Beiträge von meike.s

    Danke Antoinette, heute sind die fleissigen Helfer wieder unterwegs...ich konnte nicht dabei sein weil ich für Hunde aus Mallorca eine Vorkontrolle machen musste...

    aber ich bin in Gedanken dabei.... :gott:

    Ooohhh, soooo viele schöne Beiträge, das freut mich sehr :ops:

    Nur zu den Perreras bzw. Protectoras muss ich noch was sagen...die Übergänge sind oft fliessend. Unser Tierheim trägt auch noch den Namen Perrera...das angebliche Tierheim Son Reus z.B. ist nach wie vor eine schreckliche Tötungsstation, wo wir immer wieder Hunde rausholen...(vor ein paar Tagen "Lillebror", ein Yorkie Mix oder unsere Pflegestelle Nicole, die immer wieder trächtige Hunde rausholt)
    Ich selber habe es nie geschafft bis in die Tötung zu gehen. Die Zustände dort sind katastrophal und ich könnte wohl nie mehr schlafen. Das schlimmste ist dass man dann nur Platz für z.B. 3 Hunde hat und es schauen einen 100 Hundeaugen an...das könnte ich nicht. Bewundere unsere Nicole, die das immer wieder macht!!!

    So, weiter gehts mit meinem Bericht:

    Nachdem ich am Abend noch am Meer war und die Landschaft in mich aufgesaugt hatte, war ich zum Abendspaziergang an der Cala Mondrago, eine Badebucht. Es dämmerte schon, ich schwelgte in Kindheitserinnerungen an diese Bucht, als mein Handy klingelte...

    Elke war dran und bat mich, zu ihr zu kommen, wir würden gleich Welpen reinkriegen...
    keine Frage, ich ab in den Wagen, ab zu Elke, die ich erst mal suchen musste, sie wohnt nämlich mitten in der Pampa.
    Zudem ist Mallorca bei Nacht nicht ungefährlich, es werden schon mal Touristen ausgeraubt, deswegen war mir ein wenig mulmig...

    Kaum bei Elke rief eine Frau an, sie sei schon in der Perrera. Wir also schnell hingerast.

    Dort warteten zwei sehr liebe Frauen, die eine Hündin mit ihren Welpen aus einem Verschlag von Zigeunern herausgeholt haben. Sie sagte es waren schreckliche Zustände, die Hunde wären fast verhungert, sie warfen ihnen ca. 1x in der Woche stinkende Innereien auf den Lehmboden... :sad2:

    Die Hündin war ein Knochengerüst, ein Podenco Andaluz (das sind die Kleinen).
    Die Welpen waren tagsüber schon mit den Frauen beim TA gewesen, weil sie Fieber gehabt hatten, hatten einen Fiebersenker bekommen. Die Hündin hatte kaum Muttermilch...
    Wir mussten die Welpen in der Perrera lassen, obwohl uns das gegen den Strich ging, weil diese kleinen Wesen dort nichts verloren hatten. Also bauten wir ein Matrazenlager und packten alle in die 3, den Quarantänezwinger.

    Nachdem ich noch mal Fieber gemessen hatte, entschieden wir sie dort zu lassen, es waren sowieso nur noch ein paar Stunden bis morgens.

    - KAPITEL 3- KLEINE WESEN; KEINE CHANCE

    Am nächsten Morgen kam ich sehr früh in der Perrera an. Schnell vorbei an heulendem Hermes, und dann der grosse Schock: Der ganze Zwinger 3 war voller Würmer und Blut... :sad2:

    Zur selben Zeit kamen die ersten Gassiurlauber an, für die war kaum Zeit. Zwei junge Mädels in meinem Alter standen vor der Tür, sagten sie haben uns im Internet gefunden, ob sie helfen könnten...

    Ich sagte Ja, das könnt ihr, drückte ihnen den Korb mit den 4 Welpen in den Arm und sagte sie sollen sie in den Mietwagen packen, wir fahren jetzt zum TA.
    Elke blieb in der Perrera, schliesslich wollten die anderen Hunde gefüttert und versorgt werden, die Zwinger saubergemacht und die Urlauber sollten mit den anderen GAssi gehen.

    Wir also zu Miguel und seinem deutschen Kollegen, beides echt fähige und engagierte Tierärzte, was ja selten ist in Spanien.

