Mich stört immer dieses "Kind-Ersatz"-Gelaber, das Abwertende bei diesem Ausdruck. Das hat sowas von Spießbürgertum und dem Anderen die eigene Lebensform aufs Auge zu drücken.
So unterschiedlich ist das gar nicht: Man
- bemüht sich um gesunde Ernährung
- sorgt für genügend Bewegung
- macht sich Sorgen, wenn er / sie krank ist
- nimmt einen Erziehungsauftrag wahr
- versucht Problemen auf den Grund zu gehen und sie zu lösen
- kommuniziert mit ihnen
- kann durchaus mal genervt von ihnen sein.
Verbiegen wird man sich wohl für beides ein wenig. Es spielt einfach keine Rolle, ob man mit Kids oder mit nem Hund einen Wald erkundet. Danach sieht man aus wie Sau, so oder so. Dementsprechend kleidet man sich.
Im Umfeld findet man Kinderhasser genauso wie Hundehasser. Bei beidem stellt sich die Frage, ob man den Kontakt darauf beschränkt, dass die "Störenfriede" nicht dabei sind oder bricht man ihn ganz ab. Es gibt genügend Hobbies, wo beides nicht passt, egal ob Gleitschirmfliegen, Sauna oder Eishockey.
Entweder sorg ich für ne Betreeung oder ich lass es sein. Liegt ja bei mir. Was bedeutet denn "Verbiegen"? So lange ich den Aufwand, der entsteht, gerne betreibe ist es doch ok.
Zur Toleranz gehört für mich auch, dass ich anderen Menschen Entscheidungen zutraue, die sie glücklich machen. Die anderen leben ihr Leben für sich und nicht für mich oder wen anders.
Wenn sie also bestimmen, dass es Zeit für einen Hund, ein Kind, beides oder weder noch ist, dann werden sie schon wissen was sie tun und ich seh eigentlich keine Berechtigung ihnen reinzureden.
Ich glaub auch nicht, dass man glücklich wird, wenn man nach dem "perfekten, von anderen vorgegebenen Leben" sucht.
Und Stellenwert, was ist denn das? Ich stell keine Charts für meine Familie, Freunde, Bekannte und Haustiere auf. Ja, manchmal muss man eben eine Grätsche machen um alles auf die Reihe zu bekommen.
Hat allerdings weniger mit Platzvergabe zu tun, höchstens mit Organisationstalent.