Beiträge von Estandia

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    Hört ihr, wenn ihr mit eurem Hund spazieren seit Musik? Also mit Kopfhörern?

    Ich höre allerhöchstens mal Hörbuch. Dann ist der Hund aber an der Leine.
    Es ist einfach so, dass ich hier wirklich ständig nach Joggern und Radlern und Kindern und pipapo Ausschau halten muss, wenn der Hund offline unterwegs ist - da ist Nebenbeschallung eher hinderlich :tropf:
    Außerdem dirigiere ich ja den Hund mit meiner Stimme, da will ich schon selber hören, was und wie ich was sage :D Musik hören kann ich den ganzen langen lieben Tag daheim, da muss ich das nicht in Wald und Flur auch noch haben.

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    Das Thema Blindenhunde finde ich unheimlich interessant, deshalb schließe ich mich mal mit einer Frage dazu an. Blindenhunde müssen ja solche Individualisten sein, dass sie im Zweifelsfall einen Befehl des Halters ignorieren und sich anders entscheiden. Wie bekommt man das schon bei der Welpenauswahl raus? Oder wird ein Hund, der diese Eigenschaft nicht mitbringt, eventuell nach monatelangem Training "aussortiert"?


    Ich kann nur für "allgemeine" Behindertenbegleithunde sprechen. Die machen ganz normal die Ausbildung, gute Hunde gehen direkt beim Behinderten in die Selbstausbildung und werden durch entsprechende Trainer "nur noch" begleitet als wirklich 2 Jahre BEIM Trainer als Patenhund zu leben und dort komplett vorher ausgebildet zu werden. Aber es kommt immer mal vor, dass während der Ausbildung die Hunde sich nicht als geeignet erweisen. WANN aussortiert wird, entscheidet ja der Ausbilder, aber wenn das geschieht sind es ganz normale "Familienhunde", für die eben eine neue passende, adäquate Familie gesucht wird.

    Die Auswahl des Welpen ist dennoch immer Glückssache, die haben ja nun keinen Zettel auf der Stirn :lol: Aber natürlich haben Trainer/Ausbilder bevorzugte Züchter und entscheiden sich mitunter auch für Mischlinge zweier Rassen, die generell als Behindertenbegleithunde ausgebildet werden.

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    äh :???: So genau hab ich noch nicht nachgeschaut, aber ich glaube sowohl als auch.


    ...und Balto, erklär doch mal mit der Rangfolge.

    Mit Rangfolge hat des nix zu tun. Genau DRÜBERmarkieren bezeugt Interesse am anderen intakten Geschlecht ODER die Paarbindung (was bei Hündin und Mann nicht ungewöhnlich ist) und das DANEBEN markieren ist einfach das "und ich war hier auch".

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    Aber wie krieg ich das endlich mit der Straße hin? Hab ihn zwar im Straßenverkehr immer an der Leine - aber wenn doch mal was ist...

    Danke für eure Hilfe!

    Also wir haben die Bordsteinkante als Sichtsignal aufgebaut. Ich bin mit angleintem Hund zum Straßenrand hin, rüber die Kante, hab bestätigt, dass er drauf bleibt, wenn er übertreten hat, habe ich ihn zurück gedrängt. Wenn wir liefen und er im Begriff war verträumt über die Kante rüberzulaufen, blieb ich in der Sekunde stehen, in der seine Pfote in der Luft hing, um auf die Straße gesetzt zu werden. Ich habe selbständiges Verzögern vor Bordsteinkanten bestätigt, habe Übertreten provoziert, hab Lecker auf die Straße fallen lassen (mit no reward marker für die falsche Entscheidung) und habe wieder kräftig belohnt, wenn der Hund AUF der Kante blieb. Irgendwann stand ich auf der Straße und konnte an der Leine ziehen, ohne dass Bokey den Bordstein übertreten hat. Er hat gelernt nur auf Signal die Kante runterzugehen - stehenbleiben, verzögern, warten tut er von allein. Das Training bestand aus vielen kleinen Dingen, Bokey ist ein ruhiger Geselle, der nicht vorprescht und überall erster sein will - die Kombination aus Bewegungseinschränkung, Provokation, um Fehler erstmal überhaupt zu machen, um zu verstehen, was falsch ist, und das Bestätigen von mehreren eigenen Verhaltensweisen haben das Training abwechslungsreich gestaltet - der Hund hatte nie angst, hatte nie gemieden, hat immer gewusst, dass auf Anspannung Entspannung folgt und nach wenigen Wochen war die Sache gegessen. Was aber dennoch nicht davon entbindet, die Augen trotzdem offen zu halten :D

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    Noch eine Frage...
    Was bedeutet es "in Hundesprache" wenn ein Hund den anderen mit der Pfote "anditscht"? Also mit der Pfote anstubsen... Ist das Spielverhalten oder eher eine Frechheit?


    Kommt auf die Situation an. Im laufenden Spiel kann es aufmerksamsheischend sein oder um Dynamik rauszunehmen. Kommt sowas in normalen Begegnungen vor, ist es mehr Bewegungseinschränkung bzw. das "hey bleub mir fern", rempeln ist eher eine Frechheit.

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    Ich dachte kastrierte Rüden haben diese "Paarungslust" nichtmehr

    och, meiner schon :D kastriert mit 2,5 Jahren - jetzt ist er 7,5. Interesse hat der an JEDER Hündin, die auch ihm zugetan ist. Hundi zieht auch das komplette Sexual-Programm durch (mit decken, wenn man ihn ließe) - er ist aber im Endeffekt gehemmter, ansprechbarer, kontrollierbarer, als so manch liebestoller intakter Rüde :hust:

    Nahrungsprägung :D wäre da vielleicht ein Thema

    Gewisse rohe Sachen packt mein Hund auch nicht an. Komplette Wachteln oder Hasenköpfe gehen z.B. ganz schlecht bis gar nicht, mit überbrühen schon.

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    Meiner Meinung nach hat ein Hund mit maximalem Gehorsam maximale Freiheit.


    Geh ich mit dir konform :D

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    Bsp.: Abrufen, kann ich meinen Hund immer abrufen kann ich ihn auch fast überall offline laufen lassen (augenommen Stadt, Parks wo Hunde nicht offline laufen dürfen etc).....


    Mein Hund läuft auch in "verbotenen" Zonen frei - ich entscheide, ob ich mich darüber hinwegsetze, ich entscheide, ob ich jene Bereiche überhaupt aufsuche. Es macht für uns keinen Unterschied, ich und er verhalten uns nicht anders, wenn wir von einem leinenfreien in ein Leinenzwang-Gebiet kommen - Bokey's Gehorsam ist überall gleich. Belästigen oder gefährden darf er nichts und niemanden - egal wo. Ich kann mir aber auch erlauben da relativ entspannt ranzugehen, da er kein ambitionierter Jäger und von seiner Grundeinstellung her ein ausgeglichener, ruhiger, abwartender Geselle ist, der meine Anweisungen nicht in Frage stellt :D