Beiträge von AnjaNeleTeam

    Die Gründe habe ich ja oben beschrieben.


    @Liv
    Gerade beim Halten beibringen habe ich Schwierigkeiten. Ich versuche es so kleinschrittig aufzubauen wie möglich und die Abstände ganz langsam zu verlängern, aber entweder er will zergeln, oder spuckt es von alleine aus oder knautscht drauf rum. Aber wir werden weiter üben.

    Also erster Grund war: wenn er sich nicht eignet, soll er mir trotzdem gefallen (das hätte er wahrscheinlich trotzdem, aber manche Hunde sagen einem einfach mehr zu als andere)
    2. ich will keinen Hund der "zu nett" ist. Jugendliche sind nicht immer nett und müssen auch merken, dass man sich die Zuneigung eines Hundes verdienen muss. Ein Hund der alle mag ist da meiner Meinung nach fehl am Platz.
    3. Der Hund sollte freundlich, aber zurückhaltend sein. Im Juz ist es auch nicht angebracht, dass jeder stürmisch begrüßt wird ob bekannt oder nicht.
    4. Er soll sich nicht alles gefallen lassen, aber seine Konflikte nie nach vorne lösen. Trotz Schutztrieb neigen Curlies nicht zu bissigem Verhalten. Sie schützen eher durch ernsthafte Präsenz (weiß nicht wie ich es besser beschreiben soll). Im Ernstfall würde ein Curly wohl auch nach vorne gehen, aber da muss schon viel passieren und ich bin ja auch noch da ;)
    5. Ein-Mann-Hund find ich auch gut, weil er wissen soll wo er hin gehört und sich nicht von allen was sagen lassen. Gerade mit Kindern oder Jugendlichen hat man es oft, dass sie ständig irgendwelche Befehle sagen. Da finde ich es gut, wenn der Hund weiß darauf muss er nicht hören. (Nele hat das immer gemacht. Bei der war das quasi automatisch. Kann in Stress ausarten)
    6. er muss mit mir zusammenarbeiten wollen
    7. Ängstlichkeit oder Stressanfälligkeit sind nicht erwünscht.


    Mit der Züchterin habe ich lange darüber gesprochen. Ich habe ihr meine Arbeit geschildert, sie hat mir von ihrem erwachsenen Rüden erzählt und beide waren wir danach der Meinung, dass es passen wird.
    Und bisher passt es auch. Leo erfüllt so ziemlich alle Erwartungen. Er ist einfach gechillt, freundlich und offen, aber in der Arbeit nie überdreht.
    Es hätten sich sicher noch andere Rassen geeignet, ich habe mir da auch lang Gedanken drüber gemacht, aber ich bin der Meinung, dass zu mir und der Arbeit ein Curly sehr gut passt.
    Mal sehen was ich dazu in 3 Jahren sage ;)

    Naja, auch ein Schäfi darf ja nicht einfach so schützen. Wenn er da ein entsprechendes Verhalten entwickelt, werde ich sehen müssen, ob es in die richtigen Bahnen zu lenken ist, oder ob er nicht geeignet ist.
    Das sage ich normalerweise immer mit dazu: er wird Therapiehund, wenn er sich dazu eignet. Das ist bisher noch nicht sicher. Ich hab da schon meinen Plan B oder C ;)

    Ich hab mich aus guten Gründen für den Curly entschieden, trotz Schutztrieb und 1-Mann-Hund. Einen Labrador halte ich nach wie vor nur bedingt geeignet für die Arbeit im Juz.

    @Liv
    Ich finde dein Beitrag ist nicht am Thema vorbei.
    Diese kleinen Aufbauarbeiten wie du sie beschreibst machen wir schon, aber halt nicht so zielgerichtet und perfekt wie das vielleicht mit "ordentlichem Training" möglich wäre.
    Ist die Frage, wieviel da wirklich nötig ist und ab wann man das zu locker angeht für seine Rasse. Obwohl ich jetzt der Meinung bin, dass es anfangs ruhig etwas lockerer und spielerischer sein darf.


    @charly2802
    So wie du das beschreibst mach ich das auch. Also das was der Hund im Alltag anbietet verstärken und den Neigungen des Hundes versuchen gerecht zu werden. Aber ohne gezieltes Training. Da kann es dann halt sein, dass sich Fehler einschleichen, die im Alltag total wurscht sind, aber für ambitionierte Leute einen schiefen Blick wert sind.

