Beiträge von Estandia

    Zitat

    Sparky legt sich nach ein paar Minuten vor die Tür, macht einen entspannten Eindruck und fängt dann irgendwann an zu jaulen. Obwohl ich das bei den letzten Malen gar nicht so weit hab kommen lassen.

    Es gibt ein, wie ich finde, sehr aufschlussreiches, interessantes Kapitel über "Trennungsangst" in dem Buch "Verhaltensfragen" von Jean Donaldson. U.a findet sich dort ein "Trainingsplan" zum AlleineBleibenTraining und gute Erklärungen zum Stresslevel und wie der Hund nicht in Stress gerät etc. pp. Ich fand es echt lesenswert und für "im Hinterkopf behalten" sehr wertvoll :smile:

    Zitat

    Habt Ihr täglich trainiert?


    Nein. Also nicht in dem Sinne wirklich explizit trainiert, wenn ich Müll runterbringen musste, hab ich das einfach getan ohne auf den Hund zu achten. Der war sowieso nicht so aktiv und gestresst, dass er mir überall hin nachgelaufen wäre. Wenn ich die Tür aufgemacht hab, hat er das manchmal gar nicht mitbekommen. Er stand zwar wartend dahinter, wenn ich wiederkam, aber er machte deswegen kein Fass auf.

    Zitat

    Und wie lange hat es gedauert bis Euer Hund (sagen wir mal) 4 Stunden alleine bleiben konnte?


    "Getraut" ihn zu lange allein zu lassen hab ich mich, glaub ich, nach einem halben Jahr. Vorher war's einfach nicht nötig gewesen. Er kam ja mit ins Büro und auch sonst war er überall dabei.

    Zitat

    In wieviel Minuten-Schritten habt Ihr das Training gesteigert? (von variabler Dauer mal abgesehen)?


    Ich würd sagen in 5 Minuten Schritten. Je nachdem wie lang meine Mini-Besorgungen immer gedauert haben. Ich konnte es nicht wirklich steuern, da ich nicht explizit fürs Training raus gegangen bin und dabei auf die Uhr geschaut hab. Manchmal ließen sich Dinge schnell erledigen und manchmal dauerten sie etwas länger. Ich hab aber alles ohne Hast erledigt und wenn ich heimkam war das keine große Sache und es tat mir auch nicht "leid" aus Versehen länger weggeblieben zu sein.

    Zitat

    War Euer Hund dabei entspannt und hat geschlafen oder war er entspannt aber in Warteposition?


    Ich hatte es mal gaaaanz am Anfang gefilmt. Hund kam natürlich zur Tür und legte sich davor hin und wartete reeeeelativ entspannt. Er stand nicht auf, hechelte nicht, sabberte nicht, schwitzte nicht, warf keine Haare ab, sagte keinen Mucks und überschlug sich auch nicht, wenn ich wiederkam. Lief alles geordnet und ruhig ab. Danach verschwand er wieder ins Körbchen und war auch nicht aufgeregt, weil ich vielleicht gleich wieder verschwinden könnte. Ich hab mich auch überhaupt nicht um den Hund gekümmert, sondern mit dem weitergemacht, was ich vor dem Rausgehen getan hab.
    Mittlerweile schläft und frisst der Hund auch wenn ich nicht da bin, früher war er in "Warte- und Wachposition", heutzutage lass ich ihn mehrmals in der Woche allein, von ein paar Minuten bis zu ein paar Stunden, ganz unterschiedlich. Wir sind aber sonst den ganzen Tag zusammen, weil ich von zu Hause arbeite, er liegt im Wohnzimmer auf der Couch und ich bin im Arbeitszimmer.

    Ich bin, als ich den Hund bekam, aber auch gleich in eine gute Hundeschule. Zu dem AlleineBleiben-Training lernte der Hund halt parallel auch draussen allein zu sein, mal angebunden zu werden, mal Frauchen aus den Augen zu verlieren, mal "bleiben" zu können obwohl Frauchen woanders hingeht. Er hat so ganz nebenbei gelernt, dass das ALLES nicht so schlimm ist, obwohl es beim ersten Mal natürlich unangenehm für ihn war. Aber als Hund mit gutem Stressmanagement und einem eher ausgeglichenen, in sich ruhenden Wesen war das Training um ein vielfaches leichter und ging demnach viel schneller von der Hand, als ich es je erwartet hätte.

    Zitat

    Kann ein Hund von den derzeitigen Temperaturen bereits einen Schaden davontragen? (Hitzschlag etc?)
    Mir ist klar, dass mein langpelziger, mit ordentlich Unterwolle bestückter Hund mehr Probleme hat als ich, aber den letzten Sommer haben wir auch irgendwie überstanden (platt war er immer, er kann nicht gut bei Wärme).
    Ich kann mit meinem Hund auch alles machen, er kaspert gern mit mir herum und darf auch mal etwas gröber werden (Hände ankauen, Arme schnappen etc).

