Beiträge von Tucker

    Für mich ist das eigentlich ganz einfach:
    Jeder sollte das tun, was er am besten kann.
    Ich für mich sehe meine Fähigkeiten eben eher da, Hunden zu helfen und oft genug helfe ich diesen Hunden, indem ich ihren Menschen helfe... es ist eine Mischung.

    Das kann ich ganz gut (denke und hoffe ich ma) und das tue ich.

    Und es gibt Menschen, zu denen zähle ich eben nicht, die einfach sehr sehr gut mit Menschen können, die großes Talent im Umgang mit Menschen haben. Diese helfen Menschen und tun damit das, was sie am besten können.

    Meine Stärke ist das eben nicht, ich finde den Zugang zum Menschen erst über den Hund oder auch ein anderes gemeinsames Thema.

    Es wäre besser jeder würde das tun was er am besten kann, anstatt herumzuheucheln und seine Kräfte aus lauter "political correctness" nicht ideal zu nutzen.

    Ein ewiges Thema in der Hundewelt... ob der Hund nicht hört weil die Hund-Halter Beziehung nicht in Ordnung ist? Welchen Stellenwert er in unserem Leben einnimmt? Ob wir uns für unseren Hund verändern mussten... Beziehungsfragen sind an der Tagesordnung hier im DF.

    Ich habe mich in letzter Zeit aus fortbildungstechnischen und auch praktischen Gründen sehr gründlich mit der Mensch- Hund Beziehung befasst. Was macht diese Beziehung aus? Wie sieht sie aus- für mich?

    Die Schlüsse die ich jetzt gezogen habe finde ich sehr interessant. Ich bin mit Hunden aufgewachsen, in einer Umgebung in der die Hunde auch respektiert wurden, ich hatte Regeln einzuhalten- genau wie sie! Vermutlich habe ich unterbewußt auch gewisse Kommunikationsweisen erlernt (soweit einem Menschenkind das eben möglich ist).
    Ich habe mit fast allen meinen bisherigen Hunden Hundesport gemacht und bin Turniere gegangen. Aber immer freundlich- so wie ich es zuhause gelernt habe.
    Und ich habe von allen diesen Hunden gelernt, und sie geliebt- kein Zweifel.
    Doch Tucker ist dieser eine, ganz besondere Hund den man nur einmal im Leben hat.
    Warum ist das so, was ist das ganz Besondere an diesem Hund und an unserer Beziehung?
    Wir verstehen uns einfach, ohne Worte oder Zeichen. Wenn ich mich anziehe um ohne ihn irgendwo hinzugehen, dann weiß er das bereits. Er rollt sich dann auf meinem Kopfkissen zusammen und fertig. Ich muss ihm nicht sagen, dass er warten muss, kein Zeichen- er weiß es einfach!
    Wir können stundenlang durch die Pampa latschen ohne in irgendeiner Form aktiv Kommunikation zu betreiben, kein rufen, kein weglaufen/jagen, nichts... wir gehen einfach gemeinsam- freiwillig und SCHWEIGEND. Wir können gemeinsam wirklich schweigen und dabei vollkommen entspannen. Es entsteht kein unangenehmes Kommunikationsloch... keine verkrampfte Suche nach Worten... wie wir es oft bei Menschen erleben.
    Es ist gar nicht leicht gemeinsam gut zu schweigen und sich dabei absolut wohlzufühlen.
    Es gibt auch gar keinen Grund für Kommunikation, wir sind uns ohnehin einig.

    Wir haben das übrigens nie geübt, ich habe Tucker nach 1 Woche bei mir (da war er ein knappes Jahr alt) das erste Mal von der Leine gelassen und er ist mir nie weggelaufen oder abgedüst...er ist mein stiller Schatten, ganz Aussie :smile: .
    Das bringt er mit, das hat er einfach, es ist seine Persönlichkeit! Natürlich immer vorausgesetzt er wird entsprechend behandelt.
    Aber er ist auch extrem sensibel, scheu und massiv stressanfällig mit Tendenz nach vorne...das alles bei absoluter Arbeitswilligkeit.
    Ich habe nie zuvor einen Hund geführt der diese Eigenschaften so unglücklich vereinte, ehrlich.

    Nicht desto trotz, er ist MEIN Hund. Voll und Ganz. Er ist ein großartiger Lehrmeister, ich wachse an ihm, entwickele mich weiter. Er hat mich große Selbstbeherrschung gelehrt und harte Selbstkritik... er hat mir meinen Ehrgeiz abgewöhnt, auf die harte Tour... er lehrt mich einen kühlen Kopf zu bewahren was auch immer passiert- nachdenken, Lösung finden, handeln... nur keine Panik! Ich gebe es zu, zuhören war nie meine große Stärke- ihm muss ich zuhören- sonst geht gar nix.