    Bin nun aber, dank einiger Beiträge hier, davon überzeugt, dass man da nicht zu viel drauf geben sollte :smile:

    Ich find es sehr spannend, dass du weißt was ich denke, wie hier die Spaziergänge aussehen und wie meine Arbeit aussieht. Entweder du liest nicht was ich schreibe, oder du weißt es einfach besser. Da erübrigt sich dann auch eine Antwort auf deinen Beitrag.
    Nur eins: ich bin sehr froh ihn mit 11 Wochen schon zum Juz mitgenommen zu haben. Ich bin mir bewusst wie anstrengend das für einen Hund sein kann, allein die Lautstärke. Er kennt das seit kleinauf und ihn schockt so schnell nix mehr was im Juz passiert. Eine knallende Tür, laute Musik, Geschrei usw. jucken ihn nicht und er sieht das Büro als seinen Rückzugsort. Die Gewöhnung wäre viel schwieriger geworden, wenn ich ihn erst als erwachsenen Hund da mitgenommen hätte.


    Es ist trotzdem erstmal ne Frage wert, wieso der junge Hund vom Dummytraining geschont wird, aber im Jugendzentrum bereits Hochleistung bringen "muss". Diese Art von Arbeit gilt es nicht zu unterschätzen.

    Warum gehst du davon aus, dass ich das unterschätze?
    Es ist so, dass er zur Arbeit mitkommen muss, weil er noch nicht so lange allein bleiben kann. Das heißt aber nicht, dass er täglich aktiv eingesetzt wird.
    Dummytraining zusätzlich find/fand ich tatsächlich viel für ihn, vor allem da wir an den Wochenenden auch noch Termine hatten. Aber so langsam (wiegesagt ab September oder Oktober) werden wir das dann auch angehen.


    Wie darf man sich eigentlich die Arbeit im Jugendzentrum vorstellen? :???:
    Ich hab da so gar kein Bild dazu.

    Danke für deine Frage!
    Bei uns ist es so, dass es 4 Öffnungstage gibt a 4 Stunden. Es kann theoretisch jeder kommen in einem bestimmten Alter, aber eigentlich kommen immer die gleichen. Allgemein bieten wir vor allem Freizeitbeschäftigungen an und helfen bei der Bewältigung der Entwicklungsaufgaben der Jugendlichen.
    Leo ist von den 4h maximal 3h mit dabei, d.h. nicht allein im Büro. Maximal eine halbe Stunde wird etwas mit ihm aktiv gemacht, wobei ich da jetzt die Begrüßungen, Streicheleinheiten ausklammere.
    Die halbe Stunde umfasst meist: wie gehe ich mit einem fremden Hund um, welche Regeln sind bei Leo zu beachten, wie bringe ich einem Hund Tricks bei usw. je nachdem wie interessiert die Jugendlichen sind und was sich gerade anbietet.
    Gestern war zum Beispiel eine Jugendliche da die Angst vor Hunden hat. Da haben wir dann eben geübt mit Leo, was man machen kann, wenn er begrüßen möchte. ("Geh ab" sagen, auf "verpiss dich" hört er nicht :roll: :D )
    Die meiste Zeit ist er allerdings dann nur dabei, bleibt bei mir. Wenn ich sitze, liegt er bei mir, aber er darf sich in einem gewissen Rahmen sehr frei bewegen, was sehr wichtig für einen "Therapiehund" ist, dass er eben auch weg kann wenn es ihm zu viel wird. Eine Hunderuhezone gibt es auch, da darf dann keiner an ihn ran und muss ihn eben ruhen lassen.

    @flying-paws
    Danke, dein Post beruhigt mich doch, dass mit Leo noch nicht alles "verloren" ist.


    Hm. Ich frag mich eher warum dir erst jetzt auffällt das die Gruppen nicht passend sind?