    Nun hab ich eben versucht mit ihm zu kaspern - Herr Hund schnappt mir plötzlich ins Gesicht und macht mit einem Mal einen großen Bogen um mich. Auf Locken kommt er dann extrem unterwürfig angekrochen, reagiert auch auf Streicheleinheiten normal bis vorsichtig - danach ist alles wieder in Ordnung. Ich war gestern sehr lange mit ihm in der Sonne mit zweitem Hund unterwegs; er war danach sehr fertig, die Abendrunde fiel entsprechend kurz aus, aber heut morgen war alles wieder okay.

    Hat er doch einen Schaden von der Hitze davongetragen? Wenn ihn das nun schon fertigmacht, was mach ich im Sommer mit ihm? :/

    Einen Sonnenstich können Hunde bekommen, die Symptome sind dieselben wie beim Menschen - mehr oder weniger stark. Ich glaub aber nich, dass das schon bei diesen Temperaturen passieren kann. Ich denk bei dir hatte der Hund ein anderes Problem, dass du womöglich gar nicht wahrgenommen hast. Als deutliches Signal hat der Hund nen Schnauzgriff (Maßregelung) angewandt, was ja beim Menschen eben ins Gesicht geht. Dafür spricht, dass danach wieder alles okay und "vergessen" war. Ein Sonnenstich dauert länger und der Hund weiss eigentlich nicht was so recht mit ihm passiert, manchmal sieht's auch wie ein epileptischer Anfall aus.


    *unterwegs mit Tapatalk*

    Zitat

    Weiß man, woran das liegt? Das würde mich nämlich schon interessieren...

    An der Körpersprache des einen und den erfolgreichen Übergriffen des Anderen - würd ich pauschal sagen.
    Der Angreifer hat die Erfahrung gemacht, dass sich dieser oder jener Hund leicht jagen (bzw. zu irgendeiner Aktion provozieren) lässt und es Spaß macht, also macht er weiter. Der gejagte Hund versteht die Welt nicht mehr, hat er doch eigentlich deutlich signalisiert, dass er keinen Kontakt möchte, nun muss er vorsorglich stärker reagieren und flüchtet sogleich oder zeigt viel stärker , dass er angst hat, weil "leichte " angst den Herankommenden nicht abgehalten hat ...

    Ich hatte auch so meine liebe Müh mit Gruppendynamik fremder Hunde :tropf:

    Ich kann dir nur raten, leine sie lieber einmal zu oft an und verhindere, dass sie flüchtet/flüchten kann. Natürlich ist es für sie unangenehm aber sie muss lernen auch eine andere Strategie zu entwickeln als die Flucht.
    Bring deine Maus mit möglichst gleich großen Hunden zusammen, nicht mehr als zwei auf einmal, damit sie sich adäquat mit allen auseinersetzen kann, auf Augenhöhe sozusagen.
    Die Anzahl der positiven/neutralen Kontakte muss anfangen zu überwiegen, das "Polster" an guten Erfahrungen muss einfach dicker werden als das der (wenigen) schlechten Situationen.

    Edit: Sowas kann man natürlich gut in einer guten Hundeschule üben oder sich auch erstmal zeigen lassen, vielleicht findest du sogar hier einige Leute, die mit dir spazieren gehen und üben würden :smile:

    Zitat

    Ich möchte Kyra beibringen, dass sie sich hinsetzt, wenn z.B. ein Fahrradfahrer kommt. Soll ich dann als erstes das Kommando "sitz" sagen und danach "Fahrradfahrer" oder als erstes "Fahrradfahrer" und danach das Kommando "sitz, welches sie ja schon kennt?!

    Sie soll zum Schluss den Zusammenhang verstehen.

    Sie muss den Radler erst registrieren. Es ist erstmal egal was sie tut, sprich sie an, verlang ein "Sitz". Beleg den Radler nicht mit einem Kommando, sonst musst DU ja ständig aufpassen, ob ein Radler kommt und es ihr "sagen". Sie soll von allein verstehen, dass der Radler das Kommando ist. Mit der Übung und der Kommandokette, wird sie den Radler bald als Sichtzeichen verstehen. Es ist nur wichtig, dass sie bei jedem Radler ein Sitz bekommt, dann kann sie schneller verstehen, dass ein Radler IMMER Sitz bedeutet.
    Probleme könnten sein, dass Kyra sich nicht oder auch (plötzlich) bei Radlern von hinten hinsetzt, welche du noch gar nicht mitbekommen hast. Sie könnte sich auch setzen, wenn Räder irgendwo stehen oder "nur" geschoben werden. Da müsstest du festlegen wann genau (welche Bedingungen stimmen müssen) Kyra sich hinsetzen soll. Auch kann ich mir vorstellen, dass sie andere behindert, wenn sie sich an Ort und Stelle hinsetzt, vielleicht müsste sie sogar noch einmal aufstehen, weil der eigentliche Radler dann an ihr vorbei will.