Das Zähneklappern machen Hunde, wenn sie einen Geruch über
ihr Vomero-Nasal Organ analysieren.
Das sind normalerweise äusserst interessante Gerüche,
z.B. läufige Hündinnen im Fall von Rüden.
Aber meine Hündin macht das auch.
Das geht vom kastrieren auch nicht weg.
Meine Erfahrungsberichte:
1. GSS-Bobtail-Mix
Im Alter von 12 Monaten sehr aggressiv gegen Rüden.
Ich (damals noch k.A. vom Thema) habe ihn kastrieren lassen.
Aggression war komplett weg, Hund war den Rest seines Lebens sehr souverän und verträglich.
2. BC-Appenzeller-Mix
War eigentlich immer verträglich, ich habe ihn aber trotzdem kastrieren lassen,
weil auf seiner Tagesstelle eine unkastrierte Hündin lebte.
Er wurde mit 13 Monaten kastriert, das Beinheben und Markieren liess deutlich nach.
War nach wie vor freundlich, wurde von anderen Rüden nicht angebaggert.
Was ich nicht weiss ist, ob seine Epilepsie, die mit 2 Jahren begann,
etwas mit der Kastration zu tun hat. Möglich ist das durchaus.
3. DSH-Podenco-Mix
Wurde mit 1.5 Jahren im TH kastriert. Ich weiss nicht, wie er vorher war.
Aber jetzt ist er ein eher unsicherer Hund, der Aggressionen zeigt.
Markieren tut er sehr viel, wohl auch aus Unsicherheit.
Er wird häufig von anderen Rüden angebaggert.
Ich bin nicht grundsätzlich gegen die Kastration, würde immer von Fall zu Fall entscheiden.
Manche Rüden leiden auch mit 3-4 Jahren noch unter ihren Hormonen.
Andere sind mit 1 Jahr damit durch und können normal leben.
Ich denke, wir halten unsere Hunde unter solch unnatürlichen Bedingungen,
dass es für manche leichter ist, wenn sie nicht auch noch mit ihren Hormonen
und ihrer dauerstimulierten Sexualität zu kämpfen haben.
Wölfe haben es da viel leichter.
Da sind auch die Rüden nur einmal im Jahr zeugungsfähig,
nämlich dann, wenn die Fähen in Hitze sind.
Den Rest des Jahres 'schrumpeln' ihre Hoden ein und sie können
sich den wichtigen Dingen des Lebens widmen.
Hunde sind degeneriert, sie haben diesen Rhythmus nicht und
stehen dauernd unter Hormoneinfluss.
Ich kenne nur wenige Rüden, die mit diesem Zustand und der
ständigen Konfrontation, der sie in unserem Leben ausgesetzt sind,
klarkommen.
Andererseits gibt es auch viele ausgeglichene, unkastrierte Rüden.
Gerade in den wildlebenden Hundegruppen.
Da ist aber die Ernährung sparsamer und die Auslastung grösser.
Das ist sicher auch noch ein Argument.
LG
Chrissi