Beiträge von Jeanie

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    Der größte Feind des Hundehalters ist der andere Hundehalter...es bewahrheitet sich immer wieder...


    Manchmal hab ich tatsächlich das Gefühl, dass es in der Hundeszene 35626 mal schlimmer ist als in der Reitsportszene. Als ich nur in der Reitsportszene unterwegs war dachte ich damals immer das wäre schon schlimm genug :/

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    Also, ihr "Nackthunde" Halter, wie macht ihr das? Habt ihr wirklich keine Straßen die ihr überqueren müsst?
    Könnt ihr eure Hand dafür ins Feuer legen das euer Hund nicht doch mal einen Hund trifft und sich eine Klopperei entwickelt?
    Könnt ihr garantieren das euer Hund immer 100% hört?
    Und vor allem: Könnt ihr jede Situation voraussehen, jede Dummheit die andere Menschen machen und die euch und eure Hunde betreffen könnte?


    Doch, auch wir haben Straßen die wir überqueren müssen. Teilweiße müssen wir auf Gehwegen oder Wiesenstreifen neben Landstraßen laufen. Aber so ist das halt. Der Hund verlässt den Weg nicht und bekommt die Anweisung am Wiesenstreifen abgewandt der Straße zu schnüffeln. Tut er das nicht, läuft er eben Fuß. Zudem hatte ich noch nie eine Klopperei weil mein Hund ohne Halsband und Leine neben mir her gelaufen ist und wir jemand anderem begegnet sind. Kloppereien gab es bis jetzt nur mit bekannten Hunden und da musste ich nicht eingreifen weil sich alles innerhalb kürzester Zeit normalisiert hat. Meine Hand würde ich also nicht dafür ins Feuer legen dass er keine Klopperei anfängt, aber doch, dass er nicht jeden entgegen kommenden Hund halb anfällt. Ich kann auch nicht garantieren dass mein Hund immer zu 100 % hört. Deswegen geh ich doch auch "nur" Risiken ein die ich abschätzen kann. Natürlich würde ich meinen Hund, nur weil er an der Landstraße ohne Leine läuft, nicht zwingend auch in der Stadt an einer Hauptstraße laufen lassen. Auch anderen Leuten traue ich durchaus zu sich und ihre Hunde gut genug einschätzen zu können, wo etwas funktioniert und wo etwas durchaus zu Risikoreich sein kann.

    Und man mag es kaum glauben: Ich leine so dermaßen selten meinen Hund an und trotzdem hat sich noch nie (!) ein Fußgänger, anderer Hundehalter, Fahrradfahrer, whatever bschwert. Es wird sich sogar verdammt häufig bedankt und für toll befunden wie gut der Hund hört und wie super wir Rücksicht nehmen. Dazu muss mein Hund nicht angeleint sein. Es reicht den Menschen in meiner Umgebung wenn der Hund auf Entfernung sitzt, Fuß läuft oder auch einfach niemanden belästigt und da bin ich verdammt froh drüber!

    Wir hatten in unserer Hundeschule vor kurzem ein Seminar mit Sami El Ayachi. Ich habe den zweiten Tag fotografisch mitverfolgt und ich war von seiner Art mit Hunden umzugehen begeistert.

    Mir persönlich gefällt seine ruhige, körperbetonte und trotzdem ganz feine Art zu kommunizieren wirklich wahnsinnig gut. Auch, dass zum Beispiel mit ruhigen Streicheleinheiten belohnt wird und nicht mit hochpushenden Leckerlies oder irgendeinem Spielzeug. Zudem longiert er sehr leise, also soweit ich mitbekommen habe tatsächlich nur körperlich und so gut wie ohne Stimme. Zudem baut er das Longieren in wirklich kleinen Schritten auf, macht wirklich nur kurze Sequenzen um den Hund nicht zu überfordern und achtet sehr drauf, dass der vorherige Schritt wirklich sitzt. Es gibt Leute, die der Meinung sind, dass er es viel zu langsam und langweilig macht. In meinen Augen ist das was Sami tut einfach "nur" ein feines Gespräch mit dem Hund, dass nicht darauf abzielt innerhalb kürzester Zeit um den Kreis zu fetzen wie ein Irrer.

    Ich bin wirklich sehr begeistert von ihm und seiner Art des Longierens. Es lohnt sich dort hinzugehen!

