Beiträge von Floydie+Duran

    Na denn mal Antwort aus Spanien :-)

    Ich hatte das auch schon vor, ist dann aber ein bisschen hinten an gerutscht.

    Meine Bedenken wären:
    1. Die Herbergen. Da dürfen Hunde sicherlich nicht rein.
    Es gibt allerdings eine Liste von Hotels in ganz Spanien, die Hunde akzeptieren.
    Hunde dürfen hier nicht automatisch in jedes Hotel rein.
    Ebenso Restaurants und Läden und öffentliche Verkehrsmittel.

    2. Die Temperaturen. Im Sommer oft zu heiss tagsüber und im Herbst oder
    Frühling nachts zu kalt oder regnerisch. Ich würde im Mai oder September
    gehen.

    Zitat

    Mir ist klar, daß Hunde in Spanien sehr ungern gesehen sind (also eher nicht als richtige "Partner" betrachtet werden)


    Kann ich nicht bestätigen. Zumindest den ersten Teil.
    Es stimmt, dass Hunde hier in ländlichen Gebieten 'Arbeitstiere' sind und
    in der Stadt oft zu sehr verhätschelt oder ausgesetzt werden.
    Aber sie werden nirgends ungern gesehen. Die Spanier mögen Hunde sogar
    ausgesprochen gerne und sind sehr tolerant und freundlich Hundebesitzern
    gegenüber.
    (Ausnahmen gibt's auch hier).
    Ich ecke mit meinem Hund in Deutschland dreimal so oft an wie hier.
    Das liegt aber auch mit an der 'leben und leben lassen' Mentalität der
    Spanier.

    Zitat

    Käme evtl. eine Übernachtung im Zelt in Frage? Wie ist das in Spanien mit dem "wilden" Übernachten?


    Auf Campingplätzen darf man idR den Hund mitnehmen, er muss aber
    angeleint sein.
    Wildes Campen ist verboten. Und wie alles hier verbotene ist es nur dann
    verboten, wenn man sich erwischen lässt :D
    Und die Polizisten sind eigentlich nett, solange man sich freundlich verhält.

    Solltest Du noch Fragen zum Land haben, beantworte ich die gerne, oder
    auch zu Hunden hier in Spanien. Über den Jakobsweg liest Du aber doch
    besser ein Buch.
    Das von Hape Kerkeling soll sehr gut sein ! ('Ich bin dann mal weg')

    LG
    Chrissi[/quote]

    Zitat

    Lieber klar und verständlich für den Hund, als ewig diffus und sanft gegenhaltend!

    Du stellst also Positive Bestärkung mit ewig diffus gleich ?
    Dann hast Du ganz einfach das Timing noch nicht richtig raus.

    Ich bekomme es immer öfter hin, sehr klar und deutlich und verständlich
    für meinen Hund zu sein, indem ich mit ihm kommuniziere, mit Körpersprache
    und meinen Worten. Braucht manchmal etwas Übung.
    Leine ist da sicherlich einfacher.

    Auch positive Bestrafung kann ewig diffus sein, wenn das Timing nicht stimmt.

    LG
    Chrissi

    Ich schliesse mich Christine an.

    Zwingerlos sein heisst ja nicht, dass der Hund unbedingt ein artgerechteres
    Leben hat als andere.
    Manche Leute halten sich ihre Hunde auch auf dem Sofa, so als Dekoration.

    Ich finde aber auch, dass ein Zwinger eigentlich nicht so toll ist.
    Und würde mir selber auch keinen zulegen.
    Aber in den Ferien kommt Duran trotzdem ab und zu in eine Zwingeranlage,
    wenn ich keine andere Möglichkeit finde.
    Er kommt damit klar, auch wenn es für ihn immer ein wenig Stress bedeutet.

    In der HuSchu haben wir auch einen Zwinger, den hat uns jemand gegeben,
    der uns Geld schuldete, und damit war die Schuld bezahlt.

    Ihr glaubt gar nicht, wie praktisch so ein Ding ist, vor allem mit Dach.
    Da steht mein Fahrrad drin und wird so nicht nass.
    Ausserdem können in der Hundehütte alle möglichen Kleidungsstücke
    verstaut werden, die Leute liegengelassen haben.
    Oder ungestrichenes Holz kann man da auch drin lagern.
    :D

    LG
    Chrissi

    Zitat


    Aber macht auch das nicht jeder mal in absoluten Ausnahmesituationen?

    Jupp. Passiert mir auch schon mal. Aber das sind Unfälle, wie der von
    Dir beschriebene. Situationen, in denen ich den Hund nicht ohne Leine
    laufen lassen kann oder darf, und in denen ich unachtsam bin.
    (Da muss dann schon mal die Zeitung her :datz: )

    Aber nach wie vor sehe ich den Leinenruck oder das Zuppeln nicht als
    Erziehungsmassnahme an, sondern als Unfall, den ich vermeiden könnte,
    wenn ich denn meine menschliche Intelligenz nutzen würde.

    Ich finde es irgendwie traurig, dass man sich auf sowas idiotisches wie eine
    Leine verlassen muss, um ein vernünftiges, auf Konsequenz und Vertrauen
    basierendes Verhältnis zu einem Hund herstellen zu können.
    Das ist für mich paradox.

