Beiträge von Sleipnir

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    Dein "Jäger" erlebt Euch m. M. als "funktionierende Einheit" in einem fest umrissenen räumlichen Gebiet und "direkt vor der Haustür" wird nicht gejagt, dazu gibt es extra Jagdausflüge mit allen zusammen.

    Das ist ein interessanter Erklärungsansatz...in dieser Richtung hatte ich auch schon mal gedacht...
    Trotzdem bleibt das für mich ein spannendes Thema, eben weil Janosch da absolut zwischen zwei Extremen pendelt...der liegt den ganzen Tag völlig entspannt irgendwo rum und döst...spielt mal ne Runde mit Emma und das wars...und da ist überall Wild in der Umgebung, auch nah an der Hütte...du nimmst die Leine in die Hand...machst dich auf den Weg zum Spaziergang und keine 20 Meter von der Hütte entfernt ist der schon völlig im Jagdmodus und will stöbern gehen...
    Es wäre wirklich interessant zu wissen ob das wirklich ne ganz feste Verknüpfung ist, oder ob er nicht doch irgendwann alleine losziehen würde wenn wir wirklich dauerhaft da wären...

    Jetzt haben ja viele noch einen anderen Aspekt hinzugebracht, nämlich dass der Hund nicht hoftreu ist, sondern so besitzerfixiert, dass er aus diesem Grund das Grundstück nicht selbstständig verlässt...
    Ich überlege gerade...ist das wirklich ein Unterschied?
    Wir spinnen das ganze mal weiter...das Haus mit dem uneingezäunten Grundstück ist kein Ferienhaus, sondern ihr wohnt dort...es ist das Zuhause des Hundes.
    Würde der Hund euch dann immer noch folgen wenn ihr zum Einkauf fahrt oder zur Arbeit?
    Ich weiß...das ist ne absolut theoretisch konstruierte Situation, da kaum jemand von uns so wohnt...ich frag mich allerdings was es mit dieser Hoftreue wirklich auf sich hat?
    Wie war es möglich Hunde dahingehend zu selektieren, dass sie ganz automatisch, ohne jedes Training ein Stück Land nicht verlassen, dass viel, viel kleiner ist als das natürliche Streifgebiet eines Hundes? Und das eine natürliche Hoftreue für den Hund als Art insgesamt eher ungewöhnlich ist, dass zeigen ja all die Hunde die auch mit viel, viel Training jede Chance nutzen um trotzdem alleine auf Streifzüge gehen!
    Sind Hunde, die hoftreu sind in der Tendenz vielleicht eher unsicher und unselbstständig und trauen sich vielleicht gar nicht alleine loszuziehen? So würde ich das nämlich bspw. bei Emma einschätzen. Sie ist ein eher unsicherer, sehr führerbezogener Hund, die alleine, ohne uns, gar nichts mit sich anzufangen wüßte.
    Aber was ist mit Janosch...der ist selbstständig, der versucht sich bei jedem Spaziergang in wildreichem Gebiet aus dem Staub zu machen...der wüßte sich die Zeit zu vertreiben, der würd nämlich jagen gehen...
    Warum kann ich aber auch ihn an einer Hütte, direkt am Waldrand, am Anfang eines super interessanten Jagd- und Streifgebietes, völlig unbeaufsichtigt den ganzen Tag laufen lassen ohne das er auch nur das kleinste Anzeichen zeigt sich selbstständig zu machen...
    Wo ist da der Jagdtrieb, der mich auf den Spaziergängen manchmal die Haare raufen lässt?

