Beiträge von milospeed

    Warum soll das jetzt so ein Drama gewesen sein? :???:

    Die Hunde waren frei, haben gespielt, und dann springt der Dackel den Goldi zweimal an und knurrt dabei? Mal ganz abgesehen von den ungleichen Kräfteverhältnissen las ich hier nichts von einer Beisserei, sondern von Anspringen und Anmosern.

    Klingt mehr nach Kindergarten als nach Ghetto-Prügelei.

    Liebe TS: Hak es ab und nimm es nicht persönlich, dass der Mann sich Sorgen um den Goldi machte. Du wirst am besten wissen, ob und wie bossy deine Hündin ist, und ob du dagegen etwas tun solltest (z. B. wenn's öfter vorkommt und du auch schon in sachlichem Ton darauf angesprochen wurdest) oder nicht (wenn z.B. der Goldi einfach distanzlos war und deine Dackeline ihn sich nicht anders vom Hals zu halten wusste).

    Wer beim Spazierengehen schon mal verdient oder unverdient angemeckert wurde, der hebe bitte die Hand ...

    leider hab ich nur zwei ;)

    EDIT: und lass dich hier nicht so in die Defensive drängen, das musst du doch gar nicht.

    Nicht jeder Hund ist ein duldsamer Schweiger. Wenn ich der Meinung wäre, mit Knurren hätte mein Hund schon ne wichtige Grenze überschritten, dann gut Nacht und byebye Milo...

    Mein Hund kann nicht anders, er muss sich mitteilen. Er freut sich - er jodelt und gurrt wie ein Täubchen. Etwas passt ihm nicht - er knurrt und murrt. Wenn er hungrig oder müde ist (der Klassiker: wir kommen abends heim vom Gassigehen, Hundi schläft fast im Stehen ein und knurrt vor sich hin, während ich ihm das Halsband abmache), knuttert er wie ein kleines Kind oder ein grantiger Opa. Wenn ihn unsere Putzfrau streichelt, vor der er etwas Angst hat, lässt er es sich gefallen, aber knuttert dabei. Dasselbe beim Tierarzt. Stellt man ihn zur Rede "hey, was ist denn?", leckt er einem die Hand. Es ist ja nicht böse gemeint, es gefällt ihm nur absolut nicht, er fühlt sich unwohl.

    Jo mei, was soll ich sagen. Ich bin genauso. Wie der Herr, so es Gscherr. Wenn ich müde bin oder unterzuckert, braucht man mich gar nicht ansprechen. Gebissen hab ich deshalb noch niemanden, und mein Hund auch nicht. Nicht mal ansatzweise.

    Milo und ich kennen uns jetzt seit fast zwei Jahren, und wenn ich eins weiss, dann dass er NICHT sang- und klanglos zubeissen würde. Man würde ihn laut und deutlich hören, und zwar lange. Und das ist gut so. Mittlerweile kann ich sogar anhand des Knurrens unterscheiden, wie ernst es ihm ist.

    Leises Knuttern - heisst: bin nicht begeistert, aber man kann mich noch vom Gegenteil überzeugen.

    Schrilles, genervtes Knurren - heisst: ICH WILL DAS ABER HABEN (das berüchtigte Stück Grill-Alufolie), BLÖDES FRAUCHEN, NIX DARF ICH!!!

    Bellendes Knurren (gegen fremde Hunde bzw fremde Menschen, die Frauchen zur Begrüssung anspringen bzw umarmen wollen) - heisst: he, bleib bloss weg, sag ich, hast du net gehört, heeee.....mist...na ja, ABER NÄCHSTES MAL, gell!!!

    Ich kann einen Hund bis zu einem gewissen Mass konditionieren und desensibilisieren. Aber dass ich ihn dazu erziehen kann, dass er Sachen, die ihm absolut nicht geheuer bzw unangenehm sind, okay findet und unkommentiert lässt, das kann ich bei einem temperamentvollen und etwas unsicheren Hund wie meinem nicht erwarten. Aus der Erfahrung mit ihm aber weiss ich, dass er das Unwohlsein bis zu einem gewissen Grad aushalten kann. Er wird dagegen motzen und stänkern, aber aufgrund seiner Erfahrung akzeptieren, dass das nun mal sein muss (Alufolie wegnehmen muss sein, Tierarzt muss sein, Filzbollen hinter den Ohren wegmachen muss sein).
    Und wenn mal was nicht sein muss (Angst- und Wehmachen durch fremde Menschen muss z. B. nicht sein), dann weiss er, dass ich das für ihn regle. Und wenn ich es nicht regeln würde, keine Ahnung was dann wäre. Bis jetzt mussten wir noch nie den Fall erleben, dass Milo so verzweifelt war, dass er sich nicht mehr anders als mit Beissen zu helfen wusste. In dem Fall hätte er übrigens meinen Segen.

