Also zuerst: für mich sieht er astrein nach Jagdterrier aus.
Ich liebe Terrier-Quatschköpfe, aber bei einem Jagdterrier würde ich mir 3x eine Adoption überlegen.
Die sind keine nebenher-Begleithunde und gehören mMn nur in Jägerhände. Terrier sind generell schwer von so "unsinnigen" Sachen wie Obedience zu überzeugen, bei einem Jagdterrier stelle ich mir das noch schwieriger vor. Die werden glücklich wenn sie sowas hier machen http://djt-vom-wolfskopf.de/s/cc_images/ca…pg?t=1305316111
Ok, jetzt kann man sagen in Jägerhände wird der Gute eh nicht mehr gehen, aber sei dir wirklich im klaren darüber ob du sowas händeln kannst und möchtest. Freilauf würde ich eher ausschließen, Verträglichkeit mit Mensch und Tier würde ich nicht erwarten.
Und es ist egal ob der Hund in Jägerhänden war, er ist dafür gezüchtet und das wird somit auch zu Tage treten. Es könnte auch gut sein, dass er bei einer Treibjagd verloren ging und er nicht wieder gefunden wurde.
Mein Terriermix hat sich bei mir die ersten Tage spitzenmäßig benommen und auch als ich ihn kennen lernte auf der Pflegestelle. Nach einigen Wochen, nachdem er sich sicher zu fühlen begann, zeigte sich dann wie er wirklich tickt. Der mit Rüden verträgliche Hund wurde zum größten Proll der Hundewiese, wir wurden beschimpft ich soll den aggressiven Köter wegnehmen, er jagte Fahrradfahrer und Jogger die er bisher ignorierte, bei Leinenpöbeleien hatte er mich mehrmals gebissen.
Das alles passierte im ersten halben Jahr. Das heißt so gut kannst du einen Hund gar nicht woanders kennen lernen um genau zu wissen wie er tickt.
Inzwischen ist mein Terrier ein loyaler und gehorsamer Hund, aber das hat viel Geduld und einige Hundetrainer erfordert.
Wenn du kein Problem damit hast mal anzuecken und Konflikte auszutragen und damit klar kommst, wenn dein Hund dir die Mittelkralle zeigt während er abhaut, dann besteht vielleicht die Chance, dass du mit diesem Hund glücklich wirst. Für einen Ersthundbesitzer seh ich die Chance allerdings als nicht sehr hoch an.
Achja ich würde nicht davon ausgehen, dass das mit der Katze bei deinen Eltern klappt...
Noch eine kleine Anekdote falls es interessiert:
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Wiegesagt Terrier-Mix hat Fahrradfahrer gejagt. Wir hatten das größtenteils durch viel Training an der Schleppleine im Griff. Zu dem Zeitpunkt lief er viel frei.
Wir waren im Wald unterwegs als sich von hinten zwei Radfahrer näherten. Ich rief Janosch zu mir und ließ ihn neben mir sitz machen. Die Fahrradfahrer fuhren vorbei, ich grüßte freundlich und als sie schon ein Stück weiter waren lobte ich Janosch und sagte ihm "lauf". Daraufhin lief Janosch wie ein Irrer den Fahrradfahrern hinterher und war natürlich nicht mehr abrufbar. Er ging einem dann ans Hosenbein, der Janosch daraufhin mit ziemlich Schmackes gegen den Kopf trat. Janosch jaulte auf, bellte zwei Meter entfernt weiter und wollte dann wieder ansetzen hinterher zu gehen.
Für mich ein schönes Beispiel wie Terrier ticken. Sie geben nicht auf. Man braucht so einen langen Atem für sie, da ging mir anfangs oft die Luft aus.
Bei Auseinandersetzungen mit anderen Hunden galt das natürlich auch. Er legte sich einige Male mit größeren an und selbst wenn er bei einem Kampf deutlich unterlag gab er nicht auf und schimpfte weiter. Nervenaufreibend für mich und gefährlich für ihn.
Ich könnte ewig solche Geschichten erzählen über diese verrückten, größenwahnsinnigen, aber liebenswerten Clowns ![]()