Zitat
Ich Hasse das Handy ich kann damit einfach nicht richtig schreiben x.x
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eines Tages wird es Handys geben mit denen man nicht mehr telefonieren kann und niemand wird es merken......
Das ist ein interessantes Thema und die Definition der Worte und Werte ist immer notwendig. Wenn ich in der Uni meine Facharbeit schreibe, muss ich nicht ohne Grund eine Definition, so wie ich den Begriff in meiner Arbeit verwende - darin unterbringen. Damit klar ist, was ich unter Strafe verstehe oder unter Gewalt.
Ich hab mich da so manches Mal gezofft, auch mit den Lehrenden, weil ich denke, wir brauchen eine Unterscheidung zwischen den Begriffen, die ältere Generation (ich zähl mich da mal mit zu) versteht unter Strafe unf Gewalt einen hohen Anteil an Willkür. Bewusst oder unbewusst. Für meine Mum war es total logisch, mir das Fernsehen zu verbieten, weil ich frech war.... von der Kinder- zur Hundeerziehung ist es kein weiter Schritt. Ich hab`s schon erlebt, das eine ältere Dame zu ihrem Hund, der nicht ordentlich im Fuß ging, sagte "So Leni, Du bist garstig, dafür gibt`s heute Abend keinen Kauknochen!"
Der Hund wird sicher sehr betrübt sein.
Für mich gibt es logische Folgen - das sind Dinge, die ein Verhalten gewöhnlich unweigerlich nach sich zieht. Interesanterweise kann ich die vorher ankündigen und mir ist noch nie ein Kind uner gekommen, das hinterher verstockt, traurig oder betroffen war. Sie hatten die Wahl..... mit Hunden geht das natürlich nicht weil ich ihnen nichts erklären kann.
Aber ich empfinde logische Folgen nicht als Strafe. Logisch ist für mich:
Wer seinen Sofaplatz verteidigt, kann sich nicht benehmen und fliegt runter
Wer in die Küche klauen geht, darf allein nicht in die Küche - Disziplin an mich - nichts herum stehen lassen, was man klauen könnte.
Wer nicht zuverlässig zurück kommt, muss eben an der Leine bleiben und ähnliche Dinge....
Da hab ich nicht das Gefühl, meinen Hund zu bestrafen. Jeder, Mensch sowohl auch Tier müssen sich in unserer Gesellschaft angepasst verhalten und bewegen können, ich als Hundeführer muss dafür sorgen, das mein Hund das kann.
Das schützt mich aber nicht davor, meinem Hund die Chance zu geben, zu lernen was ich will und wenn er mich nicht versteht, muss ich andere Wege suchen, mich verständlich zu machen. Das ist mein Job. Also, wenn Lucas nicht kommt, wenn ich ihn rufe (und das tut er nicht, solang er mich sehen kann) muss ich Wege suchen, das zu ändern - sehr schwierig - hier in Schweden bin ich fix mal hinterm Baum und er kommt sehr zuverlässig, daheim aber ist offenes Feld und er sieht mich meilenweit...... es gibt auch nichts, was ich lockt zu kommen, aber mal gar nichts, also muss er daheim an der Leine gehen.
Ich arbeite aber andererseits durchaus auch mit bewusstem Verleiden. Weil ich glaube das Hundeartige so lernen. Über Belohnung und Verstärken und über Verleiden. In der Natur passiert so etwas auch - von allein. Wer beim Sprung nicht genau hinschaut, kann schon mal im Wasser landen - das ist Verleiden auf natürliche Art, beim nächsten Sprung wird besser hingeschaut. Verleiden ist aber keinesfalls den Hund verhauen wenn er etwas tut, das er lassen soll.
Hab ich aber auch schon gemacht, gelernt hat er nichts und besser ging es mir hinterher auch nicht. War blöd und am Ende eine Bestätigung eines klugen Satzes. "Wenn das Wissen endet, beginnt die Gewalt!" Gewalt ist für mich willkürlich und sie steht in keinem Zusammenhang mit der Handlung des Hundes.... Wenn ich in einer Notsituation mal laut werde und schreie oder gar meinen Hund zurück reiße, um Schlimmers zu verhindern, kann man das als Gewalt sehen, muss man aber nicht. Ich hab ja auch die Aufgabe auf Hund und Umwelt zu achten und Gefahren zu verhindern.
Gewalt wäre es, den Hund zu treten oder ihm Schmerz zuzufügen und auch da gibt es wohl durchaus Ausnahmen, wie will man Diensthunde prüfen, wenn man sie nicht natürlichen Situationen aussetzt, die sie irgendwann bewältigen sollen? Wie kann ein Jagdhund brauchbar sein, wenn die Ente umdreht, ihn anzischt und er das Weite sucht - besser man bildet gut aus und zieht die entsprechenden Schlüsse aus seinen Beobachtungen.
Und ja, Zwang ist wohl etwas, das man gar nicht vermeiden kann, jedes an der Leine gehen ist für den Hund Zwang, da haben Jahrhunderte Domestikation nichts daran geändert, ohne Leine - läuft einfach jeder Hund lieber. Aber - ohne Zwang (vielleicht nennt man das besser Sozialisation?) funktioniert gar keine Gesellschaft, mal gar nicht. Auch wir unterliegen Zwängen - an roten Ampeln stehen bleiben etwa - nur verstehen wir warum das so sein muss, unsere Hunde nicht. Wir müssen arbeiten um Geld zu verdienen und leben zu können, auch das ist Zwang - nur, wem ist das bewusst? Und so müssen unsere Hunde sich eben dem, was wir fordern unterordnen, anders können sie nicht sicher bei uns leben.
Aber wir haben die Aufgabe, ihnen Spaß und Freude an dem zu vermitteln, was sie tun müssen, sei es, an der Leine zu gehen oder mit uns zu leben. DAS ist unser Job und so kann aus Zwang auch schnell Freude werden, zumindest sollte es so sein.
Sundri