    Dort sassen wir dann und warteten. Ich war so froh dass Steffi und Andrea, die Mädels, dabei waren. Die Welpen sahen wirklich schlecht aus, sie taten mir schrecklich leid, gerade mal ca. 6 Wochen alt...

    Dann wurden sie untersucht...dass sie Würmer hatten war ja klar, und wir dachten sie hätten vielleicht einen kleinen Infekt. Wir dachten einfach:"hey, der TA wird ihnen schon helfen, und bald sind sie wieder fit".

    Dann kam die schreckliche Diagnose...Parvo.

    Wir waren völlig fertig. Der TA gab den Welpen eine Überlebenschance von 5 %. Normalerweise werden den Welpen mit der Muttermilch Antikörper gegen diesen schrecklichen Virus gegeben, aber da die arme Mutter selber erst ca.9 Monate alt war und völlig unterernährt, hatte sie wohl zuwenig Antikörper.

    Es war furchtbar. Diese kleinen Wesen sassen da, schon ziemlich kraftlos, die kleinen zimtfarbenen Ohren hängend. Und darüber Miguel, der uns sagte dass sie es wohl nicht schaffen würden.
    Einfach schrecklich. Das war keine Selektion der Natur, sondern ein menschengemachtes Problem.
    Ich kämpfte mit den Tränen, raste zurück in die Perrera und fragte Elke was wir jetzt tun sollten (dafür musste ich sie etwas zur Seite nehmen, die anderen Urlauber sollten nicht alles hören).

    Elke machte ein bestürztes Gesicht und sagte wir würden jetzt alles versuchen...

    ok, ich also zurück zu Miguel. Währenddessen desinfizierte Elke die ganze Perrera, aus begründeter Angst vor einer Epedemie. Parvo kann zwar eigentlich bei erwachsenen geimpften Hunden nichts ausrichten, aber wer weiss das schon sicher?

    - Währenddessen gab ein Jäger seine völlig verängstigte Podenca in der Perrera ab, Posh. Posh war völlig panisch, aber kerngesund. Deswegen wurde sie sofort zu Miguel gebracht, in Narkose gelegt.
    Dann wurde ihr aus der Halsschlagader Blut abgenommen um die Welpen mit Antiköpern zu versorgen. In die kleinen Beinchen wurde ein Tropf gestochen und sie wurden in einen Drahtkäfig gelegt, noch nicht mal mit Decke, wegen der Keimgefahr...

    es war einfach nur schlimm.

    Steffi und Andrea waren auch sehr betroffen. Deswegen liessen wir die Welpen erstmal in Ruhe und gingen mit der geeimpften und negativ getesteten Mutter zurück.
    Die war auch total durch den Wind, auf einmal ohne Welpen...

    In der Perrera schickte ich die Mädels erstmal mit der Welpenmutter und Candida raus, damit sie auf andere Gedanken kamen...

    Ich werde hier keine Fotos der Welpen einstellen, weil ich keine gemacht habe. Das konnte ich nicht. Noch nicht mal heute kann ich sie mir anschauen.
    Warum werdet ihr im nächsten Teil erfahren...

    Hier aber die "Zaubermaus" Luz (so hat Steffi sie genannt) und Steffi, der Engel. Luz ist die Mama der Welpen. Im Hintergrund die Parvo- Decken, die wir dann verbrannt haben...ich habe auch noch ein Foto vom Blut und den Würmern, das möchte ich euch ersparen.

    Luz wurde in einem Verschlag gehalten, mit stinkenden Innereien gefüttert wenn die Menschen dazu mal Lust hatten und musste mit 9 Monaten Mutter werden.
    Trotzdem war sie ein anschmiegsames kleines Mäuschen, wie von einem anderen Stern, wahnsinnig verschmust und anhänglich, einfach ein 6er im Lotto. Sie ist nicht schön, aber sie strahlte für uns alle so eine Schönheit aus, dass wir nie verstehen konnten, wie andere sagten "Na, einen Schönheitspreis gewinnt die aber nie..." Für uns schon...

    Und ich mit der Kuschelmaus:

    Der Tag war für mich nicht mehr so schön. Ich lief noch lange mit Hermes und dann mit Tobi, Archie hatten wir schon untergebracht, Burschi wollte wieder niemand. Dann holte ich jeden Hund raus und gab ihnen das Futter, was ich gekauft hatte. In Spanien gilt Pedigree als Nonplusultra, mir wars dann mal egal...
    die Hunde schlungen das Futter runter, unglaublich. Burschi bekam dann noch einen supertollen Kauspass, den er wild rumwarf und lange damit beschäftigt war...

