Beiträge von ruelpserle

    Mein "Konzept" heißt im Moment eher "Hund ist einfach dabei, damit er nicht so viel alleine zu Hause ist, und beeinflusst im besten Fall die Atmosphäre positiv". Er soll nicht aktiv mitarbeiten, darf aber gerne (später, wenn er gelernt hat, Dinge zu lassen, die ich/der Klient nicht möchte) zum Kuscheln oder gestreichelt werden kommen. Wenn ich merken sollte, dass das zu viel für ihn sein sollte, gibt es die Möglichkeit eines Extraraums oder auch die Variante, dass er nur den halben Tag mitkommt und ich ihn in der Mittagspause hole/heimbringe (Praxis liegt in fünf Minuten Laufentfernung).

    Das ist kein Konzept! Auch kein "Konzept"!!

    Du.musst als erstes die Entscheidung treffen, ob du tiergestützt arbeiten willst - wo liegt der Mehrwert für deine Arbeit?
    Wenn du das nicht möchtest, dann hast du quasi "nur" einen Bürohund. Da ist mAn das Heranführen ganz anders.

    Wie gesagt: ich kenne vielleicht auch zu viele Fälle, in denen genau so eine Einstellung schief gegangen ist.

    Noch eines zum rechtlichen Rahmen:

    Der erste Schritt sollte eigentlich ein fachliches Konzept sein. Das solltest du auch von deinen Geldgebern (sofern das nicht das Klientel direkt ist) "abnicken" lassen.
    Dann hast du zB für die Steuern die besten Chancen.
    Dieses Konzept schickst du dann ein dein zuständiges Vetamt und fragst nach, was du alles brauchst.
    Und an deine Hundehaftpflicht, ob die das abdecken.
    Und als letztes an deine zuständige Kommune.


    Zum Thema "Ausbildung im Bereich tiergestützte Arbeit":
    Welche Zusatzausbildung kann zu 100% auf den eigenen Bereich übertragenw erden?
    ich bin ausgebildete Anti-Aggressivitäts-Trainerin, Mediatorin, Sozialbetriebswirtin sowie Fachkraft tiergestützte Interaktion.
    Keine dieser Ausbildungen möchte ich missen. Ich habe wahnsinnig viel gelernt und mitgenommen - auch wenn ich die Ergebnisse für mich "anpassen" musste.
    Eine gute und fundierte Ausbildung wird dich so viel lehren, was du in der Arbeit brauchst - seien es rechtliche Aspekte. Aber zB auch "Stresssignale Hund" oder Hygieneaspekte undundund. Du kannst dich mit Menschen austauschen, die deinen Hund auch kennen. Und du kannst dir im besten Falle Input von Menschen holen, die in dem Bereich schons ehr erfahren sind.

    Hast du denn Erfahrungen im Bereich tiergestützte Interaktion? Oder eine Ausbildudng?

    Eines vorweg:
    Ich bin großer Fan tiergestützter Interaktionen! Gerade in der Sozialen Arbeit. Und ich finde es immer wieder erstaunlich, welche Leistungen Hunde in diesem Bereich vollbringen.


    Allerdings bin ich persönlich bin kein Fan von "Hund ist immer dabei"! Ich finde, einem Hund wird da sehr viel abverlangt - vor allem wenn er dann auch noch selber entscheiden soll, ob er aktiv oder passiv das Geschehen "beeinflussen" soll.
    Wie schaut denn dein Konzept aus? Wann hat der Hund Erholungsphasen?

    Für mich ist es übrigens ein Unterschied, ob ein Hund "einfach dabei ist" - wie in dem Beispiel der Psychotherapeutin, wo der Hund in seinem Korb war und evtl. am Ende der Stunde noch gestreichelt werden durfte. Oder ob der Hund "bei der Arbeit helfen" soll. Ersteres kann der Hund jederzeit machen - letzteres würde ich meinen Hunden nur 2-4/Woche "zumuten" wollen. Aber ich habe vielleicht auch schon zu viele Hunde erlebt, bei denen das komplett in die Hose gegangen ist - und das reichte dann bis Schnappen nach dem Klientel.

    Vom Aufbau finde ich die Idee von flyingpaws mit der Hundezone, die gleichzeitig "Tabuzone Klientel" sein sollte, sehr gut. Das wäre mein Weg.


    Ende Oktober gibt es übrigens eine spannende Tagung zum Thema "Tiergestützte Sozialarbeit" in Sasbachwalden. ;)

    Mal an die Vollzeit arbeitenden, deren Hunde NICHT allein bleiben müssen... übt ihr tatsächlich nach 8, 9 Stunden Arbeit noch das allein bleiben?

    Ja, ich habe es geübt. Natürlich nicht 8-9 Stunden nach der Arbeit, aber mit beiden Hunden habe ich es geübt.
    Das Hoover-Tier kam an einem Montag Abend in München am Flughafen an - Dienstag vormittag bin ich 1 Stock höher zum Wäsche aufhängen gegangen. Bei einem erwachsenem Hund würde ich das wieder so machen.
    Beim Lolek, der ja als Welpe kam, war ich da anfangs eher nachlässig.

