Beiträge von Nocte

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    Das habe ich nicht geschrieben und das generell Lohndumping betrieben wird, stimmt so auch nicht.
    Bezeichnender Weise haben sich da Konzerne hervor getan.

    Lohnnebenkosten werden nicht nur in der Produktion gezahlt, sondern auch z. B. im Handel.
    Das fast jeder heute in Deutschland nur noch nach der "Geiz ist geil Methode" einkauft, brauch ich dir doch nicht erzählen.

    Wer kann also im Handel seine Preise uneingeschränkt seinen Kosten anpassen?

    Also wird an den Lohnnebenkosten gespart, 400.-- Eurojober eingestellt, die man durchaus auch angemessen bezahlen kann.

    Gaby, ihre schweren Jungs und Finn

    Eben, es ist ein Fehler im System. Wirtschaftsethik ist out und ich halte generell ein System, das auf einem endlichen Markt auf Wachstum setzt, für krank.

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    Es sind darunter aber auch sehr viel Frauen, die zum Familienbudget nur etwas zu verdienen wollen.

    Dazu kommt, daß auch nicht gerade wenige, mehr als einen 400.-- Eurojob haben. Da muß der Steuerzahler nicht zur Kasse gebeten werden.

    Die Zeiten haben sich geändert. Was in vielen Ländern schon lange Usus war, hat nun in Deutschland auch Einzug gehalten. Der Job bei einem Arbeitgeber von der Lehre bis zur Rente ist schon lange ausgeträumt.

    Es sei denn, man ist Beamter auf Lebenszeit.

    Gaby, ihre schweren Jungs und Finn

    Und weil es Hausfrauen sind, ist es in Ordnung, dass "nur kleines Geld" gezahlt wird? Nur weil in anderen Ländern drei Jobs üblich sind (und ja, ich habe auch drei Jobs), heißt es nicht, dass nicht grundsätzlich ein Fehler im System ist.

    Deutschland ist ein Land, in dem mitlerweile übles Lohn-Dumping betrieben wird. Minijobs und - noch schlimmer - 1-€-Jobs machen das nicht besser oder richtiger.

    Wenn Lohnnebenkosten zum Produzieren zu teuer sind, dann ist das Produkt zu billig.

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    Das ist ein Irrtum, denn kaum ein kleiner Gewerbetreibender, der heute zwei 400.-- Eurojobs vergibt und dafür an die Knappschaft ca. 200.-- Euro abführt, kann es sich leisten, statt dessen eine Vollzeitstelle zu vergeben.

    Dazu sind die Lohnnebenkosten einfach zu hoch.

    Gaby, ihre schweren Jungs und Finn

    Dann trägt sich offensichtlich dieser Job nicht. In aller Regel müssen die Leute mit nur 400€-Jobs aufstocken und wer zahlt das - der Steuerzahler.

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    Das sehe ich genauso. Es ist "nicht normal", dass ein Hund, ab einem gewissen Alter, einfach unbändig auf andere Hunde zurennt (und das auch noch vom Halter geduldet wird). Das nervt mich selbst, deshalb ist es mir auch unangenehm, wenn meiner ab und an einfach losflitzt....wie gesagt, checkt er in diesem Falle aber auch, ob ein anderer Hund Kontakt möchte, oder nicht, und geht dann vorbei, wenns nicht gewünscht ist, ohne den anderen Hund dann zu "begrüßen" was nicht das Hinflitzen entschuldigen soll..... aber, man wird es nicht verhindern können, dass es manchen Hundehaltern egal ist, ob ihr Hund das tut. Somit, wird es immer solche Hunde geben.

    Wie gesagt, einzig und allein stört mich persönlich nur die Einstellung von vielen: Meiner beißt und das ist sein Recht, ich ändere nichts daran. Sollen die anderen uns fern bleiben.....oder halt gebissen werden...

