Beiträge von ruelpserle

    und dann fallen die Nichtdoodleleute ´über uns her ^^

    Ich bin Doodle Besitzerin und trotzdem kritisch dieser "Mischung" gegenüber... und nu?


    Naja... aber zu dem positiven und negativen kann ich aber gerne einiges schreiben:
    zum Fell kann ich wenig sagen, da ich ihn regelmäßig auf 3 mm scheren lasse (im Winter sind es auch mal 9 mm). Mir gefällt zum einen die wuschelige Optik überhaupt nicht, zum anderen habe ich keinen Bock auf massig Fellpflege.
    Wenn das Fell aber mal länger ist, dann neigt er zum müffeln. Geht wenn ich ihn regelmäßig dusche. Da er aber ewig braucht, bis er trocken ist, mach ich das auch nicht jede Woche. Und da er ein "Kurzhaar.Doodle" ist, spar ich mir das.

    Lolek ist ein "Mr. Jekyll und Dr. Hide" Hund - 2 Seelen schlagen in seiner Brust.

    Zum Verhalten/Charakter im Privaten:
    Er hat auf der einen hohen will-to-please. Neigt dabei aber ganz klar zum überdrehen. Vor lauter "ich will alles richtig machen" überschlägt er sich fast.
    Er liebt das Apportieren. Rallye Obedience. Joggen. Tricksen.... naja.. einfach so ziemlich alles, was ich mit ihm machen möchte.

    Er ist was Körpersprache berifft (wie zB Stressanzeichen) angeht, sehr schwer zu lesen - Mimik, Ohren sind relativ "gebunden" (seine Schlappohren hängen immer relativ gleich runter). Aufgrund des Fells kann er auch kein "Rückenbürste" machen. Das einzige was supe funktioniert ist, den Schwanz wie einen Staubwedel aufrecht zu tragen.
    (ist übrigens eine meiner Kritiken an der Mischung -aber auch anderen Rassen. Mir kommt als nächstes eine Rasse mit mehr Ausdrucksmöglichkeiten ins Haus).

    Er ist sehr sensibel und wenn er einmal was negatives erlebt, dann merkt er sich das ewig. Er neigt zur Nervosität und Unruhe.

    Er ist ein Riesen Kuschelbär. Hauptsache Körperkontakt....

    Er hat Jagdtrieb, aber aufgrund des hohen Will-to-please ist er sehr gut führbar.

    Bei Lolek muss ich außerdem ganz klar in 2 Phasen unterteilen.
    Bis er ca. 4,5 Jahre alt war, war er "everybody´s Darling". Jeder Mensch war sein Freund, Jeder Hund ein potentieller Spielpartner. Er hatte Blümchen im Kopf.... außer jemand wollte mir was "böses" tun. Dann kam sehr eindeutig ein Schutztrieb zum Vorschein.

    Seit etwa 1/2 Jahr ändert sich das massiv. Er "braucht" keine fremden Menschen mehr. Mit Rüden wird er immer unverträglicher. Die Blümchen weichen immer mehr dem Schutztrieb. Er passt auf (sowohl auf mich, als auch auf Hoover), wird misstrauischer. Früher hat er den Kontakt zu Menschen sehr altiv gesucht, heute "erträgt" er ihn eher.

    Generell ist es so, dass er ein Hund ist, der mit sehr klaren Strukturen und Ritualen besser zurecht kommt. Mein Leben ist aber eher "abwechslungsreich" - unterschiedliche Arbeitszeiten, unterschiedliche Arbeitsorte.... Das hat mich einige Nerven gekostet, aber mittlerweile haben wir uns gut arrangiert. Ich habe mein Leben ein wenig "entchaost" und er bemüht sich sehr.

    Spannenderweise treffe ich kaum "Doodle-Halter_innen", die "ältere" Hunde haben... aber die paar erzählen alle das ähnliche. Mit 4-6 Jahren ändern sie oftmals noch mal das Verhalten.


    In der Arbeit:
    Ich setze Lolek als Pädagogikhund ein. Da ist er in vielen bereichen anders als privat. Er ist sehr selbstsicher und ruhig. Geduldig und überdreht nicht.
    Allerdings ist er nicht für den Einsatz mit größerern Gruppen geeignet. Da ist er zu sensibel und weiß nicht, was er machen soll - und überdreht dann recht schnell. Aber mit Einzelperswonen ist er toll.


    Er ist ein toller Hund... aber er steht sich zum Teil immer mal wieder selber im Weg. Wenn zB die "Goldie-tapsche" Menschenfreude auf die Pudel-typische" Reserviertheit trifft.

    Meine beiden mussten heute insgesamt so um die 9 Stunden alleine bleiben. Allerdings auf zweimal:
    vormittags 4,5 Stunden und dann abends nochmal 4,5 Stunden. Haben sie problemlos gemacht - aber mir ist mal wieder aufgefallen, wie ich froh ich bin, sie sonst immer dabei zu haben.
    Und bei meinem Job würde es halt auch echt nicht anders gehen. Heute: 07:45 Haus verlassen, 17:00 Uhr kurz Hunde heimgebracht und gefüttert. 22:30 Uhr endlich ganz daheim.

