Die unterschiedlichen Reaktionen waren schon interessant. Aus einer scheinbar gar nicht so besonders problematischen Sache wurden richtige Grundsatzdiskussionen geführt, bei der ich zwischenzeitlich sogar das Gefühl bekam, ich müsste mich für Minja rechtfertigen. Aber scheinbar waren "BC", "Anfänger" und "Welpe" Schlagworte, die hier sofort die Alarmglocken anschlagen lassen. Ist wahrscheinlich auch nicht verkehrt aufgrund der BC-Besonderheiten, aber konstruktive Tipps für die Zukunft wären wohl hilfreicher als Vorwürfe und Kritik über etwas, das jetzt nicht mehr rückgängig zu machen ist - denn Minja wieder abzugeben ist keinen Gedanken wert. Man gibt ja auch kein Kind ins Heim, nur weil es als lebhafter ist als man sich erhoffte.
Beiträge von Milo H.
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Kein Problem, bin ja dankbar über Tipps, Hinweise oder aber auch Kritik von erfahrenen BC-Haltern!
Unsere Privatzüchter haben den Wurf nur zugelassen, weil sie zum einen Nachkommen des alternden, von einer guten BC-Linie stammenden (muss zugeben, dass uns die ganzen Edellinien und Ahnentitel gar nichts sagen) Vaters haben und zum anderen selber auch zwei Welpen für´s spätere Hüten ausbilden wollten. Sie selber haben einen kleinen Viehhof und haben schon darauf geachtet, welche Welpen in der Anfangszeit welchen Charakter und welch starken Hütetrieb aufweisen. Das lag ja schließlich auch in ihrem eigenen Interesse. Daher denke ich schon, dass wir gut beraten wurden und auch hoffentlich das nötige Glück bei der Auswahl hatten, da wir zugegebenermaßen ähnlich naiv an die Sache herangegangen sind. Die Mutter von Minja hat übrigens auch was von einem Aussie drin, daher ist unsere Kleine auch nicht reinrassig.
Aber interessant, Deine Meinung zu lesen. Denn das ist aus meiner Neuling-Perspektive auch ein kleines Problem: es gibt scheinbar unendlich viele Ansichten, sowohl bezüglich der Hundeerziehung allgemein, als auch auf Border Collies bezogen. Das macht die Sache nicht wirklich leichter
Man hat irgendwann einen Mix aus "Büchern, Züchter, Internet, Hundeschule, anderen Hundehaltern...", die garantiert nicht alle derselben Meinung sind. Ich glaube, das "Filtern" von Ratschlägen ist auch eine nicht zu unterschätzende Aufgabe des Hundeneulings, um sich nicht verrückt machen zu lassen. Anhören ja, Nachdenken ja, aber auch die eigenen Erfahrungen nicht außer Acht lassen. Schließlich ist ja auch jeder Hund anders... -
Natürlich steht zu Beginn der Überlegung, für welche Hunderasse man sich entscheiden soll, die Optik im Vordergrund. Wer das abstreitet, der lügt. Ich kenne keinen Hundebesitzer, der sich freiwillig einen Hund ins Haus holt, den er absolut hässlich findet, außer der praktische Nutzen hat absolut Vorrang (Hütehund, Blindenhund, Polizei...). Nach dieser Entscheidung haben wir uns über die Charaktere der einzelnen Rassen informiert und uns schließlich klar dafür entschieden, statt einen Familienhund, der nebenher mitläuft, einen schlauen und auch fordernden Hund auszuwählen, mit dem man sich auch intensiv auseinandersetzen muss. Die "Gassi-Runde" als Beschäftigung - das wollten wir nicht. Es sollte ein Hund sein, mit dem man sich aktiv auseinandersetzen muss und gemeinsam eben Hundesport betreiben kann. Der Hund soll letztlich mit uns leben und nicht - wie bei so vielen Familien - nur nebenher. Darum der Border Collie. Wir hätten auch einen Aussie genommen, die von ihrer Art etwas ruhiger sein sollen, aber dann kam uns Minja dazwischen
Und da sie von ihren Eigenschaften her eh ein sehr vorsichtiger und ruhiger Welpe ist, kommt uns das als Anfänger schon recht.
Zum "Aufdrehen": es bessert sich zunehmend. Wir unterbinden sofort sämtliche Sachen, die sie zusätzlich aufdreht (Knabbern am Sofa etc.) und fordern sie geistig mit Suchspielen oder ein paar Kommandoübungen. Danach wird kurz gekuschelt und am Knochen geknabbert und sie schläft langsam ein. Entweder bei uns und wir tragen sie in ihre Box oder sie geht von selbst hinein und fällt förmlich "um"
Sie ist auf jeden Fall schon viel ruhiger - der Tipp mit der Kopfbeschäftigung war sehr hilfreich! Danke!
Das Knabbern - wenn´s zu feste wird - mit einem "Jaulen" zu stoppen, klappt bei uns prima. Da müssen Dir leider die "Profis" weiterhelfen
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Da prasselt´s aber auf uns nieder
Aber auch für Kritik bin ich dankbar, ist oftmals hilfreicher als lobende Worte.