    Heute erst bin ich wieder mit meinem Hund ohne Halsband und Leine, nur mit Leuchtie raus gegangen. Warum? Weil ich hier vll. 20 Meter bis zur Straße zu einem Bauernhof ist. Da läuft mein Hund nunmal generell ohne Leine. Der Verkehr ist überschaubar und die Leute die da fahren kennen uns. Und sonst gabs bis jetzt auch keine nennenswerten Probleme. Wenn ich es für nötig halte ein Halsband und eine Leine mitzunehmen dann tu ich das. Wenn ichs für nötig halte meinen Hund anzuleinen wenn mir jemand entgegen kommt dann tu ich das auch. Wenn nicht dann halt nicht. Ehrlich gesagt hab ich gar keine Lust Halsband und Leine mitzunehmen wenn ich eh nur unsere normalen Runden gehe :???:

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    Sie sind halt auch so verschieden charakterlich, das es eigentlich falsch ist zu sagen: Man muss diesen Sport und diesen Sport mit ihm machen.

    Unserer Apportiert zu meinem Leidwesen zum Beispiel keine Frisbees, nur in der Wohnung, dabei würd ich sooooo gerne... das einzige was er holt sind Futterdummies. Ich sehs positiv: Immerhin ist er kein überdrehter Ball/Frisbeejunkie^^

    LG Keku

    p.s.Ich mag deinen Avatar Jeanie X'D Dieser Blick ala: O.O BOOAH!


    Das auf jeden Fall! Deswegen sind wir auch zum Trailen gekommen und auch sehr zufrieden mit der Art der Beschäftigung. Theoretisch müsste man mit einem Aussie auch gar keinen bestimmten Sport machen. Gibt ja noch so viele andere Dinge die man tun kann. Meiner ist zwar kein Ball- und/oder Frisbeejunkie. Dafür reagiert er einfach unheimlich sensibel und schnell auf Bewegungsreize. Also haben wir viele Bewegungsreize erst einmal weg genommen und langsam über die Impulskontrolle gearbeitet. Und dementsprechend auch gleich mal an der Frustrationstoleranz. So ist das. Bis auf wenige Grundeigenschaften die ein Aussie schon mitbringen sollte sind sie einfach zum Teil völlig gegensätzlich und deswegen finde ich es sehr schade, dass trotzdem oft ein und der selbe Sport fabriziert wird. Kläffende, aufgedrehte Aussies (bzw. generell Hunde) finde ich einfach wahnsinnig schlimm und ich bin heilfroh dass wir bei uns so gute Erfolge erzielt haben. Ich wäre schon mehrfach an die Decke gesprungen :lol:

    Ich denke einfach wenn man weiß wie ein Aussie tickt (oder ticken kann), sich darauf einlässt, denn Hund in keine Form pressen möchte und eventuell auch im sportlichen Bereich Kompromisse eingeht sind das einfach wahnsinnig tolle Hunde. Es steckt aber auch zum Teil einfach sehr viel Arbeit dahinter einen Aussie alltagstauglich zu bekommen. Wer von Anfang an sagt er möchte das nicht und will einen Hund der einfacher funktioniert, der ist in meinen Augen beim Aussie einfach an der falschen Adresse.

    Wer jetzt aber sonst für den Aussie geeignet ist finde ich schwer zu sagen. Ich kenne nun schon einige Aussies und die Besitzer sind ebenfalls alle sehr unterschiedlich. Ein Mensch-Hund-Team zum Beispiel passt in meinen Augen nicht optimal zusammen, dennoch geben sich die Beiden super viel Mühe. Der Besitzer wollte einen Aussie und beschäftigt sich auch viel damit. Es klappt nicht alles wie am Schnürchen - aber darum geht es auch in der Haltung eines Aussies gar nicht. Der Hund ist ausgelastet, ihm geht es nicht schlecht und Hund und Halter sind glücklich. Vielleicht wäre eine andere Hunderasse die bessere Wahl gewesen - dem Hund geht es aber nicht schlecht! Und ich denke das sollte das sein, was im Endeffekt zählt.

    Auf meinem Avatar hat Finn gerade einen relativ jungen (vier Monate) Hund verfolgt beim Spielen :headbash:

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    Ich glaube, das so viele Aussies im TH landen, liegt wohl daran, das die Leute sich schwer tun, den Mittelweg zu finden zwischen Beschäftigung und Ruhe. Zu Viel ist eben auch nicht gut und grad heutzutage wo es eben auch extrem boomt in jeder Welpenstunde zu sein, so früh wie möglich alle Möglichen Sportarten anzuschneiden... Agility für jung Hunde, Spielgruppen, Frisbee, etc, etc...


    Ich wollte auch immer Agility und Frisbee und so nen Kram mit meinem Aussie machen, denn ich wollte Action. Er macht das ja auch gut - nur schmeißt uns das im Alltag meilenweit zurück. Jetzt trailen wir weil ich nicht möchte, dass es uns im Alltag nur wegen dem sportlichen Erfolg so weit zurück haut. So viel zum Thema Action :headbash: :lol: