Beiträge von ruelpserle

    Ich glaube generell nicht, dass man sagen kann "nu is er auf den Geschmack gekommen... und will nur noch poppen". ;)

    Aber -und damit mache ich mich vermutlich unbeliebt- sollte Lolek irgendwann ein Verhalten entwickeln, das mit seinem hormonellem Status als unkastrierter Rüde zu tun hat und das ihn in seiner Arbeit behindert (z.B. draußen nur noch jeden Pipi Fleck prüfen, sich mit den Hunden meiner Kids anlegen....), wird er erst gechipt und sollte eine gewünschte Verbesserung eintreten, kastriert. Ich häng nicht an seinen Klöten (und wenn die Dinger so weiter wachsen, muss ich ihn eh aus ästhetischen Gründen kastrieren lassen :lol: ) und wenn sie seine Arbeit behindern, kommen die Bommels ab! Und da werde ich sicherlich auch keine 150 Jahre verhaltenstechnisch hintrainieren!

    Aber ich würde es immer erst mal ausprobieren. ;)

    Zum Thema "Funke überspringen" kann ich nur meine Erfahrungen beisteuern.

    Hoover, meine olle Griechin, ist mir auf der Seite der Orga gar nicht mal aufgefallen. Aber mir wurde sie empfohlen, von der Frau, die in und um München die Vor- und Nachkontrollen macht. Dani habe ich auf meiner Hundesuche kennengelernt und hatte ein ewig langes Gespräch mit ihr. Der Hund, wegen dem ich da war, war dann doch nicht meines. Naja, Dani hat mir irgendwann ne Mail geschickt, schau dir mal die "Marley" an. Die Tierschützerin auf Kreta meinte, die könne gut zu mir passen. Meine ersten Gedanken: "Naja, schon ganz nett...." Aber ich ließ mich auf das Abenteuer ein, vor allem, da die Infos von Dani und Verena einfach zu gut waren. :D
    So, irgendwann kam dann der Tag, an dem sie in München am Flughafen an kam. Ich habe so was "Labbi-großes" erwartet.... raus kam dann ne kleine Nase mit Riesen-Schlapp-Ohren. Hmmmm.... naja.... nicht das was ich wollte/erwartet habe - aber gut.
    Und schon recht schnell war klar, dass sie gut in mein Leben passt, das wir gut zusammen passen und mittlerweile "muss" ich sagen: sie ist mein "Arsch-auf-Eimer" Hund! :D


    Lolek kam dann auch eher zufällig zu mir. Und er erfüllt(e) 5 Kriterien, die ich unter keinen Umständen wollte:
    - Welpe
    - Rüde
    - weiß
    - "plüschig"
    - groß
    Hehe... gut, das er ein Goldendoodle mit Königspudel Vorfahren ist... weiß, plüschig, mit 10 Monaten ca. 65 cm hoch und seeeeeeeehr männlich :headbash:
    Ihn habe ich mit 3 Wochen kennengelernt. Da hat er sich mich ausgesucht. Ich wollte gar keinen Hund, aber das damals etwa Meerschweinchen-große Dingelchen hat sich in meinen Arm gelegt und ist nimmer weggegangen. Schon putzig... aber was will ich damit (siehe Liste)? Doch dann entwickelte er sich einfach sooooo toll, das es den Anschein machte, er sei für meine Arbeit ideal.... Naja... und so schlich er sich immer mehr in mein Herz.
    Ich mag Lolek, ich will ihn auch nicht mehr missen. Er ist toll, er macht alles super. Es macht Spaß mit ihm zu arbeiten, ihn zu fordern, ihn zu fördern. Und doch ist er eher ein Vernunfts-Hund, als er Herz-Hund.


    Was ich damit sagen will:
    ich glaube nicht, dass immer der "Funke" überspringen muss. Überlege dir einfach nochmal genau, was dir wichtig ist. Dann suche dir Vermittler/innen, denen du vertraust. Sie kennen ihre Hunde in der Regel gut. Und wenn sie nicht nur drauf aus sind, möglichst viele Hunde zu "retten", werden sie das beste für die Vierbeiner wollen. Und können somit ganz gut abschätzen, was passen würde.


    Aber viel Erfolg noch ;)

    Zitat


    Habt ihr denn die Welpen schon mitgenommen und wenn ja, was habt ihr dann mit ihnen gemacht?

    Ich nehme mal an, du beziehst dich, ob ich den Welpen mit in die Arbeit genommen habe:
    Ja, ich hatte 2 Wochen frei. Danach hätte er bis zu 10 Stunden alleine bleiben müssen.... :headbash:

    Ich hatte so einen Hundewagen, mit dem bin ich immer durch die Gegend gegondelt. Lolek hat so zwar alle kennengelernt, aber ich hatte trotzdem die Möglichkeit, ihm seine Ruhepausen zu gönnen und ihn nicht zu überfordern.

