Beiträge von Dreamy

    Das ist so unwichtig, ob nun täglich oder nicht. Die Kernaussage war eine völlig andere und wie ich finde, sehr wichtige. Es geht nicht nur um den Hund, ob es für ihn gesünder ist oder ob er es ohne Leine einfach kann, sondern darum, dass man nicht alleine auf diesem Planeten ist und mit diesem Verhalten ggfs. andere Verkehrsteilnehmer verunsichert bzw. ablenkt.

    Warum sollte der Autofahrer verunsichert sein, wenn Hund einfach ruhig neben, kurz vor oder hinter mir läuft? Und vor allem, wenn ich als Halter auch völlig entspannt aussehe? Dass man seinen Hund bspw. nicht allein aus der Ausfahrt auf den Gehweg schießen lässt, versteht sich von selbst.

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    Vielleicht muss man auch erst einmal so eine Situation erlebt und die Erfahrung gemacht haben, um umzudenken.


    Warum zweifelst du die Erfahrung der User an, die nicht mit dir konform gehen? Ich habe es im Bekanntenkreis schon mehrfach erlebt, dass ein Tier, das ich kannte und mochte, überfahren wurde. Ein Hund, mehrere Katzen. Und passend zum Thema lief mir hier eben beim Spaziergang ein Hund über den Weg, der ganz allein unterwegs war und die Straße nur sehr knapp vor einem Auto überquert hat. Leider ließ er sich nicht einfangen und lief nun auch noch Richtung Hauptstraße. Überrascht mich allerdings nicht, da ich den Hund samt Besitzer vom Sehen her kenne und mich schon mehrfach gefragt habe, warum ausgerechnet dieser Hund offline laufen muss. Wäre bei mir ein absoluter Leinenknast-Kandidat. Polizei ist verständigt, hoffentlich finden sie ihn, bevor etwas schlimmes passiert.

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    Viele vergessen einfach, dass es relativ schnurz ist, ob ich an einer ruhigen Straße offline laufe oder an einer belebten. Kann sein, der Hund läuft über ne vierspurige Straße und nichts passiert, kann auch sein der Hund läuft über eine Spielstraße und wird beim ausparken oder vom einzigen Auto am Tag dort erwischt.

    Irgendwie lustig. Erst bestehst du darauf, dass es einen groooooßen Unterschied zwischen dem Stadtverkehr und dem Trecker auf dem Land gibt, weil das Risiko in ersterem Fall viel größer ist. Und nun ist es plötzlich egal, ob ruhige oder belebte Gegend, weil passieren kann ja immer was...

    Ich finde, das macht sogar einen ziemlich großen Unterschied. Sowohl für Kinder als auch für Hunde.

    @lemmingstyle

    Ich wohne nicht in Berlin. Und ich schrieb auch nix davon, dass mein Hund kein Gras unter den Füßen hat, im Gegenteil. Hier gibt es Parks, Bäume, Gras, ohne Ende. Aber halt ständig mit Straßen in unmittelbarer Nähe. Aber das meine ich halt...manche lesen was und interpretieren sonst was rein.

    Edit: Ich finde es übrigens eine Frechheit, jemandem Bequemlichkeit zu unterstellen, wenn man in vielen Städten heutzutage froh sein kann, arbeits- oder studienplatznah überhaupt eine Wohnung zu finden.

    Was ist den an dem führen ohne Leine für den Hund gesünder? Sorry versteh ich nicht.

    Mein Hund hat einen ausgeprägten Trachealkollaps. Nicht heilbar. Druck auf Hals und Brustkorb führen zu einem Kollabieren der Luftröhre, was wiederum zu Husten führt und die Luftröhre auf Dauer weiter destabilisiert. Es ist in ihrem Fall auch egal, ob Halsband oder Geschirr. Sie ist gut leinenführig, aber es lässt sich nicht immer vermeiden, dass sie z.B. manchmal plötzlich stehen bleibt, um zu pinkeln oder zu schnuppern und ich aber in dem Moment noch weiter laufe. Ein solcher Ruck ist für sie schädlich und kann den TK auf lange Sicht verschlimmern. Und dann geht es nicht mehr nur um Husten, sondern um Atemnot, umkippen und schlimmstenfalls ersticken.

