Ich weiß nicht ob das so geht, habe mir aber auch gedacht das Interessenten anfangs herkommen und das ich später mit Hund die Interessenten besuche. Damit der Hund vor der Adoption schon Mal dort war, die Leute kennt, die Umgebung kennt und es für ihn dann einfacher wäre.
Klaro. Das muss gehen. Ich glaube auch, dass es wichtig ist (bei den einen mehr, bei den anderen weniger) dass sie sich öfter sehen. Das ist z.B. auch so ein Ding, weshalb bei mir die Vermittlungen immer recht lange dauern.
Beim Verein gehen schriftliche Bewerbungen (meist Fragebögen) ein. Aus denen geht aber nur hervor, was so die Hardfacts sind (Wohnungsgröße, Garten, andere Haustiere, Arbeitsdauer, Wohin kommt der Hund im Urlaub/Notfall usw.) aber es geht einfach nicht daraus hervor, was das für Leute sind.
Deshalb sendet der Verein dir die Bewerbungsbögen ggf. weiter und du guckst, ob das für dich passt.
(Bei mir passt dann oft nicht, dass die Leute 500km entfernt leben und sich gern in der Mitte für eine Übergabe treffen würden. Das kann man vielleicht so machen, für mich kommt's aber gar nicht in Frage.)
Und wenn es für dich passt, kontaktierst du die Leute, die den Hund wollen und erzählst denen absolut schonungslos und ehrlich vom kleinen Ungetier. Dann schläfst du eine Nacht über das Gespräch und die tun's ebenso und ihr telefoniert noch mal und schaut, ob ihr beide zu dem Ergebnis "mal treffen und kennenlernen" gekommen seid.
Wenn ihr euch trefft, ist alles möglich.
Version a) ihr trefft euch für ein unverbindliches Kennenlernen in der Mitte, das macht ihr vielleicht auch mehrfach, wenn es die Distanz zulässt
Version b) die Leute kommen zu dir und lernen den Hund in der Wohnung kennen. Hat Vorteile, denn da kriegt man eigentlich einen ganz guten Eindruck. Mach ich aber trotzdem selten weil ich nicht so gern Fremde bei mir zuhause hab. Ich bin da territorial.
Meine Mutter macht das öfter und sagt den Leuten, dass in der Nähe ein Campingplatz mit günstigen Mobile Homes ist, da können die sich auch für ein paar Tage einmieten und den Hund mehrfach besuchen oder auch mal mitnehmen und alleine mit ihm spazieren und so. Da aber auf die Vertragsklauseln achten. Wenn da der Hund nämlich Mist baut, ist das nicht mitversichert.
Version c) Du fährst zu denen und machst auch gleich die Vorkontrolle, kannst sehen, wie der Hund da leben wird und wie die Leute auf den Hund in ihrem Umfeld reagieren. Mir hat auch schon mal jemand angeboten, einige Tage da in der Einliegerwohnung zu bleiben und wenn's gut läuft, den Hund direkt dort zu lassen, wenn der Vertrag dann schon da ist. Das fand ich total nett, hat aber dann aus anderen Gründen nicht gepasst.
Wenn du die Leute öfter besuchen fährst, kannst du ja auch zwischendurch mal einkaufen gehen, damit die Zeit mit dem Hund alleine haben.
Also, da gibt's viele Möglichkeiten.
Ich bin halt wahrscheinlich echt drüber mit meinem Kontrollwahn, ich kann schlecht abgeben. Hatte aber auch noch nie einen Rückläufer.
Den Plan, nach der ersten Vermittlung erst mal Ruhe einkehren zu lassen und den Platz freizuhalten finde ich super. Man weiß ja nie.
Ich weiß nicht, ob's dir auch so schwer fällt wie mir, Leuten abzusagen. Aber man gewöhnt sich daran und findet seine Strategien.
Das mit dem Veterinäramt ist ein wichtiger Punkt. Das ist total unterschiedlich, ob und ab wann man einen 11er braucht. Auch wichtig: Steuer. In manchen Gemeinden muss ein Pflegi sofort angemeldet werden, in anderen erst nach einigen Monaten. In den meisten Fällen trägt das der Verein - es ist aber unter Umständen sehr nervig, das ständige An- und Abmelden für einen Verein, der gar nicht im gleichen Ort sitzt. Diesen Ämterwahn hat meine Mutter gerade.