    Ich fuhr dann noch mal los und besorgte eine neue Ladung...

    eine von vielen in den nächsten Tagen...Hermes hatte dann endlich mal keinen Durchfall mehr...

    Nachdem alle Hunde versorgt waren kam die grosse Leere und Traurigkeit...würden die Welpen es schaffen?
    Plötzlich fragte Steffi ob ich nicht noch mit an den Strand wolle...ich wollte! Die beiden sind heute richtig gute Freundinnen geworden...und diese Freundschaft hat bei Miguel begonnen...

    wir nutzten den Abend um Erlebtes zu verarbeiten...und ich nutzte die Zeit, um Steffis sichtliche Liebe zu der kleinen Luz verbal zu verstärken... ;)

    -Weiter geht es morgen...
    ach ja, und was aus allen Hunden geworden ist? Ob ich drangeblieben bin? Aber hallo! Ich weiss von jedem Schicksal und verfolge, teilweise begleite ich die Hunde live...aber dazu mehr wenn es soweit ist.

    Ach ihr seid süss!!! :ops: :D Morgen geht es weiter...

    vorher muss ich morgen noch zu einer Vorkontrolle für einen der Hunde...Pancho durfte ich ihn nennen ;) Aber auch diese Geschichten kommen noch...also fahr ich morgen erstmal los und schau mir die sehr vielversprechende Pflegestelle an....

    Daumen drücken...

    Mehr Sauerkraut.

    Ruhig ne halbe Dose geben...das Sauerkraut schlingt das Hühnergerippe ein und sorgt dafür dass es gut rutscht. Also mehr geben! Auch wenns Durchfall gibt, das ist ja das kleinere Übel...

    Meine fressen Sauerkraut einfach so. Sonst Wurst ist ne gute Idee.

    Denke ganz fest an euch Yvonne, wäre heute auch gern dazugekommen, aber das wäre ja kontraproduktiv gewesen...in diesem Sinne denke ich eben an euch und dass ihr endlich Glück habt.... :gott:

    Bitte entschuldigt meine schlechten Fotos, ich hatte einfach sooo viel anderes zu tun. Die Fotos wurden nur mal schnell zwischendurch geschossen...

    zudem sieht man, wie dreckig und ungepflegt die Hunde aussehen. Das liegt eben an den staubigen Böden und daran, dass man sie kaum duschen kann. Ihr müsst sie euch einfach sauber und gepflegt vorstellen :ops:

    Leider kann man nur solche Bilder ins Internet setzen..eben keine von glänzenden, top gestylten, muskulösen Hunden...leider.

    Schön dass es euch interessiert...

    So, nun liefere ich mein Schmusefoto nach...Hermes und ich in inniger Zweisamkeit...


    Hermes hat sich dann, im Laufe der Woche, sehr stark an mich gebunden. Ich kam täglich, ging mit ihm raus, beschäftigte und übte mit ihm. Auch entsprechend seiner Rasse tat er alles, um mir zu gefallen. Diese Bindung war natürlich bei meiner Abreise ein Problem...für uns beide. Aber für diese Tage konnte ich ihm eben all das geben, was er verdiente...

    - Nun zur Perrera: Dieses Tierheim ist mit unseren nicht zu vergleichen. Es gibt nur in der Futterkammer Strom...
    es gibt keine richtigen geschlossenen Zimmer für die Hunde, nur Hütten bzw. gemauerte Häuschen. Diese Häuser haben als einziges in der Perrera Betonboden, der Rest besteht aus sehr staubigem Boden. Wenn es regnet wird es sehr matschig, deswegen gibt es wenig Decken, eher Liegen, damit die Hunde erhöht liegen können.
    Schatten gibt es GsD ausreichend.
    Fliessendes Wasser- Fehlanzeige. Das Wasser in den Wannen muss sehr aufwendig gewechselt werden, Böden ausspritzen ist unmöglich, das wird dann geschrubbt und desinfiziert.
    Alles in der Perrera wurde von lieben Menschen gespendet und selbst gebaut. Diesen Menschen verdankt die Perrera sehr viel.