    Kinder machen ihm übrigens keine Probleme - sie sind kleiner, nicht so bedrohlich wie Erwachsene, und wenn sie mal auf ihn drauftreten, über ihn drüberfallen oder am Schwanz ziehen: er steckt es weg, denn es macht ihm keine Angst. Mein Freund und ich sind in dieser Hinsicht leider manchmal auch ziemliche Grobmotoriker, und rein physisch ist unser Hund trotz seiner Grösse recht unempfindlich.

    Beispiel: Mein 10jähriger Neffe hat Milo mal aus Übermut laut schreiend in der Wohnung herumgejagt, mit ihm gerauft und ihn vor meinen entsetzten Augen sogar in den Schwitzkasten genommen. Reaktion vom Hund war: YEAH, nochmal! Nach 5 Minuten Toben drehte sich Milo um und ging, Reaktion vom Neffen war: Okay, dann gehst halt. Dazu muss ich sagen, mein Neffe ist mit Tieren aufgewachsen und reagiert sehr sicher und einfühlsam. Die 7jährige Nichte meines Freundes hat dagegen leider kaum Erfahrung mit Hunden, weshalb ich bei ihr viel eher eingreife und sich ihr Kontakt zu Milo momentan noch auf das richtige Streicheln beschränkt. Man musste ihr z.B. erst über Tage hinweg beibringen, den Hund seitlich am Körper zu berühren anstatt ihm frontal auf den Kopf zu patschen, um dann kreischend die Hand zurück zu ziehen, wenn der Hund versucht an der Hand zu schnuppern. Leider müssen manche Kinder die Kommunikation mit Hunden erst genauso mühsam lernen wie umgekehrt Hunde, die im Welpenalter keinen Kontakt zu Kindern hatten.

    Ich denke, dass dieses "mein Hund darf sich nicht wehren und nicht knurren" entweder eine grosse Unsicherheit dem Hund gegenüber ausdrückt, oder von HH geäussert wird, deren Hunde eh nicht sehr "verbal" veranlagt sind. So von wegen "Unsere hat ja noch nie geknurrt, aber WENN die mal knurren würde, dann..." Ja, was denn dann? =)

    Meiner hat mich im Alter von drei Monaten das erste Mal angeknurrt, weil ich ihn aus Unwissenheit bedroht habe. Hätt ich ihn deswegen gleich ins TH stecken sollen? Es war mein Fehler, und ich habe nun mal einen Hund, der mich darauf hinweist, statt es stillschweigend in sich rein zu fressen.

    Wer sich nicht sicher ist, wie der eigene Hund tickt, was seine Signale bedeuten, und wo seine Schmerzgrenze liegt, der fühlt sich mit einem Pauschal-Verbot vielleicht sicherer. Aber dass dadurch eigentlich gar nichts sicherer wird, liest man ja allenthalben hier im Forum.

    Zitat

    LaBellaStella hat Folgendes geschrieben:
    hm.

    also ganz ehrlich?

    ich würd ja lieber - wenn schon, denn schon - den perfekten hundehalter "klonen".

    Wahrscheinlich bisher der beste Vorschlag :gut:

    Ich nehm das wohl zu ernst. Da reihe ich mich mal auch lieber in die Spass-Fraktion mit ein und ueberlege, ob ich meine Gesellschaftshund-Kampfsocke nicht mit nem Kaninchen kreuzen sollte, damit er nicht mehr so fies bellt und keine huebschen Schmetterlinge mehr jagt.

    EDIT: Oder besser mit nem Schaf, denn eigentlich find ich ja grosse Hunde besser (bin aber auch sowas von bloed, dass mir trotz Grosshund-Praeferenz aus Vernunft-Gruenden so ein Kleindings angeschafft hab).

