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Ein sehr interessanter Aspekt, denn er führt letztendlich zu der Frage, ob man denn Tiere züchten und halten darf (sollte), die nur dem Zweck dienen Organspender für Menschen zu sein.Wenn ja, warum denn nicht auch für Tiere?
Auch wenn das heute noch weit entfernt scheint, es ist näher als wir denken. Die Grundsteine liegen doch vor, etwa beim bakteriell hergestellten Insulin. Geht man diesen Weg weiter, und er wird weiter gegangen, dann sind es morgen keine insulinproduzierenden Bakterien sondern vielleicht Nieren oder Leber spendende Schweine.
Das ist doch schon längst Gang und Gäbe...
"Bio-Herzklappen" SIND bereits vom Schwein - von Schweinen, die unter extrem sterilen Bedingungen gehalten werden, um ihre Herz-Klappe dem Menschen zu "spenden"... und das ist im Gegensatz zur "komplett-Nutzung" als Nahrungsmittel für mich ethisch sehr fragwürdig - diese Schweine sterben nur wegen der Herzklappe - der Rest von ihnen wird "verworfen"...http://www.die-herzklappe.de/index.php?id=26
Früher und in Teilen auch heute noch, waren es die Insuline vom Rind, Impfstoffe aus Seren von Pferd und Rind, zahlreiche Medikamente werden AUS Tieren hergestellt, z. B. "Actilyse" zur Lysebehandlung beim Herzinfarkt oder Schlaganfall (bis vor einigen Jahren DAS Medikament, mittlerweile z. t. ersetzt) aus Riesenhamstern, Heparin, ein Anti-Thrombose-Mittel aus der Darm-Mucosa vom Schwein, Presomen, ein Medikament zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden aus dem Urin von trächtigen Stuten...und da gibt es noch einiges mehr...
Deine anderen Fragen sind natürlich auch berechtigt und gut. Allerdings sind hiervon z.T. nicht nur Tiere betroffen. Was war das im Endeffekt für ein Risiko als zum ersten Mal ein Herz bei einem Menschen verpflanzt wurde. Und doch ist man es eingegangen. Dem ersten Empfänger hat das im Endeffekt kaum etwas gebracht (er starb nach 18 Tagen). Und dennoch war es richtig, denn es ging weiter und den heutigen Empfängern bringt eine Organspende eine ganze Menge (70 - 80 % der Herzempfänger leben länger als 5 Jahre).
Aber: Dieser erste Empfänger hat die Entscheidung für sich selbst getroffen. ER hat darin seine einzige Chance gesehen und sie versucht zu nutzen. All die damals noch viel gravierenderen, massiven Behandlungen hat er freiwillig und in dem Wissen über sich ergehen lassen, wofür er dies tut - ein Tier kann das nicht.
Aus dem oben zitierten Teil Deines Beitrages lese ich eine Einstellung "Der Mensch zuerst". Kann man so sehen, auch wenn ich es egoistisch finde, ist das keine anrüchige Haltung. Aber dann dürfte es auch keine Borelioseimpfung für Hunde geben, weil sie ja beim Menschen noch nicht möglich ist.
Letzten Endes dienen auch bei der Borelliose-Impfung die Hunde als inoffizielle Versuchskaninchen. Es ist nicht so, dass diese Impfung schon bis ins letzte erprobt wäre - aber bei Tieren sind die Anforderungen geringer als beim Menschen.
Also wird nicht dem Tier das vermeintlich bessere zugesprochen, sondern für den Menschen ist es nach geltendem Arzneimittelrecht nur noch zu umstritten...
Viele Behandlungemethoden im Humanbereich stammen aus der Veterinärmedizin. Das ist gut und richtig so. Aber, wenn uns Tiere hier als "Versuchskaninchen" dienen, dann haben sie doch auch das Recht ebenso gut medizinisch versorgt zu werden, das haben sie sich damit doch verdient. Ich meine jetzt nicht Einzelzimmer mit Fernseher und Telefon :ironie: , aber eine künstliche Hüfte oder ein gespendetes Organ usw.
. Gut, das löst nicht das ethische Problem auf Seiten des Organspenders. Aber auf Seiten des Organempfängers sehe ich erst einmal kein Problem.
Da scheint es Dir um ein wenig an Wissen in Sachen Transplantationsmedizin zu mangeln. "Kein Problem" ist die Untertreibung des Jahrtausends...
