Beiträge von Tucker

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    Vielleicht wohne ich ja falsch, aber ich kenne keinen einzigen brauchbaren Hund aus Arbeitszucht, der als nur Familienhund gehalten wird! Diese Hunde stammen entweder vom Vermehrer, es sind unbrauchbare Hunde oder es sind welche aus Schoenheitszucht..

    Wenn Familienhund bedeutet in einer 50qm Wohnung im dritten Stock zu wohnen und jeden Tag dreimal 30min. an der Allee Bäume schnüffeln, stimmt das sicher.
    Aber seien wir doch mal ehrlich, unter solchen Bedingungen werden die meisten Hunde unbrauchbar, selbst wenn sie eigentlich alles mitbrächten und auch die ganz "Zahmen" entwickeln da meist ungute Eigenheiten...

    Ich frage mich da vor allem eins: Wieso sollte ein Hund der sonst nix taugt ausgerechnet als Familienhund taugen??? Familienhund sein ist eine anspruchsvolle Aufgabe die nicht wenig vom Hund verlangt, wie immer vorausgesetzt die Menschen taugen auch was.
    Es gibt keine Hunde die "nur Familienhunde" sind, aber ein gut erzogener, vernünftig beschäftigter (was vernünftige Beschäftigung ist hängt wieder von den Anlagen ab) Hund kann ohne weiteres auch einen klasse Familienhund abgeben.
    Und das trifft auf so ziemlich jeden Hund zu.

    Ich hab auch noch was von "Agi-Border LZ" oder so gelesen... und ehrlich, mir dreht sich der Magen um. Genau sowas trägt meiner Meinung nach entscheidend dazu bei, dass Spinner gezüchtet werden.
    Marula hat es auch schon geschrieben und ich wollte es auch schonmal verdeutlichen:
    Agi ist Sport, hat mit reeler Arbeit die auf die eine oder andere Weise im Naturell des Hundes liegt gar nix zu tun. Wer sich einen "Agi-Border LZ" kauft, der wurde vom Ehrgeiz ergriffen... da gehts dann schon lange nicht mehr um die Beschäftigung mit und für den Hund sondern ums gewinnen. (Das soll jetzt kein Angriff auf die Sportler sein, es sind auch nicht alle Sportler "pöhhse", aber wer Sport macht kennt die üblichen Verdächtigen...man muss sich ja nicht jeden Schuh persönlich anziehen).
    Und immer dann wenn den Menschen dieser unselige Ehrgeiz einholt baut er gerne Mist. Der Schwerpunkt liegt plötzlich nur noch auf wenigen Punkten, die Gesamtheit der Eigenschaften verzieht sich und vielleicht, wenn alles "gut" läuft krieg ich wirklich Hunde die beste Voraussetzungen für Agi mitbringen. Dafür fehlen oft die Voraussetzungen für die einfachsten anderen Dinge, wichtige, kennzeichnende Merkmale gehen mal mehr, mal weniger verloren und der Hund wird ein totaler Fachidiot. Das ist für mich kein Arbeitshund... das ist eine furchtbar arme Kreatur die dem Menschen zum Opfer gefallen ist.
    Richtig gute Arbeithunde sind aber niemals reine Fachtrottel! Das sind Spezialisten, keine Frage, aber genau die Fähigkeiten die sie zu einem richtig guten Arbeiter machen befähigen sie auch mit der Welt außerhalb der Arbeit gut zurechtzukommen.
    Und das ist ein Problem, immer mehr vollkommen Fachidioten ersetzen solide, zuverlässige "Mittelmaßhunde" und tragen so dazu bei, dass der Arbeitshund den Ruf als durchgeknallter Spinner kriegt.

    Ein alter Spruch über den DSH besagt:
    "Der Schäferhund ist in nichts der Beste aber in allem der Zweitbeste!"
    Leider hat die heutige Zucht diesen Spruch auch überholt...

