Beiträge von flying-paws

    Alter und Rasse
    Border Collies - drei Stück, derzeit 9, 6 und 1,5 Jahre
    Altdeutscher Hütehund - 7 Jahre

    Habt ihr euch bewusst für einen Hütehund entschieden? Wenn ja, warum?
    Für den Border Collie ja, der Altdeutsche ist ein hängengebliebener Pflegling. Ich wollte einen aktiven Hund für Hundesport.


    Was hat euch im Vorfeld an eurer Rasse fasziniert?

    Hütende Border Collies kannte ich damals gar nicht. Ich wollte einfach einen Hund, mit dem man viel machen kann.

    Ist euer Hund so, wie ihr ihn euch vorgestellt habt? Was kam anders als gedacht, was für Wesenszüge haben euch überrascht, was war einfacher, was schwerer in der Erziehung/Auslastung/Alltagstauglichkeit, als erwartet?

    Im Grunde war alles wie erwartet.

    Würdet ihr euch wieder für einen Hund dieser Rasse entscheiden?
    Sieht man ja - nach dem ersten BC kamen ja noch welche :D
    Einen AH würde ich mir nicht noch einmal zulegen. Ich habe einfach nicht die passende Arbeit für einen solchen Hund.

    Was würdet ihr beim nächsten Hund dieser Rasse anders machen? Worauf würdet ihr von Welpe an mehr Wert legen?
    Ich habe ab Border Collie Nummer 2 die Hunde ganz anders aufgezogen. In erster Linie habe ich darauf geachtet mir nicht wieder einen Junkie heranzuziehen.

    Was sind eure aktuellen Baustellen (Erziehung, Alltagstauglichkeit, Leinenführigkeit, Abrufbarkeit…), woran arbeitet ihr noch?
    Bei meinen zwei Großen gibt es eigentlich keine Baustellen mehr. Der AH ist eine ewige Baustelle (Stressi hoch drei und daher kaum belastbar). Meine jüngste BC-Hündin würde derzeit gerne noch bei jeder Gelegenheit jagen gehen und andere Hunde vom Rudel fernhalten.

    Hat euer Hund Jagdtrieb? Würde er ansetzen, wenn direkt vor ihm Wild/eine Katze lossprintet?
    Jagdtrieb ja bei allen. Wie gesagt, bei den Großen 100%ig unter Kontrolle.

    Braucht euer Hund das „Hüten“, ist es die beste (einzig wirklich gute) Auslastung für ihn? Woran macht ihr das fest?
    Naja, bei eigenen Schafen liegt das Nahe. Teak macht nebenher noch Spurensuche. Chill nur Hüten, Cooma zusätzlich Dummyarbeit. Der AH arbeitet nicht an den Schafen, weil ich keine passende Aufgabe dort für ihn habe. Der macht Agility.

    Habt ihr euern Hund aufgenommen, da ihr ihn zum hüten braucht?
    Nein, ursprünglich nicht.

    Hütet ihr, ohne eigenes Vieh zu haben? Wenn ja: warum? Wenn nein: warum nicht?
    Anfangs ja, aber das hat sich in der Praxisarbeit nicht bewährt. Wenn man als Hundeführer keine Ahnung vom Vieh hat, dann funktioniert das mit der gescheiten Arbeit am selbigen nämlich nicht wirklich...

    Hat der Hütetrieb, die ursprüngliche Verwendung eurer Rasse, für eure Entscheidung für diesen Hund irgendeine Rolle gespielt?


    Hat euer Hund Wachtrieb/Schutztrieb? Wenn ja, wie äußert sich das?

    Ja, der AH. Das äußert sich durch bellen und, wenn er könnte, würde er auf Besucher losgehen.

    Wie reagiert euer Hund auf fremden Besuch?

    Reagiert euer Hund auf bestimmte Menschen beim Spaziergang unsicher (verkleidet, betrunken, Kinder…)?

    Zeigt euer Hund sonst Unsicherheiten im Alltag?
    Meine älteste BC-Hündin (aus dem Tierheim) ist unsicher mit anderen Hunden. Der AH ist einfach nur gestresst vom Leben. Er hat Angst vor Menschen, die ihn bedrängen wollen und würde dann auch nach vorne gehen.

    Zitat

    Kann man euren Hund problemlos mit zu Freunden/ins Restaurant/in die Innenstadt nehmen?


    Die zwei mittleren BCs (aus "seriöser" Zucht) ja. Meine ängstliche Teak auch, wobei die sich dabei nicht wohl fühlt. Den AH auf keinen Fall, wenn man möchte, dass der Kellner was bringen kann. In Restaurants ist es für den schlichtweg zu eng - es gibt zu wenig Ausweichmöglichkeiten.

    Reagiert euer Hund sehr sensibel auf eure Stimmungen?
    Nein.

    Würdet ihr euern Hund als „leichtführig“ beschreiben?
    Ja.

    Wie reagiert euer Hund auf fremde Hunde?
    Bis auf meine Teak sind sie sozial.


    Pusht euer Hund schnell hoch? Hat er eine niedrige Reizschwelle?
    Naturbedingt ja.

    Wie hoch ist seine Frustrationstoleranz? Wie geduldig ist euer Hund?
    Die BCs haben mittlerweile eine sehr hohe Frustrationstoleranz. Sie sind ruhig und ausgeglichen. Der AH ist das glatte Gegenteil.

    Fällt es ihm schwer, in sehr abweschlungsreicher, interessanter Umgebung zur Ruhe zu kommen?
    Hier wieder der Unterschied: Für die BCs kein Problem, wobei meine ängstliche Teak damit am meisten Probleme hat von den dreien. Der AH Kann gar nicht zur Ruhe kommen.