Organ-Empfänger zu sein, ist wahrlich kein Zuckerschlecken und mit massiven gesundheitlichen Problemen, einem Bombardement an Medikamenten, Intensivmedizin (die in all ihrer Konsequenz heutzutage auch schon für Menschen in frage gestellt wird...) mit all ihren Belastungen sowohl körperlicher- als auch psychischerseits verbunden.Für ein Tier würde dies ein Maß z. B. an Fixierung im Sinne von Ruhigstellung (medikamentös, per Extrem-Anbindung, per Bewegungseinschränkung) bedeuten - bei dem ich mich frage, wie weit man in seiner guten Absicht, einem Tier vermeintlich helfen zu wollen, denn so gehen darf...Dazu die zahlreichen Nebenwirkungen, der zur Behandlung gehörenden Medikamente - und viele der Nebenwirkungen sind schlimmer als das, was ein tier (auch Mensch) durch seine Ursprungs-Erkrankung erleiden muss...
Ein Mensch kann für sich abwägen, inwieweit er all diese wirklich extremen und hohen Belastungen durchstehen will, um irgendwann ein besseres Leben führen zu können, aber bei Lebewesen, für die der Faktor Zeit eine gänzlich andere Rolle spielt, als bei uns Menschen, habe ich in dieser Hinsicht mit die meisten Bedenken, was solche massiven Behandlungsmethoden angeht.
Leben retten um jeden Preis?
Wir tun mit unserer uferlosen High-Tec-Medizin den menschen schon lange
nicht mehr immer wirklich einen Gefallen und ich habe es bisher eher als Gnade denn als Nachteil empfunden, dass es bei Tieren nicht so ist.
LG, Chris
Beiträge von McChris
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Hallo,
ich habe jetzt nicht alle Beiträge komplett gelesen, aber im Überfliegen sind mir einige Dinge aufgefallen....deshalb nur ein paar Gedankenanstöße:
Ein beschwerdefreier Hund, bei dem als Zufallsbefund HD festgestellt wird, würde bei mir als Tierphysiotherapeutin eine ganz dezente "Prophylaxe" in Sachen Gelenkschutz bekommen und ansonsten nichts weiter...
Keiner meiner Hunde wird bei mir so "gepowert", dass irgendwelche Gelenke übermäßig strapaziert werden würden.
Alle meine Hunde werden "automatisch" knochenschonend gehalten, indem wir grundsätzlich eine HH im EG betreiben, für rutschsicheren Boden sorgen, die Hunde bedarfsgerecht ernähren und für eine ausgewogene Bewegung sorgen.
Es gibt Hunde mit einem "grottenschlechten" HD-Befund, die aber keine Beschwerden zeigen - solche Hunde würden bei mir eine umfangreichere Gelenke/Arthrose-Prophylaxe bekommen und gleichzeitig physiotherapeutische Maßnahmen um die Hüftgelenke möglichst lange, möglichst gut muskulär zu stabilisieren.
Genauso gibt es Hunde mit einem nur "leichten" HD-Befund, die aber schon Beschwerden zeigen - die würden bei mir dann an ihre Beschwerden angepaßt behandelt werden.
Ich würde nie allein ein "Röntgenbild" behandeln, sondern immer den Hund dabei sehen - wie sehr er eingeschränkt ist, ob Beschwerden da sind, inwieweit der Knorpel zerstört ist.
Einge Therapie-Möglichkeiten sollte man sich m. E. für "schlimme" Fälle vorbehalten - operative eingriffe, bestimmte Schmerzmedis, Teufelskralle-Präparate. Teufelskralle ist so schön pflanzlich und kommt einem deshalb leicht so "harmlos" vor, ist aber ein sehr potentes Medikament, das den "Nachteil" hat, dass es wenn es einmal gegeben wird, dann i. d. R. auch lebenslänglich gegeben werden muss, weil sich beim Absetzen die Lage wieder dramatisch verschlechtert.
Hier bei mir wird, da wir keinen Extremsport mit den Hunden betreiben, nicht züchten, etc. kein Hund pauschal, nur um mal zu gucken, auf HD geröngt - erst dann, wenn Beschwerden auftauchen sollten. Denn diese Befunde können manchmal mehr Verwirrung stiften, als Nutzen zeigen.
LG, Chris
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Jemand der dringend Hilfe braucht wird sicher nicht die Geduld haben einen langen Thread zu durchforsten....