    Ich finde diese Hoftreue ziemlich spannend...insbesondere, weil einige Hunde das ja natürlichweise mitbringen (das Paradebeispiel ist wohl der Spitz) und man anderen Hunden das auch mit viel, viel Training nicht beibringen kann.
    Meine Gassihunde (zwei Foxhounds) würden z.B. JEDEN unbeobachteten Moment nutzen um sich selbstaständig zu machen...da könnte ich trainieren bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.
    Emma (Ca de Bestiar)ist hoftreu, hätte ich bei ihr aber auch nicht anders erwartet.
    Bei Janosch (Setter-Labrador-Hovawart-Mix) bspw. hätte ich es nicht erwartet. Er hat einen starken Jagdtrieb, ist draußen recht selbstständig und entfernt sich auch ganz gern mal aus meinem Blickfeld...aber auch er ist 100% hoftreu...müssen wohl die Hovawart-Gene sein... ;)
    Die Eltern meiner Freundin haben nämlich ne Jagdhütte in absoluter Alleinlage am Wald, da sind wir im Sommer öfter mal am Wochenende und obwohl ich nie etwas in diese Richtung trainiert habe und die Hunde teilweise stundenlang unbeobachtet sind hat sich da noch keiner meiner Hunde mehr als 100,150 Meter weit von der Hütte entfernt...finde ich irgendwie faszinierend...

    Stellt euch folgende Situation vor:
    Ihr macht Urlaub in einem Ferienhaus...Ferienhaus liegt in absoluter Alleinlage am Waldrand...Grundstück ist nicht eingezäunt...Terassentür den ganzen Tag offen...
    Würde euer Hund irgendwann die Gunst der Stunde nutzen und alleine losziehen oder würde er dableiben?
    Wäre nett, wenn ihr dazuschreiben würdet um welche Rasse es sich handelt und wenn ihr der Meinung seid, dass euer Hund dableibt, dann würd mich noch interessieren, ob ihr das irgendwie trainiert habt oder euer Hund diese "Hoftreue" natürlicherweise mitbringt!

    Ich glaub das kommt auch ein bisschen auf den Hund an! Ich hab zwei ziemlich territoriale, in der Tendenz hoftreue Hunde...die könnte ich mit zwei gespannten Flatterbändern begrenzen...
    Nebenbei zwei Foxhounds als Gassihunde...deren Garten müsste gesichert sein wie Ford Knox...ansonsten würden sie sich kaputtlachen, den Zaun niederwalzen und allein spazieren gehen... :D

    Hm...so richtig sinnig finde ich es glaub ich nicht... :???:
    Ich hätte die Befürchtung, dass das nur solange klappt wie der Hund "sein" Mäuseloch nicht interessanter findet...
    Was ist denn die Konsequenz wenn er nicht kommt...eigentlich doch keine?!
    Ich würd das wohl über das normale Grundgehorsamstraining(abgesichert mit einer Schleppleine!) versuchen...

    Zitat

    Viel mehr Sorgen mache ich mir um die bewußt oder unerkannt durch den Auslandstierschutz angeschafften Herdenschutzhunde. Da seh ich viel mehr Gefahren auf uns zukommen, als sie je von Pit, Staff & Co. ausgingen.

    Mein Lieblingsthema... :D
    Nee...damit haste schon vollkommen Recht...das ist echt eine absolute Katastrophe...ich bin da ja selbst betroffen...die angeblichen Labradormischlinge aus Mallorca, die sich in Wirklichkeit als Ca de Bestiar-Mischlinge herausstellen und vom Labrador soweit entfernt sind wie die Erde vom Mond sind schon ne heiße Nummer... :lol:
    Aber das ist ein anderes Thema...

    Ich glaube auch, dass du gute Chancen hast, dass das Alleinsein euer geringstes Problem werden wird.
    Die wenigsten "Südhunde" haben irgendwann mal innerhalb einer Familie im Haus gelebt, sondern viel eher an der Kette, im Zwinger oder auch auf der Straße. Von daher kennen diese Hunde es gar nicht, dass ständig ein Mensch um sie herum ist und Alleinsein, vor allen Dingen mit einem anderen Hund zusammen, ist für sie eine völlig normale Lebenssituation!
    Es mag da mit Sicherheit ganz viele Ausnahmen geben, aber ich persönlich hab diese Erfahrung, auch im Bekanntenkreis schon mit mehreren ehemaligen Tierschutzhunden gemacht!