Beiträge von Nocte

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    Ein Hund,der wirklich in Panik ist, nimmt kein Futter.
    Das macht nichtmal meine sauverfressene Beagleline!

    Ich wage nach der Beschreibung zu bezweifeln, dass der Hund so panisch ist. Das passt doch nicht zu seinem sonstigem Verhalten und wenn 7 Trainer das gesehen haben, hätte einer sicher mal geäußert, dass der Hund zu panisch ist, um irgendwas zu tun. Wenn dem so wäre, dann könnte man den Hund nur noch Ansacken und abhauen.

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    Was mir leider nichts bringt, bei einem Hund der sich für Futter nicht interessiert.
    Ihm da noch Leckerlis vor die Nase zu halten - und sei es eine ganze Hand voll leckerer Hühnerherzen - würde eher noch strafend wirken, als das es als Belohnung durchdringen würde.
    In meiner Verzweiflung habe ich durchaus schon versucht ihn mit Futter aus der Situation zu "ziehen", damit er einfach abgelenkt ist - aber in einem solchen Panik-Schub dringt es schlicht nicht zu ihm durch.
    Selbst wenn er es registriert, was ich nicht mal abstreite, ist er einfach nicht in der Lage diesem Reiz nachzugeben, weil die Panik zu groß ist.

    Shadow war über Futter scheinbar nicht belohnbar. Das lässt sich trainieren und es geht echt fix. Wegen des nicht Interessierens hatte ich geschrieben, dass du eine ganze Hand nehmen sollst. Probier es doch einfach mal aus. ICh hatte auch gedacht, dass das nicht klappt, aber es funktioniert doch. Ist der Reiz zu groß, reichte einfach ein Bröckchen nicht - vielleicht riecht das zu wenig. Nehme ich in solchen absolut überspannten Situationen aber eine ganze Hand, dann dringt das durch. Er nimmt manchmal auch ein Bröckchen auf und lässt es fallen, aber im Endeffekt nimmt er sie doch und nachdem der andere Hund vorbei ist, auch ganz ruhig. In dem Moment, in dem der Reiz durchringt, kann ich ihn dann auch damit zu einer Wegwendung lenken und den Abstand vergrößern.

    Das Problem ist doch, dass deine Belohnung in diesen Situationen nicht durchdringt. Ich denke, dass kann sie auch nicht - sie spricht ja keine Sinne an, die auch unter Streß noch unterschwellig reagieren. Ich würde es an deiner Stelle in solchen Situationen mit Futter versuchen und wenn es sein muss auch nicht nur einem Leckerchen, sondern einer ganzen Hand.

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    Ich habe auch nicht behauptet , dass es einfach ist! Ich habe mit einfachen kurzen Übungen angefangen, z.B. Tür und Autotür gehen erst auf, wenn Ruhe ist, Ball wird erst geworfen, wenn Ruhe herrscht, nicht gleich losrennen, wenn die Leine abgemacht wird etc.
    Und das natürlich nicht mitten in der Stadt, wenn sowieso ganz viele Reize auf den Hund einprasseln.

    Es geht doch gar nicht um irgendwelche Behauptungen. Mir ging es darum anzumerken, dass Frustrationstoleranz nicht bedeutet, dass der Hund nur lernen muss, den Frust auszuhalten. Die Ansicht ist ja sehr verbreitet und am Anfang scheint es zu funktionieren, dass der Hund etwas einfach mal nicht darf. Mir ist es wichtig, darauf hinzuweisen, weil Probleme bei Frust nicht immer unmittelbar beim Training auftreten, sondern manchmal erst Monate später. Auch viele Hundeschulen und Trainer bieten ein indiskutables Training an, dass am Anfang funktioniert und später fragt man sich, warum der Hund aus heiterem Himmel Verhaltensweisen an den Tag legt, die er längst abgelegt hatte oder nie gezeigt. Ein Hund, der z.B. Sichtung eines anderen Hundes gelernt hat, dass er nicht fiepen soll und in die Leine springen, sondern ruhig an dem anderen vorbei gehen, kann bei falschem Training dennoch mit den Veränderungen durchs geistige Reifen plötzlich eine Leinenagression ausprägen. Das ist nur kaum jemandem bewusst.

    Die Individualdistanz hat gar nichts mit dem Sozialverhalten zu tun, die ist angeboren. Ein Hund mit einer großen Individualdistanz muss auch nichts zerfleischen, was sich in seinem direkten Umkreis befindet. Also nicht in einen Topf schmeißen.

    Was du beschreibst, ist aber aussietypisch und eigentlich auch in anderen Rassen nicht so untypisch. Wenn der Hund plötzlich auftaucht, können 1000 Dinge Brix zum Ausflippen bringen. Eventuell ist seine Distanz doch unterschritten und die fehlende Zeit, sich mit dem Gegenüber auseinander zu setzen, führt zur Eskalation. Vielleicht kommt der andere direkt und ohne Bogen oder fixiert oder er passt ins Feindbild und und und. Das ist auch egal, weil du nichts davon ändern kannst. Du kannst nur dran bleiben und entweder kommst du irgendwann an einen Punkt, an dem es mit plötzlich auftauchenden Hunden klappt oder nicht. Wenn Du meinst, dass du auf dem richtigen Weg bist beim Training, dann mach weiter, wenn nicht, lass vor Ort einen Außenstehenden drauf schauen. Es sieht von uns hier ja keiner, ob es ein Handlingfehler oder Timingfehler ist.

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    Alles leider ziemlich normal. Wenn Du Glück hast geht es vorbei.