    Das Futter wird von der Stadt bezahlt. Es ist kein gutes Futter. Im Laufe meiner Arbeit habe ich aber festgestellt, dass supergutes Trofu von den Hunden zwar sehr gern gefressen wird, aber oft auch für Streitereien sorgt. Also ein zweischneidiges Schwert. Um die Hunde einzeln zu füttern, dafür reicht die Zeit in der Regel leider nicht.

    Die Urlauber, die uns besucht haben, sind in der Perrera Gold wert! Meistens kommen sie einmal, manchmal auch öfter. Sie gehen dann mit den Hunden spazieren, wir haben sie eingeteilt, je nachdem welche Hunde und welche Menschen.
    Das bedeutet den Hunden alles. Einmal am Tag mit Menschen ganz allein raus. Endlich mal draussen das Geschäft erledigen, nicht immer in den eigenen Zwinger. Spielen und kuscheln...
    Manchmal kamen an einem Tag 6 Leute, manchmal keiner. Jetzt im Winter wird es natürlich viel weniger, so dass die Hunde oft nicht rauskommen.
    Allein kann Elke das natürlich nicht leisten, ein Spaziergang bleibt also Luxus....

    Naja, dann lernte ich noch die anderen Insassen der Perrera kennen, GsD waren es nicht allzu viele...
    (es gibt auch nur 4 Zwinger, wobei der letzte auch der Kleinste ist)

    z.B. war da noch Wolf und Seelenhund Tobi, ein Huskymix.

    Tobi wohnte mit seiner Freundin Senta, ein SChäfimix, auf einer Finca, ca. 5-6 Jahre. Dann trennte sich das Paar und die Hunde mussten weg. Also landeten sie in der Perrera. Weil Senta unverträglich war, zog sie auf eine Pflegestelle, Tobi blieb allein zurück.
    Tobi war mein Schmusehund. Er liebte es von mir umarmt zu werden. Er litt ganz schrecklich unter der Hitze, konnte sich nach dem Spaziergang kaum mehr erholen, er tat mir schrecklich leid. Zudem hatte er noch viel Fell, wir bürsteten ihn jeden Tag.
    Er war sooo schmusig und lieb, einfach ein Seelenhund.

    Hier sieht man Tobi in der "1", dem grössten und schönsten Auslauf. Auch Hermes lebte hier. Hier war Tobi gerade mit mir draussen, stand dann immer nur da und schnappte nach Luft. Armer Husky, was soll er auf Mallorca? Und wo ist Senta?

    Dann gab es noch Archie. Archie zeigte schon Verhaltensauffälligkeiten. Er wurde als Streuner aufgegriffen mit schrecklich verfilzten Ohren, die erst mal verarztet und geschoren werden mussten.
    Archie war sehr hibbelig und lief immer im Kreis um eine Liege herum, so lange, bis er fast umfiel. Zwischen Tobi und Hermes ging er oft unter. :sad2: Dabei war er fast der schmusigste von allen. Sobald man sich zu ihm runterbeugte, kam er angwedelt und wand sich vor lauter Wonne. Das eingesperrt sein war ihm aber deutlich anzusehen.
    Archie war wohl der freundlichste und verträglichste Hund der ganzen Perrera...

    Archie in der Futterkammer, Elke sucht nach einem passenden Halsband für ihn...während Elsa draussen warten muss..

    In der 2 warteten dann unsere "Katze" Candida....

    und den Senior "Burschi"

    Über Candidas Vergangenheit weiss ich leider nichts...Buschi wurde im Alter von 12 Jahren in der Perrera abgegeben weil sein Besitzer verstarb. Nun waren die beiden zusammen, die Spuren in Candidas Gesicht waren von Burschi, er hat sie mehrmals gebissen.
    Bei Burschi fiel auf, dass er schlecht sehen und hören konnte, was ihn zu Schreckensbissen verleitete (z.B. wenn man sich zu schnell oder von hinten näherte). Das führte dazu dass niemand mit Burschi rausgehen wollte und er nur im Zwinger hockte. Das fand ich schlimm. Also pirschte ich mich ran...und siehe da...wir wurden gute Freunde...

    Candida erlebten wir als absolute Traumhündin. Grazil und katzenhaft, sehr leinenführig, beim Spazieren knoteten wir die Flexileinen zusammen und liessen sie im Stoppelfeld Mäuse jagen, die warf sie richtig in die Luft. Da sah man wie glücklich dieser Hund hätte sein können...aber auch sie musste zurück.
    Und schlimm war dass sie das Futter kaum fraß. So wurde sie immer dünner, man sah wirklich jede Rippe.