    Weil, wenn ein Hund sich nicht "richtig" (und auch das ist wieder Ansichtssache) verhält, dann muss der Halter etwas dagegen tun, damit ein gutes Miteinander möglich ist. Es ist niemals nur von einer "Gruppe" abhängig, sondern von allen "Teilnehmenden" ist etwas zu erwarten. Mir kommt das sehr oft so vor, als wäre man im Straßenverkehr und jeder beharrt auf "sein Recht". Das kann nicht funktionieren......und Streit ist vorprogrammiert. Ich gehe davon aus, dass jeder seinen Hund "liebt" (oder sowas in der Art) und dass viele sich denken "Warum sollte ich ihm diese "Freiheit" (zu anderen Hunden wie blöd hinrennen), oder sein Recht auf sich zu "Wehren" (wenn der Hund nach anderen Hunden schnappt) nehmen? Hund ist ein Charaktertier, ohne Frage. Aber, bei der Erziehung sollte man gewisse Dinge nicht als "Ach, das ist er halt, ich kann das nicht ändern" ablegen, wenn er andere foppt, oder beißt, oder einfach doof hinrennt....Und das ist ARBEIT und das ist anfangs STRESS und UMGEWÖHNUNG und DAUERT. Aber, ich finde halt, dass es das wert ist. Nicht um den Hund zu einem Roboter zu machen, sondern um ihm eine Menge an Stress zu ersparen. -> Andere Hunde, sind andere Hunde, sollten kein Objekt der Begierde sein, aber auch nicht Feindbild.
    Ich renne auch nicht zu jedem Menschen hin und will eine Freundschaft aufbauen, oder wissen, wie sein Leben so läuft. Genausowenig pampe ich jeden Menschen an, oder beleidige ihn, der fagt, wies mir geht, oder etwas zu mir sagt, um evtl ins Gespräch zu kommen.....

    Es ist nicht normal, wenn ein Hund zu jedem anderen Hund verkrampft Kontakt aufnehmen möchte, aber es ist auch nicht normal, dass jeder Hund einen anderen Hund wegbeißt.....


    Ist doch das, was ich oben geschrieben habe - wenn einer beißt und einer ungebremst in den reindonnert, dann haben beide ein Problem. Es wird aber in diesem Thread darauf gedrungen, dass der Beißer noch mehr, als mit einer Leine gesichert sein muss, damit niemals was passieren kann, aber bei denen, die reindonnern, ist es einfach dumm gelaufen.

    Ein Hund, der andere dann zerlegen (im Sinne von Töten) will, klar - da geh ich mit und nehme einen Maulkorb, aber beißen fängt in unseren Breiten bei den Leuten schon bei Wegschnappen an, auch Stoßen mit dem offenen Fang (ohne Löcher), ist für die Leute hier "Beißen" und da hört es bei mir auf, wenn solche Hunde einen Maulkorb tragen sollen, weil andere keinen Bock haben, auf ihre aufzupassen.

    Ich finde es auch nicht prinzipiell unnormal, wenn ein Hund gar keinen Kontakt wünscht - der kann alt sein, krank, einfach uninteressiert und wenn der jedes Mal fremde Wegschnappt, ja mei, dann ist es eben so. Mich stört massiv, dass so enorm viele Leute der Ansicht sind, ihr Hund wolle "nur" gern Kontakt. Dem ist bei erwachsenen Hunden selten so. Nach meinen Erfahrungen noch seltener, wenn die daheim in einem festen Hundeverbund leben. Leider reden sich viele Halter das Verhalten ihres Hundes schön und das des Abschnappers schlechter, als es ist. Ich will nichts weiter, als das jeder auf seine aufpasst. Brennt mal einer durch, kann ich damit leben. Ich kann aber zunehmend schlechter damit leben, von Der-tut-nix-Hunden überrannt zu werden, die leider doch was tun. Ich habe selbst schon Bisse und Narben von Hunden davongetragen, die ich abwehren wollte. Ich habe nette Wunden mit Biss und Gegenbiss im Schien- und Wadenbein von einem Schäfi-Mix, ein Goldie hing in meiner Hand, ein Minimix regelmäßig in meinen Hosen und wahlweise dem Bein. Die betreffenden Hunde haben keine Gefangenen gemacht und sich wahrlich nicht zum Hallo-Sagen auf meine werfen wollen. Zwei, die meinen damals 7 Monate alten Hund gemeinsam zerlegen wollten, haben kurz drauf dem Besitzer die Sehnen der Hand zertrennt. Bei solchen Hunden ist mir auch ein Maulkorb lieber. So lange die Besitzer aber in der Lage sind, die Hunde körperlich gut zu halten (also festhalten ohne, dass der sich losreißen kann) und sich der Gefahr bewusst sind, kann ich auch damit leben, wenn kein Maulkorb drauf ist.

