Beiträge von sinaline

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    Mhmm, die Tipps hören sich alle ganz gut an und ich muss sagen, mittlerweile geht es bei meiner Hündin echt schon ganz gut.
    Aber: Egal wieviel ich trainiere während des Gassiganges - und wir machen da so einiges, weil ich die Bindung ja auch festigen will - oder ob wir schon daheim üben und dann erst laufen gehen: Sie rastet trotzallem bei vielen Hunden noch aus. Vorallem bei Fremden. Es gibt hier in der Umgebung schon einige, mit denen kommt sie richtig super aus, sie wedelt schon von weitem - dabei ist sie vorher auf gerade diese Hunde wie eine Wilde zugeschossen.
    Sie stellt sich ins Geschirr, bellt, knurrt, läßt sich durch NICHTS ablenken etc.pp. Sie nimmt keinen Kontakt zu mir auf, stelle ich mich vor sie wickelt sie sich um meine Beine (an der Leine) und teilweise schnappt sie dann nach mir.
    Wenn ich sie am Geschirr packe genau das selbe, Schnauzengriff (würde ich ungern machen), wäre daher auch nicht angebracht, nachher sind meine Finger zwischen den Fängen, nee danke.
    Machen wir dann "kehrt" und laufen weg, bzw. einen Bogen, dann schaut sie ständig zurück auf ihren Hinterbeinen! und lässt sich nicht ablenken, bis der andere Hund schon gar nimmer zu sehen ist. Dann würde sie sich zum Leckerchen herablassen. Ich versuche ruhig und gelassen zu reagieren - mittlerweile - und auch wenn ich auf die Entfernung jemanden sehe ruhig zu bleiben, damit ich meine Angst nicht übertrage vor ihrem Betragen.

    Klare Ansagen, wie "Nein" oder "lass das" werden ignoriert. Dabei klappt das sonst ganz gut, daheim wie auch draußen ohne Ablenkung. Und man kann es eben nicht immer verhindern, anderen Hunden und HHs zu begegnen, auch wenn das bei mir nicht soo oft der Fall ist.

    Wenn wir öfters mit anderen Hunden in Kontakt treten, dann geht es auch. Daher möchte ich das mal erweitern. Denn sie ist zwar erstmal meist erst aggressiv - und das nicht aus Angst! - doch sobald der Andere zurückknurrt/bellt, unterwirft sie sich und will sofort spielen.

    Derletzt waren wir wo ganz anders, da ging es ganz gut, einige Hunde wurden von weitem schon verbellt und angeknurrt, doch auf die Hinterbeine stellen war nur ganz kurz dann war gut, andere - die sie auch nicht kannte - wurden sofort spielerisch begrüßt. Es mir halt nicht immer möglich ständig woanders spazieren zu gehen, zudem sind die Übungen ausführen da sehr anstrengend, weil es überall sooo gut riecht.

    Klar, jetzt mit der Zeit wird es besser. Mein Problem besteht glaub ich auch dran, dass die Bindung noch nicht soo gefestigt ist (naja nach knapp 6 Wochen etwas zuviel verlangt), in der Wohnung klappt es schon ganz gut. Wir machen auch die "schau"-Übung, solange keine Ablenkung da ist, kein Ding - auch draußen - doch sobald da was ist, vorbei.


    ...wie alt ist denn Deine Hündin?
    Du schreibst, das sie jetzt 6 Wochen bei Dir ist...das ist natürlich eine sehr kurze Zeit.
    ...es hört sich so an als wenn Du sie zu jedem Hund an der Leine lässt, ist das so?
    Deine Hündin scheint auch eine ganz Ungestüme zu sein...
    Vor allen Dingen hört es sich nach einem Leinenführigkeitsproblem an...ich würde dies an Orten üben, an denen etwas weniger Ablenkung herrscht...und dann langsam an belebteren Orten weiter ausbauen.

    Nach 6 Wochen kann man natürlich nicht verlangen, das der Hund top auf Dich hört.
    Es kommt auch auf das Alter an, wie Du den Hund führen solltest...deshalb meine Frage.
    Erzähl noch etwas mehr von deiner Hündin und Euren Tagesablauf.

    @Schopenhauer...Danke für die ausführliche Erklärung, :smile: ich habe es mir schon denken können...und ich bin mir sicher, das ich in diesen Situationen bestimmt mehrmals falsch bestätigt habe...es ist schon einige Zeit her und leider kann ich mich nicht an alles erinnern aber hier und da kommt mir Deine Darstellung bekannt vor.

    Ich denke ich habe auch selber bemerkt, das sich Fehler eingeschlichen haben und habe irgendwann damit aufgehört mit Leckerchen und Lob zu agieren...und bin dann wie im Eingangsbeitrag beschrieben anders vorgegangen.

    Ich werde zukünftig nur so bestätigen wie Staffy es beschrieben hat...und vor allen erst dann wenn ich weiß,das sie entspannt ist...also wenn der fremde Hund auser Reichweite ist und sie sich zur Entspannung schüttelt.