Also zur Aufzucht muss ich sagen, dass "Stall" vielleicht das falsche Wort gewesen ist. Minja stammt aus einer Liebhaberzucht, bei der die ehemaligen Besitzer selber auch eine sehr gut sozialisierte Mutter haben. Es war auf keinen Fall eine unerfahrene Hinterhofzucht, wie es vielleicht rüberkam. Und uns persönlich war es lieber, einen Welpen von einer erfahrenen und liebevollen Privatzüchterin zu erhalten, als ein Welpen aus einer "Massenproduktion" mit fixierte Karriereplanung bzw. Geldmacherei. Zudem wurde uns als Anfänger auch der ruhigste Welpe empfohlen.Und natürlich haben wir uns auch Gedanken über die Rasse und unsere Unerfahrenheit gemacht. Aber Gegenfrage: wenn jemand schon 2 Hunde hatte, die aber völlig verzogen waren - ist dieser dann qualifizierter als ein unerfahrener Neuling, der aber bereit ist, mitzulernen, sich zu informieren und zu arbeiten!? Ich denke, es kommt in erster Linie auf die eigene Motivation und Arbeitsbereitschaft an. Und wir möchten mit unserem Hund "arbeiten" - für einen "läuft neben der Familie mit"-Hund ist ein Border Collie natürlich viel zu schade und überqualifiziert. Aber ich finde es auch gut, dass darauf auch so von Euch geachtet wird, denn jeder verstörte Hund ist einer zu viel.
Zu Minja selber:
der Verarbeitungshinweis ist gut. Viele haben hier im Forum geschrieben, dass sie viel draußen waren und anschließend ihre Hunde drinnen total müde erlebt haben. Aber das gilt wahrscheinlich nur für erwachsene Hunde. Minja selber war anfangs draußen in neuer Umgebung schon sehr aufgedreht, daher waren wir auch nur sehr kurz zum Kennenlernen draußen. Drinnen dann war sie aber nicht so wild wie jetzt, obwohl sie nun draußen viel entspannter ist. Das Spielen danach haben wir inzwischen auch abgeschafft - das war wirklich kontraproduktiv. Wir lassen sie ein bißchen toben (total unterdrücken kann auch nicht gut sein), lenken sie ein bißchen ab zum Beruhigen und dann schläft sie auch schnell. Ruhe hat sie auf jeden Fall genug. Diese Phasen sind wie gesagt meist morgens nach dem Aufstehen und kurz nach dem Mittagessen. Die Überschrift klingt wahrscheinlich auch dramatischer als es ist. Das "Runterkriegen" ist nur nicht so einfach. Die Box haben wir und nutzen sie auch, sie soll sie nur nicht als Bestrafungsort ansehen.
Das Spielzeug haben wir eingeteilt, aber seit dem sie sich draußen etwas länger aufhält und danach die Sache verarbeitet, auch dessen Einsätze stark zurückgeschraubt, um sie nicht zu überdrehen.Natürlich werden wir nicht frei von Fehlern sein, aber ich denke, dass man trotz vorherige Infos immer mal wieder vor unbekannten Situationen unvorbereitet stehen wird - wichtig ist aber dann, wie man damit umgeht und reagiert, oder!?
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Hallo zusammen!
Meine Freundin und ich haben seit genau einer Woche unseren ersten Hund nach Hause geholt (Minja, Border Collie, heute genau 10 Wochen alt). Da wir beide ziemlich unerfahren sind, saugen wir sämtliche Informationen (Bücher, Internet, andere Hundebesitzer...) gierig auf, um unsere Minja möglichst gut verstehen zu lernen. Doch Lücken gibt es immer wieder, daher versuche ich es mal hierüber:Eigentlich ist Minja ein sehr lieber Welpe. Sie hat das nötige Vertrauen aufgebaut, lernt schnell und hört auf die Standardkommandos "Komm", "Sitz", "Aus" und "Platz" relativ gut (draußen weniger als drinnen natürlich). Die Leine wird akzeptiert, Gassi wird draußen auch gemacht und die Spaziergänge werden wohl dosiert (10-15 Min.) unternommen. Wenn sie anfängt sich zu kratzen, beißen oder lecken geht´s auch direkt nach Hause, um sie nicht zu überfordern.
Komisch ist aber, dass sie, kaum zuhause angekommen, total aufdreht und gar nicht mehr zu kontrollieren ist. Sie springt hin und her, knabbert alles an und ist nur durch Spielchen zu beruhigen (wenn die Pausen nicht zu lange andauern). Sie springt dann auch übermotiviert an uns hoch, beißt unkontrolliert fest in die Finger und bestenfalls pinkelt sie auch völlig plötzlich los - sogar auf ihre eigene Decke! Das scheint sie allerdings nicht sonderlich zu stören, vielleicht, weil sie in einer Scheune aufwuchs!?
Jedenfalls weiß ich dieses Überdrehen nicht zu deuten. Ich habe von Hyperaktivität wegen falschem /zu viel Futter gelesen (sie bekommt laut Packung 160g/Tag Happy Dog medium baby bei 5 Kilo), oder ist sie vom Spazierengehen nicht ausgelastet bzw. überdreht (andere Hunde wühlen sie sehr auf! - Welpenschule soll jetzt begonnen werden), wird sie geistig zu wenig beansprucht (wir "trainieren" spielerisch immer mal wieder nebenbei ein paar Kommandos), oder hat sie das falsche Spielzeug (sie hat 2-3 Beiß-und Zerrspielzeuge wie Teddy, Knoten, Seiltau, wobei sie besonders der kleine Gummiball mit Klingel aufwühlt und daher nur selten zum Spielen gegeben wird), oder ist das einfach auch normal!? Nach dieser Phase ist sie müde und schläft, am liebsten direkt bei uns in der Nähe.
Sorry für diesen langen Bericht, aber ich denke je mehr Infos, desto wahrscheinlicher ein guter Tipp, oder!?
Vielen Dank für Eure Antworten!!!