    Leider konnten wir Burschi und Candida nicht trennen... in der 4 war Elsa, in der 1 die 3 Jungs, das wollten wir Candida nicht antun. Die 3 musste freibleiben als Zwinger für neu reinkommende Hunde oder Quarantäne...also musste Candida in der 2 bleiben...

    Tja, das war mein erster Tag in der Perrera. Als ich die Hunde kennengelernt hatte, beschloss ich, nun immer zu kommen, vor allem als ich hören musste wie sie alle weinten als wir sie verließen. Ich beschloss auch, in der Zeit wo ich da war, die Hunde mit gutem Futter einzeln zu füttern...ich hatte schliesslich etwas Spendengeld vorher gesammelt und das wollte ich direkt an der Basis einsetzen... bei den Hunden in der Perrera, die nie tolles Futter oder tolle Kausnacks bekamen...

    Abends ging ich dann -ganz Touristin :roll: - doch noch mal ans Meer...aber meine Gedanken planten bereits den nächsten Tag in der Perrera...

    trotzdem bin ich hoffnungslos in diese wunderschöne Insel verliebt...diese Farben, dieser Geruch..unschlagbar. Nur für die Hunde ist diese Insel nicht das, was sie für uns Menschen vorgibt zu sein...


    Liebe Foris...

    im folgenden Thread möchte ich Euch von meinem Aufenthalt auf Mallorca erzählen, dem Alltag und der Arbeit der Tierschützer vor Ort, und meiner Arbeit heute.
    Ich möchte hier nicht über Sinn und Unsinn von Tierschutzarbeit im Ausland diskutieren, bitte nicht. Ich möchte euch viel lieber erzählen, was ich alles dort erlebt habe, wie es mich verändert hat und was ich daraus gemacht habe.

    Vielleicht interessiert es euch ja... :smile:

    - Kapitel 1 =) -

    AUF MALLORCA ANGEKOMMEN

    Ich wurde von meiner Mutter reicht beschenkt, mit einem Urlaub auf Mallorca. Das passt bei uns ganz gut, da meine Patentante Heidi auf Mallorca lebt (den Grossteil des Jahres) und es sich so anbot, sie dort zu besuchen...
    Erst hatte ich nicht so die Lust, schliesslich musste ich meine geliebten Hunde Maya und Luni zuhause lassen (mein Freund ist der weltbeste Hundesitter), andererseits freute ich mich auch.
    Ich bin schon immer irgendwie im Tierschutz engagiert und kann nicht einfach als Touristin in südliche Länder fahren, wenn Tierelend um mich herum ist. Deswegen wollte ich die Gelegenheit nutzen, endlich mal die Perrera zu besuchen, aus der ich meine zweite HÜndin, Luni, damals bekommen habe.

    Dann ging es los:

    Am Flughafen angekommen wurde ich schon mit dem ersten Tierleid konfrontiert...die Katzen im Parkhaus, abgemagert, teilweise verletzt und humpelnd. Das trieb mir sofort die Tränen in die Augen, ich wäre am liebsten wieder gefahren...

    Dann ging es auf die Finca...und die war einfach nur...tja, wie soll ich sagen...wunderschön?? Nein, schöner...




    Tja, ich war tatsächlich im Paradies angekommen...

    Den ersten Tag verbrachte ich tatsächlich am Pool und genoss einfach das Rauschen der Palmblätter im Wind, den Duft des Rosmarins und den Geschmack der leckersten Pfirsiche aus dem Garten, die ich je gegessen hatte.
    Ich glaube ich habe Heidi täglich mindestens 10x gesagt dass sie das schönste Haus der Welt hat...

    Tja, aber ich konnte ja nicht ewig das schöne Leben geniessen, schliesslich gab es eine Viertelstunde entfernt Hunde, die mich sicher brauchten...

    Also ging es dann am zweiten Tag direkt morgens

    KAPITEL2 - DAS ERSTE MAL IN DER PERRERA

    Ich schnappte mir direkt morgens den Mietwagen, und rief Elke an.
    Elke leitet seit Jahren das Tierheim, sie hat dafür gesorgt dass die ehemalige Tötungsstation der Stadt in ein Tierheim umgewandelt wurde. Voraussetzung dafür war dass die Hunde eben vermittelt werden...Elke leistet seit Jahren eine vorbildliche Aufklärungsarbeit bei den Einheimischen, die dazu geführt hat, dass im Umkreis von Ses Salines und weit darüber hinaus die Hunde nicht einfach mehr aufgehängt, erschossen oder sonstwie zu Tode gequält werden, sondern mittlerweile oft in der Perrera abgegeben werden...