    Was habe ich mit ihm gemacht: ihn von Anfang allen Reizen, Situationen ausgesetzt, die er später kennen muss. Ausnahme: ich habe ihn nicht mit zu den Cliquen genommen. Das habe ich erst später gemacht. Und dann auch erst in seinem Wagen zu Cliquen, die ich super kannte.

    Zitat

    Hallo nochmal

    ich habe eben nachgesehen, Amazon schreibt, dass wäre noch nicht erschienen...hast Du die alte Augabe davon?

    Uuups, peinlich... nein, ich kenn die Autorin. Und habe quasi die Entstehung begleitet. :smile: Dachte eigentlich, es hätte jetzt schon erscheinen sollen. Hmmm... blöd.
    Martina war selber jahrelang Streetworkerin und arbeitet seit Jahren mit ihren Hunde in der (offenen) Jugendarbeit.


    Zu deiner Frage zum Wesenstest:
    Nein, da gibts keinen bundeseinheitlichen. Es gibt gar keinen. :D
    Ich werde mir einen Gutachter suchen und mit dem die Dinge besprechen, die mein Street-Hund können muss (z.B. in Menschengruppen, die eng und dabei quirlig stehen ruhig bleiben. Nicht nach "vorne" gehen, auch in brenzligen Situationen....) und die soll er dann abprüfen. Ob das geht, muss ich mal gucken.

    Unterschied BH und Hundeführerschein:
    Der Hundeführerschein spiegelt für mich mehr die Alltagstauglichkeit wieder. Die BH hat zu viel "drumrum" was mich nicht reizt, wofür ich keine Zeit habe und das ich nicht brauche. Außerdem finde ich es total bescheuert, das mir die Kommandos vorgegeben sind. Und wenn ich was bescheuert finde, dann mach ich´s nicht. Ich hatte schon immer ein "Obrigkeitsproblem". *lach*
    Vorteil der BH: sie ist sehr viel bekannter.

    Das mit dem "Diensthund" will ich aus mehreren Gründen versuchen:
    - steuerlich absetzbar
    - in Gebäude, auf Plätze dürfen, wo Hunde sonst verboten sind

    Was Lo können sollte und bin dabei von meinem Arbeitsalltag ausgegangen:
    Da ich eben nicht nach 1 Stunde, Loleks Einsatz beenden kann, soll es das "ausschalt"-Kommando geben.

    Ich arbeite viel mit Cliquen unterschiedlicher Größe und Herkunft.
    Es gibt Cliquen, die mit Hunden gar nichts anfangen können oder gar Angst vor ihnen haben - da muss er sich "unsichtbar" machen und ganz unauffällig sein. Sollte aber doch jemand Interesse haben., wäre es super, wenn er darauf eingehen würde.
    Andere Cliquen stehen total auf Hunde, die wollen Tricks mit ihm machen, ihn "spazieren" führen... dann soll er da "mitarbeiten".
    Und dann gibt es alle Abstufungen dazwischen. ;)

    Es gibt Cliquen, da herrscht ein erhöhtes Aggressionspotential, darauf darf er auf keinen Fall mich beschützend eingreifen! Er darf die Kids nicht "anmachen" oder gar "angreifen".

    Manche meiner Kids, machen ziemlichen Blödsinn, z.B. mich erschrecken (oder es zumindest versuchen :D ). Auch da sollte er sehr ruhig und souverän bleiben.

    Er sollte Lärm- und Chaosresistent sein.

    Dann noch so ein paar Verhaltensregeln, die aber eigentlich immer gelten:
    - nicht auf Spielplätzen, Schulgelände.... lösen
    - niemanden anspringen, anknabbern....

    Auf irgendwelchen Sitzungen soll er unaffällig in der Ecke liegen und nicht weiter auffallen.

    Also, ne ganze Menge, was ich da von ihm verlange. Deshalb wird er auch natürlich auch nicht jeden Tag mitgehen. Und ich habe schon von ANfang ein Arbeitsgeschirr eingeführt. Wenn er das anhat, ist Arbeit angesagt... ansonsten Freizeit. :smile:

    Ich arbeite als Streetworkerin und nehme beid Hunde mit zur Arbeit.

    Hoover, meine Strassenhündin, habe ich da sehr unüberlegt mitgenommen. Sie hat allerdings kein all zugroßes Interesse an Menschen und lässt alles eher über sich ergehen. Freude hat sie daran keine. Irgendwann wurde ihr das zu stressig und ich habe sie "rausgenommen". Dann musste sie halt öfters alleine im Büro bleiben.

