Zitat
Wenn Du nicht darüber schreiben willst, oki, aber sonst lass Dir bitte nicht jedes Wort aus der Nase ziehen 
Hast Du Angst vor ihm, was ist los?
Gruß
Bibi
Auf alle Einzelheiten kann und will ich an dieser Stelle noch nicht eingehen, denn behördlich wird die Sache noch geprüft.
Es stellte sich leider heraus, dass unsere Pflegling nicht so unkompliziert ist, wie es hieß. Er beißt - mit Beschädigungsabsicht und wenn er kann, gezielt ins Gesicht. Vorankündigungen gibt es keine sicht- oder hörbaren, also kein Knurren, kein Fixieren, kein steif werden oder rückwärts gehen, Ohrenspiel oder was weiß ich. Das muss natürlich nicht heißen, dass man von außen nicht doch welche sieht. Da ich noch (?) nicht weiß, woran er festmacht, wen er beißt, ist es natürlich schwer damit umzugehen.
Sichern - klar, aber so ins Blaue möchte ich da als Nichtfachmann nicht schießen und an dem Hund rumprobieren. Es wird sich nicht mehr erfahren lassen, was das Tier wirklich erlebt hat. Fakt ist, er kennt kaum etwas, also weder seinen Namen, noch irgendwelche Kommandos, Haushaltsgeräusche oder scheinbar auch Hundefutter.
Er lebt sich hervoragend ein und lernt unglaublich schnell. Er ist mit jederart Hund verträglich - zumindest haben wir noch keinen einzigen getroffen, den er nicht toll fand, selbt pöbelnde Hunde bringen ihn nicht aus der Fassung. Er liebt Kinder, abgöttisch (keine Panik, ich würde ihn nicht zu Kindern vermitteln). Er ist aussietypisch reserviert Fremden gegenüber, aber beim Tierarzt, Scheren oder auch Leuten, die quitschen, weil er sooooooo süß ist, ein Lämmchen. Er zeigt im normalen Umgang keinerlei Aggression. Bis ein Aussetzer kommt, dann geht das aber auch blitzschnell.
Er hat auch schon einiges gelernt. Er hört jetzt auf seinen Namen, kann Sitz, leidlich Platz, er läuft erstaunlicherweise recht manierlich an der Leine, er lässt sich (fast immer) vom Bellen abrufen oder startet gar nicht erst durch, und wenn nicht gerade Hunde in der Nähe sind, mit denen er Spielen will, folgt er sogar auf Abruf mit Pfiff. Ich bin mir drüber im Klaren, dass das nicht so zuverlässig bleiben muss, denn er ist ja erst eine Woche hier, aber man merkt sehr deutlich, dass er sich bemüht und lernen will.
Versteht mich nicht falsch, er hat durchaus seine größeren und kleineren Baustellen, z.B. das Klauen und Party machen wollen, sobald ein Hund am Horizont auftaucht.
Bis auf das Beißen ist es trotzdem ein traumhafter Hund.
Zitat
(...)
ich verstehe zwar das ziel ,-die vemittlung.
nehm ich aber nun als pflegestelle einen hund auf,gehe ich
von anfang davon aus das er evtl. bei mir bleiben wird.
hätte ich nicht die möglichkeit, würd ich ihn nicht aufnehmen.
darum denke ich "als pflegestelle" über so`n mist wie einschläfern gar nicht erst nach.
gruss krusti
Alles anzeigen
Das ist ein wenig einseitig gedacht.
Es ist eine Sache einen Hund zu behalten, der nur die üblichen Tierschutzmacken hat. Es ist eine völlig andere Sache im Nachhinein von gravierenden Beißvorfällen zu erfahren und ein Tier auf der Pflegestelle zu haben, dass unter Auflagen gestellt wird.
Schon finanziell könnte ich die erhöhte Hundesteuer nicht aufbringen, wenn ich meinen ersten Pflegestellenversager und weltbesten Hund weiterhin medizinisch vernünftig versorgen lassen will. Auch könnte ich dann nicht mehr mit den Hunden zusammen Gassi gehen, weil es nicht gestattet ist. Den normalen und eingespielten Alltag würde das über den Haufen werfen. Auch dürfte ich ihn nicht fremd unterbringen - z.B. in einer Pension, wenn ich mal einen Tag weg bin. Auch dürfte niemand anderer mit ihm das Haus verlassen - da sind wir wieder beim Alltag.
Die Überlegung und Entscheidung fürs Einschläfern hängt nicht von mir als Pflegestelle ab, sondern von Behörden. Ihn bei Stellen unterzubringen, die auf solche Fälle geeicht sind, schlug fehl. Er kommt nichtmal auf die Warteliste.
Faktisch habe ich ihn hier und muss mich dem Problem stellen. Momentan tue ich dass, indem ich mir Tierärzte, Ämter und Behörden und (hoffentlich) kompetente Trainer an die Seite hole und zeitgleich den Hund nach bestem Wissen und Gewissen sichere ohne ihn ein absolut unwürdiges Leben fristen zu lassen. Noch wissen wir nicht, ob es evtl. medizinische Ursachen gibt.
Mir stellen sich einfach viele neue Fragen. Was, wenn doch entschieden wird, er soll die Spritze bekomme? Was, wenn der Vermieter nun die Erlaubnis zur Haltung zurückzieht bzw. nicht mehr schickt? Was, wenn die Versicherung teurer wird (ja, ich habe ihn auf eigene Kosten versichert)? Was, wenn ich die Haltererlaubnis von Seiten der Stadt nicht bekomme und was, wenn er nicht hinzubekommen ist?
Soll ich ihn dann wandern lassen und mich freuen, dass ein anderer das Problem hat? Sicher nicht - für den Fall, dass am Ende unseres Weges warum auch immer die Spritze steht, könnte ich ihn nicht einfach seinem Schicksal überlassen, sondern wollte ihn begleiten! Die Entscheidung selbst ist mitnichten meine.
Ich muss mir aber realistischerweise auch die Frage stellen, was ich als Einzelperson leisten kann.
Es ist einfach keine normale Pflegestellensituation.