Beiträge von Momo und Lotte

    dass der für den Hund gerade zuständige Mensch zuverlässig und kompetent ist

    Die sind aber so ein seltenes Gut! :ops:

    Also ich treffe hier tatsächlich keine aus der Gattung, zumindest bin ich immer sehr misstrauisch.

    Ich glaube langsam, dass Alma schon fähig ist, Freundschaften zu schließen, also so richtig. Auch mit Hunden deren Halter:innen ich eher als verbacken einstufen würde.

    Trotzdem würde sie jeden Fremdhund, der sich ungefragt nähert, erst mal gern in den Boden rammen wenn ich nicht einwirke.

    Glaubt ihr, dass ein Hund seine Bereitschaft, andere Hunde zu akzeptieren (und vielleicht weniger dramatisch zu kommunizieren), dadurch schult, dass er mehr Hundefreundschaften/Bekanntschaften/Kontakte hat?

    Ich kam heut von der Arbeit heim, da stand der Ilex-Mann mit Avril, seiner Hündin, vor unserer Einfahrt.

    Alma hat Avril vor ein paar Wochen verhauen, weil der Ilex-Mann mir nicht glauben wollte, dass das passieren wird.

    Gestern haben Alma und Avril schon ganz gut connected, als wir uns im Wald getroffen haben.

    Aber heute war Königsklasse:

    Der Freund hat unsere Hunde aus dem Haus gelassen, die unmittelbar auf Avril trafen und es war einfach eine ganz nette Begrüßung mit Schnauzenschleck. Avril ist auf unser Grundstück und sogar ins Haus gelaufen und Alma war zwar etwas aufgeregt mit kleiner Tendenz zum Fiddlen, aber sie war einfach freundlich zu Avril und es gab sogar ein sehr kurzes echtes Spiel zwischen den Mädels.

    Bolle hätte so gern mitgemacht, darf aber noch nicht.

    Aber es war soooo süß.

    Meine Krawallerna wird plötzlich einfach nett (gut bisher nur zu dieser Hündin, aber hey!)... ich kann's noch gar nicht glauben.

    ich hab mir jetzt youtube-Videos zum Klopftest angehört - das klingt fr mich alles gleich :lol:

    Einer hat gesagt, dass die gelben Stellen an den Liegeflächen ein Indikator sein können: noch keine gelbe Stelle, noch nicht reif, zu große gelbe Stelle, überreif.

    Aber ob das stimmt....?

    Glaubt ihr, dass eine flächendeckende Umsetzung auch dazu führen würde, dass weniger Menschen sich unbedacht Hunde anschaffen, weil sie, würden sie gefährlich oder nicht händelbar, sodass sie sie loswerden müssten, offensichtlich mit für die Einschläferung des Hundes verantwortlich wären?

    Nein, ich glaube das nicht. Schau doch in Länder, in denen nach Zeitlimits eingeschläfert wird. Hast du den Eindruck, dass da bewusster mit dem Thema Hundeanschaffung umgegangen wird?

    ich hab da leider gar keinen repräsentativen Einblick und deshalb auch keinen Eindruck.

    Oder war das eine rhetorische Frage?

    Ich weiß, dass es mit mir immer viel gemacht hat, wenn eine Orga zu mir gesagt hat "wir können den Pflegehund, den du dir ausgesucht hast, nicht umsetzen. Wenn es Probleme gibt, werden wir keine schnelle Lösung finden." deshalb kann ich mir vorstellen, dass es einigen Menschen so gehen könnte, dass sie dann noch mal genauer überlegen.

    Andererseits frage ich mich auch, ob es "Druck vom Kessel" nimmt, sodass Menschen mit auffälligen Hunden eben nicht von Pontius zu Pilatus gehen müssen, um ihren Problemhund abgeben zu können. Und was das wiederum mit den Menschen macht.

    Das ist natürlich alles eine ganz andere Überlegung, als die danach, ob es für den spezifischen Hund nicht die bessere Wahl sein kann, nicht mehr zu leben. Die steht auch auf einem anderen Blatt. Ich frag mich nur, was das nachhaltig an Hundeanschaffung ändern wird. Oder ob es etwas ändern wird.

