Danke für Deine weitere ausführlichere Antwort Raeyna :-)
Ja, Bissprävention ist wichtig, aber von hier aus dem Forum heraus finde ich es auch nicht so wahnsinnig katastrophal, dass ich gleich an Abgabe denken würde. Andrerseits will man gerade in einem Forum besonders auf Nummer sicher gehen, man sieht das Verhalten halt einfach nicht selber (und selbst dann hätten drei Leute vermutlich fünf Meinungen ;-) ). Ich verlasse mich jetzt in dieser Hinsicht auf die Angaben die gemacht wurde.
Es läuft ja auch einiges ganz gut, ihr habt diesen abgetrennten, eigenen Bereich für ihn, den er auch gut findet, ihr habt da auch eine Kommunikation entwickelt, wann er dabei sein mag und wann er seine Ruhe will, das ist schonmal top. Euer Hund kann also sowohl teilnehmen als sich auch zurückziehen, die Kinder können dann nicht zu ihm, er nimmt das auch gut an und akzeptiert die Barriere obwohl er auch drüber könnte - stattdessen tritt er in Kommunikation mit euch, wenn er mehr Nähe möchte.
Er läuft ganz gut an der Leine, trotz KiWa und Kleinkind, Du kriegst auch die Schleppleine geregelt, Sozialkontakte scheinen auch gut zu klappen, bei Menschen ist er eher zurückhaltend, also wenn ihr mal aus dem Haus raus seid, hast Du einen sich recht vernünftig benehmenden Hund dabei - das ist doch schon deutlich mehr als viele andere von sich sagen können, ehrlich!
Und das weist auch nicht unbedingt auf einen total gestressten, unterforderten, überforderten, total verzweifelten Hund hin, wir reden hier auch nicht von einem 2-3jährigen der jetzt erst richtig ausreift, das ist ein voll erwachsener Hund mit ausgereifter Persönlichkeit und Wesen und seit sechs Jahren in festem, gewachsenem Umfeld.
Ich finde das super, das habt ihr schon gut hinbekommen!
Diese Napf/Futtergeschichte scheint mir hochritualisiert, so konstant über die Jahre hinweg ohne, dass dabei das Knurren zurückginge und/oder eine weitere Eskalationsstufe erreicht würde. Mir ist aber immer noch nicht ganz klar wie das ursprünglich gelaufen ist. Du schreibst, ihr habt an anderen Orten gefüttert, aus der Hand versucht, dabei bleiben versucht.. und er danach knurrte er nur noch in der Nähe der Näpfe. Ich hab nur Fragezeichen im Kopf
. Konntet ihr vorher nicht mal den Raum betreten wo die Näpfe waren? Was bedeutet "in die Nähe" in cm/m? Wie muss ich mir das Füttern andernorts vorstellen, wo zum Beispiel? Wie hat euer Hund sich dort verhalten, also außer nicht Fressen. Knurrt(e) er da auch? Wie kam es dann zu der Veränderung, dass er nur noch "in der Nähe der Näpfe" knurrte? Was genau habt ihr davor gemacht und habt ihr das darüber hinaus fortgeführt?
Genau hier kommt mir das alles einfach zu unstruktiert vor, bisschen dies, bisschen das, bisschen besser geworden, naja, so isser halt... nicht bös gemeint, so liest sich das.
Dafür würde ich an Deiner Stelle wirklich nochmal jemand kompetentes hinzuziehen, hier kommen bestimmt verschiedene Möglichkeiten in Betracht, ich denke spontan an ein Kooperationssignal, für sowas scheint er zugänglich (siehe Kommunikation in seinem Bereich), aber das müsste man sich wirklich anschauen, da spielt auch noch das Thema "frisst nicht gut und nicht auf einmal" rein, aber eben auch ein gewisses Stresspotential wenn er denn ganzen Tag im Hinterkopf sein Futter bewacht... das ist nicht nur eine Sache, ein Schritt, da braucht es einen Plan der das alles mitberücksichtigt und gleichzeitig auch für euch sicher durchführbar ist.
Und das Gleiche gilt für diese Geschichte mit dem Hochdrehen vorm Losgehen. Da muss die Umstruktierung ein ganzes Stück vor dem eigentlichen Moment beginnen.
Zughundesport beginnt eigentlich nicht "einfach so vorm Wagen" ![]()
Der soll ja normal an der Leine nicht ziehen, das hast Du ihm beigebracht, woher soll der jetzt ahnen, dass nu plötzlich Ziehen angesagt ist? Das übt man eigentlich erstmal, Ziehen mit spezieller Ausrüstung (Zuggeschirr) und Zuggkommando verknüpfen. Manche die zusammen trainieren, lassen auch einen geübten Hund vorausfahren mit Scooter oder Rad, zu diesem Zweck, nicht meine bevorzugte Variante, aber durchaus gängig. Mir ist das Ziehen zu Anfang ohne große Geschwindigkeit lieber, bis dann die Kontrollierbarkeit wächst mit weiteren Signalen ;-)