    @Staffy...auch Dir vielen Dank für Deine Punktgenaue Erklärung, das hat mir sehr viel gebracht :gut:

    @asterix99...Du hast genau erfasst, was meine Frage war...Danke für Deinen Tipp. :smile: Ich werde mir den Thread in einer ruhigen Minute zu Gemüte ziehen...ich glaube ich hab ihn schon mal gelesen, aber nur oberflächlich...jetzt ist die Zeit, das ich so eine Methode anwenden könnte.

    @Fräuleinwolle...Dir sag ich nochmal meinen besonderen Dank...vor allen dafür, das Du einen "Gang zurückgeschaltet" hast ;) ...Du hast mich auch zum Nachdenken gebracht...aber klare (auch negative Signale ohne Gewalt) Regeln werden auch weiterhin unseren Alltag begleiten.
    ...bleib weiter so positiv und Du wirst noch Andere von der überwiegend positiven Konditionierung überzeugen können. :smile:

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    Ich denke auch, das die meisten bei solchen Situationen viel zu spät reagieren. Wenn der Hund schon auf 180 ist und in der Leine steht, kann ich natürlich nur nch sehr wenig erreichen, sei es aversiv oder positiv. Bzw der jemweilige Reiz muss sehr groß sein.
    Deshalb habe ich mit großen Abständen gearbeitet und da den Ansatz (knurren,fixieren) bestraft, bzw unterbunden.
    Sei es verbal, griff ins Halsband oder Schnauzengriff, je nachdem ,wie intensiv es sein musste.

    Bei "ruhig vorbeigehen" arbeite ich auch mit einem Schausignal und/oder Fuß. Dann kann ich das anloben. Denn ich finde es schon wichtig, gerade im Übergang, dem Hund deutlich dem Unterschied zu zeigen, zwischen das ist erlaubt und das nicht.
    Wenn ich merke, dass mein Hund nicht sonderlich aufgeregt ist, dann arbeite ich auch mal "nur" mit Bogenlaufen und den anderen Hund ignorieren.


    Ja stimmt schon Alles...aber erzähl das mal einem blutigen Anfänger wie mir damals :/
    ...deshalb ist es ratsam von Anfang an eine Hundeschule zu besuchen oder einen Trainer zu beauftragen, wenn man merkt, da ist etwas im Argen.
    Ich war mit meiner Hündin nur in der Welpenschule ...hätte ich gewußt , das so ein nervöser, hibbeliger Hund ein Kandidat für den ersten Platz in der Leinenagressionsliga ist, hätte ich anders gehandelt.
    Von soetwas wird so gut wie nie in Anfängerbüchern geschrieben...außer das dort steht: "führen Sie ihren Hund im Komando "bei Fuß" an dem anderen Hund im leichten Bogen vorbei"...der Witz dabei ist ja auch noch ...es stimmt sogar...der Hund hat das Kommando "bei Fuß" auszuführen...tut er es, passiert nichts...führt er das Komando nicht korrekt aus, kann ein solcher Kandidat ausbrechen :roll:

    ...tja und die Sache mit der positiven Konditionierung ist für einen Anfänger (auch wenn er sich gut informiert) nicht gerade einfach...man muß sich Quasi alles erstmal erarbeiten...Theorie und Praxis sind auch hier zwei verschiedene Welten.

    Wie gesagt, natürlich setzt man viel zu spät mit dem Training an...sonst würde es gar nicht zu einer Leinenagression kommen.
    Ich hab früher nur über Konditionierung, Aversion, Teritorium...den ganzen positiv und negativ Kram, Agressionsarten, Erziehung, Verhalten usw nur gelesen...aber so richtig was drunter vorstellen, konnte ich mir nicht....

    Ja erklären lässt sich viel, aber man muß es erleben, sonst versteht man Nichts.

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    Sagt mal, nur weil es mir gerade einfällt und hier so halb dazu passt:
    Ist euch schon mal aufgefallen, dass müde Hunde kaum leinenaggressiv sind? Ich kenne mittlerweile ein paar Beispiele, wo die HH ihren Hund vor dem spazierengehen ein paar Suchspiele machen lassen, zwei drei Tricks üben und dann erst losgehen. Da hat sich innerhalb kürzester Zeit das Thema Leinenaggression erledigt gehabt.
    Ob´s jetzt wirklich an der Müdigkeit/Auslastung liegt, oder an der intensiven Zeit miteinander vor dem Spazierengehen kann ich nicht sagen, aber es scheint zu klappen.
    War das Zufall oder ist da was dran?


    Da iat schon was Wahres dran...sicher ist es so, das ein körperlich ausgelasteter Hund weniger daran "interessiert" ist körperlich "Höchstleistungen" in Sachen leinenagression zu bringen...aber erstens müßte ich meine Hündin 3 Stunden an einem Stück losfegen und zweitens ist sie zum beginn der Leinenagression ein Junghund gewesen mit einer Ausdauer, die auch 3 Stunden laufen nicht aufgefangen hätte (die Energie reicht IMMER :D ).
    3....es dann wieder auf einem zu hohen Überregungslevel kommt ( durch übertriebene Beschäftigung)

    Ich lasse sie morgens circa 1- 1 /2 Stunden sich auslaufen toben, mit andere Hunden spielen...ect.
    nachmittags oder abends wird ne Runde im Garten gespielt, Suchspiele gemacht ...abends ein kurzer Gassigang...der Rest des Tages läuft sehr ruhig ab.


