Beiträge von Nocte

    Ich kann das nur bestätigen. Ein Bekannter von mir hat auch einen Ausbrecherkönig und irgendwann aufgegeben - steht sie eben vor dem Zaun, sie kommt auch wieder. Anfänglich hab ich angehalten und Bescheid gesagt (so haben wir uns kennengelernt). Mitlerweile kenne ich auch die Klatschzeichen, mit denen er sie zurückholt und verstaue sie selbst hinter dem Zaun. Ich weiß genau, dass sie schneller wieder draußen ist, als ich vorbei, aber zumindest ist sie 5 Minuten von der Straße weg.

    Mein Kollege wird hin und wieder von der Arbeit weggerufen, weil seine Schafe in Nachbars Garten oder sonstwo stehen - da war auch schon die Polizei beim Einfangen. Er hat sie nun tagsüber im Stall bis er kommt ....

    Meine Truppe .... naja, ich gehöre zur Kategorie Fort Knox. Mit braven, wohlerzogenen Schafen angefangen, dann einen Ausbrecher bekommen ... es nicht übers Herz gebracht, ausgerechnet dieses eine Tier zu schlachten. Dazu lieb ich dieses eine besondere Schaf zu sehr. Rabauk wird an Altersschwäche sterben. Naja, also angefangen aufzurüsten:

    1. Zaun erhöhen
    2. Zaun unten mit Seil straffen
    3. Zaun unten mit einer Reihe Hasendraht verstärken
    4. ernsthaft über Strom nachdenken
    5. solide Erdanker im 50cm-Abstand setzen
    6. Holzbalken unten an den Zaun, wo es geht
    7. viele blumige spontane Schlachtandrohungen ausstoßen
    8. Netze vor den Zaun stellen
    9. bessere Netze vor den Zaun stellen
    10. Bullendraht kaufen
    11. Estrichmatten an Schwachstellen in den Zaun setzen
    12. viele zusätzliche Balken zwischen die vorhandenen setzen
    13. doch die Netze unter Strom setzen ... mit einem schlagstarken Gerät und unter Gemotze
    14. nach getaner Arbeit mit Rabauk auf der Weide rumliegen und mir denken, dass es das doch Wert ist :-)


    Edit: der beste Ausbruchsschutz besteht in einer gut bewachsenen Weide

    Zitat

    Ausbrecherkönige gekauft...

    Ich bin da ziemlich gnadenlos. Alles, was nicht im Netz bleibt, landet in der Truhe. An Schafanfänger verkaufen... diese Option habe ich noch nie in Erwägung gezogen. Da käme ich mir mies vor, irgendwie...

    Viel Spaß mit der Erziehungsarbeit der roten Truppe :D

    Mir steht das Scheren noch bevor. Was freue ich mich drauf :roll:

    Den druck ich aus und häng ihn meinen Mä(h)dels in großen roten Lettern an den Zaun :-)

    nathi: über 40cm Stromlitze überm Boden lachen nicht nur meine Bonsaischafe, sondern auch meine großen Milchmixe. Wenn ich will, dass die den Zaun nicht anheben, dann muss die unterste Litze so bodennah, wie möglich sein. Im Idealfall laufen zwei oder mehr Litzen dicht übereinander - du musst sicher stellen, dass sie nicht so weit drunter kommen, dass erst das Vlies den Draht berührt. Dann merken sie nix mehr vom Strom. Wenn deine Damen auch Zaunknacker sind, dann nimm Geflügelnetze und wo du Festzäune neu setzt, grab den im Boden ein. Jede noch so kleine Lücke wird ausgenutzt werden, wenn sie das einmal erfolgreich geschafft haben. Umlegen - obwohl es im Ratgeber so steht - bringt gar nichts. Schafe sind nicht annähernd so blöd, wie viele Leute denken. Die sind sogar ganz erfinderisch, wenn die sich was in den Kopf setze. Ich erinner mich an einen Spruch von Sandra, nachdem sie das Tor mal wieder mit Drahtzaun verstärkt hatte: "Schafe ... da kannst du für Jurassic Parc einzäunen."

    Ein HD-Hund aus dem Tierschutz ist etwas ganz anderes - die Arbeit, die damit verbunden ist, beinhaltet nicht, dass man jederzeit auf Hab-Acht-Stellung sein muss, sich darin nicht einen einzigen Fehler leisten darf und mit dem Hund neben der üblichen Hundegesellschaft her lebt. Die Leute sind auch eher bereit auf einen HD-Hund Rücksicht zu nehmen, klopfen dem Halter anerkennend für sein Engagement auf die Schulter und sehen keine Bedrohung is so einem Tier. Ein Hund, wie du ihn beschreibst, sorgt eher für Angst und Ablehnung - die wenigsten Leute wollen so einen Hund in der Nachbarschaft haben, erst Recht, wenn es dort Kinder gibt. Realistisch betrachtet gibt es zu viele solcher Hunde für zu wenig Endstellen - wenn er auf seiner Pflegestelle bleiben kann und dort gut aufgehoben ist, dann hat er schon verdammt viel Glück gehabt.