Da gibt es ja die Möglichkeit, HIER erstmal Tipps zu sammeln und vielleicht macht sich dann wer die Mühe, das Ganze übersichtlich in ganz kurzen Stichworten noch mal aufzulisten.
Für den Anfang wäre es schon hilfreich, Stichworte fett zu markieren....
Dann kann man schnell über den Text huschen und nur kurz nach den fettgedruckten Stichwörtern Ausschau halten...
Z. b. halt Mykoplasmen wie im Beitrag oben...
LG, Chris
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Ach, das liest sich jetzt so herrlich easy - Katze nierenkrank, dann nehmen wir halt eine Niere einer anderen, gesunden Katze und dann ist alles gut...
Aber so einfach ist das nicht.
Das sind für beide Tiere große Op´s mit allen Risiken.
Das Empfänger-Tier wird lebenslänglich immunsuppressive Medikamente nehmen müssen, mit allen Konsequenzen.
Die da wären: diese Medikamente sind keine Bonbons, sondern können erhebliche Nebenwirkungen haben.
Das Empfänger-Tier ist dazu verdonnert, ein recht isoliertes Leben drinnen führen zu müssen. Denn jede Katze mit Katzenschnupfen oder noch weit gefährlicheren Infektionskrankheiten draußen, kann ihr zum tödlichen Verhängnis werden. Die OP an sich ist groß, riskant und bedarf einiges an Vorbereitungen, bis ein "Spenderorgan" zur Verfügung steht, sind Dialysen nötig - stundenlang an Schläuchen hängen, sich ruhig verhalten, lange Klinikaufenthalte - und das bei Katzen, die nicht wirklich die geduldigen, ruhigen Patienten sind, die es für soetwas bräuchte...vorher hat die nierenkranke Katze schon einiges mitgemacht, an Diagnostik, an Therapie an Beschwerden durch die Grunderkrankung.....ganz schön heftig, für ein Wesen, dass nicht verstehen kann, worum es geht. Tiere leiden im hier und jetzt, sie halten sich nicht mit dem Gedanken aufrecht, dass sie dieses Leiden in Kauf nehmen, um IRGENDWANN wieder gesund zu werden....Für die Spender-Katze sind die Folgen im ersten Moment nicht ganz so dramatisch. Dennoch ist es eine große OP, mit "ordentlich" Risiken in der Tasche...
Aber, Katzen neigen sehr zu Nierenerkrankungen im Alter. Und dann hat die Spenderkatze, selbst nur noch eine Niere. Und dann?Woher würde man diese Spenderkatzen nehmen?
Wäre dann nicht der Halter der Empfängerkatze moralisch verpflichtet, sich der Spenderkatze anzunehmen?Oder haben wir schon die egoistische Einstellung, dass die eigene Katze mehr wert ist, als irgendeine Katze?
Noch dazu eine Katze, die uns einfach ausgeliefert ist.
Ist ja nur ne TH-Katze, die sonst keiner haben will....
Auch, wenn es um die organ-Entnahme einer tödlich verletzten Unfall-Katze z. B. ginge - für das Empfänger-Tier ist das Ausmaß der medizinisch notwendigen Einschränkungen und Leiden m. M. nach einfach zu viel, zu groß, für ein Tier nicht verständlich...
MIR geht das zu weit.
Ich bin Organ-Spender und im Unterschied zu anderen Ländern, in denen eine Organspende dann möglich ist, wenn der Spender sich nicht ausdrücklich dagegen ausspricht, muss hier in D zumindest eine Meinungsäußerung des Spenders vorliegen, besser noch ein Organspende-Ausweis.Lebend-Spenden bei Menschen dürfen nur im engsten Familien-Kreis vorgenommen werden, um Mißbrauch des großen Themas Geld vorzubeugen....
Das hat durchaus seine Hintergründe, weil wir Menschen die egoistischsten Lebewesen dieser Welt sein können....
Statt immer neue, aus der Humanmedizin übernommene "tollen" Möglichkeiten der Lebensverlängerung um jeden Preis zu praktizieren, sollten wir Menschen uns lieber mal wieder auf den Gang der Dinge besinnen, nämlich, dass auch unsere Tiere nur ein endliches Leben haben und dass ein "länger" nicht unbedingt ein "besser" bedeutet....
