Der Beitrag von Silja regt zum Denken an, und das finde ich gut.
Irgendwie denken wir alle immer weniger nach, alles scheint festgefahren zu sein.
Wenn man unsere Hunde jedoch Hunde sein lassen würde, so wie von der Natur so vorgesehen, dann würden sie in unser "Lebenskonzept" einfach nicht mehr hineinpassen.
Mittlerweile führen wir Menschen auch ein unnatürlich angepasstes Leben, und alles was wir machen entspricht nicht mehr dem Ursprung.
Zum Beispiel ist auch der Mensch ursprünglich darauf ausgelegt, weitere Distanzen am Tag zu laufen, was er aber nicht tut, zumindest nicht im vorgesehenen Ausmaß.
Die Folge ist Degeneration und Erkrankungen des Halteapperates mit entsprechenden Spätfolgen.
Früher waren nur die Lendchen leicht umwickelt, heute ist es der edle Zwirn
, den man sich schon berufsbedingt antun muss.
Unser Leben bestimmt, und das kann niemand abstreiten, die auferzwungenen Konventionen.
Kinder dürfen auch nicht mehr wirklich Kinder sein, so wie es früher einmal war.
Einschränkungen von allen Seiten nehmen ihnen ihre Kindlichkeit viel zu früh.
Wenn wir alle ohne Regeln und Gesetze in den Tag hinein leben dürften, ja dann könnte auch ein Hund wieder etwas mehr Hund sein, ein Kind wieder mehr Kind....wir könnten alle wieder Mensch sein.
Wollen wir das überhaupt wirklich bis zur letzten Konsequenz auch so haben?
Wir müssten schon auf Vieles auch verzichten
Für mich gibt es in unserer realen und momentanen Welt eigentlich nur ein Kriterium:
Hunde müssen sich genauso an dieses Leben anpassen, wie es unsere Kinder oder wir tun müssen, denn es öffnet einfach die Tore.
Was kann ich dafür tun?
Ich muss meinen Hund dafür erziehen und anleiten, und ihn in in dieses/unser Leben führen.
Ich muss ihm seine Ernährung und Beschäftigung, gemäss seiner Anlagen, verantwortungsbewusst gestalten.
Dazu gehört bei mir auch ein gewisser "Kuschelfaktor", da bin ich ganz ehrlich, und dafür schäme ich mich auch nicht.
Mögen sie zu früherer Zeit im Hunderudel kontaktgekuschelt haben, was sicherlich effektiver war, so muss ich dieses entstandene Manko als Mensch kompensieren.
Und nun kommt der Egoist in mir durch , denn ich mag das auch
Irgendwie wird es wohl auf eine Art Symbiose hinauslaufen, und das muss nicht verkehrt sein.
Das ist nun all' das, was ich aktiv für ihn ausrichten kann.
Halstüchlein, stylistische Geschirre mit fragwürdigen Sprüchen, Filetspitzen im Hundefutter etc. etc....das sind alles Sachen, die der Befriedigung von uns Menschen dienlich sind , dem Hund jedoch nichts nützen, aber auch nicht schaden.
Zu Denken gibt eventuell nur die Einstellung zu dieser Materie im Allgemeinen, und das womöglich daraus resultierende Verhalten den Hunden gegenüber.
Ein Hundi mit Strasshalsband wird sicherlich nicht gerne in Matschpfützen gesehen.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass ein Hund nicht mehr so zu halten ist, wie ursprünglich in seiner Natur genetisch verankert.
Ich kann nur versuchen, dem Ursprung so nahe wie mir ( denn da liegt die Betonung) es möglich ist, gerecht zu werden.
Silja hatte übrigens in ihrem letzten Absatz Fragen gestellt, die ich nicht so ohne Weiteres beantworten kann.
Zitat
Welchen Stellenwert hat der Hund zwei Generationen später ? Gibt es dann noch Hunde ? Schafft man es bis dahin, den idealen Sozialpartner zu züchten, alle unbequemen Veranlagungen auszumerzen und nur den für uns wichtigsten Part, den Sozialtrieb herauszukitzeln ? Kann man ES dann überhaupt noch Hund nennen ?
Kann es jemand von Euch, den bislang blieben die Fragen unbeantwortet, so weit ich mich erinnere?
LG Britta