    Ich erwarte von jemand der sich vor dem Kauf vernünftig informiert hat einfach deutlich "mehr" als von den Leuten die blauäugig irgendwas machen.
    Und grad bei etwas wie Dummytraining, wo es zig Seiten und Videos gibt die den Aufbau zeigen... Das kann man auch allein machen. Und ja, das ist etwas was auch für den Alltag wichtig ist.
    Dagegen finde ich die Therapierichtung sehr bedenklich mit einem jungem Hund. Alltagstauglichkeit übt man so oder so, aber alles was mit viel Steadiness zu tun hat wie eben Therapiearbeit würde ich bei einem Spezialisten defintiv hinter die Dummyausbildung stellen.


    Mir war von Anfang an klar das der Mini in erster Linie Begleithund ist. Da ich weder Führerschein noch Auto habe war das auch bewußt so gewählt, ich kann garkeine Sportgruppe erreichen.
    Hätte Arren irgendein Talent gezeigt hätte ich es alleine gefördert.
    Der Whippet braucht keine Rennbahn, auch das wußte ich vor dem Einzug. Allerdings braucht er das Rennen an sich, also Freilauf. Hätte ich da nicht die Möglichkeiten zu hätte ich ihn nicht genommen.

    Einen Spezialisten holen und dann sein Spezialgebiet nicht zu nutzen finde ich einfach sehr seltsam. Wozu dann den Spezialisten?


    Also erstens finde ich nicht, dass der Curly ein Spezialist ist. Er ist von den Retrievern der, der ursprünglich die vielfältigste Aufgabe hatte. Nicht nur die jagdliche Arbeit, sondern auch Haus und Hof bewachen und den Besitzer schützen. Sogar als Viehtreiber wurden sie eingesetzt.
    Da seh ich den FT-Labrador oder den Golden viel mehr als Spezialist.
    Bei Leo könnte ich mir sogar gut vorstellen, dass der VPG super fände.
    Zweitens kann ich nicht so ganz rauslesen warum du die Therapierichtung (jetzt der Einsatz bei Jugendlichen als Richtung, oder das er als Ausbildungsrichtung da eingesetzt wird?) bedenklich findest?
    Im Juz hat er ein sehr breitgefächertes Aufgabenspektrum, da gehts nicht nur um Steadiness und selbst wenn, das ist doch gut wenn es geübt wird?

    Na ich weiß nicht. Klar ist ein Therapiehund sinnvoller für die Menschheit, als einer der Sandsäckchen bringt.
    Wenn ich aber daran denke, wie die Retriever aus Arbeitslinien arbeiten, mit welcher Freude, Tempo und Leidenschaft, wie die darin aufgehen, dann kann ich mir nur schwer vorstellen, dass die bei einer "bewegungsarmen" Beschäftigung die gleiche Leidenschaft und Zufriedenheit entwickeln.

    Und ich geh jetzt von den Spezialisten aus. Ich kenne einen Labrador aus einer Zucht für Blindenführhunde, der wäre super geeignet, zwar auch bewegungsfreudig und toll, aber eben ohne dieses "Brennen" für eine Aufgabe.

    Ob Leo "brennt" für Dummytraining, das möchte ich gern noch herausfinden. Schließlich ist das gerade beim Curly nicht selbstverständlich.
    Und bewegungsarm ist die Aufgabe als Therapiehund auch nicht :smile: Ich arbeite ja nicht mit alten Menschen oder so, sondern mit Jugendlichen. Da muss ich eher aufpassen, dass er auch mal Ruhe hält.

    Und wie gesagt, ich möchte ja nicht gar kein Dummytraining mit ihm machen. Aber wenn ich eine Gruppe finde, werde ich sicher nicht so häufig trainieren wie es andere schaffen.


    @Road Dogs
    Ich hab unter meinen Bekannten schon wen der Dummytraining macht, allerdings sind das auch die Leute, bei denen ich eben das Gefühl der - ja wie soll ich sagen - Überheblichkeit/Ablehnung habe.

    Ne ich find Dummytraining ja total cool und würde das gern mit Leo machen.
    Positiv aufgebaut wäre das sicher auch für ihn was. Allerdings bin ich nicht so der Typ, der gut allein vor sich hin üben kann, vor allem bei Sachen die für mich neu sind. Deswegen hätte ich gerne regelmäßige Treffen.
    Bisher war das allerdings echt ne Zeit- oder Logistikfrage. Zurzeit mach ich ja mit Janosch den Hundeführerschein, da waren die Wochenenden schon etwas ausgebucht. Dann konnte Leo noch nicht so lange fahren, weil er dann immer gekotzt hat und ich frag mich was ich derweil mit Janosch machen soll. Ich will ihn ja nicht vernachlässigen.
    Aber ab September wirds wieder ruhiger am We, da wäre alle 2 Wochen sicherlich Dummytraining drin.

