ZitatVor der HD und ED Untersuchungen solltest du nicht so viel Angst haben (ich weiß, das sagt sich so leicht).
Selbst mit einer HD oder ED könnte ein Hund recht gut leben.
Eine Bekannte von mir hatte sich mal einen Border geholt. Dieser Hund hatte wirklich so umfangreiche Defekts der Hüfte und der Ellenbogen, dass sie ihn hat operieren lassen. Der Züchter hätte diesen Hund zwar zurück genommen, aber man hätte sich denken können, was mit diesem Tier passiert wäre. So hat sie den Kaufpreis erstattet bekommen und dies + einiges zusätzlich in die OPs investiert. Heute geht es dem Hund super.
Das ist natürlich ein wirklich krasses Beispiel. Soll aber zeigen, dass selbst ein negatives Ergebnis ein positives Ende finden kann.
Ich hab hier übrigens gerade einen Hund mit mittelschwerer HD zur Betreuung. Er bekommt derzeit Grünlippmuschel und Traumeel und kommt damit ganz gut klar. Ab und zu gibt es mal ein Schmerzmittel, wenn es nicht geht.
Todgesagte leben länger - meine "Halbbordüre" spielt eine Gewichtsklasse höher, als der durchschnittliche Vollborder, aber auch sie kann dank beidseitiger OP ein schmerzfreies, hundgerechtes Leben führen. Klar hat sie Einschränkungen, die uns ja letztlich dazu bewogen haben, sie aus dem Hütetraining zu nehmen, aber sie ist ein zufriedener Hund, der mit ein wenig Rücksicht auf ihren Zustand meinerseits einfach nur Spaß macht und Spaß hat.
ZitatAlles anzeigenDa hast du dir das Falsche aus meinem Post rausgepickt.
Ich sagte bzw. schrieb nicht, dass ein sozial sicherer Hund der ist, der gelernt hat, alle anderen widerspruchslos zu tolerieren. Ein sozial sicherer Hund ist aber durchaus in unserer Umwelt unproblematisch - da hast du recht.
Und wer will keinen (fast) unproblematischen Hund...?Was ich aber meinte, ist, dass uns unsere Hunde bei (fast) allen Dingen rund um die Uhr begleiten und da kann ich keinen Hund brauchen, den ich non-stop "einregeln" oder mit Argusaugen beobachten muss, weil er auf irgendwelche Dinge "überreagiert".
Meine Hündin kann andere Hunde, die auf sie zustürmen überhaupt nicht ab, wird zickig, wenn ohne Begrüßung vorn gleich hinten "angedockt" wird und hat bei Ruhepositionen einen ungefähr 2-3 m Individualabstand-Radius, den sie auch deutlich verteidigt...
Sam kann auf Fremdhunde eigentlich gern komplett verzichten (es sei denn, es ist eine nette Hundedame, die man "angockeln" kann... ).
Das nur mal zu dem Eindruck, dass hier evtl. gedacht wird, meine Hunde seien labbimäßig "weichgespült"...Was ich aber dennoch wichtig finde, ist, dass beide Artgenossen ggü. klar artikulieren können und nicht überreagieren.
Das heißt, das die Kommunikation im "normalem" Rahmen mit dem Drohprogramm von Körpersprache, Lefzen ziehen, Brummen, Knurren bis zu Abschnappen abläuft und nicht sofort mit "verpiss dich, sonst gibts Dresche bzw. ein Loch im Ohr".
Da gibts dann z.B. bei meiner Hündin Abstufungen von "lass das" - "ich habe gesagt lass das" bis "ich habe gesagt, du sollst das lassen, ansonsten...." (soweit lasse ich es aber meist nicht kommen bzw. sie probiert meist vorher schon mal, ob Ignorieren vielleicht auch hilft).
Und ja - sie kann auch "beratungsresistente" oder zu aufdringliche, respektlose Tierchen mal auf dem Boden drücken - aber immer angepasst und zu 99% ohne Löcher und auch so, dass man hinterher noch "reden" (manchmal sogar spielen) kann, wenn's der andere dann begriffen hat....
Sam brummt generell nur, versucht das Ignorieren bzw. kommt zu uns bzw. wir rufen rechtzeitig ab, da er tendenziell eher unsicher ist und ich die Gefahr einer Überreaktion aus Überforderung nicht eingehen will.
Er ist dann aber auch zu 99 % abrufbar bzw. glücklich, dass wir das managen....
