Ich habe mir lange überlegt ob ich euch die Welpen vorstellen soll...ich bin jetzt soweit. Ich kann mir die Bilder immer noch nicht ohne Tränen in den Augen anschauen. Ich erinnere mich noch genau an ihren Geruch, an ihre Nasen an meinem Ohr...
Hier sind sie...die Welpen: Ein Mädchen ist nicht mit drauf...es waren alles Mädchen, bis auf den Fledermausmann

Mit diesen Mäusen sass ich beim TA. Wie man sieht, ging es dem "Fledermausohr" noch am besten. Alle wurden positiv auf Parvo getestet, der Fledermausmann am wenigsten...
KAPITEL 4 -ES MUSS JA WEITERGEHEN-
Wir fuhren direkt am nächsten Morgen sehr früh in die Perrera. Frühstück gab es wieder nicht, ich habe ordentlich abgenommen auf Mallorca.
Steffi und Andrea waren -selbstverständlich- mit von der Partie. Ich weiss nicht was ich ohne sie gemacht hätte....
Ich kam in der Perrera an, hatte mittlerweile einen Schlüssel. Erstmal leichtes Training mit Elsa, dann raus mit ihr.
Es wurde schon gewartet...

Tja, und da stand ich nun und musste das erste Mal alles organisieren...Zwinger mussten gereinigt werden, Wasser und Futter aufgefüllt, Elsa brauchte ihre Medikamente...
Los gings...
gleichzeitig kamen ausgerechnet heute ca. 6 Touristen an, die alle Fragen hatten und helfen wollten. Also konnte ich die Hunde verteilen, drückte jedem auch Futter in die Hand und verpflichtete sie zu langen Spaziergängen.
Dann machte ich die Zwinger sauber, Steffi und Andrea blieben bei Luz, die hatte nämlich Zwingerpflicht.
Posh, die HÜndin, der gestern Blut abgezapft worden war, hockte völlig panisch in einem Verschlag in der 1. Sie sah schrecklich aus.
In der Nacht hatte sie wohl versucht aus dem Zwinger zu entkommen und hatte sich die halbe Schnauze angerissen.
Die arme Maus sass zitternd in der Ecke (sie ist eine Podenca, leider habe ich keine Fotos, wollte ihr nicht noch mehr zumuten). Also wurde sie erst mal mit äusserster Behutsamkeit verarztet. Dann sass ich ganz lange auf dem Boden, bis sie mir aus der Hand frass.
Sie wurde dann, in Absprache mit Elke, in die 4 gebracht, damit sie erst mal zur Ruhe kommen konnte.
Steffi und Andrea waren unterdessen ganz hingerissen von Luz, dieser kleinen Zaubermaus...
Hermes hatte ich den Urlaubern nicht mitgeben wollen, er sprang mit seinem BAll um mich rum, also ging ich erst mal mit ihm raus, während Steffi und Andrea Luz Gesellschaft leisteten und Burschi ein paar Leckerchen rüberbrachten.
Hermes und ich übten wieder wie wild, er machte das wirklich toll!!!
Wieder zurück kam Elke auf den Hof gefahren um Tobi zu holen, er sollte auch Antikörper spenden...
Ein Welpe war in der Nacht gestorben. ...
Ich kann gar nicht sagen was in mir vorging...warum hatten diese kleinen Wesen keine Chance auf ein Leben? Warum tollten sie nicht auf der Wiese herum, so wie es ein muss??? Warum warum warum??? Warum müssen sie ohne ihre Mutter sein??? Warum?
Tobi ging völllig brav mit ins Auto, er wusste ja nicht was ihm blühte...
Wir drei sassen noch ganz lange in der Perrera im Dreck und scheuten uns vor dem Moment zum TA rüberzufahren...aber natürlich wollten wir nach den Welpen sehen...
da waren es schon nur noch 3. Sie sassen ganz aphatisch in ihren Gitterboxen, schauten so hoffnungsvoll nach uns. Doch wir kamen ohne ihre Mutter, ohne eine Chance ihnen zu helfen ,der TA tat alles was in seiner Macht stand.
Untendrunter lag Tobi in seiner Box, noch in Narkose, mit rasiertem Hals. Armer, starker Tobi.
Ich werde nie vergessen was wir gesprochen haben...Steffi sagte: "Wenn jemand Starkes den Welpen helfen kann, dann unser Tobi!"
Ich musste plötzlich so weinen, ich konnte damit einfach nicht umgehen...
wie die kleinen Wesen wackelig dasassen und nicht zur Ruhe kamen, schrecklich. Miguel gab ihnen schliesslich ein SChlafmittel, damit sie endlich mal friedlich schlummern konnten.
Bevor ich ging, sah ich noch ganz verschwommen den kleinen Mann mit den Fledermausohren an, den wir "David- den Kämpfer" genannt hatten. Ich mochte die anderen Welpen eigentlich lieber, sie sahen so hilflos aus mit ihren Schlappöhrchen..aber sie schliefen schon. Deswegen sagte ich zu David, ganz leise: "David, du bist der Kämpfer, du schaffst es gegen Goliath Parvo...du musst kämpfen..."
Dann rannte ich aus der Praxis, setzte mich draussen auf den staubigen Bordstein und schwor mir, diese Praxis, die für mich mit so viel Leid verbunden war, obwohl sie der einzige Platz war, der den Babys jetzt noch helfen konnte, nie mehr zu betreten...
Steffi und Andrea sassen neben mir und wir sassen ewig nur da...
dann gingen wir wieder in die Perrera und trösteten uns bei den Hunden, drückten unsere Gesichter in ihr Fell und konnten es nicht fassen, wie die Welt so grausam sein kann. Wir weinten um diese kleine Seele, die den Kampf verloren hatte und die keine Chance auf ein Leben bekommen hatte...
Abends gingen wir wieder an den Strand, dort dachte ich viel nach...viel darüber, wie wohlbehütet meine eigenen und die deutschen Hunde sind, wie man sie selber überbehütet und sich um Kleinigkeiten einen Riesenkopf macht.
Wie diese Hunde auf Mallorca nur darauf angewiesen sind, dass es Menschen wie Elke gibt, der ihr Leben nicht einfach nur egal ist...