Tiere "dienen" uns Menschen schon für so vieles - Nahrung, Kleidung, Dünger, Medikamente, sich selbst- auflösendes Nahtmaterial, Herzklappen aus "bio"-Material, als Versuchstiere für Medikamente, Kosmetik, Waffen....
Irgendwo müssen wir mal einen Punkt machen.
Meine Meinung.
LG, Chris
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Jule,
ich hoffe ebenfalls, dass Ihr einen friedlichen Abschied hattet.
Ich kann nur schreiben, dass aus diesem riesigen, zerreißenden Schmerz irgendwann die ruhige Gewißheit wird, dass es so richtig war. Und dann verwandelt sich die alles beherrschende Trauer allmählich in kurze Momente, in denen man unter Tränen wieder lächeln kann, und noch irgendwann später kann man sich voller Liebe und Dankbarkeit an die gemeinsamen Weißt Du noch´s erinnern....
Machs gut, Arco.
LG, Chris
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Nochmal Hallo,
mir gehts da wie Segugio - trotz der Kontrolle über den Futterneider (für mich jetzt ein Hund, der sein Futter gierig runterschlingt und das der anderen am liebsten auch noch hätte, gleichzeitig aber niemanden in der Nähe SEINES Napfes haben will) - würde einfach eine nervöse, hektische Grundstimmung herrschen, selbst wenn keiner der Hunde in den letzten 2 Jahren "Erfolg" gehabt hätte.Bei uns sind übrigens nur der "Gierlappen" und der in dieser Hinsicht unsichere Hund in jeweils einem extra-Raum. Die anderen beiden sind sehr umgänglich in dieser Hinsicht und fressen in großem Abstand, aber in einen Raum.
In der Landwirtschaft ist "Futter-Zeit" eine heilige Kuh - :D, sowohl, was die Abläufe, als auch die Zeiten und vor allem die Ruhe bei der Fütterung angeht, ich vermute mal, dass ich in dieser Richtung sehr "geimpft" bin.
LG, Chris
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Jule,
ich wünsch Dir Kraft und die liebevolle Gelassenheit, die Du brauchst, um Arco gehen zu lassen.Es tut mir sehr leid.
LG, Chris
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Mir gefällt die Vorstellung, dass ein Tier sich mit drum kümmert, dass sein "Testament" erfüllt wird und ich wette, dass Chester da seine Pfoten mit im Spiel hatte - als Geschenk an Dich und als Geschenk an den Ziehbruder.
Chester, machs gut.
Auch, wenn es in Menschenzeit viel zu kurz war, Dein Leben im Glück - in Katzenzeit war es die Ewigkeit, ich hoffe, Du hast Dein Glück sehr genossen.
LG, Chris
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Hallo Tina,
was für eine schlimme Erfahrung für Euch beide.
Nach brutalen Tritten würde ich den Hund sicherheitshalber tierärztlich vorstellen, das kann auch mal innere Blutungen geben.
Das Ihr beide verstört seid, ist nachzuvollziehen.
So brutal angegangen zu werden und sich nicht zur Wehr setzen können, ist einfach ein furchtbares Erlebnis.
Die Bachblüten sind sicher schon mal hilfreich.
Deinem Hund wird einiges weh tun - da ist seine Ruhe schon erklärbar und genauso wie Menschen reagieren auch Hunde nach so etwas verstört.Was ihm jetzt am meisten helfen wird, sind Sicherheit, gewohnte Abläufe und kleine positive Erlebnisse.
Ich hoffe sehr, dass Du die Polizei dennoch benachrichtigt hast, wenn nicht, hol es unbedingt nach, so etwas geht eindeutig zu weit.
LG, Chris
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So ist das im Leben, jeder hat da seine eigenen, berechtigten Erfahrungen.

Klar, den Futterneider kann man erziehen.
Ich z. B. hatte nicht das Problem mit dem futterneidischen Hund, sondern ich hatte das Problem mit dem eher unsicheren Hund, der selbst dann, wenn der Futterneider unter meiner Kontrolle stand, immer noch ängstlich, zögernd oder auch erst recht schlingend gefressen hat, um bloss ja schnell fertig zu werden. Obwohl er monatelang Zeit hatte, sich an "gefahrloses" Fressen zu gewöhnen.Streß, Streß, Streß ist einer der Hauptauslöser für Magendrehungen und als Doggenhalter bin ich da sehr übersensibilisiert und gestalte für meine Hunde die Futterzeit so streßarm wie möglich.
LG, Chris