Beiträge von AnjaNeleTeam

    Es kommt natürlich sehr auf den Hund an und auf den Erregungslevel. Einen Hund der grad durchdreht und wild kläfft würd ich auch nicht versuchen ins Sitz zu drücken, da läuft bei mir Schadensbegrenzung, also kurz halten und weiter o.Ä.
    Bei dem Fellziehen ist es so, dass nicht einfach planlos rumgezogen wird, sondern frühzeitig (!) dem Hund klar gemacht wird, dass er seine Position halten soll. In der Position darf er sich dann verhalten wie er will. Janosch hat so, also mit lockerer Leine und Kontakt zu meinen Beinen nie das kläffen angefangen, nichtmal wenn der Hund nur einen Meter von uns weg war. Für ihn war es genau das richtige.
    Wiegesagt sollte man das üben wenn der Hund im Ruhezustand ist und keinen Reiz sieht. Körperkontakt ist gut, weg gehen ist schlecht. Wenn du Körperkontakt hältst beschütze ich dich, wenn du weg gehst ist das doof für dich. Das ist alles was der Hund dabei lernen soll.
    Am Fell bzw. der Haut zieht man den Hund möglichst frühzeitig. Also man sieht in 100m (bin schlecht im schätzen, vielleicht reichen 50m) einen Menschen auf einen zu kommen. Positioniert sich mit seinem Hund, zieht ihn sich an die Beine und wartet. Man kann hier auch ansprechen, obwohl ich das nicht gemacht habe. Janosch durfte einfach gucken. War er ruhig, wurde aufgelöst mit einem seitlichen Abstreichen und weiter gings.

    Zitat

    ist ja eigentlich (wenn ein Hund total außer rand und band ist) ein Negativkontakt on top zu seiner Unsicherheit...oder, ist es so, dass manche, mehrere, viele Hunde dann aus ihrem "Wahn" durch sowas gerissen werden, also, zu ihrem Glück "gezwungen" werden? Like (was ich auch tat): Laut HEY rufen, wenn sie zuuuuu wild raufen? funkt das wirklich so, ohne dass der Hund noch mehr aufdreht?

    Da kann ich jetzt nur von Janosch sprechen. Ihm hilft es sehr, wenn ich ihm eine körperliche Erinnerung gebe. Z.B. kurz ins Fell greife. Da kommt er sofort runter. Frag mich nicht warum (aus Angst sicher nicht, ist ja ein waschechter Terrier) aber irgendwie hilfts ihm. Vielleicht weil es ihn kurz unterbricht, so dass er wieder klar denken kann.

    Ablenken ist ja nicht wirklich ein Arbeiten am Problem. Dein Hund wird von dir in eine doofe Situation gebracht. Sie kann sich den Reiz nicht ansehen, weil du sie ablenkst, erst wenn er dann zu stark wird und sie eigentlich gleich in ihr übliches Handlungsmuster rutscht.

    Versuchs mal so:
    Geh etwas auf die Seite, soweit es eben möglich ist. Wenn es nur ein Gehsteig ist, dann geh etwas zurück bis zu einer Einbuchtung oder sowas. Lass sie Sitz machen und lass sie gucken. Wenn sie sich noch nicht spannt, sprich sie an, guckt sie zu dir, gib ihr was Leckeres und lass sie wieder gucken. Und dann nochmal und nochmal und nochmal.
    Ist sie irgendwann zu gespannt um zu dir zu gucken, dann lass die Leine locker und schmeiß ein paar Leckerlis auf den Boden. Ist sie irritiert ist das schon mal gut, aber hin darf sie nicht. Ist der Reiz vorbei, dann lös das Sitz auf und lass sie die Leckerlis suchen. So löst sich auch gleich ihre Spannung nach so einer Begegnung.

    So läuft es natürlich nur im Idealfall. Was kannst du also tun wenn sie nicht sitzen bleibt. Ich persönlich würde das Sitz zur Not auch körperlich durchsetzen. Ansprechbar wird dein Hund dann wahrscheinlich eh nicht mehr sein. Also z.B. den Hintern runter drücken. Wenn du vor der Hüfte drückst, geht das auch mit wenig Kraftaufwand.
    Evtl. ist es für deinen Hund auch zu schwer zu sitzen, dann kannst du sie auch stehen lassen. Wichtig ist, dass die Leine dabei locker ist. Meinem Hund hat da sehr Körperkontakt geholfen. Du könntest dich, wenn dein Hund so ähnlich tickt, über sie stellen und quasi Sicherheit durch Körperkontakt vermitteln.

    Es gibt noch eine Methode einem Hund beizubringen, dass er Kontakt halten soll. Man steht ganz normal da, steigt auf die Leine, so dass sie noch locker ist und zieht dann den Hund am Fell zu sich an die Beine. Er steht dann vor dir und wird oftmals verwirrt gucken. Löst er den Kontakt, wird er wieder am Fell hergezogen. Bleibt man konsequent und löst es immer auf, kann das eine prima Methode sein, seinen Hund gucken zu lassen, aber gleichzeitig genau wissen zu lassen, dass vorpreschen nicht drin ist.
    EDIT: Natürlich erst trocken üben, also nicht in so einer Situation, sondern wenn kein Reiz da ist. Wenn es da klappt, kann man es auch "draußen" verwenden.
    Janosch hat das sehr dankbar angenommen und so vollkommen entspannt auch auf engerem Raum.

    Achja, du hast da einen Schäferhund an der Leine. Ein Schutztrieb ist da ganz normal. Über einen Trainerwechsel solltest du außerdem nachdenken.

    Ich hab Nele schon komplett umgestellt, aber sie bekommt immer noch Trofu. Das ist mittags einfach schön schnell, sie mag es gern und sie verträgt es. Zwischendrin wollte sie Reinfleischdosen gar nicht mehr. Jetzt will sie TC Dosen gar nicht mehr. Ein bisschen Billigfutter misch ich ihr für den Geschmack drunter, aber ein Nachprüf-Blutbild steht noch aus.


    Ich muss sagen ich werd jetzt bei Nele nicht mehr so ein riesen Tamtam machen. Also täglich zum TA und Spritzen geben, möchte ich ihr nicht unbedingt zumuten, auch wenn sie das natürlich ohne weiteres mitmachen würde.
    Auch mit dem Futter bin ich entspannter. Da bekommt sie halt mal ein Wochenende TC ohne ihre Zusätze oder mehr Leckerlies die sie eigentlich nicht so gut verträgt.

    Blutbild lasse ich auch nicht mehr alle 3 Monate machen. Ich bin froh wenn sie gern überall dabei ist und noch ihren Spaß hat. Topfit muss sie nicht mehr werden. Aber nicht falsch verstehen, trotzdem achte ich natürlich darauf wie es ihr geht und sollte es ihr schlechter gehen, werd ich alles machen was sinnvoll ist.