    Das ist es was es ausmacht: ich lerne selber etwas, ich verstehe plötzlich ganz bewußt, beobachte genau, höre zu und reiße mich zusammen. Das schweißt zusammen. Nicht etwas hineindrillen, sondern selber daran wachsen, etwas ändern, getreu dem Grundsatz: Man kann niemand anderen ändern (auch nicht den Hund), man kann immer nur etwas an sich verändern!

    Tucker lässt mich das bewußt erleben, dass es unsere Beziehung zu einer ganz ganz besonderen macht. Er macht mir deutlich wie nichts, dass keine Aufgabenstellung der Welt, keine Erziehung- nichts kann diesen Moment ersetzen wo man einfach in aller Einverständnis miteinander entspannt schweigend durch den Nieselregen spaziert und einfach gemeinsam glücklich ist...
    Ich hoffe sehr, dass beruht auf Gegenseitigkeit und Tucker profitiert davon ebenso wie ich... aber ich denke es geht ihm gut.


    Nun habe ich euch teilhaben lassen, vielleicht regt es den ein oder anderen auch an, seine Beziehung zu seinem Hund einmal genauer zu untersuchen...Was macht eure Beziehung zu eurem Hund so besonders?
    vielleicht habt ihr auch eine vollkommen andere Ansicht?

    Zitat

    Ein guter Trainer erkennt diese Anlagen und versteht es diese im Sinne des Halters, des Hundes (und der Allgemeinheit) im erzieherischen Rahmen zu nutzen und zu fördern.

    Huch, mir ist der Hund und ein s vom Halter verlorengegangen... :ops:

    Ich sehe das wie Manu.
    Zumal leichtführig sehr relativ ist... gerade bei BC, Aussie und Co. wird gerne an das Vorurteil der leichten Erziehbarkeit und der guten Führigkeit, der will to please usw. geglaubt.
    Fragt sich nur warum soviele Leute mit diesen "einfachen" Hunden so große Probleme haben ;) .
    Merke: Schnell und gut lernen heißt nicht unbedingt "das Richtige" lernen.

    Richtig ist: Verschiedene Hunde sind unterschiedlich veranlagt, bei Rassehunden kommt noch die allgemeine sowie die züchterspezifische Selektion dazu.
    Ein guter Trainer erkennt diese Anlagen und versteht es diese im Sinne des Halter (und der Allgemeinheit) im erzieherischen Rahmen zu nutzen und zu fördern.

    Zur Frage selbst:
    sicher gibt es perfekt erzogene Hunde, aber welche das sind liegt immer im Auge des Betrachters. Jeder hat andere Vorstellungen von "perfekt".

    Zitat


    Würdet Ihr eher ein breites Geschirr anfertigen lassen oder eher ein schmales? Was ist besser für den Hund?
    breit

    Welches Material? Neopren als Unterlage?
    Gurtband, ich find Plüsch als Unterfütterung auch toll, Neopren geht aber sicher auch

    Ist ein zusätzlicher Haltegriff sindvoll bei einem gehandicapten Hund?
    auf jeden Fall!

    Und natürlich - ihr seht ja, welche Farbe das Fell von Orazio hat - bin ich offen für Tipps, was die Farbzusammenstellung anbelangt :-)
    ich würde schwarz mit bordeauxrot kombinieren, am Besten bordeauxfarbenes Gurtband schwarz unterfüttert, sieht umgekehrt aber sicher auch schick aus :D .

    Ich hoffe er kann bald seine Reise zu dir antreten! *daumendrück*

    Ich frag mich nur eines:
    Wenn ich nen Roboter will, warum schaff ich mir dann nen Hund an?

    Ich hab ja meine Zweifel ob ein Hund der ständig kommandiert wird jemals VON SICH AUS aufmerksam sein wird.

    lg Susanne,
    die jetzt überlegt ob es wohl auch ein Privileg des Hundes ist die Bude vollzupieseln wenn ihm das Privileg seinen Halter zu begleiten untersagt wird.

    Dein Hund kommt eben mit dem Alleinesein (noch) nicht zurecht!
    Es ist so:
    Einerseits ist es, in einem gewissen Rahmen! normal, dass Welpen mal was anknabbern oder fetzen.
    Andererseits weist häufiges rumkauen und Zeug zerlegen auf großen Stress hin. Der Hund kaut um sich zu beruhigen...kauen beruhigt.

    Deinen Hund stresst das alleinebleiben über diesen Zeitraum offenbar sehr stark. Auch die Gassipausen machen das nicht besser, er muss ja dann doch wieder zurück in die Box und alleine sein.

    Ich würde vorschlagen, ihn zunächst eine kürzere Zeit alleine zu lassen die er gut bewältigen kann ohne dass es zu solchen Stresssymptomen kommt. Für die verbleibende Zeit würde ich jemanden suchen der ihn betreut (HuTa z.B. oder privat jemand).
    Das muss nicht immer so bleiben, nur solltest du die Zeit einfach langsam steigern, momentan ist er damit überfordert.

