Beiträge von CorinnaS

    Hundeerziehung ist ein Markt geworden. Und da braucht es griffige Methoden-Bezeichnungen, jeder erfindet angeblich was Neues.
    Ich habe als Teenie schon SL-Training und Radiuskontrolle trainiert ohne zu wissen, dass es das überhaupt gibt. Gab's damals auch noch nicht. Ich hab's mir selbst ausgedacht, ganz ohne Hundeschule, mit einem Wäscheseil meiner Mutter. Heute verdient man gutes Geld mit Kursen und Büchern zu dem Thema...
    Ach ja: Leckerchen, sowas hat auch keiner benutzt. Aber ich hatte die Taschen voller Fleischwurst, um einen in der Jagdausbildung verdorbenen Hund wieder auf Kurs zu bringen.

    Mein erster Filter lautet: Jagdhund. Weil ich damit aufgewachsen bin und mich mit ihnen halt am ehesten auskenne.

    Vor Jahren stand ich dann vor dem "Problem", daß ich einen Jagdhund suchte, der aber eben nicht so groß sein sollte (aus beruflichen Gründen), aber auch keine "Fußhupe" (aus persönlichen Gründen). Und ich bin absolut kein Terrier-Typ. Da wurde es dann schon schwierig. Also habe ich sämtliche Rasseprofile studiert und stieß irgendwann auf den Beagle. Größe, Wesen, Optik - hat mir alles gut gefallen. Und dann hab ich mich intensiver mit der Rasse befaßt. Den Ausschlag für meine Entscheidung gaben dann ausgerechnet die ganzen "Warnhinweise". Der selbständige Jäger, der alles in Frage stellt und seine eigenen Entscheidungen trifft. Das hat mir gefallen. Naja, mittlerweile hab ich den 3. Beagle :D .
    Es gibt Tage, da beneide ich die Leute um ihre halterfixierten, nicht jagenden Hunde mit jeder Menge will to please. Aber wirklich tauschen möchte ich nicht.

    Ich nehme 13-jährige ernst! Aber es hilft mir schon, Dich vielleicht ein wenig besser zu verstehen.

    Vielleicht liegt es eben an Deinem Alter, daß Du einfach noch nicht soviel Geduld hast (im Vergleich zu mir alter Kuh :D ). Auch habe ich den Eindruck, daß Du sein Verhalten irgendwie "persönlich" nimmst, kann das sein? Denk immer dran: er tut nichts, auch wenn es Dich noch so ärgert, um Dich zu ärgern. Verstehst Du, was ich meine? Du mußt lernen, Dich mehr in ihn hinein zu versetzen. Du bist seine Lehrerin, seine Orientierung in einer aus Hundesicht fremden Welt. Zeig ihm, was Du möchtest, geduldig und ruhig. Wenn Du mit einer Hausaufgabe nicht klar kommst, ist Dir auch nicht damit geholfen, wenn man Dich dafür beschimpft. Besser ist doch, man setzt sich in Ruhe mit Dir hin und erklärt Dir, wie es geht.
    Wahrscheinlich versteifst Du Dich auch schon zu sehr auf all das, was nicht funktioniert. Konzentriere Dich mal ein Weilchen auf die Dinge, die er gut kann und die Euch Spaß machen. An den Baustellen arbeitest Du dann zwischendrin immer ein wenig, aber nur, wenn Du richtig gute Laune hast.

    Ein Beagle ist eine stete Herausforderung. Ein Spaziergang mit Beagle ist nie so ganz entspannt, weil man immer vorausschauend unterwegs sein muß, weil der Rückruf immer und immer wieder trainiert werden muß.
    Beagles sind auch nicht gerade Musterschüler in Sachen Leinenführigkeit.
    Aber all das kann man trainieren. Nimm es als Aufgabe, als "Sport". Freu Dich über jeden noch so kleinen Fortschritt und zeig ihm, wie stolz Du darüber bist.
    In der Hundeschule ist er super, schreibst Du. Dann mach da weiter, vielleicht sogar Richtung Begleithundeprüfung. Je mehr Du mit ihm machst, desto besser wird Eure Bindung. Vielleicht hast Du Lust auf Agility oder Obedience?
    Aber mach auch zuhause nicht zuviel mit ihm. Sonst wird er ständig Aufmerksamkeit einfordern und keine Ruhe geben. Laß ihn zuhause ruhig auch mal links liegen.

    Yes Sir :gut:

    Was das Lernverhalten anbelangt, gibt es nur a) die positive Bestärkung oder eben b) die Strafe.
    a) gewünschtes Verhalten = Belohnung, unerwünschtes Verhalten = keine Belohnung
    b) erwünschtes Verhalten = keine Strafe, unerwünschtes Verhalten = Strafe

    Ich persönlich beschäftige mich ganz gerne mit all den schönen "Methoden", weil man sich manchmal kleine Kniffe rauspicken kann. Jeder hat irgendwas, was man irgendwann vielleicht mal brauchen kann :D . Aber "DIE Methode", nee, die hat keiner. Und alle kochen letztlich in der selben Suppe (s.o.) rum.

    Ihr habt ja mehrere Baustellen, die kann man nicht alle auf einmal lösen. Ich glaube auch, daß Du in einer Art Teufelskreis steckst. Du bist eh genervt, der Hund reagiert darauf mit Blödsinn und Streß, was Dich noch mehr nervt.
    Mein Kalle ist auch so einer, der mich zur Weißglut bringen kann, wenn ich schlecht drauf bin. Seine "Methoden", mich wieder aufzuheitern, gehen allesamt nach hinten los. Aber als mir irgendwann klar wurde, was er da eigentlich tut, und daß er nur auf mein Verhalten, meine Stimmung reagiert, konnte ich auch damit umgehen. Bei Euch schaukelt sich das noch alles auf.
    Ich habe über Enno gelesen. Ich hab ja auch meinen Herzhund Paco verloren. Kannst Du Barni denn richtig annehmen? Ich frage das aus eigener Erfahrung.

    Fakt ist, gestreßt/genervt/verärgert kann man keinen Hund erziehen. Also ist die Kernfrage, wie Du da wieder raus kommst, wieder Spaß an und mit ihm haben kannst. Erzähl doch mal, was toll an ihm ist, was Dir Freude macht mit ihm.

    Verrätst Du uns Dein Alter? Dann kann man manches irgendwie besser einschätzen.

    Meine Beagle-Jungs wurden auch erst ab 1 Jahr so richtig "männlich". Vor allem der Brustkorb hat sich dann noch enorm verändert. War auch so mit ca. 2 Jahren erst abgeschlossen.

    Laß doch mal den Hormonstatus testen. Dann weißt Du, ob der wirklich ungewöhnlich hoch ist.
    Bei meinem hat sich das über die Jahre gesteigert. Irgendwann war's ähnlich wie bei Dir einfach nicht mehr mit anzuschauen. Ich hatte das Gefühl, der Hund quält sich nur noch. Darum hab ich dann den Suprelorin-Chip gewählt. Und ich muß sagen, das war schon sehr erholsam für ihn (und mich).