    Dieses Verhältnis kann nur dann hergestellt sein, wenn mein Hund mit mir
    ohne irgendwelche Hilfsmittel wie Leine oder Halsband oder auch Leckerlis
    - frei - zusammenarbeitet.

    Die Belohnung (Spiel oder Leckerli) setze ich als Motivation ein, sie darf
    aber niemals nötig sein, damit der Hund das macht, was ich möchte.
    Genauso sehe ich das mit Leine und Halsband als Hilfsmittel.

    Beispiel:
    Haute laufen wir durch den Wald, Duran frei und ziemlich weit weg von
    uns. In diesem Wald leben verwilderte Katzen und Duran hasst Katzen,
    würde sie mit Sicherheit umbringen.
    Er ist auf eine Katze gestossen, die sich ihm - mangels Fluchtmöglichkeit -
    gestellt hat. Ich habe sofort ein Abbruchsignal gegeben und ihn gerufen.
    Ich musste ziemlich deutlich werden, da er immer noch 30 m von mir
    entfernt war und die Katze direkt vor seiner Nase sass. Fauchend und
    spuckend.
    Er hat mir gehorcht und ist gekommen. Das ist für mich ein RIESEN
    Erfolg und das erste Mal in den zwei Jahren Trainings, dass ich das geschafft
    habe.
    Er hat mir gehorcht, weil er meinem Urteil vertraut hat (das ist für mich
    der wichtige Punkt), ist mit aufgestellten Ohren und relaxed zu mir gekommen,
    und hatte keinerlei Angst vor irgendwelchen negativen Konsequenzen.

    Das ist für mich der Anfang einer auf Konsequenz und Vertrauen basierenden
    Partnerschaft mit meinem Hund, in der ich die Entscheidungen treffe und
    er mir vertraut und daher auch gehorcht.
    Ohne Leine und auf Distanz.

    LG
    Chrissi

    Bei all diesen Manipulationen stellt sich mir immer die Frage:

    Wie bekommt Ihr die Aufmerksamkeit Eurer Hunde, wenn die Leine nicht
    dran ist ?
    Wie 'erzieht' Ihr die Hunde zum 'korrekten' Laufen, wenn die Leine nicht
    dran ist ?

    Wenn das auch ohne Leine geht, warum benutzt man sie dann ?

    Wir haben neben unseren ganzen Fun-Gruppen in der Hundeschule vor
    Kurzem auch mit einer Obedience Gruppe angefangen.

    Ich hab mich da erst mal vorsichtshalber nicht so mit eingebracht, weil's mir
    bei so viel Obi immer schnell langweilig wird :D

    In der 'normalen' Gruppe üben wir Gehorsam und 'Kontrolle' und Leinenfüh-
    rigkeit und alle diese notwendigen Dinge immer erst ohne Leine.
    Wenn das ohne Leine geht, dann kann sie dran, denn dann 'benutzt' man
    sie nicht mehr.
    Andersrum würde das Ganze ein einziges geruckle und gezupfe.

    Und was sehe ich da vor 2 Wochen in der Obi Gruppe ? Die fangen das
    'korrekte' Fuss laufen MIT Leine an. Und da wurde dann eben auch
    Gebrauch von gemacht.
    Hab erstmal nix gesagt, aber nach der Stunde hab ich mit meinen 'Kollegen'
    gesprochen und gefragt, warum in aller Welt sie bei dieser Gruppe von
    einem unserer wichtigsten Grundprinzipien abweichen (lernen, den Hund
    ohne diese Art Hilfsmittel zu führen und mit ihm zu kommunizieren,
    eher über Motivation arbeiten). Die Antwort war doch allen Ernstes, dass
    man das hier schon bräuchte, das machten die anderen Hundeschulen ja
    auch so, das sei halt was Ernsteres.

    HÄH ????
    :irre:
    Wir hatten dann eine etwas ernstere, längere Unterhaltung und ich habe
    durchgesetzt, dass Probeweise erstmal zwei Einheiten ohne Leine gearbeitet
    wird, um zu sehen, ob's nicht auch so geht.

    Und siehe da...... gestern mussten sich die HuFüs doch wieder mal
    anstrengen, um die Aufmerksamkeit ihrer Hundis beizubehalten, da die
    Leinen draussen blieben.

    LG
    Chrissi :kopfwand:

    Super klasse Thema !!!!!!
    :^^: :^^:

    Ich frag mich nur, wann denn alle die posten, die ihre Hunde abends noch
    schnell in den Zwinger bringen, bevor sie selber kuscheln gehen.

    Duran liegt eigentlich abends immer hier neben mir am PC oder eben im
    WoZi auf dem Boden. Er mag nicht auf's Sofa, solange wir drauf liegen.

    So um Mitternacht gehe ich noch schnell den Müll runterbringen und er
    kommt mit und hebt ein paarmal das Bein.
    Oben angekommen legt er sich neben mein Bett und passt genau auf, was
    wir im Bad so alles machen.
    Und erst wenn wir beide im Bett sind, steht er auf, klettert auf's Sofa und
    schläft tief seufzend ein.

    :irre:

    LG
    Chrissi