    Ich selbst sicher auch mit Maulkorb, wenn ich mich in Situationen begebe, die mir nicht geheuer sind - z.B. würde ich im Gedränge eines Zuges sicher einen Maulkorb nutzen, weil meine Hunde das nicht kennen und mir das sicherer wäre, obwohl die nie einen Menschen gebissen haben. Ich nehme auch beim Tierarzt einen Maulkorb, wenn die Untersuchung schmerzhaft sein kann oder der Tierarzt z.B. mit dem Gesicht direkt vorm Fang ist, wenn er behandelt. Auch in sehr stressigen Situationen mit vielen (neuen) Hunden würde ich bei zweien einen Maulkorb nutzen. Das finde ich auch normal, weil es einfach Sicherheit schafft.

    Bei einem Hund, der einmal richtig zugebissen hat, man aber um die Gründe weiß und diese in Zukunft auch zuverlässig meiden kann, fände ich den Maulkorb nicht immer nötig, aber dabei hängt auch davon ab, was für ein Vorfall das war.


    Zu der Frage mit dem Maulkorb - ja ich habe auch schon längere Zeit Hunde mit Maulkorb geführt, weil die gefährlich waren. Darunter waren auch Kandidaten, die selbt auf der Pflegestelle nur mit uns einen Maulkorb brauchten. Jeden dieser Hunde haben wir mit Umsicht und dem Maulkorb und vernünftigen Leinen so führen können, dass keine leichtfertig in Kauf genommenen Gefahren von ihnen ausgingen. Davon waren zwei nicht umgänglich mit Artgenossen.

    Frollein:

    bei einem Welpen oder Junghund finde ich das auch noch normal, wenn der durchbrennt und auch, wenn der Spielen will etc., aber bei erwachsenen Hunden? Ich finde es absolut nicht normal, wenn Hunde jeden anderen Hund gleich überschwänglich oder überhaupt begrüßen wollen. Bei den meisten Hunden ist es doch eher so, dass die Hunden in einem Verbund aus dem Weg gehen oder ab einem bestimmten Alter kein Interesse an Spielen, Toben etc. haben, sondern eine Interaktion zumeist darin besteht, dass man ob gleicher Wege der Halter ein Stück des gleichen Wegs entlang trottet. Wie kindsköpfig oder in welcher (anerzogenen?) Erwartungshaltung oder evenetuell sozial depriviert sind denn bitte Hunde, die mit 6, 7 Jahren immer noch bei jedem Artgenossen vor Freude austicken? Ich glaube fest daran, dass viel weniger Hunde mit absoluter Freude auf andere zustürmen und dabei 100%ig freundlich gesinnt sind, als es viele Halter annehmen. Es würde mich doch Wunder nehmen, wenn es so viele Hunde gäbe, die es absolut nicht kapieren, wenn das Gegenüber schon grün vor Ärger wird und trotzdem noch sagen: "Du meinst das doch gar nicht so. Lass uns Freunde sein." Da haben Hunde doch absolut gar nichts von.

    Das meine ich ganz unabhängig davon, dass sich Hunde mal selbständig machen und wie die Halter darauf reagieren.

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    Konditionierte Entspannung hab ich versucht. Klappt außerhalb der Wohnung allerdings überhaupt nicht. Ich saß teilweise 2 Std mit ihm an total ruhigen Orten und konnte froh sein, wenn er sich mal hingesetzt hat. Die Kommandos die wir drinnen nutzen um ihm zu zeigen, dass er erstmal Ruhe halten kann (Decke/Leg dich hin) helfen außerhalb der eigenen vier Wände nicht.
    Besonders auffällig ist es wie gesagt wenn wir iwo zu Besuch sind, oder selbst Besuch haben.

    Die Idee mit der nahrungsergänzung nehme ich auf jeden Fall mit zur ta. Falls mit der Schilddrüse nichts ist. Hat das bei dir denn geholfen?

    Hast du ihm die Chance gegeben, selbst rauszufinden, was gewünscht ist? Also kein Kommando gegeben, sondern gewartet, was er ausprobiert und dann in die richtige Richtung bestärkt?

    Oh man, mich beschleicht bei erschreckend vielen Kommentaren zum Thema "freundlich anrennender Hund", die Befürchtung, dass tatsächlich mehr Hunde einen an der Klatsche haben, als ich bislang dachte. Ein Hund, der andere nicht mag, ist unnormal, aber ein Hund, der sich wie Bolle so über jeden anderen Hund freut, dass er sich manchmal einfach nicht zurückhalten kann (Welpen mal ausgenommen), der soll normal sein?

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    (...)
    Und das wird diesem Hund nicht in die Wiege gelegt, sondern das lernt er durch sein Umfeld.

