Beiträge von milospeed

    Auf in die Haende klatschen :D

    Mein Freund hasst Ungeziefer (Motten, Muecken), und der Milo hat sie zum Fressen gern. Deshalb haben die beiden Jungs inzwischen Arbeitsteilung eingefuehrt: Milo sichtet den Feind, mein Freund klatscht, trifft nicht, klatscht wieder, trifft wieder nicht, die Motte versucht ihr Glueck im Sinkflug, geraet in Milos Reichweite und :rip:

    Seither, wenn einer klatscht, kommt er angewetzt wie die (Kammerjaeger-)Polizei.

    Hm, also wenn die Frau bis vor kurzem noch Angst vor Hunde hatte und beide noch gar keine Erfahrung haben, würde ich auch eher einen älteren Hund vorschlagen.

    Ich hab nen Spaniel-Mix (ist vermutlich sogar ein Cavalier drin) als kleinen Welpen bekommen, und kann nur sagen: Rakete! Ich war zwar auch nicht welpen- aber zumindest ein bisschen hundeerfahren, doch mit so nem Pulverfässchen auf vier Beinen hätte ich nie gerechnet. Auch wenn's ein reinrassiger werden soll, ist so ein Welpe für den unerfahrenen Laien doch fast immer ne kleine Wundertüte.

    Es gibt in den Tierheimen doch auch so viele liebe, ältere Hunde ohne Macken, bei denen zum Beispiel die Besitzer gestorben sind. So wie hier, die Kleine wär doch echt Zucker für Anfänger:
    http://www.tiere-in-not-odenwald.de/con/cms/front_…t=42&idart=1009

    Ach ja, unter Resourcen verteidigen haben wir im Flegelalter auch gelitten. Besser gesagt ich, weil ich mich allein schon durch die Tatsache, dass mein Hund mich anknurrte, wie ein Totalversager gefuehlt habe.

    Irgendwann wurde mir das Vermeiden (geht ja fast nicht, wenn der Hund draussen jeden Fitzel Muell findet) und Tadeln-ohne-den-Hund-zu-bedrohen (das machte es nur noch schlimmer) dann zu bloed. Was hab ich gemacht? Als er wieder geknurrt hat, hab ich ihn von unten an den Lefzen gekitzelt, gelacht und irgendwas Albernes wie "Kutschiku" gesagt. Das passte so gar nicht in seine Erwartungshaltung. Hund war gleichzeitig so verdattert und angetan, dass er sofort das Ding losliess und mich zum Spielen auffordern wollte. Ab dem Moment war mir klar, dass er seinerseits auch nur bluffte und ihm das Ding (war ein Stueck Pizza oder sowas) gar nicht sooo wichtig war. Vor allem habe ich gemerkt, dass er sich stark an meiner Stimmung orientiert und ich ihn damit wunderbar lenken kann. Bin ich locker und amuesiert, passt er sich sofort an. Tue ich so, als sei es das Normalste der Welt, ihm fettige Hamburger von der Strasse aus dem Rachen zu puhlen, zieht er ebenfalls mit und tut keinen Mucks. Haette ich von Anfang an so gehandelt, haette ich mir bei diesem opportunistischen Muster-Exemplar sehr viel Kopfzerbrechen erspart.

    Das soll jetzt um Himmels willen keine Anleitung zum Nachmachen sein (bei manchen Hunden haett ich danach bestimmt im Krankenhaus gelegen). Aber ich hab halt in dem Moment auf mein Bauchgefuehl gehoert (wie es jennja auch schon geschrieben hat), und es war bei meinem Hund absolut richtig. Praktisch alles, was dieser Hund tut, macht er naemlich nur, "weil er es kann", und nicht, weil es ihm die Welt bedeutet. (die Welt bedeute ihm ja ich, und das ist ganz gut so).

    Ich wuensch dir, dass du diesen Bauch-Zugang zu deinem Hund auch findest und sich eure Missverstaendnisse bald in Wohlgefallen aufloesen werden.

    Zitat

    Ok, aber wenn ich in einfach nicht beachte, fängt sofort das Gefiepe und Gejammere an. Was tu ich dagegen?

    Ihn ignorieren. Ihm keine Aufmerksamkeit schenken. Kommando Platz, dann mit dem Fuss auf die Leine stehen, damit er nicht selbstaendig aufstehen kann, und konsequent weghoeren, wenn er fiept. Das ist die ersten paar Male schwer, aber dann wird es leichter. Meiner wuerde auch fiepen, wenn es ihm was bringen wuerde. Tut es aber nicht, drum laesst er es.