    Aber eines stimmt schon...ich denke hibbelige, nervöse, Energiereiche Hunde neigen schneller zur einer Leinenagression (natürlich nicht Alle)


    ...aus diesem Grund heraus versuche ich den negativ aufgebauten Signalablauf wieder positiv umzuwandeln...um ein erneutes aufgebautes "Aufregen" zu verhindern und so wieder im Kreislauf der Leinenagression zu landen...das ist mein Endziel.

    Deshalb hab ich den Thread gestartet um zu sehen wo ich Fehler bei der positiven Konditionierung gemacht habe

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    AH, ok, jetzt ja !

    Ich würde, wenn sie sich benimmt und ruhig mitgeht, gar nichts machen. Selber ruhig, souverän weitergehen und nachher, wenn du wirklich aus der Situation raus bist, der andere Hund weg ist, dann würde ich ein entspanntes, freudiges "Haste toll gemacht" sagen.

    Wenn du sie in der Situation ansprichst, lobst, dann weißt du erstens nicht, wo sie gedanklich ist (vielleicht ist sie kur davor loszukläffen und du belohnst den Gedanken) und zweitens reagieren die meisten Hunde auf die Ansprache und gehen doch nach vorne.

    Ich würds ein bisschen testen. May be, daß du mit einem weiterlaufen und nachher loben am Besten fährst. Kann auch sein, daß du z.B. die Richtung wechselst, einen Bogen läufst und sie verbal freundlich dabei mitnimmst (im Sinne von "komm, hier längst, ..."

    Gruß, staffy


    DAAANKE...mit dieser Antwort kann ich sehr gut was anfangen...puh, das war eine schwere Geburt :D

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    Was lustig ist und mir auffällt: Hat jemals jemand vor der Leinenaggression seinen Hund fürs ordentliche Verhalten gelobt?

    DOCH... ganz klar...hab ich...seitdem Zeitpunkt, an dem ich bemerkte, das meine Hündin absolut auf fremde Hunde fixiert war...hab ich sie fürs angucken und "hier" belohnt...ja vielleicht an einem falschen Zeitpunkt...ist ja schon ein Jahr her...ich weiß es nicht mehr genau :???:

    Ich weiß, was Du meinst @Fräuleinwolle...ich denke aber das ich ein positives Bestätigen beim vernünftigen Vorbeilaufen eines fremden Hundes zwar verstärken kann...ABER die immernoch VORHANDENE AUFREGUNG genauso...mein Ziel ist, das sie RUHIGER vorbeigeht, denn nur so kann sich ein langfristiger Erfolg meiner Meinung nach zu verbuchen sein.
    ...ist sie aber aufgeregt (und geht trotzdem ohne Pöbbeln weiter) und ich bestätige dann mit Lob oder Leckerchen... kann sich die Aufregung genauso manifestieren und vielleicht irgendwann wieder steigern.

    ...vielleicht mach ich mir wieder zu viel Gedanken :???:

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    Hallo Sinaline!

    Ich habe ganz ähnliche Erfahrungen gemacht mit meiner Großpudelhündin. Nur das sie noch nicht ausgerastet ist, aber wir waren auf dem Weg dorthin.
    Es fing auch an vor der Haustür, als sie zum ersten mal, als ein Hund vorbeiging und sie anmachte, dasss sie aufeinmal nach vorne ging und "zurückkotzte" :???: Kannte ich gar nicht von ihr.
    Das baute sie dann aus und ich habe auch versucht, sie mit Lecker an Hunde vorbeizulotsen. Ohne wirklichen Erfolg. Als sie dann mal sogar eine Golden, der noch weit weg war und nicht mal unseren Weg gekreuzt hätte und in meine Augen auch kein agressives Verhalten zeigt, anknurrte, habe ich ihr über die Schnauze gegriffen und drohend gesagt "tu das nie wieder".
    Seit dem gibt es auf Spaziergängen keinerlei Probleme mehr und in unserer Straße kann ich sie Fuß laufen lassen und es gibt dafür Lecker. Sie ist dann zwar noch etwas aufgeregt, aber sehr gut händelbar.

    Mir hat die Erfahrung gezeigt, dass man auch mal auf sein Bauchgefühl hören sollte. Mit Kindern würde ich auch Grenzen setzten.

    Wichtig ist bei sowas denke ich, eindeutig für den Hund zu sein, d.h. zeitnah eingreifen und in klaren Situationen.


    Danke für Deine tips :smile: ...aber Schnauzgriff führe ich nicht durch, hab ich auch nie...ich denke sie würde dann wieder im Verhalten "hochfahren"...zu Hause hat sie klare Regeln, die auch von ihr beachtet werden.