Das ist für mich sozial sicher - adäquate, an die Situation (und das eigene Vermögen) angepasste Reaktionen.Sozial sicher ist also für mich ein Hund, der an diverse Umweltreize gewöhnt ist, sich mit diesen auseinander gesetzt hat, keine Angst/Streß damit hat bzw. damit umzugehen weiß und auch in neuen Situationen angepasst reagiert/reagieren kann.
Und das kann m.M.n. der Hund eben nur durch Übung und Konfrontation mit diesen Reizen.
Und zwar nicht nur ein paar Mal in der Welpen- und Junghundgruppe, sondern lebenslang.Ich kann auch keinen Hund brauchen, der Jogger und Fahrräder jagt oder einfach so zu jedem Menschen und Hund hinrennt, also übe ich das (übrigens auch immer noch - Fortuna ist "Jägerin" und hat früher sehr engagiert Autos und Fahrräder gejagt bzw. gehütet...
).
Unsere Hunde leben nun mal nicht mehr in Canidenrudeln im Wald und wir nicht mit unserer Sippe in der Höhle, sondern wir bewegen uns in einer Welt, in der es andere Hunde, andere Menschen, Autos, Fahrradfahrer und Jogger gibt. Und wenn mein/e Hund/e mich als Partner durch diese Welt begleiten sollen (und meine sollen das - ich will sie nicht mehrere Stunden zu Hause allein lassen), dann müssen sie halt lernen, damit umzugehen und adäquat und unproblematisch darauf zu reagieren.
Streß muss übrigens nicht immer negativ sein
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Streß bereiten (auch uns Menschen) viele Dinge im Leben (ich mag auch keine Menschenmassen und jedem (Fremden), der mir begegnet die Hand schütteln oder die Lebensgeschichte austauschen), aber wir müssen nunmal in gewissem Rahmen Kontakte (auch zu Fremden) haben und zulassen, auch wenn sie uns vielleicht Streß bereiten und nicht zu meiner sozialen Gruppe (Familie/Freunde) gehören.Da muss man dann halt mal "durch" und "Schönen Tag und guten Weg" sagen bzw. Small Talk betreiben können, ohne dass ich den anderen anpöbeln muss, nur weil er auf mich zukam, um nach der Zeit oder dem Weg zu fragen.
Und das erwarte ich halt auch von meinen Hunden - und das kann man auch erwarten und wird auch überwiegend gezeigt von anderen Hunden.
Die vielen negativen Beispiele, die ihr habt, habe ich weder in 3 Jahren Berlin (mit Gassi-Service) noch in 3 Jahren (vollen) Ostseestränden (mit Hunde-Wanderungen) erlebt.Wichtig ist allerdings, dass man/Hund den Streß auch wieder abbauen kann - aber das ist wieder ein anderes (aber eigentlich wichtiges) Thema..... (denn daran hapert es übrigens bei vielen Menschen und Hunden - daraus entstehen dann eigentlich erst die Probleme - mangelnder Streßabbau und fehlende Verarbeitung der Streßmomente).
Da hab ich deine Worte tatsächlich anders verstanden. Ich stimme dir prinzipiell zu, dass Streß wertvoll sein kann und auch für den Hund Lernen erst möglich macht, aber trotzdem finde ich das mit einem Menschen nicht vergleichbar. Der Hund hat ja keine Wahl und wir definieren für ihn, was angemessen ist. Würde ich auf Fremde reagieren, wie ich gern wollte .... naja, sagen wir mal, das wäre nach gesellschaftlicher Norm nicht immer angemessen ;-) Die kognitive Leistung, die ich aber erbringe, wenn ich mich gegen mein instinktives Verhalten entscheide, ist aber dem Hund nicht zuzumuten, schon weil er gar nicht weiß, was ihm blüht. Ersatzverhalten, das er beigebracht bekommt, ja das ist dagegen schon zumutbar, nur ob es immer erlernbar ist, ist dann die nächste Frage. Eine langsame Eskalation, wie du sie bei deiner Hündin beschreibst, finde ich übrigens nicht normal, gemessen an der Menge von Hunden, die ich kenne. Auf jedenfall wünschenswert, aber ich kenne kaum Hunde, die so stufenweise eskalieren. Spätestens nach der zweiten Ermahnung ist bei fast allen der Ofen aus. Vielleicht liegt es aber auch wirklich an der Umgebung - es gibt hier derartig aufdringliche Exemplare, bei denen eine stufenweise Eskalation mal so gar nichts zu bringen scheint und das finde ich persönlich gar nicht sozial kompetent oder aus hundlicher Sicht normal. Diese Hunde sind für ihre eigenen Halter meist stressfrei, aber ein Grauen für alle, die an der Leine vielleicht keinen Kontakt wünschen oder ihre Hunde neben der Hauptstraße ableinen wollen.