    Dennoch trifft er des Pudels Kern. Das ist es was einen richtig guten Arbeiter kennzeichnet. Er ist vielleicht kein "Crack" aber er bringt gute, saubere Anlagen mit und liefert eine konstante, solide und zuverlässige Arbeit ab, immer.
    Das hat weniger mit Mittelmaß als mit Ideal zu tun. Die Frage ist da für mich, wenn überhaupt, viel mehr, wieso das Mittelmaß so gesunken ist...

    Siehst du, ich kenne auch Hunde die stammen éinfach aus guten Arbeitslinien, die werden gut aufgezogen, kommen dann doch in ein falsches zuhause, durchlaufen da ein Jahr den Wahnsinn und sind danach dennoch wesenfest und kompentent wenn sich die Bedingungen ändern.
    Diese Hunde machen zumeist auch ihre "eigentliche" Aufgabe wie auch diverse andere Aufgaben anständig und zuverlässig. Vielleicht weit weniger spektakulär, aber solide und verlässlich.

    Aber sicher spielen beide Faktoren eine Rolle, genetische Veranlagung ebenso wie verantwortungsvolle und passende Aufzucht und Haltung. Wie gesagt, es gibt immer viele Faktoren für sowas.

    Zitat

    die Hunde werden vom Alter von 6Wochen gezogen, gepusht, überdreht, man erfreut sich daran dass der Hund abgeht wie Schmidts Katze und wundert sich dann ernsthaft dass die Hunde mit 1,5 Jahren kaum mehr führbar sind?
    Sorry das ist doch hirnrissig.

    Natürlich ist das hirnrissig, aber es ist so. Und daher ist es auch keine Frage warum mancher Hund vollkommen gstört ist. Und deshalb muss man auch in großen Teilen Arbeitslinien und "Leistungszucht" heutzutage trennen.

    Entspann dich. Mach mal ne Pause und gib ihm nochmal Zeit das ganze Training der letzten Zeit zu verarbeiten. Geh drei oder 4 Tage nur locker spazieren, das Nötigste was man unterwegs eben so braucht, fertig.
    Und dann läufst du nochmal die Prüfung durch, übst 3 oder 4 Tage und machst Pause bis zur Prüfung.
    Wird schon alles. Nur jetzt nicht den Kopf verlieren :gut: .

    Ich bestelle auch immer direkt bei Platinum, weil die Versankosten schon drin sind. Und: Obwohl ich es nur als Leckerlie gebe, bestelle ich immer 15kg, es wird mit der Menge deutlich günstiger. Dadurch, dass es immer in 5kg Säcken ist, kann man es gut lagern (15kg = 3 Säcke mit 5kg).
    Kann man nur empfehlen direkt da zu bestellen würd ich sagen :gut: .

    Ich finde, man sollte ein klein wenig differenzieren zwischen Arbeitshunden und sogenannter Leistungszucht. Natürlich kann es dasselbe bedeuten, muss es aber nicht und tut es auch lange nicht immer.

    Ein Arbeitshund ist für mich ein Hund der eine reele, tatsächliche Aufgabe hat und diese ausfüllen kann. Nehmen wir mal altdeutsche Hütehunde oder BC aus Hütelinien. Interessanterweise spricht da kein Mensch von Leistungslinien... dieses Leistungszuchtgequake ist nämlich wirklich neumodischer Unfug und wird hauptsächlich im sportlichen Bereich benutzt.
    Hundesport ist für mich aber keine reele Arbeit, es ist eine Inszenierung unter gesicherten Bedingungen und Voraussetzungen die so manchem Hund Erfolge ermöglicht die er unter realen Bedingungen garantiert nicht hätte.
    Nehmen wir grad mal meinen Tucker als Beispiel: Tucker könnte im Hundesport durchaus was erreichen, wenn ich ihn in die festen Strukturen vom Hundeplatz usw. einführe wäre das kein Thema. Er an sich ist auch sehr vielseitig und macht gern mit. ABER: unter reelen Bedingungen wo die Strukturen nicht so fest und klar sind kannste du den Hund vollkommen vergessen :roll: . Da mangelt es an allem...
    Und die Leistungszucht bringt nicht wenige solche Exemplare hervor. Das sind im Prinzip auch nur Showhunde...wie ne Zirkusnummer, sorry. Im Übrigen ist auch Hundesport als Breitensport ziemlich neumodisch ;) .

