ein winziger Anfang. Eine gemäßigtere Anatomie, mehr Heterosis, mehr Gene. Ich kann das große Drama um die Einkreuzung anderer Rassen nicht verstehen.
Aber man kann auch mit der gleichen Suppe weiterkochen und hoffen und beten, dass dann durch Zufall mal einer dabei ist, der keine oder nur kaum Probleme hat. Darüber kann man sich dann freuen und ein großes Fass aufmachen, und dann einfach mal vergessen, dass aber ein Großteil seiner Kollegen leider immer noch unter den üblichen Defekten leiden. Das ist für mich die Definition von Qualzucht. Man nimmt es einfach hin und findet immer wieder neue Argumente, warum man eh nichts ändern kann oder will.
Ich bereue es auch gerade, dass ich hier überhaupt wieder etwas schreibe, denn seit 800 Seiten dreht sich hier eigentlich alles im Kreis und viel zu sagen gibt es nicht mehr. Aber viele der Aussagen zeigen auch, wie wenig Bereitschaft wirklich existiert die Situation ersthaft zu verbessern. Es deprimiert einfach unfassbar ...
Man kann der Rassehundezucht nur wünschen, dass Outcross und Fremdeinkreuzung insgesamt wieder moderner und "gesellschaftsfähiger" wird. Es würde vermutlich viele Probleme mit denen wir kämpfen (und das nicht nur bei den Qualzuchtrassen) verbessern. Genetische Monokultur führt uns einfach über kurz oder lang in die Sackgasse. Daran gibt es nichts zu rütteln.