Was mich wirklich umtreibt, ist die Frage: warum müssen sich hier so einige - unter dem Argument des dasishaltrealismus! - so einem drastischen Tonfall bedienen?
Elendig krepieren, das geliebte Spielzeug, den ach so geliebten Freund leiden lassen, usw.
Ich habe das Gefühl, dass diese Vokabeln dem angesteuerten ‚Realismus‘ weniger zuträglich sind, als eher den Wunsch haben, irgendwen, vielleicht eine ausgedachte Person in einer ausgedachten Situation, zu verletzen.
Besonders sachlich klingt das jedenfalls nicht.
Realismus ist übrigens das Gegenteil von Idealismus. Ich habe das Gefühl, dass hier auf den letzten Seiten vornehmlich idealisierter Pessimismus das Wort führt. Das ist auch völlig in Ordnung, es verschiebt nur das Machtgefälle in einer Diskussion, wenn man hierzu immer sagt, man selbst sei die harte Stimme der Realität (die Gegenstimmen macht man damit irrelevant und machtlos) und man würde das ganz sachlich betrachten, so hart es auch sei (das tut mir jetzt mehr weh als dir.) deshalb würde ich dafür plädieren, dass man sich mal fragt: warum gehe ich eigentlich davon aus, dass ich felsenfest das Recht auf Wirklichkeit gepachtet habe?
Ich wage die steile These: weil UnsicherheIt Angst macht und weil es hilft, zu denken, es gäbe einen Fahrplan, an den man sich nur halten müsse. Dass der scheitern kann wie jeder andere auch ist unangenehm.
Daraus folgt aber nicht, dass er belastbarer wird, wenn man nur möglichst viel Verunsicherungen bei denen streut, die sich damit schwer tun, einen unzerstörbaren Plan zu schmieden.
In diesem Sinne: mehr Solidarität, weniger jadashättemanjakommensehenmüssenundmirwürdedasniepassieren würden doch die ganze Welt eigentlich wirklich besser machen.
*weihnachtssparkles*