Moin,
ich glaube ganz bestimmt, das es nicht nur am Hund und seinem Charakter liegt, sondern zu einem Teil auch am zugehörigen Menschen.
Das ist sehr schwer zu erklären, ich versuche das mal. Es gibt ja so etwas wie eine innere Einstellung zum Thema, ein innerer Glaube (und das kann auch sein, das es nicht gut ist, wenn der Hund allein ist) - diese innere Einstellung ist häufig unbewusst - aber immer da und sie kommt durch Sprache, Tonfall, Körperhaltung beim Hund an und verstärkt die Problematik oder aber, wenn alles passt und die tiefe "innere" Einstellung klar sagt "DU musst allein bleiben, weil ich mit allen Sinnen weiß, Du packst das" dann spiegelt sich das nach außen und es fällt dem Hund leichter, einfach weil ihm nicht signalisiert wird "gleich kommt was ganz schlimmes....."
Ja nach Geschichte, die ein Hund durchlaufen hat, äußert sich das natürlich anders in seinem Verhalten, schlechte Erfahrungen spielen eine Rolle - der Umgang seines Menschen mit ihm....
Als ich Malik bekam,als kleiner Welpe von 8 Wochen - ganz ehrlich? Ich hab damals nicht mal darüber nachgedacht, der er nicht allein bleiben können könnte? Ich hab ihn, solange mein Gefühl das meine, nicht allein gelassen (außer Nachts, er durfte,als er klein war, nicht bei uns schlafen), später, als er stubenrein war oder ich oben im Haus (wo er auch nicht hindurfte) war, hab ich ihn beruhigt, wenn er sich gemeldet hat (ich hatte immer alle Türen auf) bzw. bin mit ihm raus gegangen und hab darauf reagiert, was er meldete. Und dann ging ich einfach.... begrenzter Raum, Hausflur mit Korb und Wasser - und machte mir ernsthaft keine Gedanken, das er das nicht könnte.
Er konnte - war überhaupt gar kein Problem...... ich ging und kam wieder und langsam, über viele Zeiträume, dehnte sich das auch. Malik blieb früher ohne Probleme 8, 9 Stunden allein zu Hause. Aber, wir hatten auch einen Gechäftsbetrieb und zu vielen Zeiten war immer jemand im Haus. Malik ging in seinen Korb, wenn ich weg war und schlief.
Diego, Spanier, noch jung, kam ungepant ohne nenneswerte Zeit oder Urlaub und musste von jetzt auf sofort allein bleiben..... da er begann, alles mögliche zu zerstören - hab ich ihn angebunden, weil mitnehmen nicht möglich war. Box auch nicht, wenn er eine sah, bekam er Panikanfälle. Und er sollte nicht lernen, das er alles zerbeissen kann, wenn ihm niemand Einhalt gebieten konnte. Wenn Diego morgens meine Unitasche sah, ließ er sich fallen, wo immer er auch war, ich trug ihn dann in seinen Korb und leinte ihn an. Nach drei Wochen - sah er meine Tasche - ging in den Korb und legte sich hin - noch einige Zeit später, schlief er oft, wenn ich kam und begann ihn nicht mehr anzuleinen. Auch Diego blieb dann ohne Probleme locker 8 Stunden allein zu Hause.
Lucas, auch Spanier, sollte allein bleiben können, ich hab das sehr nach Gefühl gemacht, ich spürte, das er noch nicht so weit war und besorgte mir für einen unaufschiebbaren Termin einen Sitter, aber ich ging einfach einkaufen und kam wieder oder ich fuhr zur Post und kam wieder, kleine kurze Wege..... und auch Lucas lernte "sie kommt immer wieder!" Jetzt neulich war ich das erste Mal übers Wochenende weg und er mit dem Rest der Familie allein zu Haus, ich hab ihm später angemerkt, das er das doof fand, er war extrem kuschelig und musste Kontakt liegen, aber dann war es auch wieder gut. Auch Lucas bleibt heute gut einige Stunden allein. Keine 8 mehr, denn das brauche ich zur Zeit nicht und Malik schafft das nicht mehr.
Ich bin nicht stolz auf das Anbinden von Diego, aber es hat funktioniert..... mit einem anderen Hund hätte ich das vermutlich nicht gemacht, es passte irgendwie zu ihm und der Situation - aber ich ließ auch keinen Zweifel daran, dass das sein musste!
Ich glaube, so eine innerliche Haltung macht viel aus. Aber ich weiß auch, jeder Hund ist da anders und mit jedem Hund würde ich heute anders an die Sache heran gehen, aber sicher ist, allein bleiben muss einfach sein.
Sundri
P.S. meine Freundin hat übrigens einen Hund, der nicht allein bleiben kann - sie wird, jedes Mal wenn sie das Haus verlässt, ganz nervös, holt Spielzeug, packt nen Kong, schüttelt dern Korb auf, geht mit dem Hund raus, spielt ne extra Runde und streichelt und kuschelt und herzt das Tier, bevor sie sich die Jacke anzieht und von dannen geht Hund sitzt vor der Tür und lauscht und weint ohne Unterlaß..... also suchte sie sich nen Sitter. Beim Sitter, der einfach die Tür aufmachte, als sie zu weinen begann und sagte "jetzt sei aber mal still, ich komm gleich wieder!" bleibt sie problemlos allein..... zuhause nicht. Das war nicht beabsichtigt, hat sich aber durch Kleinigkeiten wie mal eben den Müll vor die Tür stellen oder in den Keller gehen beim Sitter so ergeben. Da geht sie in den Korb und schläft - zu Hause wird geweint bis Frauchen wieder kommt.