    Und es können alle hier noch zehn Mal schreiben, dass es für IHREN Hund keinen Unterschied macht, ob er mit Leine läuft oder ohne. Für meinen tut es das. Ich musste sie nach einer OP mal 3 Wochen lang nur an einer 1m Leine führen, durchgehend. Ich hab meinen Hund nicht wieder erkannt, die schlich nur lustlos und sichtlich niedergeschlagen hinter mir her. Als dann von einem Tag auf den anderen die Leine ab war, war sie sofort wieder die Alte, fröhlich und neugierig.

    Aber ich muss auch ganz klar dazu sagen: selbst diese ganzen Aspekte würden mich nicht dazu bewegen, meinen Hund abzuleinen, wenn ich nicht das Vertrauen hätte, dass das mit ihm funktioniert. Oder wenn die Umgebung nicht stimmen, ich also z.B. direkt an einer großen Straße wohnen würde. Auch die Hunde davor hätte ich nicht abgeleint, Punkt.

    Hier bei uns wird das übrigens generell sehr locker gehandhabt. Viele Hunde laufen hier ohne Leine und das stört auch, überwiegend, niemanden. Ein paar Kandidaten sind dabei, wo ich es nicht nachvollziehen kann (einer reagiert bspw. aggressiv auf gleichgeschlechtliche Artgenossen), bei anderen aber durchaus. Eine Frau hat eine liebe, ältere Retrieverhündin, die wirklich nur noch in ihrem eigenen, gemächlichen Tempo in Ruhe am Wegrand schnuppern mag und sich für nichts anderes interessiert. Ich sehe nicht, inwiefern eine Leine an diesem Hund zu irgendeiner Risikoverringerung führen würde.

    @Regula

    Es gibt ja aber auch noch etwas zwischen urgesundem Kangal und totkrankem Mops. Ich denke, man hat heutzutage genug Auswahl, um eine Rasse zu finden, die sowohl vom Wesen zu einem passt als auch insgesamt als gesundheitlich stabil gelten kann. In dem Sinne sind das zwei Aspekte, die für mich ebenbürtig sind. Die Gesundheit würde ich niemals dem Wesen unterordnen. Ich weiß auch, wie es ist, mit einem kranken Hund zu leben. Eine solche Einschränkung und Belastung wünsche ich niemandem und würde daher immer gucken, durch die passende Wahl des Hundes das Risiko dafür so gering wie möglich zu halten.

    Ich glaube viele können ich so einen gut erzogenen Hund einfach nicht vorstellen. Und das meine ich jetzt NICHT provozierend.

    Ja, das ist denke ich ein wichtiger Punkt. Dass z.B. jemand, der nur und ausschließlich Windhunde hält, beim Thema Freilauf in der Stadt die Hände überm Kopf zusammen schlagen muss, ist logisch. Der kennts halt aber auch einfach nicht anders und mit solchen Hunden würde ich da auch nicht mal dran denken.

    Ein weiterer Punkt ist, dass manche sich hier zum Thema Stadt offensichtlich wirklich nur vierspurige Straßen in unmittelbarer Nähe vorstellen können. Stadt ist aber eben vielfältig, nur weil jemand schreibt, er lässt seinen Hund innerorts ohne Leine laufen, bedeutet das noch lange nicht, dass der Hund 30 cm neben einer vielbefahrenen Straße herumspringt.

    Und wenn ich dann lese "Die paar Meter bis zum Auslauf kann mein Hund auch an der Leine bleiben...", dann muss ich daraus einfach den Schluss ziehen, dass manche den Sachverhalt nicht verstehen. Wenn wir hier kürzere Runden drehen, unter einer Stunde, und das ist häufig der Fall, dann gehe ich nicht bis zum Wald, Feld oder sonst wohin, weil es das hier nicht gibt. Durch die Stadt zu laufen ist nicht die Durststrecke, die ich in Kauf nehme, um irgendwo anzukommen, das IST der Spaziergang. Ich glaube, vielen hier ist das einfach nicht bewusst.

    Und wenn manche dann auch noch von sich bzw. ihrem Hund und ihrer Umgebung auf andere schließen...joa.

    Na ja, jeder wie er meint. Ich bin ehrlich gesagt sehr froh, dass mein Hund vom Typ und Wesen geeignet ist, es so zu handhaben. Mir geht's da aber weniger um Bequemlichkeit (obwohl das definitiv nett ist, wenn man so unterwegs sein kann, eine Leine habe ich trotzdem immer griffbereit und leine ggf. auch an), sondern um die Gesundheit und Lebensqualität meines Hundes, die ohne Leine um ein Vielfaches höher ist. Aber um das beurteilen zu können, muss man wohl auch einfach den individuellen Hund kennen und nicht pauschal vorverurteilen.