beim Querlesen kam mir ein Gedanke und ich hoffe, dass du das jetzt nicht falsch verstehst und ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehne:
ertmal tippe ich rein gefühlsmäßig auf mangelnde Frusttoleranz (ich kenne das von meinem Hund, und: nach der Kastra hat sich bei ihm absolut nichts verändert, allein: wenn ich an den Sachen arbeite, wirds besser, aber von selbst absolut nicht, es ist bei ihm nichts Hormonelles).
und dann: kann es sein, dass du bisher (vor allem am Anfang, als du Diego bekommen hast), sehr viel positiv gearbeitet hast? Andersrum: bist du auch mal etwas heftiger oder gröber zu ihm, wenn du dich durchsetzen willst? im Sinne von: kannst du das Fiepen auch mal mit nem gescheiten Anschiss unterbrechen?
ich kann nur von mir sprechen. Die Situation bei euch kann ich gut nachvollziehen, ich nehme meinen Hund ja mit ins Büro, in die Öffentlichen Verkehrsmittel usw. usw. Er neigt schon auch zum Nerven, allerdings kann ich das nicht gebrauchen. Früher habe ich eigentlich NUR positiv gearbeitet, also Fehlverhalten ignoriert und korrektes Verhalten belohnt, hab unglaublich viel geclickert (was auch gut war), aber keinen so RICHTIGEN Abbruch zustande gebracht (was schlecht war, mein Hund hat mich lange Zeit nicht ernstgenommen). Erst seit ich ihm unmissverständlich klar mache, was ich NICHT will, kommen wir in stressigen Situationen gut zurecht. Mein Hund hängt manchmal für ein paar Minuten am Baum, wenn er beim Spaziergang rumkläfft, das mal als ein Beispiel von vielen...
Ich will dir nicht unterstellen, dass dein Hund dich nicht ernstnimmt!!! Ich kenne dich und deinen Hund nicht, ich weiß nicht, wie du mit ihm arbeitest, auch will ich dir nicht sagen: Sei mal richtig gemein zu deinem Hund, das läge mir fern. aber andererseits könnte ich mir gut vorstellen, dass an seiner Frusttoleranz aktiv gearbeitet werden müsste, und zwar so, dass es für den Hund 1000%ig eindeutig ist, absolut unmissverständlich. Beispiel: Fiepen im Auto: gibts nicht! Wer im Auto fiept, kommt nicht mit. Oder Hundetreffen: wer Terror macht, bevor man sich mit anderen Hunden trifft, der guckt eben erstmal den anderen Hunden beim Spielen zu... Und: wer MICH mit Fiepen nervt, der kassiert auch mal nen ordentlichen Anschiss, der fliegt auch mal im hohen Bogen aus dem Zimmer, der hängt auch mal am Baum usw. usw. Letztendlich schafft das nur Klarheit und hilft dem Hund, zu entspannen, weil er einfach mal aktiv ausgeschaltet wird (klingt blöd, aber beim meinem Hund ist das tatsächlich so, ich wollte es lange nicht wahrhaben...).
falls ich auf dem völlig falschen Dampfer bin, dann vergiss mein Post bitte einfach ;-)
Andernfalls würde ich einen zweiten Trainer zu Rate ziehen.
Mir ganz persönlich ging das etwas zu schnell mit dem "Setz mal nen Chip", es würde mich doch sehr wundern, wenn das ALLEIN reichen würde, um die Situationen, die du beschrieben hast, zu entschärfen.....
Grüße
Jenny