    Arbeitshunde hingegen sind Tiere die durch ihre reele Arbeit zwangsläufig mit umweltbedingten Strukturwechseln zurechtkommen können müssen. Und sie sind in gewisser Weise der Ursprung des Zusammenlebens von Mensch und Hund. Man hat Hunde nicht zum persönlichen Vergnügen sondern als Hilfe für verschiedenste Dinge gehalten (Schutz, Jagd, Fortbewegung etc.).
    Daraus ergibt sich, dass über die gesamte Geschichte von Mensch und Hund hinweg versucht wurde bestimmte Eigenschaften herauszukristallisieren. Bis dahin, dass "Rassehunde" entstanden, die nicht nur ähnliche Eigenschaften aufwiesen sondern auch relativ einheitlich aussahen.
    Zudem war es einfach lange Zeit so, wie ich bereits erwähnte, das Hunde die nicht getaugt haben stillschweigend erschossen wurden (oder wenns Welpen waren die man nicht wollte ertränkt). Ich meine das vollkommen wertfrei! Es ist einfach eine Tatsache. Und unzweifelhaft ist das eine knallharte aber durchaus wirkungsvolle Selektion. Wie gesagt, ich befürworte es nicht, mein Hund wäre da der erste den es erwischen würde...

    Es stimmt auch, dass man heute zimperlicher ist, wenn ich zuhause nen Hund geärgert hat, hat meine Mutter mir schon angekündigt, dass sie kein Mitleid haben wird, wenn der Hund irgendwann ne Grenze aufzeigt. Mir wurde eingeschärft, dass man nicht zu anderen Hunden geht ohne den Besitzer höflich zu fragen... und das war bei vielen Gleichaltrigen genauso. Wenns da mal einen erwischt hat weil er an Nachbars Zwinger rumfummelte, dann sagten Eltern: "Tja, selber schuld".
    Sicher ist es vollkommen irrwitzig, dass ein Hund einen Einbrecher im eigenen Haus nicht beißen darf... was soll man dazu sagen?

    Es gibt viele Faktoren die dazu führen, dass mehr durchgeknallte Hunde rumlaufen, aber man muss einfach sehen, dass der Anteil an "Knallern" zugenommen hat, und das meine ich keineswegs positiv.
    Dadurch, dass Hunde zum Freizeitvergnügen werden, wird auch immer mehr versucht den Hund über Zucht wieder neu anzupassen auf "Freizeit & Familienhund" oder "Sporthund" (Leistungszucht). Und bei diesem Versuch entstehen viele Knaller.
    UND: Es ist ein Problem, dass man mittlerweile mit jedem Mischlingswelpen schon Kohle machen kann... dadurch enstehen viel mehr "irgendwas mit irgendwas und irgendwem", natürlich durchweg Freizeit und Familienhunde... allesamt :roll: .
    Wäre man besser mal bei den ursprünglichen Arbeitshunden geblieben, denn wie gesagt, was ein guter Arbeitshund ist, hat Nervenstärke und ist anpassungsfähig. Natürlich bedarf es mehr als 3x am Tag 20min. mit der Flexi gehen, aber gut...viellt. gäbe es dann auch ein paar weniger HH...
    Grundsätzlich ist aber anzuerkennen, dass es wirklich gestörte Hunde gibt. Und aufgrund der Verbreitung der Massenware "Hund", darunter auch völlig falsch gehaltene Arbeitshunde die bei besserer Haltung auch tatsächlich einsatzfähig wären- in welchem Bereich auch immer.
    Aber es gibt auch eine steigende Anzahl an Hunden die wirklich durchgeknallt sind, vollkommen kaputtgezüchtet und keinesfalls geeigent zum ausführen von Aufgaben unter reelen Bedingungen- was immer das für Aufgaben sein mögen.
    Und die wenigsten Hunde die so nix taugen, taugen dann plötzlich bei ihrer "tatsächlichen, lange angezüchteten" Tätigkeit was.