    Hat euer Hund „will to please“?
    Ja. Die BCs deutlich mehr als der AH.

    Wie reagiert euer Hund, wenn er mehrere Tage am Stück außer kurzen Gassi-Runden nichts zu tun bekommt?
    Gar nicht.

    Was braucht euer Hund an Auslastung, um glücklich zu sein?
    Ich habe keine Ahnung woran ich erkenne, dass mein Hund glücklich ist, daher kann ich darauf nicht antworten. Ich arbeite mit meinen Hunden im Schnitt drei bis vier Mal pro Woche. Mit dem AH nur einmal, mehr verkraftet er nicht.

    Ist er sehr begeisterungsfähig, findet fast alles toll, hauptsache, ihr macht was zusammen?
    Ähem... naja... sowas findet ein BC ja immer toll. Der AH natürlich auch.

    Ist euer Hund „bestechlich“? Warum arbeitet er mich euch zusammen?
    Ich versteh die Frage nicht...? Ich arbeite über Belohnung und Strafe...

    Was ist für euern Hund auf einem Spaziergang mindestens so interessant, wie ihr selbst? Was sind seine Interessen auf einem normalen Spaziergang?
    Ich habe keine Ahnung, ob ich interessant bin. Ist mir eigentlich auch egal. Meine Hunde schnüffeln und spielen miteinander beim Gassi, wobie ersteres deutlich überwiegt.

    Würdet ihr sagen, euer Hund lernt vergleichsweise schnell, ist „intelligent“?
    Nein. Im Vergleich zum Spitz sind sie eher doof.

    Wäre euer Hund als reiner „Familienhund“ mit abwechslungsreichen, längeren Spaziergängen und viel Ansprache glücklich? Oder braucht er mehr/etwas anderes?
    Teak braucht die Arbeit, sonst wird sie krank. Bei den anderen weiß ich es nicht, weil sie noch nie in den Bedingungen waren. Der AH hat ja eh nur ein laues Programm...

    Läuft euer Hund gern am Fahrrad mit, joggt gerne mit? Holt er gerne Bällchen?
    Joggen, Radfahren: ja. Bälle gibt es bei uns nicht.

    Sonstiges
    Ich habe mich wieder für einen BC entschieden, weil ich ruhige Hunde mag =)

    Dito - Du schreibst ja, dass der Hund sehr aufgedreht ist. Stresshormone regen auch den Wasserhaushalt an und ein gestresster Hund muss oft häufiger. Meist ist das noch gekoppelt mit einer Übersprungshandlung - er kann dann also nicht anders, er muss!

    Ich würde ihm klare Grenzen setzen und an dem Stressproblem arbeiten, dann erledigt sich das Pipiproblem gleich mit.

    Viele Grüße
    Corinna

    Zitat

    Rumlaufen is ja ok, solange er keinen Mist macht '^^
    Und durchs festmachen, lernt er doch in dem Fall nicht, wenn ich beim bocken nein rufe, is schluss, oder?

    Mmh, ich dachte es ginge um die Situation an Deiner Arbeitsstelle. Wenn Du natürlich einen Chef hast, der Dich für die Erziehung Deines Hundes bezahlt, dann hast Du echt Glück.

    Es dauert mehrere Monate bis ein Hund ein zuverlässiges Rückrufkommando kann. Auch beim Durchsetzen des "Neins" muss man immer konsequent dran bleiben und es durchsetzen.

    Viele Grüße
    Corinna

    Zitat

    Schade, dass eigentlich erst durch unsere Zuchten, Auslesen und zum Teil auch Inzuchten so viele Krankheiten entstanden sind, die wir nun aus dem Kreis fast nicht ausschliessen können...das hätte nicht sein müssen, aber Menschen machen Fehler, wenn sie meinen alles beherrschen zu können....

    Das ist nicht fertiggedacht. Denn auch "die Natur" macht Fehler. Das, was da an Wildtieren herumläuft ist quasi das, was bei der Fehlerkorrektur übrig blieb. Und auch davon lebt manches nicht so lang wie andere Artgenossen.

    Die Veränderlichkeit der Gene ist überhaupt die Grundlage dafür, dass die Entstehung von Arten - Wildtieren und Haustieren - überhaupt möglich ist.

    Manchmal ist die Veränderlichkeit eben nicht gut für das Individuum. Aber viele Veränderlichkeiten und Fehler im Erbgut haben letztendlich dazu geführt, dass wir Haustiere, dass wir unsere Hunde halten können.

    Wenn man also gegen Zucht ist, dann sollte man sich auf keinen Fall ein Haustier halten.

    Viele Grüße
    Corinna

    Der Jagdtrieb dürfte hier eine große Rolle spielen. Es wird kaum möglich sein diesen bei einem solchen Hund adäquat auszulasten. Als mögliche Folge könnte sich gesteigertes Aggressionsverhalten zeigen - da bei DD die Schwelle gebrauchsbedingt etwas tiefer angesetzt ist als beim "Durchsschnittshund".

    Ich würde von dieser Mischung zu diesem Zweck unbedingt abraten.

    Viele Grüße
    Corinna

    Zitat


    Mannomann... :???: ... langsam scheint mir der Weg, den einige hier gehen, ein wenig grotesk zu sein... denkt denn hier wirklich jemand, dass sich Hunde permanent in philosophisch-selbstzerfressender Tiefe mit der frustrierenden Konsequenz eines "Neins" und dem Gegenwert einer angebotenen Alternative auseinandersetzen? Das ist doch Blödsinn!

    Naja... kommt eben immer drauf an aus welcher Perspektive man das betrachtet. Gerade in der Gebrauchshundeausbildung ist genau dieser Punkt allzuhäufig der Knackpunkt, warum es funktioniert oder eben nicht. ;)