    Persönlich kann ich absolut nicht nachvollziehen, weshalb man so einen Kandidaten auf eine deutsche Pflegestelle holt. Die Gegebenheiten hier sind an kaum einer einzigen Stelle gegeben, diesen Hund je zu vermitteln. Wer hat hier schon abseits gelegene Grundstücke, die wirklich gut und ausbruchssicher ... oder einbruchssicher .... sind und lebt gern mit so einem Hund zusammen?

    Zitat

    Parallel besuche ich ein paar Seminare der Landwirtschaftskammer, um die Sachkunde Schafhaltung abzulegen, sieben Seminare...sieben! Aber ich mache das gerne und will alles rundherum "ordentlich" haben. Notwendig wäre das wahrscheinlich nur bedingt, vorgeschrieben ist das auch nicht, aber ich finde das besser und fühle mich dadurch noch besser vorbereitet. Im Februar sind die ersten vier, bin schon sehr gespannt, das wird auf jeden Fall ein tolles Jahr! :jump:

    du Glückliche :-)

    Die Seminare, die ich gern besuchen möchte, sind so weit weg, dass ich dafür ins Hotel müsste und es sich finanziell hinten und vorne nicht ausgeht - ich könnte z.B. 7 - 8 Jahre scheren lassen, für einen Scherkurs.

    Aber gut zu wissen, das sie sich lohnen.

    Edit: vielleicht hab ich es überlesen, aber wenn du Festzaun setzen willst und keine Litze unten hast, dann grab das Knotengeflecht auf jeden Fall ein - Umlegen reicht nicht aus, wenn Du zuverlässig verhindern willst, dass die drunter durchgehen. Mein Milchschafmix und eins meiner Ouessants sind wahre Zaunknacker ... ich hab jetzt Strom vor dem Zaun.

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    Irgend woher muss es doch kommen, dass die Leute in eurer Region Hunden ggü. nicht so positiv eingestellt sind - sind sie einfach generell "stieseliger" oder haben vielleicht auch schon viele, schlechte Erfahrungen gemacht...?? :???:

    Und sorry - aber das hier:


    - ist abgesehen davon, dass diese TV-"Formate" wirklich gräuselig sind (und trotzdem scheinbar reichlich geschaut werden, sonst würden sie sich nicht so lange halten) - schon immer so gewesen - und früher noch schlimmer als in heutigen Zeiten.
    "Rauswerfen" ist vielleicht etwas übertrieben - aber Gruppen, Zünfte, Vereine gab's schon immer - und teilweise mit starreren und engeren Regeln und Verhaltenskodi als heute.
    Im Gegenteil - die heutigen Zeiten sind da m.M.n. deutlich "liberaler" und es wird fast jedem die Möglichkeit gegeben, sich nach seiner Facon "auszuleben".

    Es liegt zum einen an dem Bild, das die Stadt vermittelt und zum anderen an der gesellschaftlichen Zusammensetzung in unmittelbarer Nähe. Um es vorsichtig auszudrücken - eine Gruppe kann generell nichts mit Hunden anfangen, mit schwarzen schon gar nicht. Daneben beginnt etwa 3km von hier ein "schlechteres" Viertel der Stadt - sozialer Brennpunkt würde ich es noch nicht nennen, weil ich da ganz anderes von der Arbeit her kenne, aber so weit weg ist es davon nicht. Dann kommt noch der Stadien- und Jahrmarktverkehr dazu und somit in recht regelmäßigen Abständen größere Ansammlungen Betrunkener oder pöbelnder Jugendlicher von der Disko, die alle an der einzigen offiziellen Hundwiese der Stadt vorbei müssen :ugly:

    Die Stadtordnung macht es nicht besser - die Stadt tut nichts für Hundehalter, außer die Steuern erhöhen und das wirklich unchristlich. Zum Dank dafür, dass man horrend hohe Steuern zahlt, sind Hunde kaum geduldet bzw. das Ordnungsamt kontrolliert den flächendeckenden Leinenzwang an der max. 1,5m langen Leine selbst auf Privatgrund. - Wobei hier angemerkt sei, dass die Beamten des O-Amtes im Allgemeinen freundliche Menschen sind, die nur ihrer Arbeit nachgehen - So verhärten die Fronten aus imaginären Feindbildern und viele Hundehalter kommen zu dem Schluss, dass sie für ihr Geld eine Gegenleistung erwarten dürfen und da diese in den Augen der betreffenden Halter zu gering ausfällt, nehmen sich nicht wenige davon die Freiheit ihre Hunde überall laufen zu lassen oder eben die Hinterlassenschaften nicht einzusammeln. Erstaunlich für mich ist hierbei, dass es für letzteres ein saftiges Bußgeld gibt und trotzdem der kleine Park vorm Haus viel frequentiert wird, absolut nie jemand da kontrolliert.