    Lolek, 10 Monate alter Pudelmischling, soll später als Streetwork- und Juz-Hund eingesetzt werden. Momentan nehme ich ihn hin und wieder mit raus, damit er sich dran gewöhnt.
    Zusammen mit meiner Hundetrainerin werde ich ihn selbst ausbilden. Dazu habe ich mir überlegt, was er alle können muss bzw. was mir wichtig ist. Das finde ich das wichtigste überhaupt. Die Felder, in denen Hunde eingesetzt werden können, sind so groß und unterschiedlich. In der offenen Arbeit ist es z.B. so, das ich im Grunde genommen recht wenig Einfluss auf den Rahmen habe. Wenn ich auf die Strase gehe, kann es sein, ich treffe ganz viele Leute oder niemanden. Die Stimmung kann super sein oder sehr aggressiv.... Und ich kann auch nicht einfach aufhören, wenn ich merke, das Lo eigentlich genug hat. Streetworken geht immer noch vor - und wenn es die Situation erfordert, muss ich einfach noch bleiben. Aus diesem Grund werde ich z.B. mit Lo eine Art "Ausschalt Signal" üben. Daraufhin hat er Sendepause, die Kids dürfen nimmer hin und ich kann noch weiterarbeiten.
    Generell ist mein Plan, mit ihm den "Hundeführerschein" zu machen (habe mich aus persönlichen Gründen gegen die BH entschieden), dann muss er einen Wesenstest machen und dann versuche ich ihn von meinem Arbeitgeber als "Diensthund" anerkennen zu lassen. Mal schauen, ob mir das gelingt...

    Achja, ab nächsten Jahr werde ich nebenberuflich z.B. Anti-Aggressivitäts-Trainings anbieten. Auch da soll er eingesetzt werden.


    Übrigens, hier noch ein Buchtipp:


    Ich find´s gut.

    Ich gehöre zu denen, die mit ihren Hunden nicht großartig irgendwas "extra" machen.

    Die beiden begleiten mich faast den ganzen Tag - deshalb gehen wir manchmal nicht mal richtig "Gassi". An Tagen, an denen wir wenig laufen, sind wir trotzdem ca. 10km unterwegs... ich denke das ist mehr als ausreichend. Ich gehe die Strecken dann immer so, dass, sie auch ohne Leine laufen können und Zeit haben zu spielen, schnüffeln etc.

    Geistige Auslastung haben die beiden in der Regel auch durch unseren Alltag. S-Bahn fahren, streetworken, im Juz die Kids besuchen, an ner Sitzung teilnehmen, in ner Kneipe rumliegen...

    Wobei ich schon einige Unterschiede zwischen Hoover und Lolek feststelle:
    Hoover will schnuffeln und Futter suchen und in der Sonne liegen und dann wieder schnuffeln... :lol:
    Lolek will was tun, will arbeiten, will mir gefallen. Aus diesem Grund werde ich mit Lolek das apportieren anfangen und dann als "Pseudo-Dummy-Training" (nur zum Spaß und ohne Anspruch auf Perfektion) in die Spaziergänge einbauen.

    Ich bin da aber auch eher relaxed und entspannt. Meine "Viecher" haben sich mir, meinem Alltag und meinen Bedürfnissen anzupassen, genauso wie ich mich auch ihren Bedürfnissen anpasse. ;)

    Da ich kein Auto habe, in dem ich meine Hunde "parken" kann und mitten in München wohne, müssen meine beiden meistens mit. Aber nur spontane Einkaufstouren. Wenn ich z.B. Hosen kaufen muss, bleiben sie daheim. Aber dann bin ich auch so genervt, das will ich den Wuffs nicht antun. :D

    Also, sie ertragen eigentlich alles, aber ich lass sie trotzdem oft daheim, wenn ich es einplanen kann. Sei es beim shoppen oder essen gehen oder oder oder. Find ich einfach für mich weniger entspannend.

    Zitat

    Da muss ich Dir aber leider sagen: Thema verfehlt.

    Es geht nicht um entsprechend geschulte Hundehalter mit ausgebildeten Schulhunden. Es geht um eine Lehrerin, die sich einen Ersthund aus dem Tierheim holt und überlegt, ob die Schule ein geeigneter Ort ist, an dem sie ihren Hund beaufsichtigen kann. Und ich bleibe dabei: Das macht absolut keinen Sinn!

    Jup, wir werden OT... aber ich konnte die Verallgemeinerung von dir so einfach nicht stehen lassen.
    Schule und Hund KANN sehr wohl gehen!