Das Ziel von solchen Übungen mit hohem und weniger hohnem Reiz ist immer, dass du den Hund dann auch am Wild stoppen kannst. Weil er gelernt hat (du ihm beigebracht hast) sich selbst zu kontrollieren und darum kannst du es dann kontrollieren.
Zunächst folgt der Hund nur seinem Instinkt, er ist dann so fixiert, dass ein "Tunnelblick" entsteht. Das heißt, er ist gar nicht in der Lage dich wahrzunehmen und zu reagieren.
Durch Impulskontrolle trainierst du den Hund darauf, nicht sofort "auszuschalten". Wichtig ist aber, dass er die Beute dennoch bekommt- mit dir oder mit deiner Zustimmung, aber eben nicht alleine.
Ich finde die Reizangel einfach "zu hohes" Training für einen Einsteiger (da meine ich jetzt den Hund). Ich baue in kleineren Schritten auf, langsam steigern, dafür keine Fehler, denn jeder Fehler kann wochenlanges Training ruinieren.
Ich versuch mal ganz kurz nen groben Umriss der ersten Schritte zu machen die ich gehen würde:
1.) Hund IMMER sichern. Sie darf keine Gelegenheit haben weiterhin abzuzischen. Das abhauen bestätigt sich selber, sie haut ab und hat damit ihr Ziel schon erreicht- ohne dich! Das darf nicht passieren.
2.) leichte Impulskontrollübungen mit einem stinknormalen Dummy, Spielzeug, sie sollte es mögen und gerne haben aber nicht völlig drauf abdrehen. Mia sitzt neben dir, du hälst sie an der Schlepp und wirfst. Mia darf erst auf Kommando hin, bringt die Beute mit (bringt sie? sonst müsste das auch noch aufgebaut werden, vorher) und ihr spielt gemeinsam kurz!
3.) Steigerung indem du immer noch mit Schlepp dasselbe übst, aber dich von mia entfernst bevor du wirfst. Mia muss sitzen oder liegen bleiben bis du sie hinschickst. Entfern dich zuerst nur einen Schritt und dann immer weiter- vorausgesetzt es klappt in der zuletzt gewählten Distanz zuverlässig!
4.) Nächste Steigerung, du stehst von ihr entfernt und wirfst das Dummy in ihre Richtung und sie darf erst auf deinen Befehl und du wirfst über sie drüber und sie darf erst wenn du das ok gibst
5.) Steigerung, du fuchtelst direkt vor ihrer Nase mit dem Dummy rum, berührst sie überall am Körper damit, spielst damit und sie darf erst auf dein ok ran. Bitte sei vorsichtig, hau ihr das Ding nicht aus Versehen um die Ohren!
6.) die Beute wird "besser" (Felldummy, Futterteile, irgendwas worauf sie richtig scharf ist) und dann wieder 1-5)
und erst wenn das klappt würde ich mit der Reizangel beginnen, dann auch gleich mit was "Heißem".
Jetzt fragst du dich wo der Unterschied ist.
Ganz einfach, beim werfen liegt die Beute am ruhig, sie bewegt sich nur im Wurfmoment, bei der Reizangel besteht ein steter großer Bewegungsreiz- wie bei 5 nur mit etwas Entfernung. Das ist schwerer.
So würde ich es halt angehen.
Achja, es macht Sinn, wenn sonst nirgend "Beute" rumliegt...also kein Spielzeug in der Bude und so. Beute ist nur mit dir! Das ist das um und auf zusammen damit, dass sie nicht abhauen kann... was ja auch Erfolg ohne dich ist.