    Das mit dem Pause machen geht mir auch so. Erst seit ich die Hunde habe, mache ich eine.

    Ich hab schon noch andere Hobbys. Neu angefangen habe ich in einem Sportverein, ich treffe mich mit Freund_innen, Kino oder mal feuern gehen.
    Einige Hobbys mach ich mit den Hunden: GeocachIng, wandern und ganz neu hat mich das Treckingfieber angesteckt.

    Aber ich möchte nicht nur um meine Hunde "kreisen"

    Ich denke, hier werden einige Sachen durcheinenader geworfen bzw. nicht genau genug definiert:

    Schlittenhunde müssen auc für "ihre" Aufgabe sehr wohl erzogen sein - keinMusher würde sich "unerzogene Tölen" vor das Gefährt spannen.
    Hundeplatz ist für mich keine "Erziehung" - es ist Training, es ist Sport. Aber wer kennt nicht die Hunde, die aufm Platz wie ne 1 funktionieren und draußen die totalen "Arschkrampen" sind?


    Ich habe heir auch 2 recht unterschiedliche Exemplare sitzen:
    Hoover, griechische Sturheit - Lolek, "sag mir was ich tun soll, ich mach´s"

    Hoover hinterfragt auch den Sinn von allem. Aber dennoch ist sie an mir orientiert, richtet sich nach mir (im Großen und Ganzen). Wenn ich ihr rufe, reagiert sie - manchmal nur mit einem Ohrenwackeln, aber sie reagiert. Das heißt nicht, dass sie immer kommt. Geschweige denn, das sie "sofort" kommt. Jagdtrieb ist an ihr vorbeigegangen (bzw. ihr Bequemlichkeit ist größer), deshalb darf sie trotzdem sehr viel frei laufen.
    Statt Rückruf ist es für sie zB einfach auf "Geh weiter" an Leuten auf einer Picknickdecke vorbeizugehen und diese schmachtend anzuschauen. Also, ruf ich sie nicht zurück, sondern schick sie weiter. Lolek rufe ich zurück.


    Von daher müssen bei der Frage, ist ein Hund unerzogen oder nicht, mehrer Faktoren angeschaut werden. (das soll jetzt keine Abstufung sein)

    Erwartungen des Hundehaltenden:
    Soll mein Hund auf ein leises Kommando innerhalb von ne Millisekunde ins Platz fallen und ne geile UO laufen oder reicht es, wenn der Hund keine Menschen, Tier etc. belästigt?
    Wie viel Zeit will und kann in Hundesport investiert werden?

    Umfeld:
    Eher städtisch oder ländlich?
    Viele Hunde - wenig Hunde?
    Viel Platz - wenig Platz?

    Charakter/Verhalten der Hunderasse:
    Ganz klar gibt es Unterschiede! Und wenn jemand viel Hundesport machen will, die Geduld hat, in kleinfitzel-Schritten Übungen zu trainieren, wird mit einem sturen, nicht an der ZUsammenarbeit interessierten Hund sicherlich nicht glücklich werden.
    Jemand anderes wiederum, der einfach gemütlich seinen Hund immer dabei haben will, wird mit einem hochspezialisierten Arbeitshund nicht glücklich werden.

    AUfgabe des Hundes:
    Hat der Hund eine Aufgabe oder ist er einfach "Freizeitpartner"?


    Ich denke, niemand will aus einem Husky einen Schäferhund machen. Genausowenig wie man aus einem Schäferhund einen Husky machen möchte. Wer das eine sucht. wird mit dem anderen nie wirklich glücklich werden.
    AAAAABER: egal von welckem "Hundetyp" - ich möchte ein Team werden. Und das sollte auch nach außen bermerkbar sein.
    (und das hat mir bei dem Podenco gefehlt - ob das so war, dem Schnitt geschuldet oder ich einfach nicht gesehen habe. sei mal dahin gestellt).


    Ich liebe Hunde, die eigenständig sind, die selber denken, die stur sind (gut den meist damit verbundenen Jagdtrieb mag ich nicht).
    Ich liebe Hunde, mit denen man fröhlich pfeifend durch die Pampa schlendern kann (oder auch nicht, weil es gerade regnet), die mitgehen... ohne das ich sie ständig auslasten muss oder für sie mitdenken muss.
    Will-to.pleas wird mAn eh überbewertet. :pfeif:

    Und denndoch wird die nächsten Jahre da keiner mehr einziehen. Ich will meine Hunde weriterhin in der pädagogischen Arbeit einsetzen. Da ist ein Hund, der gerne mit Menschen arbeitet einfach besser geeignet.
    Also wird meine nächste Rassewahl danach anstehen.