    Zu zweit bleiben meine auch 7-8 Stunden alleine (wobei ich merke, dass sie es spätestens ab dem 3. Tag mega doof finden würden).
    Ganz alleine mussten sie in den letzten 6 Jahren nie länger als 3 Stunden bleiben.

    Beim Thema "Geld für Essen ausgeben" bin ich gerade über eine Statistik der Bundesagentur für Arbeit gestolpert:
    In dem ALG " Satz von insg. 409,- € sind für Essen und nicht-alkoholische Getränke knapp 145,- € eingerechnet.
    (Für Bildung ist 1,55 €)

    Krass, oder!

    Finde es nicht schlimm, das man darauf wert legt, dass die Hunde einen selbst gut gefallen. ;)

    ich muss mir den Hund bestenfalls 15 Jahre lang Tag für Tag anschauen da muss er mir auch gefallen.

    Hmmm... auch wenn meine Hunde überhaupt nicht meinem optischen Beuteschema entsprechen, gefallen sie mir. Ich habe eindeutig die schönsten Hunde! Eure sind alle viiiiiiel unschöner! ;)
    Sie gefallen mir u.a. deshalb, weil sie so gut zu mir passen.

    Am Äußeren kann ich mich "satt sehen". Das nehme ich irgendwann gar nicht mehr so wahr. Aber wenn mir zB die olle Grätze Hoover ganz vorsichtig die Zehen "beknabbert" oder der Lolek mir so vertraut, das er sich Dinge traut, vor denen er sonst Angst hat - das sind Momente die mich immer wieder erfreuen.

    Diese Diskussion erinnert mich ein wenig an die menschliche Partner_innensuche. Ich denke mir dann immer: was habe ich davon, wenn zwar eine Angelina Jolie und/oder ein Brad Pitt in meinem Bett liegen, deren IQ dann aber zwischen Amöbe und Toastbrot liegt?
    Natürlich, das erste was von einem anderen Lebewesen zu sehen ist, ist die äußere Erscheinung. Aber dauerhaft würde ich mich nicht vom äußeren leiten lassen wollen. Gerade wenn man lange Zeit zusammen verbringen will.

    Haben eure Hunde auch Jagdttrieb?

    Nope!

    Wenn er im Wald was riecht/hört, dann schaut er erst in den Wald, dann zu mir, dann wieder in den Wald, dann zu mir... wenn ich dann "weiter" sage, dann geht er weiter. Wenn ich nix sage, geht er natürlich mal schauen.

    Wenn andere Hunde mal jagen gehen, dann rennt er mit und würde das sicherlich auch schnell lernen. :hust:

    Ausnahmen:
    Eichhörnchen :motzen: :fluchen: :barbar:
    wenn direkt vor ihm ein Hase aus dem Gebüsch hüpfen würde.


    Und der Vollständigkeit halber, wenn auch kein Doodle:
    Die Prinzessin ist zu faul zu jagen. So lange das Reh keine Pizza am Arsch kleben hat, rennt sie dem auch nicht hinterher.
    Aber sie kann gut töten - hat sie zB schon mal bei einem Hasenbaby gemacht, da schon verletzt war.

    Ich wollte damit auch niemanden angreifen. Keines Wegs ich finde es toll wenn es solch Chefs gibt und finde es klasse wenn Hund mit arbeiten gehen darf.

    Ich kenne viele Leute die aber das allein sein deswegen nicht üben oder eben sagen ich habe dieses Training nicht nötig.
    Und leider dadurch auch viele Schicksale mitbekommen die dadurch ihr Tier abgegeben haben.

    Allein deswegen sehe ich es kritisch wenn man dem Thema ganz aus dem Weg geht .
    Man sagt auch immer schnell wenn mein Chef dann... . Futter für den Hund will auch verdient werden genauso muss die Wohnung gehalten werden in der der Hund auch leben darf + ein neuer Chef der den Hund toleriert muss auch gefunden werden. Ich arbeite auch in einem Job wo Fachkraftmangel herrscht deswegen ist hier aber auch nicht jeder gleich hundefreundlich.

    Ich finde es super wenn Hunde Grundsätzlich mit dürfen. Vertrete aber die Meinung das man trotzdem schauen sollte das der Wauz ans allein sein heran geführt wird. Falls mal etwas ist oder man jdm hat eben Mama oder Hundesitter im Ärmel :applaus:

    Joah, aber dass Thema ist dann "alleine bleiben üben" und nicht "Hund mit ins Büro nehmen".
    Es gibt auch Menschen, die zB nicht arbeiten und der Hund deshalb nicht alleine bleiben "muss". Oder Menschen, die von zuhause aus arbeiten können. Auch die sollten das mAn üben.

    Alleine bleiben können ist und war für mich als "alleinversorgende Hundehalterin" immer eine Grundvoraussetzung. Für mich wäre die Einschränung zu groß, wenn meine Hunde das nicht könnten. Andere Menschen finden andere Lösungen.
    Aber wie gesagt, da geht es meiner Meinung nach um´s Alleine bleiben können. Nicht um Hund mit zur Arbeit oder nicht.