Beiträge von Bonadea

    Ich kann es nur vermuten ... ich glaube aber, viele Züchter hören irgendwann auf (weil zu alt, oder eben andere Günde) und der Züchternachwuchs bleibt ein bisschen auf der Strecke ... bzw. es wird halt immer einfacher außerhalb des VDHs an Shelties zu kommen und viele gehen da mit Sicherheit den Weg des geringsten Widerstands und gehen dann halt eher in die Dissidenz.

    Hinzu kommt, dass ich die Sheltiezahlen bei uns jetzt unter dem VDH schon auf drei Vereine aufteilen. Das heißt, dass "mein Club" jetzt die Züchter sozusagen mit den anderen Vereinen teilt.

    Ich hab grad mal in einer der Sheltiegruppen eine Umfrage dazu gestartet, weil es mich echt interessiert.

    Zwischenstand nach 30 Minuten

    59 Hunde aus dem VDH + 14 Ausland/FCI

    18 Dissidenzvereine

    3 papierlos

    Na, die werden woanders "produziert" als im VDH.

    Auch in meiner Rasse gehen die Wurfzahlen im VDH recht deutlich zurück. Die Nachfrage nach Shelties ist aber ungebremst hoch und wenn ich in die FB-Sheltiegruppen gucke, dann sieht man seit ein paar Jahren immer mehr Hunde von der Dissidenz oder aus papierloser Vermehrerei, wo es vor 10 Jahren eben zu 90 Prozent VDH Hunde waren ...

    Der Markt wird bedient. Aber nicht über den VDH.

    Ich habe hier nur die ersten zwei Seiten gelesen. Aber werde mich noch durcharbeiten.

    Ich muss gestehen, mir ist dieses Geschrei nach "Ruhe, Ruhe, Ruhe" hier im DF auch teilweise echt too much. Jedes Problem wird hier mit "Ruhe" gelöst - und diesen Tipp finde ich manchmal genauso stumpf, wie die andere Kehrseite, wo immer nach mehr Auslastung geschrieen wird.

    Ich denke als vor einigen Jahren der Trend aufkam, dass Hunde eben mehr brauchen, als nur im Hof und Flur zu leben und sich sozusagen eine Bespaßungsindustrie in Hundeschulen entwickelt hat und jeder meinte, der Hund bräuchte einen 24/7 Stundenplan, damit der glücklich ist, hat das Ganze definitiv problematische Ausmaße entwickelt.

    Dass Hunde da durchknallen ist ja irgendwo klar.

    Der Gegentrend ist jetzt halt, dass der Hund nur noch maximal ne Stunde vor die Haustür darf (überspitzt gesagt) und jeder Beller, jedes Zucken und jedes Rumspringen gleich als Überforderung und Stress interpretiert wird und der Hund mit Bachblüten und Zwangsruhe "runtergeregelt" wird, hauptsache er ist "entspannt".

    Das ist jetzt alles sehr übertrieben formuliert, aber ich denke ihr wisst wie ich es meine. Ich meine auch hier niemanden direkt persönlich - es soll sich also keiner angesprochen fühlen und sich niemand den Schuh anziehen, der ihm nicht passt!

    Ich vermisse manchmal einfach ein bisschen die Balance daraus.

    Wie viel ein Hund braucht ist eben auch individuell sehr unterschiedlich und selbstverständlich gibt es GROßE Unterschiede in den Rassen. Manche sind eben sehr viel reizempfänglicher als andere und brauchen ein ganz anderes Management.

    Ich hab vier Shelties. Die wurden als Welpen alle nicht in Watte gepackt. Haben vom ersten Tag an geclickert, gelernt und mich überallhin begleitet. Die machen 1-3x die Woche Sport (Agility) und gehen mit aufs Turnier, gehen 1x pro Tag eine große Runde spazieren und können auch mal tageweise ohne großes Gassi auskommen oder auch mal im Urlaub 7 Tage am Stück tgl. 15-20km wandern ohne direkt nen Kurzschluss zu bekommen. Seit heute Mittag, als wir vom Training heim gekommen sind, liegen die jetzt hier und schlafen. Ich hab noch nie erlebt, dass die nach einem Training überdreht sind ... die kommen heim und legen sich zufrieden hin. Fertig. Ich kann die aber jederzeit anknipsen, wenn ich will. Klar ist das bei Shelties keine super große Kunst - aber von alleine sind die auch nicht so geworden.

