für mich passen übertriebene Angst und Liebe zu einem Tier nicht wirklich zusammen.
Als ich meinen ersten Hund noch neu hatte, bzw. die ersten Monate, ja sogar die ersten sagen wir 2 Jahre, da hatte ich sehr oft Angst. Das lag aber daran, dass ich ihn noch nicht gut einschätzen konnte, ich hab ihn oft nicht verstanden und wusste nicht, was er im nächsten Moment anstellen würde (er war ein sehr aufgeweckter Junghund *lach*). und da wir damals noch mitten in der Stadt gelebt haben, hatte ich sehr oft Angst, dass der Hund mir vor ein Auto läuft. Diese Angst hat meinen Alltag manchmal sehr bestimmt und leztendlich gabs dann für mich nur einen Ausweg: wir sind umgezogen. Es hatten natürlich noch mehr Faktoren zu dieser Entscheidung geführt, aber ich habe nach dem Umzug viel meiner Angst und Sorge um den Hund ablegen können. Und DANN konnte ich anfangen, den Hund zu genießen!! Das war ein ganz neues Gefühl.
Angst habe ich aktuell nur noch situativ, aber sehr selten. Beispiel: mir sind die Hunde mal im Sommer in ein Maisfeld einem Kaninchen nach, beide Hunde waren mehrere Minuten außer Sicht. Muss dazu sagen, ringsherum um die Felder sind hier stark befahrene Straßen, ich befand mich zwischen 2 Feldern auf einem Feldweg. DA hatte ich wirklich Angst, denn die Hunde sind nicht direkt zu mir zurück gekommen, sondern kamen dann gefühlte Ewigkeiten später irgendwo ganz anders aus dem Feld wieder raus. Die hätten auch auf der Bundesstraße wieder rauskommen können...
Diese Ereignis hat mich zwar total geschockt, aber ich habe die Hunde dann trotzdem nicht nur noch an der Leine gehabt. Ich hab jetzt meistens ne Hundepfeife dabei, hilft zwar auch nicht wirklich, gibt mir aber wenigstens ein bisschen Sicherheit.
Sollte meinen Hunden wirklich etwas zustoßen, das ich hätte verhindern können, dann würde es mir wirklich sehr sehr schlecht gehen und ich würde mir wahnsinnige Vorwürfe machen, aber ich bin mittlerweile auf dem selben Standpunkt wie Gammur: ich werde es nicht verhindern können, OHNE dabei die Freiheiten meiner Hunde massiv einzuschränken. Das will ich nicht. Ich möchte ein möglichst sorgenfreies Leben führen, aber ich bin dabei nicht leichtsinnig! Ich versuche, Gefahren realistisch einzuschätzen und danach zu handeln. Ich bin jemand, der lieber einmal zu viel anleint als einmal zu wenig. Aber in Watte packe ich meine Hund nicht (mehr). Dafür ist das Leben zu kurz. Meine Hunde sind auch von sich aus recht vorsichtig geworden. Die wissen schon ganz gut, was sie sich selbst zumuten können, wenn sie wie angestochen durch den Wald pesen... Und ich liebe es, ihnen dabei zu zusehen, wenn sie einfach nur Spaß am Leben haben und den Moment genießen! ich freue mich, dass ich das durch meine Hunde ebenfalls gelernt habe - den Moment genießen!!
Es gibt noch so eine diffuse Angst, die mich trotz allem begleitet, auch wenn sie nicht ständig präsent ist. Aber die kann ich leider nicht ganz ablegen... Ich habe Angst, dass mein geliebter Bela einmal Krebs bekommen könnte. Warum ich ausgerechnet bei ihm diese Angst habe, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich hoffe einfach, dass diese Angst völlig unbegründet ist und er steinalt wird, am besten so wie seine Oma: die ist letztes Jahr mit 15 Jahren völlig gesund einfach gegangen... Merkwürdigerweise habe ich bei meiner Liesl so gar keine Angst, dass sie mal krank werden könnte - die ist einfach so zäh und unverwüstlich 