    Und Stofffetzen udgl. kommen meist auch ohne Hilfsmittel wieder raus, mal vorne, mal hinten. Nur Geduld, hat er denn überhaupt mal gekackt?

    Zitat


    Und hat sie echt das Wort Pubertätsschübe verwendet? Wie soll das gehen?

    Ob das Wort verwendet wurde kann ich natürlich nicht sagen, aber wie das geht schon:

    Das Erwachsenwerden/die Reifung ist zu einem großen Teil hormonell gesteuert. Das verläuft nicht konstant über 2 oder 3 Monate sondern "wellenartig". Man kennt das von Teenies auch "himmelhochjauchzend/zu Tode betrübt". So kann es kommen, dass man meint, man hätte es überstanden und dann kommt noch eine Phase/ein Schub... die Hormone halten sich nicht an eine von uns festgelegte Pubertät.
    Und so können bis zu einem gewissen Alter (meist bis um den 3. Geburtstag) auch "Pubertätsschübe" auftreten.
    Das was gerne als DIE Pubertät bezeichnet wird, ist die stärkste Reifungsphase die meist irgendwann zwischen dem 7- 12 Monat eintritt.

    Ob Pia das so meinte, weiß ich natürlich nicht, vermute es aber.

    Das Ziel von solchen Übungen mit hohem und weniger hohnem Reiz ist immer, dass du den Hund dann auch am Wild stoppen kannst. Weil er gelernt hat (du ihm beigebracht hast) sich selbst zu kontrollieren und darum kannst du es dann kontrollieren.
    Zunächst folgt der Hund nur seinem Instinkt, er ist dann so fixiert, dass ein "Tunnelblick" entsteht. Das heißt, er ist gar nicht in der Lage dich wahrzunehmen und zu reagieren.
    Durch Impulskontrolle trainierst du den Hund darauf, nicht sofort "auszuschalten". Wichtig ist aber, dass er die Beute dennoch bekommt- mit dir oder mit deiner Zustimmung, aber eben nicht alleine.

    Ich finde die Reizangel einfach "zu hohes" Training für einen Einsteiger (da meine ich jetzt den Hund). Ich baue in kleineren Schritten auf, langsam steigern, dafür keine Fehler, denn jeder Fehler kann wochenlanges Training ruinieren.
    Ich versuch mal ganz kurz nen groben Umriss der ersten Schritte zu machen die ich gehen würde:

    1.) Hund IMMER sichern. Sie darf keine Gelegenheit haben weiterhin abzuzischen. Das abhauen bestätigt sich selber, sie haut ab und hat damit ihr Ziel schon erreicht- ohne dich! Das darf nicht passieren.

    2.) leichte Impulskontrollübungen mit einem stinknormalen Dummy, Spielzeug, sie sollte es mögen und gerne haben aber nicht völlig drauf abdrehen. Mia sitzt neben dir, du hälst sie an der Schlepp und wirfst. Mia darf erst auf Kommando hin, bringt die Beute mit (bringt sie? sonst müsste das auch noch aufgebaut werden, vorher) und ihr spielt gemeinsam kurz!

    3.) Steigerung indem du immer noch mit Schlepp dasselbe übst, aber dich von mia entfernst bevor du wirfst. Mia muss sitzen oder liegen bleiben bis du sie hinschickst. Entfern dich zuerst nur einen Schritt und dann immer weiter- vorausgesetzt es klappt in der zuletzt gewählten Distanz zuverlässig!

    4.) Nächste Steigerung, du stehst von ihr entfernt und wirfst das Dummy in ihre Richtung und sie darf erst auf deinen Befehl und du wirfst über sie drüber und sie darf erst wenn du das ok gibst

    5.) Steigerung, du fuchtelst direkt vor ihrer Nase mit dem Dummy rum, berührst sie überall am Körper damit, spielst damit und sie darf erst auf dein ok ran. Bitte sei vorsichtig, hau ihr das Ding nicht aus Versehen um die Ohren!

    6.) die Beute wird "besser" (Felldummy, Futterteile, irgendwas worauf sie richtig scharf ist) und dann wieder 1-5)

    und erst wenn das klappt würde ich mit der Reizangel beginnen, dann auch gleich mit was "Heißem".
    Jetzt fragst du dich wo der Unterschied ist.
    Ganz einfach, beim werfen liegt die Beute am ruhig, sie bewegt sich nur im Wurfmoment, bei der Reizangel besteht ein steter großer Bewegungsreiz- wie bei 5 nur mit etwas Entfernung. Das ist schwerer.

    So würde ich es halt angehen.

    Achja, es macht Sinn, wenn sonst nirgend "Beute" rumliegt...also kein Spielzeug in der Bude und so. Beute ist nur mit dir! Das ist das um und auf zusammen damit, dass sie nicht abhauen kann... was ja auch Erfolg ohne dich ist.