    In dem Brandbrief, der ja irgendwie Auslöser für das Video zu sein scheint, wenn ich das jetzt richtig zusammengesetzt habe, ist Euthanasie ja nur einer von vielen angesprochenen Punkten (die ich im einzelnen auch zu wenig konkret formuliert finde, weshalb ich ihn nicht unterschreiben möchte).

    Ich glaube, dass Euthanasie von unvermittelbaren Hunden diskutiert werden sollte und dass das irgendwie eine Einzelfallentscheidung sein muss. Ich hätte meine Schwierigkeiten mit z.B. Zeitlimits oder mit Einstufung der Vorfallsschwere und -häufigkeit, weil ich denke, dass die Bedingungen, unter denen der Hund Auffälligkeiten zeigt, irgendwie mitgedacht werden müssen. Ich glaube tatsächlich, dass das in jedem Verein durch eine Kommission beurteilt werden müsste, die aus fachkundigen Menschen, die den Hund eben direkt beurteilen können, bestehen sollte.

    Grundsätzlich finde ich seltsam, dass in einer Gesellschaft, in der super viele Menschen den Tod von Tieren (die Haltungsformen nicht mal mitgedacht) in Kauf nehmen oder mitfinanzieren, gleichzeitig so erschüttert auf die Vorstellung reagieren, dass unvermittelbare, gefährliche Hunde eingeschläfert werden sollen (bezogen jetzt auf diverse Facebook-Kommentare). Das ist für mich unüberbrückbar paradox.

    Glaubt ihr, dass eine flächendeckende Umsetzung auch dazu führen würde, dass weniger Menschen sich unbedacht Hunde anschaffen, weil sie, würden sie gefährlich oder nicht händelbar, sodass sie sie loswerden müssten, offensichtlich mit für die Einschläferung des Hundes verantwortlich wären?

    Ich bin mir da irgendwie nicht so sicher.

    Ist das nicht das Ziel, dass man mit anderen spazieren gehen kann oder auch in der Gruppe und es keinen Ärger gibt?

    Ob sich die Hunde dann mögen oder nicht sei mal dahin gestellt.

    nö, also mein Ziel ist das nicht. Ich gehe am liebsten allein und hab auch nicht vor, mir Gassibekanntschaften anzulachen. Aber man trifft ja trotzdem immer Menschen. Und manche davon in größerer Regelmäßigkeit.


    Stellt ihr denn einen Unterschied im Setting fest? Also sind eure Hunde, so sie keine Fremdhunde mögen, z.B. auf dem eigenen Grundstück oder im eigenen Revier weniger tolerant als an weniger häufig besuchten Orten?

    Ich glaube, bei uns ist es völlig unabhängig vom Ort. Außer: je größer der Stress mit dem Ort , desto weniger Bock zu stänkern (beim Tierarzt wird z.B. nicht gestänkert, da hat Alma andere Sorgen)


    Für ihn macht es tatsächlich den größten Unterschied, ob wir den Hund gezielt kennenzulernen oder nicht. Sprich, wenn ich mich mit DF-User XYZ zum Gassi verabrede und Dino mitnehme, dann kann ich idR davon ausgehen, dass Dino den anderen Hund nach einem ausgiebigen Spaziergang (wir reden von 2+ Stunden) als "Der ist ok" und damit Vertrauthund abgespeichert hat.

    das hab ich auch schon beobachtet. Während Alma Fremdhunde eigentlich immer erst mal kacke findet, ist es so, dass wenn ich mit einem Menschen zusammen gehe, das auch erst mal okay für sie ist.

    Seltsamste Situation bisher:

    Ich war mit Eve unterwegs, Alma und Eve kannten sich noch nicht. Irgendwann hab ich den Freund angerufen und gebeten, Alma anzuziehen und sie mir an die Tür zu bringen. Alma hat sehr deutlich gemacht, dass das richtig uncool ist, dass Eve da ist. Freund wollte Alma direkt wieder in die Wohnung packen, aber ich sagte "Alma, halt die Klappe und komm mit, alles gut." und sie ging mit, ich hatte beide Hunde an der kurzen Leine, so viel Abstand war also nicht möglich. Und das war scheinbar okay für sie. Beide haben auch nebeneinander geschnüffelt und so.

