Hi 
bitte nehmt es mir nicht übel, aber nachdem sehr oft solche Themen kommen, möchte ich dazu ein paar einleitende Sätze schreiben.
Zuerst bezüglich Pubertät:
Ja, die Pubertät wird manchmal als Ausrede herangezogen, allerdings ist es sicherlich nicht so, dass das immer der Fall ist. Wenn Hunde in die Pubertät kommen, geraten sie völlig durcheinander, sind mit sich selbst "unzufrieden" und nicht mit sich im reinen. Sie wissen nicht was da vorgeht, sind verwirrt, können nicht deuten warum sie so viele unterschiedliche Dinge gleichzeitig wahrnehmen und und und...
Das ist natürlich nicht bei jedem Hund gleich stark ausgeprägt. Bei manchen stellt man wenig Veränderungen fest, bei anderen mehr. Es ist ja auch nicht jeder teenager ein hormongesteuerter Volldepp, aber manche eben schon 
Zweitens würde es mich persönlich freuen, wenn bei den Hunden mehr Augenmerk auf die Erziehung und Entwicklung gelegt werden würde und nicht großteils nur auf Ausbildung.
Hunde sind Lebewesen, die sich entwickeln, verschiedene Phasen - sowohl geistig wie körperlich - durchmachen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten unterschiedliche Zuwendung und Erziehungsmaßnahmen benötigen und nicht einfach nur funktionieren sollen.
Eben das macht ja sowohl die Erziehung als auch die Ausbildung eines Hundes so schwierig 
So, wie oben gesagt, machen Hunde bis zur ihrer sozialen Reife viele verschiedene Phasen durch. Ich versuche mal die wichtigsten hier aufzuzählen. (ich beginne ab der 8. Woche, nachdem die meisten Leute auf die Zeit davor sowieso keinen Einfluß haben)
- Die Welpenzeit (oft fälschlicherweise Prägungsphase genannt)
diese dauert grundsätzlich bis zur 18 Woche (über gewisse zeitliche Abweichungen kann man diskutieren). Alles was ein Hund bis zur 16ten Woche erlebt, ist unwiderruflich und unlöschbar in seinem Gehirn verankert. Egal ob positiv oder negativ. Jetzt ist es wichtig dazu zu wissen, dass die Stresstoleranz ab der 12ten Woche kontinuierlich sinkt und mit der 16Woche den Nullpunkt erreicht hat, der für ca. 2 Wochen anhält. Das heißt, in dieser Zeit (16-18. Woche) wäre es wichtig, die Ausbildung mal entwas außen vor zu lassen, den Hund vor negativen Einflüssen zu schützen und gut im Auge zu behalten. Leider beginnen die meisten genau zu diesem Zeitpunkt eine HuSchu zu besuchen.
Das ganze ist dann aber nicht so einfach, weil sich um die 14-16 Woche der Jagdtrieb zu entwickeln beginnt. Deshalb würde ich den Hund ab der 16ten Woche einfach an der Leine lassen.
- Die Junghundezeit
schließt an die Welpenzeit an und dauert je nach Rasse bis zum 12. - 18. Monat. Wichtige Phasen wären hier eine erneute Null-Stresstoleranz im Alter von 6 Monaten (diese Zeit wird öfter in der Literatur erwähnt und als Angstphase bezeichnet) für erneut ca. 2 Wochen. Hier wäre selbes Verhalten w.o. angebracht.
Dann natürlich die Pubertät. Hier ist viel Einfühlungsvermögen gefragt, bei gleichzeitigem aufzeigen der Grenzen. Der Hund wird viel ausprobieren, testen ob Kommandos und Grenzen auch wirklich gültig sind, wird versuchen sich gegen erwachsene Hunde zu stellen, wird abgelenkt sein, sich für Hinterlassenschaften anderer Hunde zu interessieren usw.
Mit dem (je nach Rasse) 12-15. Monat kommt nochmals eine kurze Phase, in der der Hund sehr viel Input seiner Umwelt aufnimmt und die ersten schlechten Erfahrungen der vorigen Phasen beginnen sich bemerkbar zu machen.
- Das erwachsen werden
Die Hunde werden (rasseabhängig) zw. 18 Monaten und 2 Jahren erwachsen. Das heißt, man freut sich, dass Erziehung und Ausbildung gut geklappt haben, der Hund zeigt tolle Eigenschaften und sollte den Umgang mit anderen Hunden, Menschen und der Umwelt gut verkraften. Abgesehen von eventuell auftretendem Territorialverhalten gibt es da nicht viel zu beachten.
- Die soziale Reife
Wieder rassabhängig tritt diese zw. 2,5 und 4 Jahren ein. Der Hund ist geistig "fertig", und hat zu dieser Zeit nochmals ein Input-Output-Fenster mit Null-Stresstoleranz. Das heißt, die schlechten Erfahrungen von früher brechen jetzt aus und es ist nochmals darauf zu achten, dass der Hund nicht überfordert wird.
Das ist im übrigen der Grund, warum die meisten Hundehalter "plötzliche" Verhaltensäderungen beim Hund bemerken und auch die meisten "Problemhunde" in diesem Alter sind.
Ist auch diese Phase gut überstanden, kann man sich über einen angenehmen, problemlosen Begleiter freuen.
Ok, ich gebe zu, das ist recht lang geworden, aber ich halte es gerade für wichtig, darüber aufzuklären. Wer diese meinung nicht teilt, kann diesen Beitrag gerne überlesen 
Als Tip zum eigentlichen Eingangsbeitrag:
In dem Alter, in dem dein Hund jetzt ist, kann auch positiver Sress (also erwartungshaltung, Aufregeung durch training und solche Dinge) den Hund schnell überfordern, und der Hund gleitet dann in teilnahmslosigkeit ab.
Mach langsamer, gib dem Hund Zeit und Ruhe und du wirst sehen, in ein bis zwei Wochen geht alles seinen gewohnten Gang mit Ausbildung und Gehorsam. Übe jetzt wenige Minuten pro Tag mit ihm, erwarte nichts und lobe auch bei Kleinigkeiten (die er ja "eigentlich" kann und die schon vorausgesetzt werden) viel.
Der Hund wird es dir später danken 