    Ach waer das schoen!

    Zitat

    Der Mensch hat die Hunde IMMER so gezüchtet (und züchterisch "verbessert") das die Hunde in eine entsprechende Gesellschaft passt.

    Das stimmt. Aber deshalb muss und kann man nicht sorgfaeltig hochspezialisierte und seit langem rein gezuechtete Arbeitsrassen einfach mal so "auf gesellschaftstauglich umzuechten" (vor allem, weil es ja schon Rassen gibt, die auf Gesellschaftstauglichkeit spezialisiert sind).

    Zum einen dauert es u.U. lange, bis das Zuchtsziel erreicht und stabil ist, und zweitens kann man durchs klassische Zuechten nicht mal eben auf die Schnelle kalkulierbar und unbegrenzt an den Genen der Tiere herummanipulieren.

    Gesellschaftliche Ansprueche aendern sich zudem laufend. Was ist denn, wenn irgendwann auf einmal wieder Spezialisten gefragt sind, aber die genetischen Grundlagen bis dahin verlorengegangen sind? Dann koennen wir ja schlecht mit dem Wolf wieder bei 0 anfangen.

    In der Schweinezucht ist man inzwischen froh, wenn man ueberhaupt noch Vertreter alter Rassen findet, die noch die speziellen Merkmale ihrer urspruenglichen Zuchtziele aufweisen. Da hat man nach der zuechterischen Gleichschaltung der Mastschweine auf die Eigenschaften "Produktivitaet und Haendelbarkeit" irgendwann auch gemerkt, dass das nicht das Gelbe vom Ei war. Auch deshalb, weil sich die Geschmaecker bzw die Ansprueche der Gesellschaft an den Schweinebraten veraendert haben.

    Zitat

    Welche Rassen wären denn noch geeignet?

    Wahrscheinlich einige der nicht-hochspezialisierten Rassen (Spitze z.B., sind ja auch in Eurasier und Elo drin) bzw Showlinien einiger Arbeitsrassen, sofern die Hunde gescheit sozialisiert und erzogen sind. Aber auch das gibt es bereits alles. Wozu so tun, als muesste man das Rad neu erfinden?

    Mir ist der Elo, bei allem Respekt, auch etwas zu ideologielastig. Ich will keinen extra gezuechteten Gut-Hund, egal wie toll die einzelnen Tiere sein moegen.

    Hey, aber vielleicht gibt's ja irgendwann mal die Gentherapie fuer den Hausbedarf, dann kann man den Sofa-Jaegern die boesen, boesen Triebgene einfach inaktivieren lassen, und gut is!

    Und was ist daran jetzt neu?

    Wozu wurden denn seit Jahrhunderten die sogenannten "Gesellschaftshunde" gezuechtet? :???:

    Oder genuegen die den Anspruechen auch schon nicht mehr, weil sie eben optisch nicht aussehen wie der schnittige Weimaraner oder der schicke Aussie mit den Elektro-Augen? Weil man halt auch gern die Wahl zwischen nem Mini-Bulli und nem Riesen-Rotti fuer aufs Sofa haette?

    Soll man also alle Hunderassen charakterlich gleichschalten, damit absolut jeder die totale Wahlfreiheit hat, was das Auessere des Hundes angeht?

    Oberflaechlicher und unnoetiger geht's wohl nimmer, und ich versteh es beim besten Willen nicht.

    Meiner wurde mal an der Leine von nem anderen Rueden angepoebelt und wollte ordentlich Contra geben. Da wurde mir von einer Dame geraten: "Nehmen Sie ihn auf den Arm und troesten sie ihn! Das ist bei kleinen Hunden ganz normal, das geht von selber weg, wenn die mal so 7,8 Jahre alt sind. Meiner macht das auch."

    ... :|

    Und wenn ihr als Erste-Hilfe-Loesung erst mal die Etagen "dicht" macht, d.h. dass jeder auf seiner Etage bleiben muss?

    Natuerlich brauchen sie als Ausgleich dann mehr Freilauf, aber draussen greifen sie sich ja nicht an, wenn ich das richtig verstanden habe, sondern nur im Kaefig?