    Ich hätte die mit sinnlosem Bällchenspielen auch kirre machen können. Andersrum sind die trotzdem easy going, OBWOHL die schon als Welpen und Junghunde alles mögliche an Tricks gelernt haben und Beutespiele gemacht haben.

    Das Problem ist in meinen Augen einfach, dass viele Menschen das richtige Maß für ihren Hund nur schwer finden, weil viele (ich meine jetzt besonders außerhalb des DFs) sich eben nur sehr rudimentär mit den Bedürfnissen und der Hundesprache auseinandersetzen und deswegen einfach nicht in der Lage sind ihr Pensum und ihren Hund realistisch einzuschätzen.

    Ich hatte auch mal eine Bekannte, die ist mit ihren Hunden dreimal am Tag ne Stunde Gassi gelaufen, hat währenddessen noch ständig den Ball geschleudert und hat ZUSÄTZLICH noch mehrmals die Woche Hundesport trainiert. Die Hunde von der hatten auch wirklich nicht mehr alle Latten am Zaun.

    Davon mal abgesehen, dass ich nicht mal die Zeit und Lust hätte, dreimal am Tag so ein Pensum aufzufahren, fand ich es doch auch erschreckend, dass sie nach 2 Stunden Training immer noch meinte, die müssten jetzt NOCHMAL eine Stunde Gassi gehen.

    Was ich eigentlich sagen will - ich glaub, jeder Halter muss da irgendwo das passende Maß für SEINEN Hund finden. Und zwar eine goldene Mitte aus körperlicher und mentaler Auslastung und genügend Ruhe und Erholung.

    Das ist halt bei einem mehr, beim anderen weniger - aber ganz sicher nicht bei allen gleich und eben auch ein Stück weit Management, Erziehung und Gewöhnung.

    Das kommt darauf an, wie professionell man trainieren will und auch wie schwer/groß der Hund ist.

    Ich - persönlich - fand diese Trixiestangen/Hürden für meine Shelties schon total unbrauchbar.

    Stecksalom geht grad noch.

    Diese "Spieltunnel" sind auch nix, und oft kann man die gar nicht vernünftig befestigen.

    Ich hab mir irgendwann richtige Holzhürden fürs Hometraining angeschafft (wurden von einem Verein aussortiert) und einen Calliewaytunnel besorgt. Damit konnte man ein paar Basics trainieren.

    Ich erinnere mich an einen Moment, wo die Reiterin ihre Trainerin fragte: Trabt der noch?!

    |)|)|)|)|)

    Also bei Cremellos und Farbgenetik bin ich raus, auf dem Gebiet bin ich nicht besonders informiert. |)

    Bonadea Was meinst du genau mit "scheintot" beim Quarter?

    Ich habe mal eine zeitlang in einem Freizeitstall gestanden, wo einige Westernreiter waren.

    Und dort gab es besonders viele "Pleasurepferde" - ich hab noch nie so tote Augen und so wenig Ausdruck bei einem Pferd gesehen. Egal ob mit oder ohne Reiter. Die waren einfach scheintot. Anders kann ich es nicht beschreiben.

    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    In meinem Praktikum bin ich auch mit einer Pferdekollegin viel rumgefahren und zum Teil waren wir auch in Reiningställen, da war das Bild teilweise ganz anders. Deshalb kann man auch nicht verallgemeinernd über Quarter sprechen. Da gibt es halt riesige Unterschiede.

    Das sehe ich absolut genauso!

    Mit etwas Hirn und Grips denke ich aber, kann man das schon realisieren. Also Creme bei den Warmblütern etablieren.

    Und Inzucht gibt es dort ja eh schon zur genüge ... man liest doch eigentlich immer die gleichen Hengste im Pedigree. Da sind ein paar Exoten vielleicht auch nicht immer das Schlechteste.

    Aber ich weiß natürlich was du meinst und teile deine Meinung. Da ist es ähnlich wie bei den Hunden - wenn nur die Farbe zählt wird es problematisch!