Zitat
ups sorry....war nur so super schön zum Anschauen:-) Man findet ja selten so schöne Hundkommunikation...
Zum Thema Leinenagrro...
Es gibt 3 Phasen...... Machst du so weiter....wird das Verhalten immer stärker....
1 Phase Maximale Kontrolle, minimale Ablenkung
2 Phase Kontrolle und Ablenkung
3 Phase Minmale Kontrolle, maximale Ablenkung
So wie du schreibst ist das Verhalten schon eingebrannt.... somit musst du die Konditionierung wieder aufheben...
das gelingt dir nur wenn du den Hund in einen anderen Verhaltenskreis bringst....
Wie geht so eine Begegnung genau ab.... hast du eine gespannte Leine...beschrieb mal detailiert und ehrlich so eine Szene.... Spielt sie gerne?
Momentan würde ich abgelegene Wege suchen......möglichst keine Hunde...sonst bestätigst du ihr Verhalten unbewusst...
PS: Hast du Angst vor ihrem Verhalten oder wirst du unruhig wenn du Hunde schon siehst? Wie fühlst du dich selber in diesem Momment?
LG tipex
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Huhu, du meinst mich, oder? Weil ich hab nen Rüden 
Bei der Leinenaggro-Sache muss ich etwas weiter ausholen.
Wir haben zu Beginn meiner "Hundekarriere" noch in der Innenstadt gelebt. Mein Hund hatte stets und ständig mit allen möglichen Hunden Kontakt. Ich hab nach Lehrbuch an seiner Grunderziehung gearbeitet, war öfter etwas holperig, aber letztendlich doch recht zufriedenstellend. Bis er ein gutes Jahr alt war und öfter mal Raufereien mit Rüden hatte (im Freilauf). Er begann dann, sich an der Leine groß zu machen, wenn auf der anderen Straßenseite ein ihm bekannter Rüde entlangstolzierte. Aber alles im Rahmen, meiner Meinung nach habe ich ihn da noch gut unter Kontrolle gehabt. Entweder bin ich gar nicht drauf eingegangen, aber wenn mir sein Geprolle zu viel wurde, hab ich mit "Schau" gearbeitet, kurz gewartet, ruhiges Verhalten bestätigt usw. So weit so gut, vor einem Jahr sind wir umgezogen, in die Vorstadt. Zwar sind wir zum Arbeiten noch täglich in der City unterwegs, aber das sonstige Leben spielt sich eher ländlich ab. Ich habe nun das Gefühl, dass mein Hund nach dem Jahr jetzt vollkommen in der neuen Umgebung angekommen ist. Er kennt so ziemlich alle Hunde der Gegend, wenn auch z.T. nur vom Sehen, und weiß genau, wen er leiden mag und wen nicht. Außerdem hat er jetzt seine territoriale Ader entdeckt. Er ist 3 Jahre alt. Der Charakter ist nun soweit gefestigt.
Aus meinem früher so verträglichen und netten, verspielten Hündchen ist ein Rüde mit eigenem Kopf geworden. Dass er aus gesundheitlichen Gründen kastriert ist, hab ich ihm bisher verschwiegen. Er hat seine "Feinde" und seine Freunde. ABER: im Dunkeln, an der Leine ist es ihm völlig wurscht, wer um die Ecke kommt. Er hört das Klappern eines Halsbands und wird schon mal 20 cm größer. Ich meine, dass es auch daran liegt, dass schon das eine oder andere Mal ein Hund aus ner Einfahrt geschossen kam und ihm übel angepöbelt hat, da hat er einfach keinen Bock mehr drauf. Bela ist ein Hund von der nachtragenden und pessimistischen Sorte.
Wie ich mich verhalte, wenn sowas ist, das kommt drauf an, wie sehr mein Hund sich reinsteigert. Ist er nur wachsam, bufft ein wenig, stellt die Rute auf, dann sage ich ganz ruhig "alles ok" und lobe, wenn er die Klappe hält. Den Hund passieren wir dann in einem leichten Boden, mein Hund dem anderen abgewandt. Macht er den Kläffmeister, werd ich schon mal streng, nehme ihn eng an meine Seite oder bleibe stehen und gebe ein Abbruchkommando.
Allgemein arbeite ich sowohl positiv als auch mit Strenge. Ich versuche immer, den Moment abzupassen, in dem ich meinen Hund noch belohnen kann. Ist er schon drüber, werde ich deutlich. Kommt er wieder runter, kommt ein Lob...
Wie ich mich selber fühle, hm, mittlerweile fühle ich mich genervt bis gelangweilt "oh bitte, nicht schon wieder". Angst habe ich eigentlich nicht, aber locker bin ich auch nicht, WEIL ich genau weiß, wie mein Hund reagieren wird. Bei völlig fremden Hunden, die wir nicht im Terrain treffen, kann ich auch locker sein, da ist mein Hund weniger extrem. Nur eben ums Haus rum, da kann ich nicht entspannt weitergehen, denn das Gekläffe geht mir einfach nur auf den Geist. Ich hab ihn auch schon mal einfach kläffen lassen, weil es mir zu anstrengend war, schon wieder "böse" werden zu müssen und weil ich mir sicher war, jetzt nicht mehr zu ihm durchzudringen. Fazit: es war pupegal. Er hat mich eh nicht wahrgenommen und hat erst mit dem Kläffen aufgehört, als der andere nicht mehr in Sicht- und Hörweite war.
Das zum Thema Leinenaggro... 