Dann glaubt doch einfach, dass ihr es mit jedem welpen hinbekommt..mir solls egal sein.
lg
Öhm, habe ich irgendwo was von jedem Welpen geschrieben? Nööö... und ich weiß, dass nicht immer alles nach Plan läuft. Aber bei meinem Rüden waren mir beide Eltern bekannt, ich habe ihn begkeitet seit er 3 Wochen alt war, ich habe seine Sozialisation mitbekommen. Also wusste ich, was vermutlich auf mich zukommen wird. Und habe halt von Anfang an das geübt, was für mich und meinen Hunde "überlebenswichtig" im Alltag ist und wo ich auch keine Abstriche machen kann/will.
Deshalb: Welpe bei mir nur sehr gutem Hause, d.h. ich will zumindest die Mutterhündin kennenlernen (am besten schon vorher und im Alltag), ich will wissen, was der Hund alles in der Kinderstube kennenlernt und ich will ihn besuchen können.
Ich glaube nach wie vor, dass es das wichtigste ist, sich zu realistisch überlegen, wie der Alltag mit Hund aussehen soll. Danach habe ich sein erstes Jahr gestaltet. Kommandos wie "Sitz" etc hab ich da nur spielerisch eingebaut und ein wenig geübt. Wichtiger waren mir die Alltagsdinge.
Ein paar Beispiele, die mir im Alltag extrem wichtig waren/sind:
Ich arbeite zum Teil freiberuflich als Referentin - Hund ist idR dabei, muss aber im Gegenzug absolut unauffällig sein und kein Seminarkasper. Check - kann er!
Ich habe kein Auto, Hunde müssen Öffis fahren und zwar alle (Bus, Bahn, U-Bahn, Tram...). Check - kann er!
Da muss er zum Teil Maulkorb tragen. Check - kann er!
Manchmal bin ich 10-14 Stunden am Tag beruflich unterwegs, Hunde sind idR dabei - Fressen gibt´s zu unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten. Check - kann er!
Hund soll in der sozialen Arbeit eingesetzt werden, also keine Angst vorm Rolli, Rollator, "komischen Menschen".... - Check, kann er!
Er kann die Kommandos, wie sitz, platz, halten, lass fallen, komm her sehr gut. Mir sehr wichtig.
Er kann ein paar nützliche Tricks wie "heb auf" oder "bring her" und ein paar weniger nützliche wie "8 zwischen den Beinen durch". Da kann es sein, dass ich auch mal ein Kommando wiederholen muss. Mir egal.
Er wartet nicht automatisch am Bordstein, setzt sich auch nicht automatisch hin, er kann kein perfektes Fuß, an der Leine neigt er zum minimalen ziehen (kann ihn immer noch mit einem Finger halten, aber die Leine ist eben fast immer gespannt). Mir unwichtig.
Er neigt beim Spielen zum überdrehen und daraus dann, zum in den Arm "beißen" - daran arbeiten wir.
Generell ist er eher ein hibbeliger Kandidat - meine größte Herausforderung. Seit ich das Schaf habe, bin ich quasi "Dauer-ge-ommt".
Er kann nicht jeden Rüden leiden - egal. Muss er nicht. Er darf auch mal brummeln, aber er muss mir das Zepter in der Hand lassen. "Mega Pöbeln" is nicht! Mag ich nicht, kann ich nicht leiden. Aber alles andere ist egal.
Und genau, das meinte ich vorhin. Der Hund muss zu MIR und MEINEM Alltag passen! Deshalb lege auch ich fest, wann er gut erzogen ist!