    Allerdings ist es natürlich hart, einen Hund bei einem Ballspiel zuschauen zu lassen. Wenn er im Moment sowieso total nervös ist, ist das zuviel für ihn. Viele Menschen, ein Ball, dem er nicht hinterrennen darf - das würde ich erstmal lassen. Stattdessen würde ich an der Frustrationstoleranz arbeiten, er muss erst lernen, dass er sich beherrschen muss.

    Wobei das ein zweischneidiges Schwert ist, da die Balance zu finden. Wenn er beim "Erarbeiten einer Frustrationstoleranz" zu oft frustriert wird, kann das zu dauerhaften Problemen führen, die nicht zwingend direkt auftreten. Er sollte nicht einfach lernen "Frust auszuhalten". Ein positiver Aufbau muss her!

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    Parson Russell Terrier ;)

    Nein, Kohle gab es da keine und danke, Mirum. Mein Parson Russell ist das helle Kleinteil auf dem Avatar.

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    (Zu lahm zum Editieren... ^^")
    Beim TA - Hund ist als moralische Stütze für den Kater dabei (kann nicht allein bleiben, also kommt er mit) und muss das Küken auch beschützen. Schon beim Reinkommen hatten wir Probleme mit Leuten, die die Tür blockiert haben, weil ihr Hund dauergekläfft hat und deshalb wollten sie nicht in das leere Wartezimmer (ist ja okay, aber dann vor der Tür stehen... nujo...)
    Später kamen andere HH mit offenbar nettem Hund, der am Dauerkläffer schnuppern durft und da meinten die HH, dass sie ihren Hund doch auch mal zu meinem lassen könnten, der schon boshaft geiernd in der Ecke vor seinem Kater saß, an kurzer Leine und kurz vorm Explodieren. Ein Brüller musste sein, sonst hätt Herr Hund den losgelassen, dann fiel dem Herrchen ein, dass man Hunde an der Leine nicht zusammenlässt. Soweit okay, nur das Hundchen war etwas nervös und mieperte die ganze Zeit vor sich hin. Statt das zu ignorieren, klopften die HH permanent auf ihren Hund ein, schubsten ihn hin und her, hielten ihm die Schnauze zu und fingen immer wieder von vorn an. Wenn sie mal abgelenkt waren, wurd der Hund auch ruhiger, aber sie haben sich immer wieder schnell auf ihn konzentriert und ihn weiter wuschig gemacht. Es war wirklich deutlich zu sehen, dass sie ihren Hund lieben, aber sie konnten leider null auf ihn eingehen :/

    Ich habe heute auch festgestellt, wie verwöhnt ich von unserer Heimpraxis bin. Wir waren heute unterwegs und mussten dann zu einem fremden Tierarzt. Für mich der Horror - das Wartezimmer war eigentlich nur ein kurzer schmaler Flur. Die Tiere konnten sich nicht aus dem Weg gehen, also blieben wir vorn. Dort standen 3 Stühle zwischen den Türen der Praxis. Alles furchtbar beengt. Aus dem Sprechzimmer schoss dann ein Shi Tzu an einer Flexi geradewegs auf uns zu. Vielleicht wollte er auch nur schnell raus, aber für meinen Hund machte das keinen Unterschied. Mir blieb nur, den fremden Hund anzublaffen und meinen schnell zu greifen. Die Besitzer waren da noch im Behandlungszimmer. Dann ist noch einer der Angestellten quer über meinen Hund gerannt, als er eilends von Tür A zu Tür B musste und danach kam noch ein Kleinteil, dass auch recht unzufrieden mit der Situation war. Da hatte ich aber in der Zwischenzeit meinen Klicker aus dem Auto geholt. Sowas ist für mich purer Horror - kranke Tiere auf so engem Raum und dann noch so eine unruhige Atmosphäre, in der man wegen der Türen ständig auf Hab 8 Stellung sein muss .... nenene, dass brauch ich nicht wieder. Ich hoffe die Flexileinenbesitzerin hat was draus gelernt. Erschrocken hat sie sich, auch wenn nix weiter passiert ist.

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    Reina ist seit einer Woche nicht mehr läufig, hatte die Zeit davor genau die selben Probleme. Unfassbar, da sagt man die ist läufig und muss sich noch um deren Hund kümmern. :stick1:
    BTW: cooles Profilbild ;)

    Uns ist mal ein Golden Retriever auf unsere PRT-Hündin aufgeritten, als die läufig war. Der Besitzer machte keine Anstalten, ihn auch nur zu rufen. Als ich den Golden griff und von meinem Hund zog, biss er mich. Ich bekam dann noch eine Standpauke, wie ich mit einer läufigen Hündin draußen laufen könne :headbash:

    Klingt karriereseitig wie bei uns. Auslöser für das Verhalten war auch ein Beißvorfall, aber ich denke, dass auch die Veranlagung mit reinspielt. Das Verhalten, dass Du beschreibst ist ja doch nicht so untypisch für Aussies. Wenn Du den Klicker auf Dauerfeuer betätigst, wie belohnst du dann?

    Bei uns werden Dauerfeuersalven mit vors Maul geöffneter Futterhand mit viel Futter begleitet. Es kommt je nach Streßlevel der Punkt, an dem der Klick durchdringt und dann haben wir die Rückwendung angeschlossen. Wir bewegen uns ein paar Schritte aus der Situation, aber danach darf und soll der Hund wieder angesehen werden und dann wird das geklickt. Wenn das Timing stimmt oder das Gegenüber nicht gerade eine "Totsünde" begeht, dann kommen wir auch streßfrei durch blöde Situationen. Wir füttern nach so einer Begegnung noch kurz weiter. Wie groß ist Brix Individualdistanz? Ich habe festgestellt, dass meine Hunde da ganz unterschiedlich sind. Lunas ist sehr klein, Lena mag mehr Abstand und Shadow noch mehr Abstand.