    Zu der Liberalität in der Gesellschaft hab ich eine andere Meinung - es deckt sich nicht mit dem, was ich erlebe. Ich kannte es nicht, dass der Wert eines Menschen nur noch an seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit fest gemacht wird. Ich kannte es auch nicht, dass Jugendclubs etc. immer als erstes geschlossen werden, weil kein Geld für sowas da ist. Ich wohne neben den Tafeln und finde schockierend, dass dort die Schlange immer länger wird und ganz normale Menschen da anstehen, keine Faulpelze oder so. Ich finde schockierend, dass die Unimensen und Bäcker keine übrig gebliebenen Lebensmittel an die Tafeln geben dürfen, ohne Geld zu zahlen, ich finde es deprimierend, dass ich an meiner letzten Arbeitsstelle Kinder, die kein Geld fürs Mittag hatten, ohne Essen neben denen sitzen lassen musste, die Geld hatten, ich empfinde Ein-Euro-Jobs als Lohnsklaverei und so weiter. Wir mögen uns für liberal halten und oberflächlich betrachtet sind wir es vielleicht auch, aber wie liberal ist eine Gesellschaft, in der auf politischer Ebene bösartigste Art und Weise immer noch über die Schwulenehe diskutiert wird, in der das Scheidungsrecht unter dem Deckmantel der Gleichberechtigung in dieser eklatant ungerechten Art und Weise nachträglich verändert wurde, in der immer noch Migrantenförderung gefördert wird, während niemand auf politischer Ehe ein funktionales Integrationskonzept fördert (ist ja nicht so, dass es diese nicht gäbe). Wie liberal ist eine Gesellschaft, in der die Lastenverteilung immer mehr in Schieflage gerät?

    Sind all diese Dinge wirklich eines freien Mannes würdig?

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    Beim Lesen war ich gerade ziemlich entgeistert - solche Begebenheiten hatte ich hier glücklicherweise noch nie. Ich höre sehr häufig ein Lob, wie gut erzogen Amy ist, wenn sie zu mir kommt und gesittet an Fußgängern, Reitern und Radfahrern vorbeigeht oder am Rand abgelegt wartet. Viele Leute kommen so mit uns in's Gespräch und es sind immer freundliche.
    Anlegen tu ich mich hier nur mit den anderen Hundehaltern... :pfeif:

    Solch eine Hunde(halter)feindlichkeit haben wir hier nicht und ich kann gar nicht begreifen, dass es bei Euch scheinbar so krass ist.

    Es ist auch nicht überall so, aber wir leben nun mal hier. Wenn wir bei meinen Eltern zu Besuch sind, ist das anders - da ist es die Regel, dass die Leute sich bedanken, wenn man Radfahrer durchlässt und man begegnet einander freundlich. Wenn da mal eine Situation verbal entgleist, hat meist einer vorher gepennt und es gibt Anlass für Ärger. Dort stört es auch keinen, wenn Hunde auf ihren Grundstücken (also den Grundstücken, auf denen die Hunde leben) frei laufen oder Hunde bellen. Dort nehmen LEute ihre Hunde sogar mit zum Bäcker oder zum Abholen des Kindes - ich würde 1000 Tode sterben bei dem bloßen Gedanken, meinen Hund vor einer Kindertagesstätte anzubinden und das nicht, weil meine Hunde Kinder nicht mögen - die mögen sie, sondern weil Hunde hier auch geklaut werden, oder in solchen Situationen bedrängt oder gar gequält und auch, weil die Kinder hier nicht lernen, dass man fragen soll, bevor man fremde Hunde anfasst (wofür die Kinder ja nichts können).

    Schön, wenn man das kann, aber bei mir hört das da auf, wo die Leute uns bedrängen und rein vom Empfinden auch schon, bei verbalen Äußerungen - jeder hat mal einen miesen Tag und es kommt vor, dass man sich im Ton vergreift. Es stört mich aber massiv, das immer mehr Menschen der Ansicht sind, es sei o.k. ihren Frust an bestimmten Bevölkerungsgruppen auszulassen. Im Grunde kann mir doch egal sein, was für einen Tag die Leute haben, sie haben sich trotzdem respektvoll Anderen gegenüber zu verhalten. Ich beobachte aber eher, dass es ein generelles Problem geworden ist, sich an simple Regeln von Anstand und Menschlichkeit zu halten. In unserer Gesellschaft ist es völlig normal geworden, alle "rauszuwerfen", die einer Gruppe nicht passen. Mit so Schwachsinn, wie Big Brother fing es an, Djungle Camp und co. setzen es fort - Disfunktionale soziale Gruppen als Medienkonzept. Zum Kotzen, zumal es unsere Gesellschaft nicht nur spiegelt, sondern auch weiter formt. Es gelingt mir oft, mich nicht über die unfreundlichen Leute zu ärgern, aber nicht immer und ich fürchte, eines Tages wird meine Schmerzgrenze so überschritten sein, dass ich denjenigen, der mich dann bedroht runderneuer.