    Ich frag mich, ob diese Vertrautheit überhaupt viel mit Zeit zu tun hat oder mehr mit Sympathie oder mehr mit Management.

    Viele von euch haben ja Hunde, die auf Fremdhunde keinen Wert legen. So einen hab ich auch.

    Obwohl sie am Anfang eigentlich nett mit Fremdhunden war, hat sich das irgendwann schlagartig geändert und Fremdhunde wurden die unnützeste Erfindung seit es andere Lebewesen gibt.

    Manche von euch, vor allem solche mit Einzelhunden, setzen dann lieber auf feste Hundekontakte, um innerartlichen Sozialkontakt zu ermöglichen.

    Wie geht ihr das an? Geht ihr erst x Mal mit dem Fremdhund ohne Kontakt spazieren und dann funktioniert es plötzlich? Und wie wird der Kontakt dann? Spielen die dann auch oder ist dann eher "unmoderiertes Nebeneinanderlaufen"?


    Ich habe mir bei Alma nämlich keine sehr großen Hoffnungen gemacht. Wir haben z.B. Eve, die Hündin eines Arbeitskollegen. Wir gehen unregelmäig und selten miteinander spazieren, es hat auch schon öfter mal im Karton gerappelt, wenn Eve fand, sie müsse Alma jetzt doch mal näher kommen. Irgendwann hier im Garten hat es dann einfach funktioniert, sie haben sich höflich in Ruhe gelassen, waren dabei beide völlig entspannt, haben sich auch gegenseitig bei schnelleren Bewegungen nicht reglementiert, sondern einfach machen lassen. Mega.

    Dann haben wir da noch Avril. Alma hat Avril mal richtig verhauen, weil das Herrchen mir partout nicht glauben wollte, dass das passieren wird. Avril backt sehr kleine Brötchen und ist recht schreckhaft. Wir sind ihr dann aus dem Weg gegangen. Ein Mal ging das nicht so recht, Avril wollte an Alma schnuppern, näherte sich von hinten - hab natürlich wieder Haue und Mecker. Von einem Tag auf den anderen hat Alma angefangen, vom Grundstück aus am Zaun Spielaufforderungen Avril gegenüber zu machen. Heute haben wir sie beim Spazieren getroffen und ich hab Alma zu Avril gelassen, wieder Spielaufforderungen. Avril weiß nicht so recht, was das soll, ist aber plötzlich extrem zutraulich mir gegenüber, was sie vorher gar nicht war.


    Im Grunde könnte ich vielleicht daraus den Schluss ziehen: okay, wenn man sich ca zehn mal gesehen hat, ist's okay.

    Aber das stimmt so auch nicht.

    Lotta, eine Nachbarshündin, eine Leonbergerdame gesetzteren Alters die wohl früher laut Halterin "alle Hunde auf den Rücken gedreht hat" hat Alma nie etwas getan, aber sie rastet komplett aus, wenn Lotta vorbeigeht, mehr, als ich es jemals bei einem anderen Hund gesehen habe.

    Andere Hunde, die wir beim Spaziergang treffen, z.B. der DSH, der Alma schon oft von seinem Grundstück aus angebrüllt hat: alles okay. Dem gegenüber macht sie keinen Ton. Andere, die einen höflichen Bogen machen aber interessiert gucken werden manchmal ebenso angeblafft, wie solche, die sich wirklich unhöflich nähern. Mein Verhalten ist dabei immer ähnlich (ich lasse keinen Kontakt zu).

    Also, wie macht ihr aus Fremdhunden vertraute Hunde? Wie lange dauert's bis ihr wisst "das ist das Sympathieverhältnis, so bleibt das jetzt. Da lass ich Kontakt generell zu/nicht zu"?