    Ich war sehr aufgeregt und auch etwas bedrückt. Tierleid geht mir immer sehr ans Herz, ich wusste nicht ob ich damit fertig werden würde, was mich erwartete. Aber andererseits konnte ich mit meiner Anwesenheit sicher helfen, also nichts wie hin!

    Auf dem Weg nach Ses Salines...

    Dort angekommen sah ich erstmal nur das:

    Und Elsa, den "Flurhund":

    Elsa ist aus schwierigen Verhältnissen gekommen und total verunsichert. Für sie galten in der Perrera immer klare Verhaltensregeln weil sie auch schon gebissen hat. Bekam Elsa klare Ansagen, war sie ein sehr sicherer und zuverlässiger Hund, war aber der Halter unsicher, wurde Elsa sofort nervös, begann zu springen und auch zu schnappen.

    Ich hatte mit Elsa nie ein Problem.

    Elsa lebte im Flur der Perrera, wenn man die Perrera betrat wurde sie auf ihren Platz in der Futterkammer geschickt (der einzige beheizbare Platz), angeleint und dann draussen an langer Leine angeleint. Dort bekam sie dann nach Sitz eine Kaustange.
    Elsa war noch dazu schon knapp 12 Jahre und Leishmaniose positiv. Eine Langzeitinsassin. Wer wollte schon einen alten Hund mit Verhaltensauffälligkeiten, der auch noch schwerkrank war? Niemand.

    Und dann gab es da noch Hermes, er war einer der Gründe, warum Elke meine Hilfe dringend gebrauchen konnte...

    Hermes war ein knappes Jahr alt, wuchs auf einem winzigen Balkon auf. Ohne Sozialkontakt, ohne Auslauf. Eine schreckliche Vorstellung.

    Doch nun war Hermes da.

    Und Elke wollte dass mal jemand mit ihm rausgeht, aber er ist nun mal ein heftiges Kaliber (und genau mein Beuteschema :D ), deswegen leinten wir als erstes Hermes an und ich testete den Kerl mal auf Herz und Nieren.

    Nach Spaziergängen sind die Hunde natürlich im Internet besser zu beschreiben und man kann einfach anders mit ihnen umgehen, alleine.

    Tja, und dann flog ich wie ein Fähnchen hinter Hermes her die Schotterstrasse runter. Habe mich mehrmals auf den Hintern gesetzt. Hermes galloppierte einfach los. Der arme Kerl. So ein Kraftpaket.

    Dann bin ich einfach mitgerannt. In ca. 35 Grad. Egal. Der Hund musste ja laufen...bis Hermes dann langsamer wurde und wir richtig schön spielen konnten...

    mensch, was für ein toller Bursche...



    Auf dem Rückweg lief Hermes dann wie eine 1 neben mir her...*hach* schon war ich verliebt...

    aber leider musste er wieder in sein Gefängnis...aber nicht allein. Ich war ja noch da. Und so begann unser tägliches Ritual...das lustige "Fang mich, ich spring in die Wanne"- Spiel im Gefängnis:

    Und natürlich wildes Schmusen...denn das bekommen die Hunde gaaanz selten und saugen es in sich auf, als würde man nie mehr wiederkommen (was ja manchmal auch so ist :-() :


    So, jetzt streikt mein PC, dann muss ich wohl morgen weitermachen...mit der Vorstellung der anderen Hunde und dem schrecklichen Welpendrama, was dann folgte und was mich wohl für immer verändert hat...

    Mehr dann demnächst (wenn Ihr mögt...)

    Mach das bitte, frag wie sie aussehen soll, was rein soll. Ich lasse in meiner Schreinerei immer Hütten für wilde Katzen bauen, die sehen aus wie ein kleines Haus, wir hängen eine Teppichfliese vor den Eingang so dass es nicht zieht, ein dickes Daunenkissen rein und wasserfest sind die Dinger auch....eher kistenform? Hausform? Wie auch immer, ich will nicht dass Emma weiterzieht....