Beiträge von Jeanie

    Ich hab vor Jahren mal ein Praktikum in einer Tierarztpraxis gemacht und das war toll. Da hab ich komischerweise absolut keine Probleme mit. Hab mich ja auch als tiermedizinische Fachangestellte beworben. Sobald keine emotionale Bindung vorhanden ist und ich alles mit einem gewissen Abstand betrachten kann geht das in Ordnung.

    Heute ists wieder okay. Ein bisschen schwankt der Kreislauf noch. Die Augentropfen hat heute vorsichtshalber meine Schwester rein gemacht und wird es heute auch noch einige Male tun :ops:

    Gehalten habe ich meine Kröte zu anfangs auch selbst. Als ich dann allerdings gemerkt hab wie mir das auf den Magen schlägt haben wir zu zweit gehalten. Ich vorne, damit mich mein Hund sieht, und die Tierarzthelferin hinten, damit er nicht rückwärts vom Behandlungstisch rutscht. Hat soweit auch wunderbar geklappt. Zum Glück hat sie ganz schnell komplett übernommen, sonst wär der Hund wohl vom Behandlungstisch auf den glatten Boden gesprungen.

    Mir ists jetzt auch zum ersten Mal passiert. Hatte gar nicht damit gerechnet dass das so schnell geht. Sonst hab ich ja auch immer die Zähne zusammen gebissen :???:

    Man hat ja schon desöfteren gehört dass der ein oder andere Tierbesitzer bei großen Behandlungen einfach mal aus den Latschen kippt. Meist sinds dann doch aber größere Wunde mit ner Menge Blut oder auch Spritzen. Bis jetzt war ich nie davon betroffen und an Blut, Wunden und Spritzen hab ich mich bereits gewöhnt. Tierarztgänge waren für mich nie aufregender als für den Hund - ausgenommen die Kastration.

    Und gestern sollte alles anders werden :lol: Abgehetzt kam ich um punkt 17:15 Uhr beim Tierarzt an. Mama hatte ich schon angerufen weil ich es vermutlich nicht schaffe. Sie soll den Hund schnappen und schon mal hin. Ich komm dann nach und so war das auch. Alle noch im Wartezimmer also meinte ich wenn Mama mag darf sie nach Hause. Wir kommen zurecht. Bis dato war das ja auch immer so. Wohlgemerkt: Der Hund hatte nur eine Bindehautentzündung und die Hornhaut wurde auf Kratzer untersucht.

    Im Behandlungszimmer hatte ich auch schon angedeutet dass mir das schon sehr auf den Magen schlägt. Warum auch immer. Da hats auch nicht lange gedauert und ich wurde immer kleiner und kleiner. Das Hörvermögen nahm auch stark ab und alles fühlte sich an wie in einer rosa Wattebauschwelt mit rosa Watte in den Ohren. Zackbum... so schnell saß ich also auf dem Boden. Der Tierarzt muss wahnsinnig schnell um den Tisch rumgekommen sein. Und alles nur weil mein Hund an den Augen untersucht worden ist. Ich hab dabei nicht mal hingesehen.

    Das liebe Tier war sichtlich irritiert und konnte die Situation so gar nicht einschätzen. Ganz schön verunsichert war er und hat sich direkt unter dem Tisch versteckt. So macht man einem Hund Angst vor dem Tierarzt :ugly:

    Wem von euch ist sowas auch schon mal passiert und vor allem warum? Gings da um größere Behandlungen oder waren das auch nur so kleine Pipifaxgeschichten? Ich habe drauß gelernt, wenn es um Augen geht lieber noch ne zweite Person mitnehmen :lol: Im Nachhinein fand ichs ganz witzig. Der Zeitpunkt zum Umkippen war einfach ein bisschen unpassend gewählt.

    Ich hatte den Chip setzen lassen weil mein Rüde nur beim Geruch einer läufigen Hündinnen (die Hündin war nicht dabei, nur deren Frauchen) in Dauerstress verfallen ist. Da wurde an dem Frauchen geklebt, gesabbert, Zähne geklappert und das über Stunden. Andere Rüden wurden verkloppt und dabei war es egal ob die einfach nur mit Sicherheitsabstand vorbei gelaufen sind oder direkt an ihm. Er hat einfach alle vorsichtshalber verkloppt. Auch als er angeleint war hat er es immernoch versucht. Dabei war ihm logischerweise auch egal ob sein Gegenüber das doppelte wiegt oder eben nur die Hälfte. Zu Hause hat er kaum mehr gefressen, war furchtbar unruhig und seine Erziehung hatte er auch völlig vergessen. Der eh schon dürre Hund hat also auch noch mehr abgenommen und war einfach dauerhaft durch den Wind. Beim Trailen hat mans auch furchtbar gemerkt. Er kam zwar am Ziel an, aber fragt nicht wie. Zähneklappernd und schäumend. So haben wir auch das Trailen aufgehört weil es keinen Sinn mehr hatte.

    In Absprache mit dem Tierarzt haben wir also den Chip setzen lassen. Eine sofortige Kastration war für mich keine Option, weil ich eben erst sicher gehen wollte, dass es kein Erziehungsdefizit ist. Also sich rausgestellt hat dass es tatsächlich die Hormone waren hab ich ihn dann anschließend kastrieren lassen. Da war er allerdings auch schon vier Jahre alt. Früher hätte ich ihn definitiv nicht kastrieren lassen. Bis zu dem Zeitpunkt haben wir sein Verhalten auch problemlos gemanaged bekommen. Jetzt war es mir einfach zu unsicher und ich wollte nicht, dass er nochmal aus diesem Grund andere Rüden verkloppt.

    Für ihn ist es viel entspannter. Er reagiert noch auf den Geruch, aber nicht übertrieben und er ist wieder ansprechbar und somit lenkbar.