Ich hatte mir ja die beiden neuen Bücher von Cormac McCarthy "der Passagier" und "Stella Maris" bestellt, ohne zu wissen, was mich da erwartet. Aus irgendeinem Grund habe ich mit dem zweiten Buch angefangen, also "Stella Maris". Nachdem ich das durch hatte, habe ich gleich mit "Der Passagier" begonnen und habe davon jetzt nur weniger als 100 Seiten vor mir, hab das "Projekt" also bald beendet. Und ich bin fast versucht, danach gleich noch mal beide Bücher zu lesen. Sie gehören auf jeden Fall zusammen, aber man kann sie sicher auch einzeln lesen.
Spannend ist weniger die Geschichte an sich, von der ich nicht mal weiß, ob man sie als solche überhaupt bezeichnen kann. Was hier einfach hervorsticht, sind die sprachlichen Bilder, die reichhaltigen Themen (weit in den wissenschaftlichen Bereich hinein), die Dialoge (die zu identifizieren nicht immer leicht ist, weil McCarthy keine Anführungszeichen verwendet) und einfach die Fülle an Gedanken, Bildern und Rätseln. Überhaupt sind die Bücher ein Rätsel für mich, nicht so richtig greifbar, über manche chronologische Gegebenheit stolpere ich und finde die Lösung nicht.
Fazit... Ich komme nicht so recht dahinter, aber vielleicht ist auch genau das die Intention hinter den beiden Büchern: Haben wir überhaupt eine Chance, dahinterzukommen, was all das - das Leben, die Welt, in der wir uns bewegen wie Passagiere - eigentlich soll und welche Bedeutung jeder einzelne hat? Diese Bücher liest man nicht einfach mal so weg. Sie verlangen einem einiges ab, aber man wird dafür belohnt mit derart wuchtigen sprachlichen Bildern und Formulierungen, dass man nur staunen kann.
Ich kann, das Gefühl habe ich schon länger, nicht sagen, was ein gutes oder ein schlechtes Buch ist. Ich weiß nur, dass es Bücher und Autoren gibt, die mich (im positivsten Sinn) reizen, über die ich länger nachdenken muss und bei denen ich das dringende Bedürfnis habe, einen zweiten Anlauf zu machen, wenn es doch nur nicht so viele andere Bücher geben würde, die in der knappen Zeit, die ich dafür zur Verfügung habe, gelesen werden wollen... Ich mag das, für mich ist das pures Lesevergnügen, auch wenn - den Anspruch habe ich gar nicht mehr - ich nicht immer auf Anhieb verstehe, was ich da gerade gelesen habe und was das von mir will.
Eine Literaturkritikerin ist an mir jedenfalls nicht verloren gegangen...