Zitat
@nocte:habt ihr euch damals auch über die goldakkupunktur informiert?
bin gerade etwas hin und hergerissen,hab mich etwas darüber informiert,kann mich damit aber irgendwie momentan gar nicht "anfreunden"....
Haben wir und uns aus mehreren Gründen dagegen entschieden. Bei Luna wäre es nicht möglich gewesen, das Gold an die Position zu bringen, an der sie es gebraucht hätte.
Dann behandelt die GA ja nicht ursächlich und da Lunas Hüften vollständig luxiert waren, hätte ich mir beim besten Willen auch ohne ärztliche Beratung nicht vorstellen können, dass es klappt.
Ihr lief aber die Zeit davon und Geld in eine Methode zu investieren, bei der von vorn herein schlechte Chancen bestanden, wollten wir nicht.
FKR oder künstliche Gelenke. Heute, nach der FKR, würde ich wieder so entscheiden. Ich sehe aber das Ergebnis und weiß auch, wie unterschiedlich die Zeit nach der OP verläuft. Man muss sich drüber im klaren sein, dass das Gangbild seltsam bleibt - irgendwie welpig. Wenn ich ehrlich bin, sehe ich es, aber Fremde sehen es nicht oder höchst selten, meist sehen es nur Leute, die selbst einen HD-Hund haben oder hatten.
Man muss auch wissen, dass der Erfolg der OP entscheidend von der Reha abhängt. Nur in der ZEit nach der OP kann das knorpelige Gewebe (die Physiotherapeutin nannte es Pseudoarthrose) geformt werden und die Grundlage des Scheingelenks bilden. Die Muskeln, die dem Ganzen Halt verleihen, sind das A und O und müssen lebenslänglich erhalten werden.
An sich sollte ja jeder Hund ordentlich Muskeln auf der Hinterhand haben, aber so sieht es leider selten aus. Ein Halter eines FKR-Hundes muss sich einfach dessen bewusst sein, dass er auf diese Muskeln achten muss und sie ggf. trainieren. Luna hat enorme Muskelpakete, aber im Alter werden diese Muskeln wie bei jedem Hund schwinden und ihr Gang dann wahrscheinlich schlechter als der anderer alter Hunde sein.
Dafür kann nichts luxieren - bei den künstlichen Gelenken kommt das manchmal in der Anfangszeit vor. Auch können die Gelenke oder der Zement nicht abgestoßen werden.
Bei Luna ist z.B. eine Seite schlechter als die andere, die Nerven waren schon vor der OP angegriffen / beschädigt. Trotzdem hat sie noch ca. 1,5 Jahre nach der OP Trainingsfortschritte gemacht. Sie hat im Rücken nun so viele Muskeln, dass sie sich nicht mehr seitlich ablegt. Sie kann also blitzschnell starten. Sie kann uneingeschränkt am Hütetraining teilnehmen, sie geht locker über eine A-Wand und hat die gleiche Leistungsfähigkeit wie viele gesunde Hunde. Wir haben sie sogar aus Spaß beim Hunderennen teilnehmen lassen. In ihrer Klasse hatte sie eine der besten Zeiten.
Für mich ist ihre FKR ein voller Erfolg gewesen und das, obwohl uns nicht so viel Mut gemacht wurde.
Die GA hat den Vorteil, dass man sich nichts verbaut und wenn es wirkt, auch recht preisgünstig wegkommt. Wenn nicht, hat mans im schlimmsten Fall umsonst gemacht. Es schließt aber keine andere OP aus. Ich würde sie durchaus wieder in Betracht ziehen ggf. auch zusätzlich, aber bei ähnlicher Ausgangslage dagegen entscheiden. Ich möchte höhere Erfolgsraten bei dieser OP und vor allem will ich das Problem ursächlich behoben wissen.
Da ich aber erstmal davon ausgehe, dass wir alle nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurden:
die FKR ist vergleichsweise preiswert und kann hervorragende Ergebnisse erziehlen, WENN man als Besitzer mit dem Hund auch daran arbeitet. Die Eigenverantwortung ist also nach der Reha höher, als bei einer künstlichen Hüfte.
Andererseits muss ich sagen, dass ich das eigenverantwortliche Training nicht als Belastung empfinde - es lässt sich in den Alltag einbauen und man macht es eigentlich irgendwann unbewusst. Ich selbst gehöre zu den Perfektionisten und diese winzigen Verbesserungen, die bei Luna durch die Physio in der Klinik noch erziehlt werden bzw. beibehalten werden, sind mir die wöchentliche Physio mehr als wert. Nötig oder gar ein Muss wäre es aber nicht. Also in dieser Hinsicht sind wir sicher nicht das Maß.
Vielleicht ist ja einer von uns mal in unserer Nähe - ihr könnt euch Luna gern life ansehen und auch gern zur Physio begleiten.
Apropos: besprecht mit dem Arzt vielleicht auch die Möglichkeit den Muskelaufbau durch Anabolika zu stützen.