    Das ist nicht ganz richtig. Ein Hund wird nicht im lufleeren Raum erzogen und geprägt und ggf. verzogen, aber die Individualdistanz und auch das Temperament sind angeboren. Man kann einem Hund ebenso wenig, wie einem Menschen eine "andere" Wohlfühldistanz zu anderen Individuen beibringen. Der eine hat eine höhere und der andere eine niedriger Individualdistanz.

    Genau wie wir, kann der Hund nur lernen, sein Unwohlsein zu managen, aber das geht nicht von jetzt auf gleich und es dauert umso länger, umso öfter der Hund die Erfahrung macht, dass sich die "Kollegen" wie die Axt im Walde benehmen.

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    Klar, dass jeder Hund, der beißt, seine Gründe dafür hat. Dennoch verstehe ich nicht, dass so viele Hundehalter, auch, die ich persönlich kenne, es einfach hinnehmen, dass ihrer unverträglich mit Artgenossen jeglicher Art ist, nicht mit ihrem Hund eine Lösung finden, dass es besser läuft, und es als schlimm empfinden, wenn ein anderer Hund auf sie zu kommt.. klar ist das "schlimm", weil der Halter des bissigen Hundes, sowie der Hund selbst, in dem Moment in Stress verfällt oder sich, auch wenn nur unterbewusst, denkt: "Ok, jetzt gehts gleich ab".
    Aber, warum hinnehmen? Warum immer "gegen die anderen kämpfen wollen?" Warum nicht "an sich und mit dem Hund arbeiten wollen?" Warum "nichts ändern wollen" aber dafür jeden anderen, der einem in die Quere kommt, die Schuld geben, oder die Einstellung vertreten "Keiner hat das RECHT dazu, zu meinem zu kommen".
    Wie gesagt, gegen die Hunde, die einfach auf einen zugerannt kommen, kann man nichts unternehmen, weil man kann nur an seinen "eigenen Problemchen" arbeiten. Was hilft es, gegen die Probleme oder die Erziehungsmaßnahmen des anderen zu wettern? Dadurch wird kein Problem gelöst!

    Man könnte sich auch jeden Tag darüber aufregen, wie viele mit ner "Schnute" morgens in der U-Bahn hocken, man könnte sie anschnauzen und sagen, dass einem das nicht passt (was würd es bringen?)...oder man könnte diese Personen ausblenden und sich seines Lebens freuen, indem man seine Einstellung ändert.

    Ich weiß, meine Vergleiche kann man natürlich nicht eins zu eins übertragen... Aber, bei den Leuten, die ich kenne, stimmt der Text: "Wie das Herrl, so das Gschwerl" Die MENSCHEN verbeißen sich in eine Einstellung und WOLLEN zum größten Teil nichts daran ändern, weil entweder ist es Arbeit, oder sie sagen sich: "Warum sollte sich MEIN Hund ändern? Sollen doch einfach die anderen fern bleiben. Meiner darf beißen, wenn er denkt, dass es ok ist...." :???: Checks einfach nicht, sorry :sad2:


    Du liest aus der berechtigten Einstellung von Mensch und Tier, ihre Individualdistanz gewahrt wissen zu wollen, dass die Leute nicht daran arbeiten, dass ein Hund den ungefragten Kontakt mit Artgenossen nicht für das Non plus Ultra hält. Ich kenne kaum Leute, die nicht versuchen, ihren Hund so zu erziehen, dass der nicht an der Leine ausflippt oder auch den ach so freundlichen nervtötenden Der-tut-nix verspeisen will. Ich finde es anmaßend, wenn von den Leuten, deren Hunde bedrängt und zu einer Reaktion genötigt werden, verlangt wird, die an Leine und Maulkorb zu legen und mit ihnen zu trainieren auf nichts mehr zu reagieren, während es bei den nervenden distanzlosen Hunden aber heißt, es kann ja mal passieren, dass die sich losreißen.

    Wie genervt man von sowas ist, hängt sicher davon ab, wie oft man vom Kamikaze-Kuschler überrannt wird. Warum kann man nicht von den Hundehaltern, deren Hunde sich über Grenzen hinweg setzen, erwarten, sich darum zu scheren, dass ihre Hunde keine Gelegenheit dazu bekommen? Es wird hier ein einseitiges Problem konstruiert, obwohl die Halter der angeleinten Hunde schon Sicherungsmaßnahmen ergreifen und die anderen ihr Problem noch zusätzlich auf diese Halter abwälzen.