Moin,
der Supertrick ist einfach, die Hunde wissen, mit etwas Erfahrung, das sie jagen dürfen und weil sie das wissen, können sie auch gut Ruhezeiten aus- und durch halten. Malik wusste genau, ob wir in unserem Revier waren und er "arbeiten" durfte oder ob wir spazieren waren und Ruhe angesagt war. Der sah das schon daran, welche Schuhe ich mir anzog und entsprechend war seine Freude. Gegen Ende der Schonzeiten merkte ich aber auch, das er kribbelig wurde und es schwerer war, ihn zu kontrollieren, heißt, meine Kommandos mussten deutlicher sein, als zu Beginn. Und mit zunehemender Erfahrung und mit den Jahren wird auch das besser.
Gut ausgebildete Jagdhunde müssen gut im Gehorsam stehen, aber 100%tig - wer das behauptet, der lügt! Kein Hund ist 100%tig führbar. Zu 98% und das ist schon ausgesprochen gut..... einen Hund hinter einem hetzenden Reh in Platz zu bringen, ist einfach harte Arbeit und wird auch heute noch bei vielen Hunden über Meideverhalten beigebracht. Und immer wird es Momente geben, in denen auch der beste Jagdhund durchgeht - 96 mal lässt er sich stoppen, beim 97 mal geht er ab, woran das liegt, ist nicht immer auszumachen. Aber - sollte er eine Krankwitterung in die Nase bekommen, sollte er die auch aufnehmen - und ich sollte erkennen, das er nicht nur abgeht, sondern einen Grund hat. Denn krankes Wild soll er schon suchen und bringen.
Malik hat so einmal eine kranke Ente (angeschossen) im Kanal aufgestöbert und verfolgt, ziemlich lange.... weil sich die Ente immer versteckt hat und sie körperlich offensichtlich nicht sehr eingeschränkt war; am Ende hat er sie gebracht und sie hätte nicht überleben können..... der Schnabel war weg geschossen - ich war froh, das er sie gefunden hat, anders wäre sie elend zu Grunde gegangen. War nur blöd - natürlich Sonntag, natürlich viele Leute da, die alle viele Kommentare abgaben und die sich entsetzlich aufregten, mit Polizei drohten - da war es gut, das ich meinem Hund so sehr vertrauen konnte,das ich wusste, die hat was ernsthaftes. Als er mit dem armen Tier kam, war ich schweißgebadet... und hinterher, waren alle froh.
Bei der Jagd werden Endorphine ausgeschüttet, die den Hund auch dazu bringen, nichts mehr von außen her wahr zu nehmen, als das zu verfolgende Wild. Weitere Untersuchungen sind noch im Gang. Das sie also auf den Pfiff oder das Kommando hören ist eine absolute Höchstleistung an Konzentration und Zusammenarbeit mit ihrem Menschen und dafür braucht es gute (Leute die ein gutes Gefühl und Gespür für ihren Hund haben) Hundeführer, die auch viel intuitiv arbeiten, denn jeder Hund ist da anders.
Aber, unsere klassischen Jagdhunde sollen nicht töten, nicht im Alltag. Es kommt bei Nachsuchen bei schwachem Wild vor, sollte aber nicht die Regel sein. Ein Hund, der ein Reh hetzt und von allein abtut - so wie der DD von dem berichtet wird, ist in meinen Augen untauglich - denn er arbeitet für sich allein nicht mit dem Jäger und er lernt etwas, das Jagdhunde nicht lernen sollten "ich kann gesundes Wild fangen!" DAS ist absolut selbstbelohnend, auf der Fährte hingegen hat das Wild ja eine Krankwitterung, das können die Hunde sehr gut unterscheiden.
Und ja, manche Jäger (Männer meist) sehen das ganz anders...... Aber auch verletztes Wild sollten Vorstehunde einem lebend, unversehrt apportieren - in keinem Fall sollen sie es töten - tun sie es während einer Prüfung sind sie duchgefallen, kommentarlos - das wird auch in die Papiere eingetragen und ist in der Zucht ein echter Makel.
Sundri