    Ich wuerd generell nicht so nen Tanz um ihn machen. So wie du es beschreibst, ist er an der Leine ja nicht aggressiv, sondern moechte eben seinen Kopf durchsetzen. Was passiert denn, wenn du ihm ein kurzes "NEIN" an den Kopf pfefferst und einfach stur mit ihm weiterlaeufst?

    Das Problem, dass das Umfeld den Hund total in den Mittelpunkt stellt, kenne ich auch. Mein Hund ist auch ziemlich suess und beliebt, weil er zu jedermann freundlich ist und ein paar charmante Tricks in petto hat, um Aufmerksamkeit zu bekommen (z.B. bellt er niemanden an, sondern jodelt so lustig, dass es einen fast zerreisst - ist den Leuten ja nicht bewusst, dass das im Grunde ein freches Einfordern ist).

    Ich weiss auch, wie schwer es ist, den Leuten klar zu machen, dass sie ihm genau dann keine Aufmerksamkeit schenken sollen. Da musste vor allem ich lernen, auch mal bestimmt und - im Notfall - unfreundlich aufzutreten und auf MEINEN Willen bestehen, dass der Hund jetzt naemlich mal nicht bespasst wird. Es gab da so ein paar Episoden, die mir im Nachhinein etwas peinlich waren (weil mir sowas generell schwer faellt), aber ich musste feststellen, nachdem ich eine gewisse uneinsichtige Dame in strengem Tonfall abgehandelt habe, war auch mein Hund sehr angetan von mir und himmelte mich den ganzen Heimweg ueber an, was er sonst nicht unbedingt macht. So ein Schleimer ;)

    Lass dich nicht unterkriegen und bausche das "Problem" nicht kuenstlich auf - mir scheint eher, dass dein an sich ja schon gehorsamer Hund mitziehen wird, wenn du generell bestimmter auftrittst, ihm weniger Bedeutung zollst und vor allem konsequent durchsetzt, was DU willst.

    Mach doch statt dem x-ten Hundeseminar mal eines fuer dich, so im Sinne von "Selbstbewusster auftreten". Oder so nen super-toughen Selbstverteidigungskurs. Es gibt unendlich viele Moeglichkeiten, an sich zu arbeiten, und am Ende profitiert ihr beide davon, wenn du dich besser behaupten kannst.

    Viel Glueck!!

    Zitat


    milospeed: was ist denn das für ein knuffieger Hund in Deinem Profilbild? Meiner sieht ganz ähnlich aus, hat nur kürzere Ohren. Die Mutter war ein kl. Münsterländer, Vater unbekannt.

    OT: Das ist der Milo :D

    Ja, er sieht deinem vom Gesicht her ziemlich aehnlich. Seine Ohren sind auch gar nicht so lang wie sie aussehen, er hat nur sehr lange Haare, der kleene Hippie =) .

    Was genau in ihm drin steckt, wissen wir nicht. Angeblich Cocker oder Cavalier King Charles Spaniel, sowie etwas Kurzbeiniges. Da dachten wir zuerst an JRT, aber inzwischen tendiere ich immer mehr Richtung Dackel(mix).

    Dein Muensti-Mix ist auch sehr suess!!!

    Sorry fuers OT!

    Hm. Ich seh da neben dem Kurzbeinigen, Langnasigen (JRT?) auch noch was sehr Kurzhaariges, Massiges drin...

    Vielleicht nen Franz. Bully oder Mini-Bullterrier?

    Das wuerde auch die Fledermaus-Ohren erklaeren.
    Dackel seh ich eher nicht, dafuer scheint mir sein Ruecken fast zu kurz, aber sieht man schlecht auf dem Foto.

    Suesser Hund!

    Zitat

    Na, er scheint ja immerhin ein Kinderfreund zu sein. Vielleicht bekommst Du so am ehesten Zugang zu ihm.

    Eben, vielleicht mag ja dein Sohn ihn mal ganz nett bitten, oder ihm erklaeren, wie wichtig es fuer so nen kleinen Hund ist, dass er Sozialkontakte hat.

    Weiss ja nicht, wie alt dein Sohn ist und wie er so drauf ist, aber wenn der Nachbar Kinder mag, koennen ihn vielleicht ein tief enttaeuschtes Gesichtchen und evtl. ein paar Traenchen wegen dem armen, einsamen Hundchen eher umstimmen =)

    Viel Glueck und toll, dass du nicht wegschaust!