Beiträge von McChris

    Ich habe - mit dem Gedanken an die HSH-Situation bei den Pferden in Hinte - heute mal wieder Jugend forscht ( tassut :pfeif: ) gespielt und was ausprobiert.

    Ich habe nicht wie sonst das Weidetor hinter Rindern und Hunden geschlossen, sondern es geöffnet gelassen. Die Hunde haben es auch realisiert.

    Sie hätten also jederzeit vor zum Auslauf/Offenstall kommen können. Bei der drückenden Unwetterlage heute, wäre die Versuchung vermutlich noch am höchsten.

    Aber nö, sie sind bei ihrer Herde geblieben.

    Das ist das, was ich meine, wenn ich zum zwölfendrölfzigsten Mal schreibe, dass nicht der Zaun die Hunde bei der Herde hält (gäbs in Freiweide ja auch nicht, den Zaun), sondern die Bindung. Zaunprobleme, aber auch das Entfernen von der Herde, sind Bindungsprobleme. Daran kann man arbeiten.

    Gibt es sowas wie den Hausnotrufknopf auch für privat? Also das nicht irgendjemand von außerhalb benachrichtigt wird, eher sowas wie... ne Funkklingel oder so?

    Mein Schwiegervater wird zunehmends unsicherer auf den Beinen, bis jetzt noch alles im Rahmen, aber man macht sich ja Sorgen. Wenn er unten umfällt würden wir hier oben das nicht mitbekommen. Ich hätte also gerne sowas wie den Notknopf den er immer bei sich haben kann, aber eben das es mein Handy alarmiert. Oder ne Alarmglocke/Klingel die ich hier oben anbringen kann.

    Hier war auch eine Funk-Klingel im Einsatz. Der Klingelknopf war in einem Mini-Brustbeutel untergebracht und die Funkklingel hat bis in den Garten gereicht = ca. 35 Meter. Der Klingelkasten hatte einen Clip, den konnte man gut am Hosenbund anpappen, wenn man im Haus oder Garten unterwegs war.

    Was kann es für Gründe haben, wenn ein Milchkalb auf einer mehreren ha großen Weidefläche komplett alleine liegt, ungeschützt und ohne sich aus der Sonne zu bewegen bzw augenscheinlich entkräftet? Warum tut die Mutter nichts, auch nach mehreren Stunden? Sie war nichtmal sichtbar, wie auch der Rest der Herde.

    Ich kenne mich null mit Kühen aus und habe in diesem Fall letztendlich die Polizei benachrichtigt, da der Besitzer nicht zu erreichen war.

    McChris , kannst du was dazu sagen?

    Da kann alles mögliche hinterstecken, ein lebensschwaches Kalb/eine unerfahrene Kuh, die es nicht angenommen hat. (Wobei Kälber von Milchkühen ja meist eh rasch von den Kühen getrennt werden)

    Dass Du unter den geschilderten Umständen die Polizei gerufen hast, war genau richtig.

    aber da gewinnt pragmatischer Realismus vor Idealismus.

    Ich sehe tatsächlich eher meine Herdenschutz-Bubble als die pragmatischen Realisten. Aber jeder wie er mag.

    Nur, wenn man = Du Herdenschutz für Idealismus hält, warum schreibt man = Du dann in diesem Thread hier?

    Hier gehts ja nicht um den Wolf, dessen Schutz und gesellschaftliche Folgen dadurch, hier gehts um Herdenschutz. Zäune, Hunde, all sowas. Einfach die Herdenschutz-Praxis.

    Ich glaub, Du hast das anders verstanden, als es gemeint war Vriff

    Weder will ich die Massenschweinehaltung schön reden, noch ist mir, noch dazu als ebenfalls an Auflagen gebundenen, ehemaligen Schweinehalter, unklar, dass das unter Auflagen zur Tierseuchenbekämpfung fällt.

    Es ging nur darum, dass Zäune um Stallungen in anderen Bereichen was völlig Normales sind.

    Moderne Milchvieh-Ställe mit viel Luft für die Tiere sind nun mal extrem offen gebaut, oft nur mit Windschutznetzen an den Seitenwänden. Da können Wölfe ungehindert reinspazieren.

    In Wolfsgebieten wird man vielleicht im Punkt Tierwohl für Milchvieh oder Weidevieh generell einen Schritt zurück gehen müssen. Viel Spielraum für Kostensteigerungen gibt es da wohl eher nicht.

    Vielleicht machts schon viel aus, wenn man erkennt, dass man auch solche Anlagen schützen muss.

    Denk mal an die Schweinehalter - für die ist ein Zaun um die Stallungen was völlig Normales, halt zur Seuchenprophylaxe.

    Hier gibts ein Interview (mit technischen Tücken, was es etwas anstrengend macht) mit der Pferdehalterin aus Hinte, wo kürzlich das Pony trotz 3 HSH gerissen wurde:

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    Mein Fazit daraus: ich gehe davon aus, dass die Hunde schlichtweg zu spät gekommen sind und es nur noch geschafft haben, die Wölfe vom bereits gerissenen Pony zu vertreiben.

    Wie Harald da liegt, ist nicht das Verhalten eines fehlgelaufenen HSH, der seine Weidetiere gejagt hat. Sondern er liegt, wie HSH es tun, wenn trotz allem ein Weidetier gerissen wurde.

    Der Knackpunkt in diesem Betrieb scheint mir nach dem Video klar und deutlich zu sein, dass a) die Flächen zu gross sind, b) die Aufteilung von Stall und Flächen zu Problemen führt und c) die Gratwanderung nicht geschafft wurde, zwar extrem menschenfreundliche HSH zu haben, deren Bindung an die Herde aber dennoch so stark ist, dass sie IMMER bei der Herde bleiben und sich eben nicht in den Stall zurückziehen, weder um dort weit weg von den Pferden zu fressen, noch, um sich dort knuddeln zu lassen. Ich weiss, wie schwierig das ist, meine hier sind auch sehr nah am Menschen. Auch hier gibts Phasen, in denen ich es den Hunden leicht machen muss, es richtig zu machen.

    Die Hunde können einfach nur schützen, wenn sie unmittelbar bei der Herde sind. That simple.