    Ich würd mir den Hund um den Bauch binden und eher kurze Runden Gassi gehen. Zuhause kann man dann gut mit Schnüffelspielen oder Kausachen beschäftigen. Vielleicht etwas clickern :)


    Leo hat ne komische Pfotenstellung und ich befürchte, dass da irgendwas nicht stimmt mit Bändern oder den Knochen. Tun kann man eh nix, also hilft nur hoffen und abwarten. Vielleicht verwächst es sich noch. Nächstes Jahr wird er dann eh geröntgt.

    Danke für eure Antworten!

    Jeder verfolgt halt andere Ziele - ob das nun mit einem Rassehund ist (wobei ich es albern finde, zu erwähnen, dass diese oder jene Rasse SONST nur von Kennern geführt wird) oder einem Mischling, der entsprechend gute Anlagen mitbringt. Muss halt jeder für sich selbst entscheiden, ob er sich (rassebedingtem) Wettbewerb beugt oder sein Ding weiterverfolgt - so lange nichts davon zulasten des Tieres geht.

    Wieso findest du das albern?

    Nicht falsch verstehen, aber geht es hier um die allgemeine Fragestellung oder jetzt speziell um deinen Fall?

    So wie Friederike es schreibt.

    @Helfstyna

    Ich habe so verstanden, dass es um Anja geht und natürlich auch generell um die Rasseeigenschaften und ihre Förderung.
    Dein Post hat mich auch sehr erschreckt.

    LG, Friederike

    Ich hab eigentlich noch nie erlebt, dass sich jemand blamiert hat. Auch wenn der Hund noch sehr wenig konnte und/oder zig Baustellen hatte. Dabei war es auch egal, ob es ein Treffen mit Otto-Normal-HH oder ein Treffen mit HF die wirklich weit oben (WM) fuehren/gefuehrt haben :ka:

    Allerdings habe ich auch noch nie jemand (bei sowas) kennengelernt, der absolut nichts in Richtung Sport mit dem Hund macht..


    Jetzt dachte ich mir erst so "puh - Glück gehabt" und dann so "na toll... :muede: "

    Ich hab mir das vorher echt einfacher vorgestellt, ne passende Trainingsgruppe zu finden. Zumal Dummytraining ja eigentlich nicht so außergewöhnlich ist.

    Vielleicht hilft das Treffen ja auch, dass ich mehr ne Richtung habe wie es zuhause weitergehen kann.


    Allgemein finde ich auch, dass man einen Hund generell möglichst rassegerecht auslasten sollte, aber dass es auch auf Hund und Halter ankommt, welche Beschäftigungsart die beste ist.
    Ansonsten haben erfolgreiche Hundeführer meinen größten Respekt und ich find das toll, was man da so erreichen kann, aber denke eben, dass Hunde bei nicht so ambitionierten Besitzern genauso glücklich sein können.

    @Helfstyna
    Wenn ich schon Ahnung im Dummytraining hätte, dann würde es wahrscheinlich gleichzeitig gehen. Aber leider habe ich die nicht und möchte auch ungern durch mein Nicht-Wissen dem Hund was falsches beibringen. Um richtig zu trainieren bräuchte es ne Gruppe und die gescheiten sind einfach weiter weg und da fehlt mir dann tatsächlich die Zeit. Ab September sieht das vielleicht anders aus.


    Was ich auch verstehen kann, ist, dass ein Kenner bedauert, dass ein Hund nicht optimal gefördert wird. Ich hab mir auch schon manches mal einen Hund angesehen und gedacht: "boah mit etwas Erziehung und Training wäre der so klasse!". Aber dann wärs doch sinniger Hilfe anzubieten als zu "lästern". Muss natürlich keiner.
    Naja ich bin mal gespannt wie das wirklich bei dem Treffen sein wird und was die Züchterin sagt :fear: Aber die weiß zumindest, dass ich mit Leo nicht aktiv trainiere.